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Pflege- und Entwicklungskonzept für das FFH-Teilgebiet Heumoor unter besonderer Berücksichtigung von Libellen und Bodenverhältnissen

Pflege- und Entwicklungskonzept für das FFH-Teilgebiet Heumoor unter besonderer Berücksichtigung von Libellen und Bodenverhältnissen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Kai Kistermann
  • Abgabedatum: November 2006
  • Umfang: 159 Seiten
  • Dateigröße: 6,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Osnabrück Deutschland
  • Bibliografie: ca. 62
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0172-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0172-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0172-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kistermann, Kai November 2006: Pflege- und Entwicklungskonzept für das FFH-Teilgebiet Heumoor unter besonderer Berücksichtigung von Libellen und Bodenverhältnissen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Moor, Hochmoor, Libellen, Naturschutz, Renaturierung

Diplomarbeit von Kai Kistermann

Zusammenfassung:

Die vorliegende Diplomarbeit behandelt die Renaturierung des Heumoores, welches den Überrest eines Grundwasser-Regenmoor-Komplexes im Landkreis Oldenburg darstellt. Der untersuchte Bereich hat eine Fläche von etwa 89,6 ha und besteht überwiegend aus Hochmoordegenerationsstadien, teilweise aber auch aus hochmoortypischer Vegetation, und ist umgeben von Grünland- und Ackerflächen.

Das Untersuchungsgebiet ist Teil des FFH-Gebietes „Sager Meere, Ahlhorner Fischteiche und Lethetal“ und wird im Jahre 2007 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Seit etwa 150 Jahren wird das Heumoor durch den Sager Meerkanal und weitere Schlitzgräben entwässert. Seit dem konnten degradierende Prozesse wie Mineralisation und Moorsackung in großem Maße stattfinden. Neben Belastungen des Naturhaushaltes, wie die Freisetzung von Treibhausgasen und die Belastung des Grundwassers mit Nitrat, änderten sich auch die trophischen Verhältnisse im Heumoor. Das Gebiet begann zu verbuschen und als dominante Vegetation setzten sich überwiegend Pfeifengraswiesen durch.

Damit ist ebenfalls die hier ansässige Fauna, die vor allem wertvolle Arten der Vögel, Libellen, Amphibien und Reptilien aufweist, gefährdet. Des Weiteren existiert eine Beeinträchtigung des Gebietes durch Nährstoffeinträge aus der Luft von angrenzenden Ackerflächen der Geest sowie durch das oberflächennahe Grundwasser. Für die Erstellung des Pflege- und Entwicklungskonzeptes wurden Bodenverhältnisse, Biotoptypen und Libellen untersucht sowie weitere verfügbare Informationen ausgewertet.

Die Planung strebt sowohl den guten Erhaltungszustand für alle Lebensraumtypen gemäß der FFH-Richtlinie, als auch den Biotopverbund zwischen den Sager Meeren und der Lethe sowie den Schutz und Erhalt gefährdeter Tier- und Pflanzenarten an. Durch eine Wiedervernässung werden interne Belastungen, die aus der fortschreitenden Degradation des Moorkörpers hervorgehen, minimiert. Mit Hilfe von Pflege-, Entwicklungs- und Schutzmaßnahmen wird für die vorhandenen Lebensgemeinschaften und das Ökosystem Heumoor eine positive Entwicklung hinsichtlich eines zuvor erstellten Leitbildes forciert.

Wesentliche Tätigkeiten im Rahmen der Diplomarbeit:

- Zusammenstellung und Analyse aktueller Informationen über alle Schutzgüter und Darstellung der planerischen und rechtlichen Vorgaben.

- Durchführung von Bodenuntersuchungen basierend auf Profilaufnahmen mit anschließender Laborarbeit und Bewertung.

- Durchführung einer detaillierten Biotoptypenkartierung und Erfassung von FFH-Lebensraumtypen mit anschließender Bewertung.

- Durchführung einer Libellenkartierung an allen Gewässern des Gebietes mit anschließender Bewertung.

- Entwicklung eigener Bewertungssysteme für Bodenverhältnisse und Biotoptypen.

- Erstellung von Ergebnis- und Bewertungskarten zu den Themen Wasser, Boden, Biotoptypen, Libellen und Maßnahmen mit Hilfe von ArcGIS 9.

- Erstellung eines Maßnahmenkonzeptes basierend auf einem Zonierungsmodell mit Defizitanalyse, Diskussion von Konflikten, Entwicklung von Zielen, Angaben zu Prioritäten und Monitoring sowie Einschätzung der erwarteten Wirkungen.

- Mitarbeit am Niedersächsischen Tierarten-Erfassungsprogramm bezüglich der Tiergruppe Libellen.

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis I
II. Abbildungsverzeichnis III
III. Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Lage im Raum 3
3. Gebietsbeschreibung 5
3.1 Natur- und Kulturhistorie 5
3.2 Geologie und Boden 10
3.2.1 Entstehung der Landschaft 10
3.2.2 Boden 11
3.2.3 Entwässerte Moorböden 16
3.3 Wasser 22
3.3.1 Grundwasser 23
3.3.2 Oberflächenwasser 29
3.4 Klimatische Bedingungen 31
3.5 Biotoptypen, Flora und Vegetation 34
3.6 Fauna 39
3.6.1 Vögel (Aves) 39
3.6.2 Libellen (Odonata) 41
3.6.3 Laufkäfer (Carabidae) 43
3.6.4 Heuschrecken (Saltatoria) 44
3.6.5 Kriechtiere (Reptilia) 45
3.6.6 Lurche (Amphibia) 45
4. Planerische und rechtliche Vorgaben 46
4.1 Raumplanerische Vorgaben 46
4.1.1 Landesraumordnungsprogramm (LROP) 46
4.1.2 Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) 47
4.1.3 Flächennutzungsplan (FNP) 48
4.2 Fachplanungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege 48
4.2.1 Landschaftsprogramm (LAPRO) 48
4.2.2 Landschaftsrahmenplan (LRP) 50
4.2.3 Landschaftsplan (LP) 53
4.3 Rechtliche Vorgaben 54
4.3.1 Niedersächsisches Naturschutzgesetz 54
4.3.2 EU-Wasserrahmenrichtlinie 57
4.3.3 Natura 2000 58
5. Allgemeines Leitbild 61
6. Eigene Erhebungen 63
6.1 Boden 63
6.1.1 Methode 63
6.1.2 Ergebnisse 67
6.1.3 Bewertung und Vergleich mit Referenzerhebungen 68
6.2 Biotoptypen 72
6.2.1 Methode 73
6.2.2 Ergebnisse 73
6.2.3 Bewertung und Vergleich mit Referenzerhebungen 80
6.3 Libellen 86
6.3.1 Methode 86
6.3.2 Ergebnisse 90
6.3.3 Diskussion und Vergleich mit Referenzerhebungen 92
6.3.4 Bewertung 102
7. Pflege- und Entwicklungskonzept 103
7.1 Kumulative Betrachtung und Zonierung des UG 103
7.2 Defizite und Beeinträchtigungen 106
7.3 Konflikte 107
7.4 Ziele 111
7.5 Maßnahmenplanung 114
7.5.1 Maßnahmenkomplexe 115
7.5.2 Maßnahmenübersicht und Prioritäten 127
7.5.3 Monitoring 129
8. Schlussbetrachtung 131
9. Zusammenfassung 133
10. Quellenverzeichnis 135
Anhang 136

Inhaltsverzeichnis:

I. Inhaltsverzeichnis I
II. Abbildungsverzeichnis III
III. Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Lage im Raum 3
3. Gebietsbeschreibung 5
3.1 Natur- und Kulturhistorie 5
3.2 Geologie und Boden 10
3.2.1 Entstehung der Landschaft 10
3.2.2 Boden 11
3.2.3 Entwässerte Moorböden 16
3.3 Wasser 22
3.3.1 Grundwasser 23
3.3.2 Oberflächenwasser 29
3.4 Klimatische Bedingungen 31
3.5 Biotoptypen, Flora und Vegetation 34
3.6 Fauna 39
3.6.1 Vögel (Aves) 39
3.6.2 Libellen (Odonata) 41
3.6.3 Laufkäfer (Carabidae) 43
3.6.4 Heuschrecken (Saltatoria) 44
3.6.5 Kriechtiere (Reptilia) 45
3.6.6 Lurche (Amphibia) 45
4. Planerische und rechtliche Vorgaben 46
4.1 Raumplanerische Vorgaben 46
4.1.1 Landesraumordnungsprogramm (LROP) 46
4.1.2 Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) 47
4.1.3 Flächennutzungsplan (FNP) 48
4.2 Fachplanungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege 48
4.2.1 Landschaftsprogramm (LAPRO) 48
4.2.2 Landschaftsrahmenplan (LRP) 50
4.2.3 Landschaftsplan (LP) 53
4.3 Rechtliche Vorgaben 54
4.3.1 Niedersächsisches Naturschutzgesetz 54
4.3.2 EU-Wasserrahmenrichtlinie 57
4.3.3 Natura 2000 58
5. Allgemeines Leitbild 61
6. Eigene Erhebungen 63
6.1 Boden 63
6.1.1 Methode 63
6.1.2 Ergebnisse 67
6.1.3 Bewertung und Vergleich mit Referenzerhebungen 68
6.2 Biotoptypen 72
6.2.1 Methode 73
6.2.2 Ergebnisse 73
6.2.3 Bewertung und Vergleich mit Referenzerhebungen 80
6.3 Libellen 86
6.3.1 Methode 86
6.3.2 Ergebnisse 90
6.3.3 Diskussion und Vergleich mit Referenzerhebungen 92
6.3.4 Bewertung 102
7. Pflege- und Entwicklungskonzept 103
7.1 Kumulative Betrachtung und Zonierung des UG 103
7.2 Defizite und Beeinträchtigungen 106
7.3 Konflikte 107
7.4 Ziele 111
7.5 Maßnahmenplanung 114
7.5.1 Maßnahmenkomplexe 115
7.5.2 Maßnahmenübersicht und Prioritäten 127
7.5.3 Monitoring 129
8. Schlussbetrachtung 131
9. Zusammenfassung 133
10. Quellenverzeichnis 135
Anhang 136

Textprobe:

Kapitel 3.3.2, Oberflächenwasser:

Seit etwa 150 Jahren wird im Heumoor durch ein Entwässerungssystem Wasser abgeführt (Kapitel 3.1). Der Sager Meerkanal leitet als Hauptvorfluter und Gewässer II. Ordnung Wasser aus dem System der Sager Meere in die Lethe ab und fließt dabei durch das Heumoor. Der von POLZ im Süden des UG ermittelte Abfluss beträgt durchschnittlich 42,3 l/s, was etwa 1,4 Mio. m³/Jahr entspricht. Hinzu kommt diffus und durch Nebenvorfluter aus dem UG zufließendes Wasser, was jedoch nicht quantifiziert wurde. Der Sager Meerkanal wurde als Gewässer mit hoher Dränleistung eingestuft. Seit die Sager Meersbäke nicht mehr existiert ist er die einzige Verbindung zwischen den Sager Meeren und der Lethe.

Im Jahr 1978 wurde südlich des Meerweges ein Pfeifenbrink`sches Wehr falsch herum eingebaut, was die biologische Durchgängigkeit stark einschränkt und somit nicht im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie sowie der FFH-Richtlinie ist. Auch aus Sicht der Wasserwirtschaft brachte dieser Ausbau keine Vorteile. Oberhalb der Wehre kommt es zu Verschlammungen, die den Abfluss behindern.

Des Weiteren sind im UG zahlreiche direkt in den Sager Meerkanal entwässernde Nebenvorfluter zu finden. Diese lassen sich zumeist als Gräben mit geringer bis mittlerer Dränleistung und durch geringe Fließgeschwindigkeiten charakterisieren.

Die Schlitzgräben, welche wiederum den Nebenvorflutern Wasser zuführen, sind überwiegend verlandet bzw. verkrautet. In einigen Bereichen steht jedoch noch Wasser oder fließt langsam in Richtung Nebenvorfluter. Diese lassen sich, wenn überhaupt, als Gräben mit geringer Dränleistung einstufen. Einen Überblick über das Grabensystem und die Dränleistungen gibt Karte 1. Das UG ist durchzogen von Relikten alter Gräben, die für die Entwässerung keine Bedeutung mehr haben. Diese fehlen in der kartographischen Darstellung. Nach der mehrwöchigen Trockenperiode im Sommer 2006 waren im August alle Schlitzgräben und Nebenvorfluter trocken gefallen.

Das von den Sager Meeren durch das Heumoor abgeführte Wasser ist mit Nitrat und Ammoniumkonzentrationen von jeweils im Mittel < 0,3 mg/l nahezu unbelastet. Jedoch wurden im Zeitraum von 1983 bis 1985 Phosphatwerte (Ortho-Phosphat) von 19 g/l im Mittel gemessen, was die Werte des großen Sager Meeres und auch teilweise der Zuflüsse aus der Geest in die Sager Meere leicht übersteigt. Die gemessene elektrische Leitfähigkeit weist mit 119 S25/cm auf relativ geringe Ionenkonzentrationen hin. GÖTTLICH gibt jedoch für Fließgewässer in Hochmooren Werte zwischen 10 und 30 S/cm und in Niedermooren zwischen 200 und 500 S/cm an. Das hier untersuchte Wasser kommt aus eher niedermoortypischem Milieu und durchfließt erst anschließend das Heumoor. Der pH-Wert liegt bei 5,44 und somit im schwach sauren Bereich.

Die hier dargestellten Werte unterscheiden sich stark von den Werten der aus der Geest in die Sager Meere leitenden Zuflüsse. Dort wurden weitaus höhere Nitratkonzentrationen, höhere elektrische Leitfähigkeiten und niedrigere pH-Werte gemessen. Es liegt nahe, dass das System der Sager Meere einen Großteil der Nährstoff- und Säurebelastungen abpuffert. Möglicherweise spielt hierbei ebenfalls aus der Tiefe aufsteigen des Grundwasser eine Rolle.

Arbeit zitieren:
Kistermann, Kai November 2006: Pflege- und Entwicklungskonzept für das FFH-Teilgebiet Heumoor unter besonderer Berücksichtigung von Libellen und Bodenverhältnissen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Moor, Hochmoor, Libellen, Naturschutz, Renaturierung

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