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Personalwirtschaftliche Chancen und Probleme von Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen

Personalwirtschaftliche Chancen und Probleme von Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Doreen Beyer
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 678,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1924-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1924-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1924-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beyer, Doreen Oktober 1999: Personalwirtschaftliche Chancen und Probleme von Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Mitarbeiterbeteiligung, Kapitalbeteiligung

Diplomarbeit von Doreen Beyer

Einleitung:

Seit Jahrzehnten ist die Diskussion um die Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer am arbeitgebendem Unternehmen durch differenzierende Meinungen und Zielsetzungen gekennzeichnet. Während Unternehmen auf der Suche nach zusätzlichen Finanzierungsquellen sind, fordern Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften eine größere Verteilungsgerechtigkeit. Außerdem soll mit Hilfe von Mitarbeiterbeteiligung die Motivation der Arbeitnehmer "geweckt" werden.

Entscheidet sich ein Unternehmen für Mitarbeiterbeteiligung, so stehen ihm durch gesetzliche Regelungen eine Vielzahl von Ausgestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. So kann ein Modell entwickelt werden, das sowohl aus Unternehmenssicht praktikabel und sinnvoll ist und auch aus Sicht der Mitarbeiter reizvoll und attraktiv erscheint. Dabei ist eine Akzeptanz beiderseits unerläßlich.

Die folgenden Ausführungen richten sich schwerpunktmäßig auf die Kapitalbeteiligung im Rahmen der materiellen Mitarbeiterbeteiligung aus.

In Deutschland praktizieren zur Zeit laut Erhebungen der GIZ rund 2.700 Unternehmen ein Modell der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung und 2,3 Millionen Mitarbeiter beteiligen sich an ihrem arbeitgebenden Unternehmen. Der Substanzwert des Mitarbeiterkapitals beläuft sich damit auf rund 25 Mrd. DM.

Welche Modelle in der Praxis am häufigsten existieren, kann folgender Übersicht entnommen werden:

Nach der folgenden begrifflichen Bestimmung und den möglichen Varianten der Mittelaufbringung wird im 4. Kapitel auf verschiedene Beweggründe für Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen sowie deren mögliche Effekte hingewiesen. Anschließend erfolgt eine Übersicht über ausgewählte Modelle der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung mit ihren Vor- und Nachteilen und jeweils einem Beispiel aus der betrieblichen Praxis. Den Abschluß der Arbeit bildet eine Zusammenfassung über mögliche Chancen und Probleme von Kapitalbeteiligungen aus der Sichtweise verschiedener Parteien und ein Ausblick in die mögliche Zukunft der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einführung und Aufbau der Arbeit 1
2. Begriffliche Grundlagen 2
2.1 Mitarbeiterbeteiligung 2
2.2 Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung 3
2.2.1 Eigenkapitalbeteiligung 4
2.2.2 Fremdkapitalbeteiligung 4
2.2.3 Direkte Kapitalbeteiligung 5
2.2.4 Indirekte Kapitalbeteiligung 6
3. Mittelaufbringung 7
3.1 Eigenleistung der Mitarbeiter 8
3.1.1 Anlage von vermögenswirksamen Leistungen 8
3.1.2 Zahlungen aus Privateinlagen und dem übrigen Einkommen 10
3.1.3 Zahlungen aus Lohn und Gehalt 10
3.1.4 Wiederanlage von Zinsen und Ausschüttungen 11
3.2 Leistungen des Unternehmens 11
3.2.1 Firmenzuschuß 11
3.2.2 Erfolgsbeteiligung 12
3.2.3 Vorfinanzierung der Eigenleistung der Mitarbeiter 14
3.2.4 Übernahme der Depotführungskosten 14
4. Ziele und Effekte der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung 14
4.1 Ziele 15
4.2 Kapitalstruktureffekte 18
4.3 Rentabilitätseffekte 21
4.4 Motivationseffekte 23
4.5 Betriebliche Partnerschaft 24
4.6 Vermögensbildung 25
5. Beteiligungsmodelle 26
5.1 Allgemeine Fragen der Ausgestaltung 26
5.2 Mitarbeiterdarlehen 29
5.2.1 Rechtliche Charakterisierung 29
5.2.2 Steuerliche Behandlung 31
5.2.3 Vor- und Nachteile 32
5.2.4 Praktisches Beispiel anhand der S & G Automobilgesellschaft 34
5.3 GmbH-Beteiligung 34
5.3.1 Rechtliche Charakterisierung 35
5.3.2 Steuerliche Behandlung 38
5.3.3 Vor- und Nachteile 39
5.3.4 Praktisches Beispiel anhand der ER & P GmbH 40
5.4 Belegschaftsaktie 42
5.4.1 Rechtliche Charakterisierung 42
5.4.2 Steuerliche Behandlung 45
5.4.3 Vor- und Nachteile 45
5.4.4 Praktisches Beispiel anhand der DaimlerChrysler AG 46
5.5 Genußscheine/Genußrechte 48
5.5.1 Rechtliche Charakterisierung 48
5.5.2 Steuerliche Behandlung 50
5.5.3 Vor- und Nachteile 50
5.5.4 Praktisches Beispiel anhand der Bertelsmann AG 51
5.6 Direkte stille Beteiligung 55
5.6.1 Rechtliche Charakterisierung 55
5.6.2 Steuerliche Behandlung 57
5.6.3 Vor- und Nachteile 58
5.6.4 Praktisches Beispiel anhand der Globus Handelsgruppe 59
5.7 Employee-Stock-Ownership-Plan (ESOP) 63
5.7.1 Steuerliche Behandlung 64
5.7.2 Praktisches Beispiel anhand der Continental AG 65
6. Chancen und Probleme von Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen 68
6.1 Sicht der Arbeitnehmer 68
6.1.1 Chancen 68
6.1.2 Probleme 69
6.2 Sicht der Unternehmen 70
6.2.1 Chancen 71
6.2.2 Probleme 72
6.3 Sicht der Gewerkschaften 74
6.3.1 Chancen 74
6.3.2 Probleme 74
6.4 Sicht der Arbeitgeberverbände 75
6.4.1 Chancen 75
6.4.2 Probleme 76
7. Schlußbetrachtung und Ausblick 78
Literaturverzeichnis VIII
Eidesstattliche Erklärung XIV

Automatisiert erstellter Textauszug:

41 5.3.3. Vor- und Nachteile Ein entscheidender Vorteil der GmbH-Beteiligung ist der, daß beteiligte Mitarbeiter eine Teilhabe am Substanzgewinn aufweisen können. So wird die Bindung an das Unternehmen sowie die Identifikation des Mitarbeiters mit ihm gestärkt und er ist den übrigen Kapitalgebern gleichgestellt.141 Trotz einer Haftungsbeschränkung der Gesellschafter142, gilt die Nichtabsicherung im Konkursfall als gravierender Nachteil einer GmbH-Beteiligung. Außerdem ist die Übertragbarkeit von Anteilen mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden, da durch gesetzliche Formvorschriften die Neuaufnahme oder der Austritt von Gesellschaftern bzw. Kapitaländerungen notariell beurkundet werden müssen. Eine erhebliche Bewertungsproblematik entsteht auch beim Erwerb und beim Verkauf der Anteile, da für GmbH-Anteile kein öffentlicher Kurswert ermittelt wird.143 Beteiligen sich Mitarbeiter am Unternehmen, dann werden die Rechte der Altgesellschafter eingeschränkt und sie sind zur Kooperation mit den Mitarbeiter-Gesellschaftern gezwungen.144 Auch die Probleme, die sich aus den großzügigen Kontroll- und Informationsrechten ergeben führen dazu, daß das Modell der GmbH-Beteiligung in der Praxis keinen allzu großen Anklang findet (außer eventuell bei Klein- und Mittelbetrieben) und daher eher selten anzutreffen ist (siehe Abb. 1).145 [...]

5.3.2. Steuerliche Behandlung Die GmbH ist eine juristische Person und ein selbständiges Steuersubjekt. Deshalb unterliegen GmbH-Gesellschafter (auch die beteiligten Mitarbeiter) unabhängig von der Besteuerung der Gesellschaft einer eigenständigen Besteuerung. Die Beteiligungserträge der Mitarbeiter sind zu den steuerpflichtigen Einkünften aus Kapitalvermögen zu zählen und das Mitarbeiterkapital ist Vermögen der Gesellschaft. Die GmbH unterliegt der Gewerbe- und Körperschaftssteuer. Da in Deutschland das Vollanrechnungsverfahren praktiziert wird, unterliegen die ausgeschütteten Gewinne der GmbH nur einmal einer Steuer vom Einkommen. Die Höhe bestimmt sich aus dem persönlichen Einkommenssteuersatz des Mitarbeiters, denn die von der GmbH zu zahlende Körperschaftssteuer (30 %) wird beim Mitarbeiter auf dessen persönliche Einkommensteuerschuld angerechnet. Die Kapitalertragssteuer beträgt 25 % von der Gewinnausschüttung und muß von der GmbH einbehalten und an das Finanzamt abgeführt werden. Falls Mitarbeiter einen Freistellungsauftrag oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegen, wird die einbehaltene Kapitalertragssteuer erstattet. Eine GmbH-Beteiligung zählt beim Unternehmen als Bestandteil von Gewerbeertrag und Gewerbekapital und unterliegt deshalb der Gewerbesteuer.140 [...]

39 In § 29 Abs. 3 GmbH-Gesetz ist die Gewinnaufteilung geregelt und sie legt in der Regel eine Aufteilung des Gewinns nach Geschäftsanteilen fest. Allerdings können auch andere Aufteilungsmaßstäbe gelten.135 Gemäß § 13 Abs. 2 GmbH-Gesetz haftet für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft nur das Gesellschaftsvermögen. Damit ist die Haftung der Gesellschafter in der Regel auf die Höhe ihrer Einlage begrenzt und nur unter bestimmten Umständen kann sie über diese hinausgehen. Diese liegen vor, wenn nach §§ 22-24 GmbH-Gesetz ein Gesellschafter seine Einlage bis dato nicht voll eingezahlt hat und weder durch die Haftung der Rechtsvorgänger noch im Wege eines Verkaufs der Fehlbetrag gedeckt werden kann. Tritt dieser Fall ein, sind die übrigen Gesellschafter verpflichtet, diesen Fehlbetrag aufzubringen. Durch § 25 GmbH-Gesetz wird diese Vorschrift als zwingendes Recht festgelegt.136 Eine Kündigung des Gesellschafters bei einer GmbH ist nicht möglich, da § 30 Abs. 1 GmbH-Gesetz die Rückzahlung von Gesellschaftsvermögen verbietet. Aber es bestehen zwei andere Möglichkeiten, eine Beendigung des Beteiligungsverhältnisses zu bewirken. Zum einen ist nach § 15 GmbH-Gesetz eine Übertragung von Geschäftsanteilen auf einen Dritten möglich, allerdings stehen dieser Variante einige Hemmnisse entgegen. Da jede Übertragung der notariellen Beurkundung bedarf, ist eine Abtretung stets mit erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden. Auch die Wertermittlung eines GmbHAnteils führt zu Problemen und Suchkosten, da kein Markt für GmbH-Anteile existiert (Bewertung erfolgt nach Stuttgarter Verfahren137, siehe dazu Punkt 5.3.4.). Außerdem können laut § 15 Abs. 5 GmbH-Gesetz die anderen Gesellschafter ihre Zustimmung zur Abtretung eines Geschäftsanteils verweigern. Besonders die Altgesellschafter machen von dieser Regelung Gebrauch, um eine Veräußerung der Anteile an Unternehmensexterne zu verhindern.138 Eine andere Möglichkeit das Beteiligungsverhältnis zu beenden besteht darin, die Anteile des ausscheidenden Gesellschafters durch die Gesellschaft zurückzunehmen. Das [...]

Arbeit zitieren:
Beyer, Doreen Oktober 1999: Personalwirtschaftliche Chancen und Probleme von Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Mitarbeiterbeteiligung, Kapitalbeteiligung

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