Personalpolitische Probleme beim Einsatz älterer Arbeitnehmer
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jan Kluck
- Abgabedatum: November 2005
- Umfang: 68 Seiten
- Dateigröße: 600,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9545-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9545-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9545-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kluck, Jan November 2005: Personalpolitische Probleme beim Einsatz älterer Arbeitnehmer, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: demographisch, Wandel, Personalpolitik, Weiterbildung, Frühverrentung
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Diplomarbeit von Jan Kluck
Zusammenfassung:
In der überwiegenden Mehrheit aller Industrienationen war in den vergangenen Jahrzehnten ein stetiger Rückgang der Erwerbstätigkeit älterer Menschen zu beobachten, verursacht durch eine gestiegene Arbeitslosigkeit vieler Mitglieder der entsprechenden Altersgruppen oder einen immer vorzeitigeren Rückzug aus dem Erwerbsleben.
Erwerbslosigkeit älterer Menschen und eine zunehmende Inanspruchnahme von Frühverrentungsoptionen haben, neben zahlreichen anderen individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen, typischerweise negative Auswirkungen auf makroökonomischer Ebene. Zu nennen sind dabei insbesondere der durch ungenutzte Produktionskapazitäten verringerte Output, die zusätzliche Belastung der staatlichen Renten- und sonstigen Sicherungssysteme sowie die fiskalischen Folgen einer reduzierten Steuerbasis. Die Existenz möglicher positiver Auswirkungen zunehmender Frühverrentung auf die Beschäftigungschancen jüngerer Menschen sind hingegen auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit stark umstritten.
In fast alle Industrienationen ist zudem durch eine steigende Lebenserwartung und gesunkenen Geburtenraten ein doppelter Alterungsprozess zu beobachten. Betriebe werden daher langfristig auf immer ältere Belegschaften zurückgreifen müssen. Hieraus ergeben sich zahlreiche neue Herausforderungen für die Personalpolitik.
Die verschiedenen Ansätze zur Erklärung der gestiegenen Erwerbslosigkeit älterer Menschen sowie mögliche betriebliche Strategien zu deren besseren Eingliederung sollen Thema dieser Arbeit sein. Dabei werden die beschriebenen ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen einer reduzierten Teilnahme älterer Menschen am Erwerbsleben zugunsten einer eher betriebswirtschaftlichen Schwerpunktsetzung nicht ausführlich thematisiert, vielmehr stehen anstelle der Folgen von Altersarbeitslosigkeit und Frühverrentung deren Ursachen und betriebliche Lösungsansätze im Mittelpunkt.
Auf einige einführende Begriffsklärungen in Kapitel 2 folgt in Kapitel 3 eine Beschreibung der gegenwärtigen Beschäftigungssituation älterer Menschen in Deutschland und den Mitgliedsstaaten der OECD im Kontext der vorangegangenen Entwicklungen. Dies geschieht auf eine rein deskriptive Art und Weise anhand einer einfachen Datenanalyse, Ursachenforschung wird in diesem Abschnitt also noch nicht betrieben.
Kapitel 4 stellt in ausführlicher Form verschiedene theoretische Erklärungsansätze für die bei älteren Menschen erhöhte Betroffenheit von Erwerbslosigkeit dar. Dabei kann grob zwischen zwei verschiedenen Gruppen von Argumenten unterschieden werden. Zum einen können betriebliche Anreize zur Entlassung oder Nichteinstellung älterer Mitarbeiter bestehen. Dies kann zu einem „unfreiwilligen“ Ausscheiden der Betroffenen aus dem Erwerbsleben führen (Kapitel 4.2.), in diese Gruppe fallen demnach alle Ursachen für eine Benachteiligung älterer Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt. Davon unterschieden werden können verschiedene Anreize für die betroffenen Personen selbst, sich frühzeitig aus dem Arbeitsmarkt in eine „freiwillige“ Frühverrentung zurückzuziehen (Kapital 4.3.).
Kapitel 5 beschreibt verschiedene betriebliche Herausforderungen und Strategien zum Umgang mit älteren Beschäftigten. Schwerpunkte werden dabei in den Bereichen der Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung sowie der Weiterbildung, der Personalführung und der intergenerativen Zusammenarbeit gesetzt.
Das abschließende Kapitel 6 beinhaltet eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse dieser Arbeit.
Politische Weichenstellungen zur besseren Integration älterer Menschen am Arbeitsmarkt sollen in dieser Arbeit aufgrund der betriebswirtschaftlichen Schwerpunktsetzung nicht behandelt werden. Einige empirische Erkenntnisse werden hin und wieder am Rande der Diskussion präsentiert, werden jedoch, um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, nie im Mittelpunkt der Ausführungen stehen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Begriffsklärungen | 6 |
| 2.1 | Wer gehört zu den „Älteren“? | 6 |
| 2.2 | Frühverrentung | 7 |
| 2.3 | Arbeitslosigkeit vs. Erwerbslosigkeit | 7 |
| 3. | Die Situation älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt | 10 |
| 3.1 | Überblick | 10 |
| 3.2 | Die Situation in den OECD-Staaten | 10 |
| 3.2.1 | Partizipation | 10 |
| 3.2.2 | Arbeitslosigkeit | 14 |
| 3.2.3 | Erwerbstätigenquoten | 15 |
| 3.2.4 | Kosten durch Frühverrentung | 18 |
| 3.3 | Die Situation in Deutschland | 19 |
| 4. | Theoretische Erklärungsansätze | 22 |
| 4.1 | Überblick | 22 |
| 4.2 | „Unfreiwillige“ Erwerbslosigkeit | 23 |
| 4.2.1 | Vorüberlegungen | 23 |
| 4.2.2 | Senioritätsentlohnung | 24 |
| 4.2.3 | Humankapital, Segmentationsansatz und struktureller Wandel | 26 |
| 4.2.4 | Eigenschaften und Tätigkeiten Älterer, betr. Altersstrukturen | 30 |
| 4.2.5 | Suchtheoretischer Ansatz | 34 |
| 4.2.6 | Alternativrollenkonzept | 36 |
| 4.2.7 | Institutionelle Gründe | 37 |
| 4.3 | „Freiwillige“ Erwerbslosigkeit | 38 |
| 4.3.1 | Überblick | 38 |
| 4.3.2 | Anreizwirkungen staatlicher Sicherungssysteme | 38 |
| 4.3.3 | Vermögensbildung und private Altersvorsorge | 42 |
| 4.3.4 | Gesundheitliche Gründe und veränderte Lebensgewohnheiten | 44 |
| 5. | Betriebliche Strategien | 46 |
| 5.1 | Überblick | 46 |
| 5.2 | Berufliche Weiterbildung | 46 |
| 5.3 | Arbeitsgestaltung | 51 |
| 5.4 | Intergenerative Zusammenarbeit und betr. Altersstrukturen | 53 |
| 5.5 | Arbeitszeitmodelle | 55 |
| 5.6 | Personalführung | 57 |
| 6. | Schlussbemerkungen | 59 |
| Literaturverzeichnis | 61 |
Aufstiegschancen wahrgenommen werden. Die Motivation der Beschäftigten kann demnach durch die Aussicht auf Beförderungsmöglichkeiten erhöht werden, wenn möglichst viele der „älteren“ Stellen intern besetzt werden. Dies gilt vor allem für besonders gute und leistungsfähige Mitarbeiter, die auf diese Weise im Unternehmen gehalten werden können. Ältere „Insider“ haben hier also wiederum einen deutlichen Vorteil gegenüber älteren „Outsidern“. Andererseits kann die Möglichkeit, bei der Neueinstellung älterer Mitarbeiter staatliche Zuschüsse zu erhalten, als Argument für externe Lösungen verwendet werden. Teilweise können Abkommen mit den Arbeitnehmervertretungen dies jedoch erschweren. Viele Unternehmen streben an, eine gewisse Alterstruktur in ihrem Betrieb zu erreichen oder aufrecht zu erhalten. Grundsätzlich erscheint es vorteilhaft, sowohl ältere als auch jüngere Mitarbeiter zu beschäftigen, da sich neben der Möglichkeit einer entsprechenden Aufgabenteilung auch der zwischen verschiedenen Altersgruppen stattfindenden Wissenstransfer positiv auswirken kann. Betrachtet man die von Personalverantwortlichen häufig genannten [...]
Sogenannte „Schonarbeitsplätze“ wurden im Zusammenhang mit älteren Beschäftigten nicht genannt, dafür wurden überwiegend positive Erfahrungen mit älteren Arbeitnehmern attestiert. Interessant ist weiterhin, dass die beschriebenen Aufgabenbereiche für Ältere von den meisten Unternehmen als besonders bedeutsam und wichtig erachtetet werden. Stellen, die bevorzugt durch jüngere Mitarbeiter besetzt werden, spiegeln ebenfalls deren zuvor genannten Stärken wieder. So werden beispielsweise Tätigkeiten, die körperliche und nervliche Belastbarkeit, Lernfähigkeit, Schnelligkeit, Flexibilität und weit reichende Computerkenntnisse erfordern, bevorzugt mit jüngeren Beschäftigten besetzt70. Dies sei jedoch vor allem bei Neueinstellungen relevant, wer auf einem „jungen“ Arbeitsplatz älter werde könne diesen in der Regel behalten. Da die genannten Stellen für ältere Beschäftigte häufig mit Führungsfunktionen in Verbindung stehen, können sie von jüngeren Mitarbeitern als [...]
Rahmen des quantitativen Teils der Befragung jedoch stets signifikant66. Für ein einziges der vorgeschlagenen Merkmale gilt dies überraschenderweise nicht. In Hinblick auf die Leistungsfähigkeit bzw. Arbeitsproduktivität, dem neben der Leistungsbereitschaft bzw. Motivation vielleicht wichtigsten Kriterium zur Beurteilung von Personal, schneiden beide Altersklassen fast gleich gut ab67. Uneinheitlich fällt die Einschätzung der Fehlzeiten durch Krankheit aus, Ältere gelten in der Regel als krankheitsanfälliger während Jüngeren ein häufigeres „Krankmachen“ unterstellt wird. Da, wie in Kapitel 3.3. beschrieben, schlechte Neueinstellungschancen in Deutschland für ältere Menschen ein tendenziell größeres Problem darstellen als das Entlassungsrisiko, ist besonders die Beurteilung älterer Arbeitsloser durch die Personalverantwortlichen von Bedeutung. Im Allgemeinen wird von den Befragten angegeben, dass Arbeitslosigkeit in den meisten Fällen nicht durch die Betroffenen selbst verschuldet wird und deshalb alleine von einer zurückliegenden Entlassung keine negativen Signalwirkungen ausgehen. Allerdings wird mehrheitlich davon ausgegangen, dass eine lange Verweildauer in Arbeitslosigkeit individuell vermieden werden kann. Langzeitarbeitslosigkeit signalisiert daher nach Ansicht vieler Arbeitgeber mangelnde Eigeninitiative und Kompromissbereitschaft. Auch die positiven Eigenschaften der Alters wie Zuverlässigkeit, Disziplin und Erfahrung gingen bei lang anhaltender Beschäftigungslosigkeit schnell verloren68. Etwa 40% der Personalverantwortlichen geben an, dass in ihrem Unternehmen Arbeitsplätze existieren, auf denen vorzugsweise jüngere Mitarbeiter eingesetzt werden. In fast zwei Dritteln der Betriebe gibt es jedoch auch Tätigkeitsbereiche, die bevorzugt durch ältere Arbeitnehmer abgedeckt werden69. Zu diesen Jobs für Ältere zählen nach Aussage der Befragten überwiegend Leitungs-, Führungs- und Ausbildungsfunktionen auf allen Ebenen sowie verhandlungsintensive Tätigkeiten, da hier die den älteren Beschäftigten zugeordneten positiven Eigenschaften in weitgehendem Einklang mit dem Anforderungsprofil der entsprechenden Stellen stehen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832495459
Arbeit zitieren:
Kluck, Jan November 2005: Personalpolitische Probleme beim Einsatz älterer Arbeitnehmer, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
demographisch, Wandel, Personalpolitik, Weiterbildung, Frühverrentung



