Personalführung in Spanien und Deutschland
Ein Kulturvergleich
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Vivian Marciniak
- Abgabedatum: Januar 2003
- Umfang: 123 Seiten
- Dateigröße: 494,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Düsseldorf Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8525-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8525-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8525-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Marciniak, Vivian Januar 2003: Personalführung in Spanien und Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: kulturelle Unterschiede, Personalwesen, Hofstede, Mentalität, autoritäre Führung
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Diplomarbeit von Vivian Marciniak
Einleitung:
In der vorliegenden Arbeit sollen die Unterschiede der spanischen und der deutschen Kultur herausgestellt und die Einflüsse kultureller Aspekte auf die Personalführung in spanischen und in deutschen Unternehmen dargestellt werden.
Dabei wird in Kapitel 2 zunächst ein Überblick über beide Länder gegeben. Die Angaben zur jeweiligen geographischen Lage, den soziodemographischen Daten, der wirtschaftlichen Situation und den Unternehmenslandschaften beider Länder dienen weitestgehend als grundlegende Information. Auf die jüngere politische Geschichte der Länder wird eingegangen, da sie eine wichtige Grundlage zum Verständnis bestimmter kultureller Charakterzüge beider Völker ist. Anschließend wird, als Basis für die Thematik in Kapitel 4, die Entwicklung des Personalwesens in beiden Ländern erläutert.
In Kapitel 3 liegt der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit. Die Gegenüberstellung der Kulturen der beiden Länder ist die wesentliche Grundlage zum Verständnis für die Auswirkungen kultureller Aspekte auf die Personalführung. Damit diese Auswirkungen herausgestellt werden können, werden die vorherigen Themengebiete hinsichtlich der Kulturthematik analysiert.
In Kapitel 4 werden die Aspekte der Personalführung in Spanien und Deutschland behandelt. Hierbei werden zunächst verschiedene Themenbereiche der Personalführung erörtert. Diese werden anschließend in Bezug auf ihre Anwendung und Ausprägung in den Unternehmen beider Länder untersucht. Dabei finden die in Kapitel 3 festgestellten kulturellen Aspekte besondere Berücksichtigung. Die Theorien der Personalführung werden mit den Erkenntnissen über die Kulturen beider Länder verflochten. Schließlich werden Handlungsempfehlungen gegeben.
Im Anhang werden zwei Interviews wiedergegeben. Diese Interviews sind mit zwei Personen geführt worden, die aus unterschiedlichen Perspektiven heraus zu spezifischen Kulturunterschieden zwischen Deutschen und Spaniern sowie den Ausprägungen in der Geschäftskultur jeweils Stellung nehmen. Des Weiteren befinden sich im Anhang einige gesammelte Äußerungen spanischer Studenten zu deren Empfinden über den Universitäts- und Arbeitsalltag in Spanien und kulturelle Unterschiede zwischen Spaniern und Deutschen.
In der vorliegenden Arbeit liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung Spaniens. Da die Arbeit in Deutschland entstanden ist, ist dieser sowohl der Verfasserin als auch dem Leser eher vertraut. Das 'Andere', was aus der hiesigen Perspektive also eher 'fremd' ist, soll herausgestellt werden und wird aus diesem Grunde stärker behandelt.
Das Bestreben der Autorin ist es, einerseits die theoretisch anhand der Literatur erarbeiteten Aspekte vorzustellen und sie andererseits durch persönliche Erfahrungen zu ergänzen. Auch Informationen aus persönlichen Gesprächen mit Spaniern werden stellenweise wiedergegeben.
Das Ziel der Arbeit ist es, die Bedeutung der kulturellen Unterschiede zweier europäischer Länder, die nicht allzu weit voneinander entfernt liegen, zu verdeutlichen. Kulturunterschiede werden offenbar auch heute noch oft unterschätzt. Die Globalisierung, bzw. die Europäisierung, stellt neue Herausforderungen an die Menschen in privater und beruflicher Hinsicht.
Die Motivation der Verfasserin liegt darin, verschiedene kulturspezifische Phänomene zu hinterfragen, Antworten auf diese Fragen zu finden und hieraus Rückschlüsse auf die Thematik der Personalführung zu ziehen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungs- und Tabellenverzeichnis | VIII | |
| Abkürzungsverzeichnis | IX | |
| 1. | Einleitung | 11 |
| 2. | Überblick über die zu vergleichenden Länder | 14 |
| 2.1 | Einleitung | 14 |
| 2.2 | Geographische Lage | 14 |
| 2.3 | Klimatische Bedingungen | 15 |
| 2.4 | Soziodemographische Daten | 16 |
| 2.5 | Politisches Umfeld | 17 |
| 2.6 | Wirtschaftseckdaten | 20 |
| 2.7 | Ausbildung | 22 |
| 2.8 | Unternehmenslandschaften | 24 |
| 2.9 | Gewerkschaftliche Organisationen und Betriebsräte | 25 |
| 2.10 | Personalwesen | 28 |
| 2.10.1 | Begriffsdefinition | 28 |
| 2.10.2 | Die Entwicklung des Personalwesens und seine aktuelle Situation in Spanien | 28 |
| 2.10.3 | Die Entwicklung des Personalwesens und seine aktuelle Situation in Deutschland | 33 |
| 3. | Die Kulturen der zu vergleichenden Länder in einer Gegenüberstellung | 37 |
| 3.1 | Einleitung | 37 |
| 3.2 | Definition des Kulturbegriffs | 37 |
| 3.3 | Kulturdimensionen | 41 |
| 3.3.1 | Empirische Studie von Hofstede | 41 |
| 3.3.1.1 | Methode der Studie | 41 |
| 3.3.1.2 | Die Wertedimensionen | 41 |
| 3.3.1.3 | Werteausprägungen in Spanien und Deutschland | 42 |
| 3.3.2 | Kritische Betrachtung der Hofstede'schen Studie | 43 |
| 3.4 | Kultur in Spanien und Deutschland | 45 |
| 3.4.1 | Charakterisierung der spanischen Kultur | 45 |
| 3.4.1.1 | Einflussfaktoren auf die spanische Kultur | 45 |
| 3.4.1.2 | Zeitverständnis in Spanien | 47 |
| 3.4.1.3 | Sprache und Kommunikation in Spanien | 51 |
| 3.4.1.4 | Umgangsformen in Spanien | 52 |
| 3.4.1.5 | Spanien: Persönliche Ebene versus sachliche Ebene | 55 |
| 3.4.1.6 | Handlungsstrategien in Spanien: Planung versus Improvisation | 56 |
| 3.4.2 | Charakterisierung der deutschen Kultur | 57 |
| 3.4.2.1 | Einflussfaktoren auf die deutsche Kultur | 57 |
| 3.4.2.2 | Zeitverständnis in Deutschland | 58 |
| 3.4.2.3 | Sprache und Kommunikation in Deutschland | 59 |
| 3.4.2.4 | Umgangsformen in Deutschland | 60 |
| 3.4.2.5 | Deutschland: Persönliche Ebene versus sachliche Ebene | 61 |
| 3.4.2.6 | Handlungsstrategien in Deutschland: Planung versus Improvisation | 62 |
| 3.5 | Gegenüberstellung der wesentlichen Kulturunterschiede | 63 |
| 4. | Personalführung in Spanien und Deutschland | 66 |
| 4.1 | Einleitung | 66 |
| 4.1.1 | Begriffsdefinition | 66 |
| 4.1.2 | Ziele der Personalführung | 66 |
| 4.2 | Personalführung im kulturellen Kontext | 67 |
| 4.3 | Menschenbilder | 68 |
| 4.3.1 | Menschenbilder nach McGregor | 68 |
| 4.3.2 | Menschenbilder nach Schein | 69 |
| 4.4 | Führungsstile | 70 |
| 4.4.1 | Begriffliche Abgrenzung | 70 |
| 4.4.1.1 | Führungsstil | 70 |
| 4.4.1.2 | Führungsverhalten | 72 |
| 4.4.2 | Traditionelle Führungsstile | 72 |
| 4.4.3 | Entscheidungsspielräume zwischen Führenden und Geführten: Autoritärer Führungsstil versus kooperativer Führungsstil | 74 |
| 4.4.4 | Situativer Ansatz: Aufgabenorientierter Führungsstil versus personenorientierter Führungsstil | 77 |
| 4.5 | Voraussetzungen für eine erfolgreiche Führung | 78 |
| 4.5.1 | Grundeigenschaften der Führungskraft | 78 |
| 4.5.2 | Kenntnis von Bedürfnissen und Motivationsmöglichkeiten | 79 |
| 4.6 | Führungsverhalten in Spanien und Deutschland | 80 |
| 4.6.1 | Führungsverhalten in spanischen Unternehmen | 81 |
| 4.6.1.1 | Hierarchieausprägungen in spanischen Unternehmen | 82 |
| 4.6.1.2 | Machtakzeptanz in Spanien | 82 |
| 4.6.1.3 | Partizipation spanischer Mitarbeiter an der Entscheidungsfindung | 83 |
| 4.6.1.4 | Führungsstilpräferenzen in Spanien | 83 |
| 4.6.1.5 | Fazit aus den Ausführungen zum Führungsverhalten in Spanien | 83 |
| 4.6.2 | Handlungsempfehlung für das Führungsverhalten in Spanien | 84 |
| 4.6.3 | Führungsverhalten in deutschen Unternehmen | 87 |
| 4.6.3.1 | Hierarchieausprägungen in deutschen Unternehmen | 87 |
| 4.6.3.2 | Machtakzeptanz in Deutschland | 88 |
| 4.6.3.3 | Partizipation deutscher Mitarbeiter an der Entscheidungsfindung | 88 |
| 4.6.3.4 | Führungsstilpräferenzen in Deutschland | 89 |
| 4.6.3.5 | Fazit aus den Ausführungen zum Führungsverhalten in Deutschland | 89 |
| 4.6.4 | Handlungsempfehlung für das Führungsverhalten in Deutschland | 90 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 92 |
| Literaturverzeichnis | 95 | |
| Selbstständige Bücher und Sammelwerke | 95 | |
| Aufsätze | 97 | |
| Internetquellen | 99 | |
| Nachschlagewerke | 102 | |
| Interviews | 102 | |
| Anhang | 103 | |
| Anhang A | Interviews zur Kulturthematik und deren Auswirkung auf das Arbeitsleben in Spanien und Deutschland | 103 |
| A1 | Interview Nr. 1 mit Herrn Dr. Peter Belker, Böning Consult AG, Frankfurt am Main | 103 |
| A2 | Interview Nr. 2 mit einer Gaststudentin von der Universidad de Sevilla, Südspanien (Partnerhochschule der FH Düsseldorf) | 110 |
| Anhang B | Gesammelte Äußerungen spanischer Studenten zu ihrer Kultur und ihren Erfahrungen mit den spanisch-deutschen Kulturunterschieden | 118 |
| Eidesstattliche Versicherung | 122 |
chen Verhandlungen wird zielstrebig kommuniziert: Man will dem Ziel des Gespräches (beispielsweise einem Vertragsabschluss) möglichst schnell nahe kommen und sich nicht an 'nebensächlichen' Gesprächen aufhalten.147 Die Art der Kommunikation und Sprachanwendung äußert sich auch hier in den Umgangsformen der Menschen und wird im nachfolgenden Punkt entsprechend behandelt. 3.4.2.4 Umgangsformen in Deutschland Die Umgangsformen sind in Deutschland, wie die Kommunikation, vergleichsweise von direkter Art. Nach der Studie von Hofstede gehört Deutschland zu den eher individualistischen Kulturen, in denen offen Meinungen mitgeteilt werden. Wie bereits in Punkt 3.4.1.4 (Umgangsformen in Spanien) verdeutlicht wurde, kann von einem deutschen Zuhörer bei einer direkten Äußerung eher der Schluss gezogen werden, dass es sich um einen "aufrichtigen und ehrlichen Menschen"148 handelt. Im Gegensatz zu Spanien hat das Duzen oder Siezen in Deutschland eine höhere Bedeutung. Aus der Tatsache, ob sich Menschen untereinander duzen oder siezen, wird mitunter abgeleitet, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Dabei wird vermutet, dass Menschen, die sich duzen, ein recht persönliches Verhältnis zueinander haben. Menschen, die sich siezen, stehen folglich in einem persönlich distanzierteren Verhältnis zueinander. Es ist nicht auszuschließen, dass auch bei diesen durchaus eine persönliche Ebene vorhanden ist. Insgesamt wird die 'Sie'Form aber als ein Zeichen von Respekt gedeutet und dient als Mittel zur Aufrechterhaltung einer persönlichen Distanz. In Spanien kommt dem Aspekt des Duzens oder Siezens in Hinsicht auf die Distanz zwischen zwei Menschen keine signifikante Bedeutung zu. Dies ist auch in [...]
sich Zeitpläne aufzustellen. Können diese nicht eingehalten werden, löst das bei ihm Unruhe aus. Da eine zeitliche Planung beim Spanier vergleichsweise selten vorhanden ist, gibt es bei ihm auch keinen Anlass zu Hektik und Nervosität. Der Deutsche hat im Vergleich zu Südeuropäern eine Vorliebe für Pünktlichkeit. Wenn er nicht planen kann, löst dies bei ihm Stress aus.143 Hierin liegen viele der Probleme beim Aufeinandertreffen der spanischen und deutschen Kultur. Zu dieser Thematik wird auch in den Interviews in Anhang A Stellung genommen. 3.4.2.3 Sprache und Kommunikation in Deutschland Die deutsche Sprache wird aus der Sicht eines Spaniers (Camba, Julio, 1916) als eine "schwere Sprache" bezeichnet, dies aber nicht im Sinne des bekannten Sprichwortes ("Deutsche Sprache schwere Sprache"), sondern im Sinne einer 'beladenen' Sprache.144 Er bezieht sich darauf, dass vieles explizit gesagt wird, während dies in anderen Sprachen eher kurz und knapp geschieht. Ein aktuelles Beispiel ist die Aussage eines amerikanischen Musikers über die deutsche Sprache: "In Deutschland wird alles viel komplizierter ausgedrückt als in Amerika. Hier steht auf den Schildern: 'Widerrechtlich parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt.' In Amerika steht da: 'No parking.'." 145 Im Spanischen ist dies ähnlich kurz: "Prohibido aparcar" (≈ Parken verboten). Die deutsche Kommunikation ist vergleichsweise direkt und zielgerichtet: Wenn von einem Deutschen etwas als falsch empfunden wird, wird dies auch verbal sehr direkt ausgedrückt: 'Das ist falsch.' Wenn dies dann beispielsweise einem Spanier gegenüber geäußert wird, kann die Äußerung des Deutschen vom Spanier sehr schnell als Arroganz und / oder Unhöflichkeit aufgefasst werden.146 In geschäftli- [...]
wie vor prägt. "Preußen setzte schon vor dem 19. Jahrhundert Maßstäbe in der zivilen bürokratischen Verwaltung. In der Entwicklung der Bürokratie übertreffen die Deutschen andere Europäer… bis in die zeitliche Regelung der Biergärten."139 Dies hat auch Auswirkungen auf das Zeitverständnis der Deutschen, welches nachfolgend erläutert wird. 3.4.2.2 Zeitverständnis in Deutschland "Wenn man als Ausländer durch Deutschland reist, so fällt einem besonders die Bedeutung der Pünktlichkeit auf, ganz gleich, ob sie eingehalten wird oder nicht. Nicht das Wetter, sondern die Pünktlichkeit ist Gesprächsthema Nr. 1 zwischen fremden Reisenden im Zugabteil. In deutschen Fernzügen liegt in jedem Abteil ein Faltblatt aus, das man als Zugbegleiter bezeichnet, und in dem alle Haltestellen mit Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie alle Umsteigemöglichkeiten auf der Strecke angegeben sind. Es ist in Deutschland schon fast ein Nationalsport, nach dem Zugbegleiter zu greifen, sobald der Zug in den Bahnhof einfährt, um mit der Digitaluhr festzustellen, ob der Zug den Fahrplan einhält. Wenn ein Zug Verspätung hat, was tatsächlich vorkommt, so wird dies durch Lautsprecheranlagen in einem stoisch-tragischen Ton mitgeteilt. Die schlimmste Art Verspätung ist die unbestimmte Verspätung (man weiß nicht, wie lange es dauern wird!) und die wird im Tonfall einer Trauerrede bekannt gegeben."140 (Lawrence) In Deutschland wird die Zeit eher linear empfunden. Die lineare Zeit wird als die gemessene Zeit im Gegensatz zu der von der Natur vorgegebenen Zeit beschrieben.141 Der Deutsche ist tendenziell zukunftsorientiert, wobei die Zukunft bei ihm stark mit der Gegenwart verbunden ist.142 Er tendiert im Vergleich zum Spanier eher dazu, [...]
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Arbeit zitieren:
Marciniak, Vivian Januar 2003: Personalführung in Spanien und Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
kulturelle Unterschiede, Personalwesen, Hofstede, Mentalität, autoritäre Führung



