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Perspektiven der Kostenrechnung im Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus

Perspektiven der Kostenrechnung im Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rainer Schommer
  • Abgabedatum: August 1996
  • Umfang: 137 Seiten
  • Dateigröße: 8,9 MB
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1356-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1356-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1356-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schommer, Rainer August 1996: Perspektiven der Kostenrechnung im Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kostenrechnung, Dienstleistungsunternehmen, Krankenhaus

Diplomarbeit von Rainer Schommer

Problemstellung:

Bis vor einiger Zeit wurde das Bestreben, betriebswirtschaftliche Instrumente in Krankenhausbetrieben einzuführen, mit großer Skepsis betrachtet Es galt als verwerflich, mit der mißlichen Situation der Patienten, die Krankenhausleistungen in Anspruch nehmen (müssen), ökonomische Gewinnziele zu verfolgen. Der Einsatz von Kaufleuten in Krankenhäusern wurde abgelehnt, Entscheidungen ausschließlich aufgrund medizinischer Notwendigkeiten getroffen.

Der starke Anstieg der Krankenhauskosten sowie die Entwicklung modifizierter Managementkonzepte haben jedoch in den letzten Jahren zu einem Umdenken geführt. Schließlich geht es weniger um die Infragestellung der Entscheidungskompetenzen von Mitarbeitern in Krankenhäusern sondern um die Verbesserung der Informationsgrundlage auf deren Basis möglichst optimale Entscheidungen getroffen werden können. Angesichts der verschärften Knappheit finanzieller Ressourcen wird deutlich, daß nicht die Beachtung ökonomischer Aspekte sondern deren Nichtbeachtung die Leistungsfähigkeit deutscher Krankenhäuser gefährdet. Die Frage, auf welche Weise beschränkt verfügbare Ressourcen zu verteilen sind, ist Gegenstand der Betriebswirtschaftslehre in Krankenhausbetrieben. Eine ihrer Aufgaben ist es, Transparenz über das Verhältnis von Nutzen und Kosten bestehender Handlungsalternativen zu schaffen Derartige Informationen können im Selbstverständnis von Kaufleuten in Kliniken jedoch nicht Ausschlußkriterium für die betreffende Entscheidung sein, weil diese auch weiterhin medizinischen Entscheidungsträgern obliegt.

"In der guten alten Zeit brauchte der Verwaltungsleiter eines kleineren Krankenhauses nur aus dem Fenster zu schauen, um zu prüfen, ob seine wirtschaftlichen Verhältnisse in Ordnung waren. Stand montags um 8.00 Uhr der erste Krankenwagen vor der Tür oder war um 9.00 Uhr in der Aufnahme noch Patientengedrängel, konnte er getrost seinem Tagewerk nachgehen. Heute ist das anders: Das Haus kann proppenvoll und ... trotzdem pleite sein".

Diese, auf den ersten Blick ökonomisch widersinnige Feststellung bringt die Situation zahlreicher deutscher Krankenhäuser auf den Punkt, die seit der verpflichtenden Einführung pauschaler Entgelte im Jahr 1996 um ihr Fortbestehen fürchten müssen. Der bis dahin gültige Anspruch von Krankenhausbetrieben auf Deckung der Selbstkosten wurde im Rahmen der Reform des Finanzierungssystems aufgehoben. Künftig werden nicht mehr tatsächlich aufgelaufene Kosten sondern vornehmlich leistungsbezogene Entgelte von den Krankenkassen getragen, deren Höhe unabhängig von der Kostensituation des einzelnen Betriebes festgelegt wird. Folge davon ist, daß Krankenhäuser ein unternehmerisches Risiko tragen. Dieses zwingt die zuständigen Verantwortlichen, sich Kenntnis über die aktuelle Kosten- und Erlössituation zu verschaffen, um eventuell defizitäre Entwicklungen durch die Ergreifung rechtzeitiger Maßnahmen zu vermeiden. Damit verbunden ist ein erhöhter Informationsbedarf der Krankenhausleitung.

In Unternehmen anderer Branchen werden solche Informationen durch eine anforderungsgerechte Kostenrechnung zur Verfügung gestellt. Krankenhausbetriebe hingegen verfügen nur selten über ein derartiges Instrument. Dies ist nicht verwunderlich, bestand doch bis zur Neuregelung des Pflegesatzrechtes kein wirklicher Bedarf, die Kostensituation transparent darzustellen, weil die Deckung sämtlicher Selbstkosten gewährleistet war. Die Krankenhausverwaltung beschränkte den Umfang der Kostenrechnung daher auf das gesetzlich notwendige Mindestmaß. "Kurz vor der verbindlichen Umstellung ... im Januar 1996 verfüg(t)en die meisten Kliniken nicht über Steuerungsinstrumente, die für ein wirtschaftliches Überleben unter den veränderten Bedingungen unverzichtbar sind". Damit ist eine Ursache - Informationsdefizite innerhalb der Kostenrechnung- der zuvor dargestellten Existenzbedrohung von Krankenhäusern gefunden.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abkürzungen V
Verzeichnis der Abbildungen VIII
Einleitung 1
1. Krankenhaus als Dienstleistungsunternehmen 4
1.1 Volkswirtschaftliche Bedeutung 4
1.2 Krankenhausbegriff 5
1.3 Zielsystem 7
1.3.1 Haupt-, Zwischen- und Nebenziele 8
1.3.2 Bedeutung des ökonomischen Prinzips 9
1.4 Transformationsprinzip 11
1.4.1 Leistungserstellung 11
1.4.2 Leistungsdefinition 12
1.5 Führsorgungsorganisation 13
1.5.1 Aufbauorganisation 13
1.5.2 Rechnungswesen 13
2. Krankenhausfinanzierung 14
2.1 Monistische Finanzierung 14
2.2 Dualistische Finanzierung 15
2.3 Modifizierte dualistische Finanzierung 16
2.4 Aktuelle Finanzierung 18
2.4.1 Veränderte Rahmenbedingungen des Gesundheitsstrukturgesetzes 1992 18
2.4.2 Entgeltsystem der Bundespflegesatzverordnung 1995 20
2.4.2.1 Fixes Erlösbudget 20
2.4.2.2 Fallpauschalen 20
2.4.2.3 Sonderentgelte 22
2.4.2.4 Differenzierte Pflegesätze 22
2.4.2.5 Auswirkungen der neuen Entgelte im Zeitraum 1993-1995 23
2.4.3 Neuerungen durch das Stabilisierungsgesetz vom 22.03.1996 24
2.4.4 Kritische Beurteilung und Ausblick 25
3. Krankenhausinternes Rechnungswesen 28
3.1 Notwendigkeit und Rechnungsziele interner Rechnungslegung 28
3.1.1 Notwendigkeit interner Rechnungslegung 28
3.1.2 Rechnungsziele der Kostenrechnung 29
3.2 Anforderungsprofil der Kostenrechnung 30
3.2.1 Gesetzliche Anforderungen 31
3.2.2 Betriebswirtschaftliche Anforderungen 35
3.3 Kostenrechnungsinstrumente und Kostenstruktur in der Praxis 39
3.3.1 Anforderungskonfirmität gebräuchlicher Kostenrechnungsinstrumente 39
3.3.2 Struktur und Einflußgrößen der Krankenhauskosten 42
3.3.3 Erstes Zwischenergebnis 44
4. Konzipierung einer anforderungsgerechten Kostenrechnung 46
4.1 Merkmale und Eignung von Kostenrechnungssystemen 46
4.1.1 Zusammenhang der zu vergleichenden Kostenrechnungssysteme 46
4.1.2 Differenzierung nach dem Zeitbezug 48
4.1.2.1 Istkostenrechnung 48
4.1.2.2 Plankostenrechnung 48
4.1.3 Differenzierung nach dem Umfang der Weiterverrechnung 50
4.1.3.1 Vollkostenrechnung 50
4.1.3.2 Teilkostenrechnung 53
4.1.4 Zweites Zwischenergebnis 55
4.2 Merkmale und Eignung ausgewählter Kostenrechnungsmodelle 56
4.2.1 Zusammenhang der zu vergleichenden Kostenrechnungs-modelle 56
4.2.2 Das Basismodell der Flexiblen Plankosten- und Deckungsbeitragsrechnung 58
4.2.2.1 Grundzüge und Prämissen 58
4.2.2.2 Struktur 62
4.2.2.3 Eignung 69
4.2.3 Das Ergänzungsmodell der Prozeßkostenrechnung auf Teilkostenbasis 71
4.2.3.1 Grundzüge und Prämissen 71
4.2.3.2 Struktur 74
4.2.3.3 Eignung 79
4.2.4 Das Ergänzungsmodell der Relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung 82
4.2.4.1 Grundzüge und Prämissen 82
4.2.4.2 Struktur 86
4.2.4.3 Eignung 89
4.2.5 Drittes Zwischenergebnis 91
5. Realisierung einer Anforderungsgerechten Kostenrechnung 93
5.1 Voraussetzungen in der Planungsphase 93
5.1.1 Konsensfindung in den Interessengruppen 93
5.1.2 Eindeutige Kompetenzverteilung 94
5.2 Ablauf der Implementierungsphase 95
5.2.1 Projektorganisation 95
5.2.2 Modellbeispiel 97
5.2.2.1 Ausgangsdaten 97
5.2.2.2 Nachkalkulation im Basismodell 98
5.2.2.3 Integration der Prozeßkostenrechnung 100
5.2.2.4 Integration der Deckungsbeitragsrechnung 102
5.2.2.5 Ergebnis 103
5.3 Notwendige Maßnahmen in der Ausbauphase 104
5.3.1 Verbesserung der Kommunikations- und Informationssysteme 104
5.3.2 Restrukturierung der betrieblichen Organisation 105
5.3.3 Einführung der Controllingfunktion 106
5.3.4 Einbindung der Kostenrechnung in die Unternehmensstrategie 106
Schlußbetrachtung 108
Anhang 111
Literaturverzeichnis IX

Arbeit zitieren:
Schommer, Rainer August 1996: Perspektiven der Kostenrechnung im Dienstleistungsunternehmen Krankenhaus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kostenrechnung, Dienstleistungsunternehmen, Krankenhaus

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