Das Pferd - die Brücke zur Außenwelt
Eine Möglichkeit der Einflussnahme auf Kommunikation und soziale Interaktion autistischer Kinder
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Natascha Vonderstraß
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 110 Seiten
- Dateigröße: 997,1 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Katholische Fachhochschule Freiburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5704-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5704-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5704-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Vonderstraß, Natascha März 2002: Das Pferd - die Brücke zur Außenwelt, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Qualitative Sozialforschung, Therapeutrisches Reiten, Kommunikation, soziale Interaktion, Autismus
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Natascha Vonderstraß
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn der Arbeit erhält der Leser einen Einblick in den aktuellen Stand des Wissens auf den Gebieten Autismus und Therapeutisches Reiten.
In Kapitel 2 wird zunächst das Krankheitsbild des Autismus definiert und sein klinisches Bild sowie die soziale Interaktion und Kommunikation autistischer Kinder beschrieben. Weiterhin steht die Frage im Mittelpunkt, warum das Pferd sich zum therapeutisch/pädagogischen Medium eignet und wie die eigentliche heilpädagogische Arbeit mit dem Pferd aussieht. Wie autistische Kinder von einer archaischen Botschaft zu einer ersten Kommunikation in der Therapie mit dem Pferd gelangen, wird am Ende des Kapitels erläutert.
Kapitel 3 präsentiert die methodischen Grundlagen der Arbeit. Nach entwickelten Hypothesen werden die Methoden Fallstudie und teilnehmende Beobachtung im qualitativen Paradigma vorgestellt.
Kapitel 4 stellt die Ergebnisse der qualitativen und quantitativen Analyse dar.
Kapitel 5 stellt die Methoden und Ergebnisse der Arbeit in einen umfassenderen Kontext.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 5 |
| 1.1 | INTENTION UND ZIELFORMULIERUNG | 5 |
| 1.2 | AUFBAU UND VORGEHENSWEISE | 6 |
| 2. | STAND DES WISSENS | 7 |
| 2.1 | AUTISMUS | 7 |
| 2.1.1 | Definition "Autismus" | 7 |
| 2.1.2 | Klinisches Bild | 8 |
| 2.1.3 | Störung der sozialen Interaktion und Kommunikation autistischer Kinder | 9 |
| 2.2 | THERAPEUTISCHES REITEN UND REITTHERAPIE MIT AUTISTISCHEN KINDERN | 15 |
| 2.2.1 | Warum eignet sich das Pferd zum heilpädagogisch/therapeutischen Medium? | 15 |
| 2.2.2 | Heilpädagogisches Arbeiten mit Pferden | 21 |
| 2.2.3 | Von der archaischen Botschaft zu einer ersten Kommunikation in der Therapie mit dem Pferd | 33 |
| 3. | METHODEN | 41 |
| 3.1 | HYPOTHESENBILDUNG | 42 |
| 3.2 | EINZELFALLSTUDIE | 44 |
| 3.2.1 | Merkmale der Einzelfallstudie im qualitativen Paradigma | 45 |
| 3.2.2 | Die Datenerhebung | 46 |
| 3.2.3 | Die Auswertung | 47 |
| 3.3 | TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG | 48 |
| 3.3.1 | Theoriebezug des angewandten Verfahrens | 48 |
| 3.3.2 | Feldzugang | 55 |
| 3.3.3 | Beobachterrolle | 55 |
| 3.3.4 | Datenerfassung und Reflexion | 56 |
| 3.3.5 | Zeitraum und Umfang des Methodeneinsatzes | 59 |
| 3.3.6 | Datenanalyse und Darstellung der Ergebnisse | 59 |
| 4. | ERGEBNISSE | 60 |
| 4.1 | REITTHERAPIE AM BEISPIEL "LES VINOTS" | 60 |
| 4.2 | ERGEBNISDARSTELLUNG DER QUALITATIVEN ANALYSE | 61 |
| 4.3 | ERGEBNISDARSTELLUNG DER QUANTITATIVEN ANALYSE | 70 |
| 4.3.1 | Kommunikation und soziale Interaktion in den drei Teilgruppen | 71 |
| 4.3.2 | Kommunikation und soziale Interaktion in den Gruppen "K4" und "GG minus K4" | 76 |
| 5. | DISKUSSION UND AUSBLICK | 81 |
| 5.1 | METHODENDISKUSSION | 81 |
| 5.2 | ERGEBNISDISKUSSION: QUALITATIVE ANALYSE | 83 |
| 5.3 | ERGEBNISDISKUSSION: QUANTITATIVE ANALYSE | 87 |
| 5.4 | AUSBLICK | 88 |
| 6. | LITERATURVERZEICHNIS | 90 |
| 7. | ANHANG | 94 |
| 8. | ERKLÄRUNG | 109 |
vergleichsweise allgemein gehaltene Fragestellung und gibt darauf eine vorläufige, vermutete Antwort. Gleichzeitig leistet sie eine Erklärung über einen bereits bekannten Sachverhalt ...“ (ROGGE (HRSG.), 1995). Die Beschaffenheit einer Hypothese folgt nach ROGGE vier Gesichtspunkten: 1) Eine Hypothese sollte theoretisch fundiert und stringent hergeleitet sein; 2) sie sollte empirisch überprüfbar sein; 3) eine Hypothese sollte präzise formuliert sein; 4) sie sollte mit etabliertem Wissen verträglich sein. Im Folgenden werden auf der Basis der zugrunde gelegten Fragestellung Hypothesen entwickelt, die dann im weiteren Verlauf der Arbeit die teilnehmende Beobachtung leiten. Für die teilnehmende Beobachtung typisch, werden hierbei die Ausgangshypothesen im Verlauf der Untersuchung immer wieder in Frage gestellt, revidiert und zunehmend spezifiziert (ROGGE, 1995). Fragestellung der Arbeit: Hat das Pferd in der Rolle des Mediators einen Einfluss auf das autistische Kind? Unter Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen vorangegangener Kapitel und der Einbeziehung bislang gemachter praktischer Erfahrungen im Umgang mit Pferden und autistischen Menschen, wird folgende Leithypothese formuliert: [...]
Erkenntnisziele sind jederzeit möglich und notwendig (LAMNEK, 1995). Eine in der deutschen Sozialwissenschaft vielfach diskutierte Frage ist, ob eine qualitativ ausgerichtete Untersuchung als repräsentative Darstellung gelten kann. Ziel dieser Arbeit kann es nicht sein, diese Diskussion aufzugreifen. Es erscheint jedoch eingängig, dass eine möglichst breite Methodenbasis die Realität in höherem Maße abbildet, als die Begrenzung auf rein qualitative Methoden. Hierauf beruht die von LAMNEK (1995) definierte Methodentriangulation. Sie dient dazu, dass 1. durch die gleichzeitige Verwendung qualitativer und quantitativer Methoden, die Schwächen der jeweiligen Einzelmethode erkannt und ggf. eliminiert werden; 2. eine ganzheitliche Sichtweise gewährleistet wird; 3. die Adäquatheit erhöht wird, da eine vielfältige Orientierung am ehesten dem zu erfassenden Gegenstand gerecht wird. Die vorliegende Arbeit orientiert sich an der Methode der teilnehmenden Beobachtung. Wenngleich diese Methode dem Paradigma der qualitativen Sozialforschung zugeordnet werden kann, fließen dennoch – LAMNEK folgend – sowohl qualitative als auch quantitative Elemente in die Untersuchung ein. Ein standardisiertes, hypothesenorientiertes Beobachtungsschema dient als Basis für qualitativ ausgerichtete Tagebuchaufzeichnungen und für die quantitative [...]
Die Therapie mit dem Pferd bietet die Möglichkeit, Erfahrungslücken des Kindes aufzufüllen. Durch das Schrittreiten auf dem ungesattelten Pferd, können die verschiedenen Grundbedürfnisse bzw. Urzustände, wie: Wärme, Wiegebewegung, Getragenwerden, Festhalten, Sanftheit und Zuwendung durch Kontakt; noch einmal positiv erlebt werden. Das Pferd bietet dem Kind die Möglichkeit, zu experimentieren und frühe Kindheitserfahrungen verschiedener Formen des Verbindungsaufbaus zu remobilisieren (SCHULTZ, 1997). Das Kind kommt in einen Zustand des Wohlbefindens, einen „champs détendu“ (Raum der Entspannung, Schutzraum; Übersetzung der Verf.) aus dem heraus es sich emotional öffnen und mit seiner Umwelt in Kontakt treten kann und ohne den eine therapeutische Arbeit nicht möglich ist (BARREY, 2000; BAILLY). Befindet sich das Kind in diesem Zustand des Wohlbefindens, kann das Pferd zu einem Objekt der Begierde werden. In einem nächsten Schritt ist es die Aufgabe des Therapeuten, eine Phase des Verlustes folgen zu lassen. Durch die Frustration über das verloren gegangene Objekt der Lust, wird es dem Kind nach und nach möglich, zu erfahren, dass Verlust nicht mit Verschwinden gleich zu setzen ist. Das Kind kann erkennen, dass es mit Hilfe des Therapeuten den Zustand des Wohlbefindens wieder erlangen kann. Der Prozess der Kommunikation ist angebahnt und zeigt sich auf verschiedene Art und Weisen: z.B. indem das Kind den Therapeuten an der Hand nimmt und zur Reithalle führt, das Treppchen zum Pferd zieht, ein Halfter nimmt und dem Therapeuten bringt oder auf den Pferderücken klopft und dabei den Therapeuten ansieht. Ob dieses Verhalten immer noch aus der Allmacht des Kindes heraus kommt oder ob dies bereits der Beginn einer Symbolisation ist, bleibt Spekulation. Zumindest unterscheidet sich dieses Verhalten vom Chaos und kann gehört und interpretiert werden. Der Therapeut fasst seine Vermutung dann in Worte: „du führst mich zur Reithalle“, „komm wir holen das Pferd“. In der Therapie mit dem Pferd geht es nicht darum, das Kind zum Reiten zu bringen. Wenn es kommt und sofort auf das Pferd steigt, kann sich nur wenig entwickeln. Eine definitive Ablehnung, eine passive Annahme oder eine spontane Verschmelzung mit dem Pferd, verhindern die Entstehung eines intermediären Raumes. Indem das Kind einen Wunsch entwickelt und zwischen diesem und seiner Scheu, ihn zu verwirklichen hin und [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457044
Arbeit zitieren:
Vonderstraß, Natascha März 2002: Das Pferd - die Brücke zur Außenwelt, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Qualitative Sozialforschung, Therapeutrisches Reiten, Kommunikation, soziale Interaktion, Autismus



