Philosophische Analyse und Bewertung des Shareholder-Value-Konzepts
Die ethische Legitimation der wertorientierten Unternehmensführung am Beispiel der SKW Trostberg AG
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Alexander Brink
- Abgabedatum: Juni 1998
- Umfang: 371 Seiten
- Dateigröße: 17,7 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4513-3
- ISBN (CD) :978-3-8324-4513-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Brink, Alexander Juni 1998: Philosophische Analyse und Bewertung des Shareholder-Value-Konzepts, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ethik, Shareholder-Value-Management, Unternehmensethik, Unternehmensführung, U-Strategie
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Magisterarbeit von Alexander Brink
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit ist in zwei große Kapitel unterteilt, einen theoretischen Teil und einen empirischen Teil. Der theoretische Teil handelt von der ethischen Legitimation des Shareholder-Value-Konzepts bei börsennotierten, deutschen Unternehmen im allgemeinen. Der empirische Teil untersucht das Shareholder-Value-Konzept bei der SKW Trostberg AG im besonderen.
Im theoretischen Teil werden nach einer Einleitung im zweiten Kapitel Grundlagen für den weiteren Verlauf der Arbeit vorgestellt. Insbesondere wird das Beziehungsgeflecht von Wirtschaftswissenschaft und Ethik auf drei Ebenen untersucht, der Makro-, der Meso- und der Mikro-Ebene. Die Makro-Ebene ist die Ebene der Gesellschaft, die Meso-Ebene die Ebene der Organisation und die Mikro-Ebene die Ebene des Individuums. Die entsprechenden wissenschaftlichen Pendants heißen Wirtschafts-, Unternehmens- und Führungsethik. Es werden weiterhin Betrachtungen zum ökonomischen und philosophischen Wertbegriff vorgenommen, welche sich im Leitbild der Nachhaltigkeit vereinigen lassen. In einem weiteren Kapitel werden die Begriffe Moral und Ethik einführend diskutiert sowie philosophisch und psychologisch voneinander abgegrenzt.
In einem dritten Kapitel werden zunächst einführende Bemerkungen zum Stakeholder-Konzept und seiner vier Bausteine vorgestellt. Es schließen sich Grundlagen zum Shareholder-Value-Konzept an, die sich insbesondere mit der Prinzipal-Agenten-Theorie und der Shareholder-Value-Analyse befassen. Ferner werden hinsichtlich der unternehmerischen Steuerungsgrößen moderne Kennzahlen wie Cash-Flow-Größen aus traditionellen Kennzahlen abgeleitet. Im folgenden wird ein Bewertungskatalog aufgeführt, der Hard- und Soft-Fact-Bewertungskriterien voneinander getrennt untersucht. Unter die Hard-Fact-Bewertungskriterien werden Rechnungslegung, wertorientierte Entlohnung, Performance, Dividendenpolitik und Aktienrückkauf sowie die Gestaltung des Konzernportfolios gefasst. Unter die Soft-Fact-Bewertungskriterien fallen Vision, Corporate Identity, Führungsgrundsätze, Geschäftsbericht sowie Investor Relations. Nach einer kritischen Betrachtung erfolgt die Eingliederung des Stakeholder-Konzepts in ein umfassendes ethisch legitimiertes Shareholder-Value-Konzept.
Das vierte Kapitel versucht, die im zweiten Kapitel dargestellten Grundlagen mit den Ergebnissen aus dem dritten Kapitel auf einer philosophischen Ebene zu vereinigen. Dabei werden zunächst einige ethische Ansätze aus der klassischen Philosophie beispielhaft vorgestellt wie z. B. die Ethik bei Aristoteles oder bei Kant und erste grundsätzliche Bausteine der Ethikkonzeptionen auf das Shareholder-Value- bzw. das Stakeholder-Konzept bezogen. Es schließen sich einige Überlegungen zu Stakeholder-Interessen an, wobei insbesondere die Trennung von ethischen und ökonomischen Interessen sowie die Gewichtung von Interessen eine Bedeutung haben. Es folgen erste Gedanken einer ethischen Verpflichtung des Shareholders. Die vereinigte Sichtweise von Philosophie und Wirtschaftswissenschaft wird mit den aktuellen mesoethischen Konzeptionen der Unternehmensethik im weiteren abgestimmt. Dabei werden die unternehmensethischen Ansätze von Homann, Ulrich und Steinmann erläutert.
Die Ergebnisse aus dem theoretischen Teil werden im fünften Kapitel erarbeitet und in Form von einigen Kernaussagen thesenartig vorgestellt. Die damit vorliegenden Erkenntnisse bilden die Grundlage für die weitere Betrachtungsweise im empirischen Teil der Arbeit.
Im empirischen Teil werden zu Beginn Ergebnisse einer durchgeführten Erhebung zur ethischen Dimension des Shareholder-Value-Konzepts unter börsennotierten, deutschen Unternehmen, Unternehmensberatungen und Universitäten dargestellt und miteinander verglichen. Dazu wurden im Rahmen einer Erhebung 104 Adressaten angeschrieben mit der Bitte, einen Fragebogen auszufüllen. Die Ergebnisse spiegeln den Status quo der Diskussion wider und ermöglichen ein Benchmark für den SKW-Konzern.
Am Beispiel der SKW Trostberg AG wird die im theoretischen Teil dargestellte Eingliederung des Stakeholder-Konzepts in ein ganzheitliches, ethisch legitimiertes Shareholder-Value-Konzept auf den Konzern bezogen. Zunächst wird ein historischer Überblick über den SKW-Konzern gegeben. Danach erfolgen einige Bemerkungen zum Stakeholder-Konzept der SKW Trostberg AG „Value for Life“, nach dem Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter und Umwelt direkt erwähnt werden. Es folgt eine Analyse anhand der im theoretischen Teil erarbeiteten Hard- und Soft-Fact-Bewertungskriterien. Während die Hard-Facts nur kurz behandelt werden, liegt der Schwerpunkt auf den Soft-Facts wie Vision, Corporate Identity oder Führungsprinzipien. Analyseergebnisse werden in den Strategischen Managementprozess der SKW integriert, wobei sowohl das spezifische M.O.V.E. - Programm als auch das Organisationshandbuch des Unternehmens grundlegend behandelt werden. Damit wird die zunehmende Bedeutung der institutionalisierten Strategischen Planung herausgestellt. Es schließt sich ein Fallbeispiel zur Standortfrage an, welches unter Shareholder-Value-Aspekten ethisch analysiert und erörtert werden soll.
Im dritten Kapitel werden die aus dem zweiten Kapitel erarbeiteten Ergebnisse zu einem Stärken-Schwächen-Profil ausgearbeitet und die wertorientierte Unternehmensführung ethisch bewertet sowie abschließend legitimiert. Außerdem werden konkrete Vorschläge gemacht, um die SKW Trostberg AG auf dem Weg zu einer weltweiten Vorreiterrolle bei der Verfolgung und Implementierung eines ethisch legitimierten Shareholder-Value-Konzepts zu begleiten. Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VIII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| Abkürzungsverzeichnis: Unternehmen und Organisationen | XI | |
| I. | Theoretischer Teil: Die ethische Legitimation des Shareholder-Value-Konzepts | 001 |
| 1. | Einleitung | 002 |
| 1.1 | Vorgehensweise | 002 |
| 1.2 | Vorbemerkung | 005 |
| 2. | Grundlagen | 008 |
| 2.1 | Wirtschaftswissenschaft und Ethik | 008 |
| 2.1.1 | Die Makro-Ebene: Wirtschaftsethik | 008 |
| 2.1.2 | Die Meso-Ebene: Unternehmensethik | 017 |
| 2.1.3 | Die Mikro-Ebene: Führungsethik | 019 |
| 2.2 | Der Wertbegriff | 022 |
| 2.2.1 | Der ökonomische Wertbegriff | 022 |
| 2.2.2 | Der philosophische Wertbegriff | 025 |
| 2.2.3 | Die Integration der Wertbegriffe im Leitbild der Nachhaltigkeit | 027 |
| 2.3 | Moral und Ethik - eine begriffliche Abgrenzung | 031 |
| 2.3.1 | Ethik | 031 |
| 2.3.2 | Moral | 041 |
| 3. | Die Eingliederung des Stakeholder-Konzepts in ein umfassendes ethisch legitimiertes Shareholder-Value-Konzept | 047 |
| 3.1 | Das Stakeholder-Konzept | 047 |
| 3.1.1 | Grundlagen | 047 |
| 3.1.2 | Kunden | 053 |
| 3.1.3 | Shareholder | 054 |
| 3.1.4 | Mitarbeiter | 055 |
| 3.1.5 | Umwelt | 056 |
| 3.2 | Das Shareholder-Value-Konzept | 058 |
| 3.2.1 | Grundlagen | 058 |
| 3.2.1.1 | Die Prinzipal-Agenten-Theorie | 058 |
| 3.2.1.2 | Die Shareholder-Value-Analyse | 064 |
| 3.2.2 | Steuerungsgrößen der Unternehmensführung | 076 |
| 3.2.2.1 | Traditionelle Steuerungsgrößen | 076 |
| 3.2.2.2 | Moderne Steuerungsgrößen | 081 |
| 3.3 | Bewertungskriterien des Shareholder-Value-Konzepts | 086 |
| 3.3.1 | Differenzierung nach Hard-Facts und Soft-Facts | 086 |
| 3.3.2 | Hard-Fact-Bewertungskriterien: Zahlenmaterial | 088 |
| 3.3.2.1 | Rechnungslegung | 088 |
| 3.3.2.2 | Wertorientierte Entlohnung | 091 |
| 3.3.2.3 | Performance | 098 |
| 3.3.2.4 | Dividendenpolitik und Aktienrückkauf | 103 |
| 3.3.2.5 | Konzernportfolio | 107 |
| 3.3.3 | Soft-Fact-Bewertungskriterien: Unternehmenskommunikation | 112 |
| 3.3.3.1 | Vision | 112 |
| 3.3.3.2 | Corporate Identity | 114 |
| 3.3.3.3 | Führungsprinzipien | 116 |
| 3.3.3.4 | Geschäftsbericht | 118 |
| 3.3.3.5 | Investor Relations | 124 |
| 3.4 | Kritische Würdigung des Shareholder-Value-Konzepts | 131 |
| 3.5 | Das ethisch legitimierte Shareholder-Value-Konzept | 137 |
| 4. | Philosophische Aspekte des Shareholder-Value-Konzepts | 139 |
| 4.1 | Legitimationsansätze aus der klassischen Philosophie | 139 |
| 4.1.1 | Grundlagen | 139 |
| 4.1.2 | Ethik bei Aristoteles | 140 |
| 4.1.3 | Ethik bei Kant | 143 |
| 4.1.4 | Ethik bei Scheler | 147 |
| 4.1.5 | Ethik bei Bentham und bei Mill | 150 |
| 4.1.6 | Ethik bei Rawls | 153 |
| 4.2 | Interessenbetrachtungen | 156 |
| 4.2.1 | Von der Zielbetrachtung zur Interessenbetrachtung | 156 |
| 4.2.2 | Interessenpositionierung auf den drei Ebenen | 159 |
| 4.2.3 | Beziehung von ökonomischen und ethischen Interessen | 161 |
| 4.2.4 | Gewichtung von ethischen und ökonomischen Interessen | 163 |
| 4.2.5 | Divergierende Interessen verschiedener Stakeholder | 165 |
| 4.2.6 | Das Verhältnis von Eigen- und Gesamtinteresse | 167 |
| 4.2.7 | Die ethische Verpflichtung des Shareholders | 170 |
| 4.3. | Legitimationsansätze aus der Unternehmensethik | 172 |
| 4.3.1 | Der Ansatz von Homann | 172 |
| 4.3.2 | Der Ansatz von Ulrich | 176 |
| 4.3.3 | Der Ansatz von Steinmann | 179 |
| 5. | Ergebnisse | 184 |
| II. | Empirischer Teil: Die ethische Legitimation der wertorientierten Unternehmensführung am Beispiel der SKW Trostberg AG | 187 |
| 1. | Empirische Erhebung zur ethischen Dimension des Shareholder-Value-Konzepts | 188 |
| 1.1 | Grundlagen und Methodik der Erhebung | 188 |
| 1.2 | Analyse der Erhebung | 191 |
| 1.2.1 | Unternehmen | 191 |
| 1.2.2 | Unternehmensberatungen | 196 |
| 1.2.3 | Universitäten | 199 |
| 1.3 | Vergleich der Ergebnisse | 202 |
| 2. | Das ethisch legitimierte Shareholder-Value-Konzept der SKW | 206 |
| 2.1 | Geschichte und Aufbau der SKW | 206 |
| 2.2 | Das Stakeholder-Konzept der SKW: „Value for Life“ | 210 |
| 2.2.1 | Das ethisch legitimierte Shareholder-Value-Konzept der SKW | 210 |
| 2.2.2 | Kunden: „Wertschöpfung für unsere Kunden“ | 211 |
| 2.2.3 | Shareholder: „Wertsteigerung für unsere Aktionäre“ | 212 |
| 2.2.4 | Mitarbeiter: „Wert-Beteiligung unserer Mitarbeiter“ | 213 |
| 2.2.5 | Umwelt: „Wertvermittlung an unser Umfeld“ | 214 |
| 2.3 | Bewertungskriterien des Shareholder-Value-Konzepts | 217 |
| 2.3.1 | Hard-Fact-Bewertungskriterien: Zahlenmaterial | 217 |
| 2.3.2 | Soft-Fact-Bewertungskriterien: Unternehmenskommunikation | 222 |
| 2.3.2.1 | Vision | 222 |
| 2.3.2.2 | Corporate Identity | 226 |
| 2.3.2.3 | Führungsprinzipien | 228 |
| 2.3.2.4 | Geschäftsbericht | 229 |
| 2.3.2.5 | Investor Relations | 231 |
| 2.4 | Der Strategische Managementprozess als Instrument zur Implementierung des ethisch legitimierten Shareholder-Value-Konzepts | 233 |
| 2.4.1 | Grundlagen | 233 |
| 2.4.1.1 | M.O.V.E.-Programm | 233 |
| 2.4.1.2 | Organisationshandbuch | 236 |
| 2.4.2 | Strategischer Managementprozeß | 238 |
| 2.5 | Fallbeispiel: Die Standortfrage (Alzstandorte) | 246 |
| 2.5.1 | Problemdarstellung und Problemanalyse | 246 |
| 2.5.2 | Ethische Bewertung | 248 |
| 3. | Beurteilung der wertorientierten Unternehmensführung | 253 |
| 3.1 | Ethische Bewertung der wertorientierten Unternehmensführung | 253 |
| 3.2 | Vorschläge für eine weltweite ethische Vorreiterrolle | 258 |
| 4. | Zusammenfassung und Ausblick | 264 |
| Literaturverzeichnis | XII | |
| Anhang | XXXI |
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http://www.diplom.de/ean/9783832445133
Arbeit zitieren:
Brink, Alexander Juni 1998: Philosophische Analyse und Bewertung des Shareholder-Value-Konzepts, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ethik, Shareholder-Value-Management, Unternehmensethik, Unternehmensführung, U-Strategie



