Personalentwicklungsmaßnahmen für älter werdende Arbeitnehmer
Eine kritische Betrachtung aus humanwissenschaftlicher Perspektive
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Melanie Fliedner
- Abgabedatum: Dezember 2003
- Umfang: 141 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7990-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7990-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7990-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fliedner, Melanie Dezember 2003: Personalentwicklungsmaßnahmen für älter werdende Arbeitnehmer, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalentwicklung, Demographischer Wandel, Personalberatung
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Magisterarbeit von Melanie Fliedner
Zusammenfassung:
Die deutsche Gesellschaft wird als Erwerbsgesellschaft bezeichnet, welche sich vielfältig über Arbeit und das Erwerbsleben definiert. Nicht erst im Zuge der Industrialisierung erhielt Erwerbsarbeit zunehmend den Status einer den Alltag regulierenden Tätigkeit (Willke 1999); Arbeit zur Existenzsicherung gab es schon immer. Im letzten Jahrhundert kam jedoch hinzu, dass sich die Menschen zunehmend über ihre Arbeit definieren, Identität über sie gewinnen und nach ihren Tätigkeiten beurteilt werden: „Über Erwerbsarbeit gewinnen Arbeitende ihre soziale Identität (...) Arbeit ist zu einer Schlüsselkategorie der heutigen Gesellschaft geworden“.
Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive zählt der Mensch als arbeitendes Wesen zu den Produktionsfaktoren. Ehemals im Zuge des Taylorismus als rein körperlich arbeitende Kraft, deren Wesensgehalt keine Rolle spielte und die nur wie eine Maschine am Fließband zu funktionieren hatte.
Sich verändernde Märkte, zunehmender Konkurrenzdruck und die Notwendigkeit sich dem raschen technologischen Wandel durch Innovation und Modernisierung stets flexibel anpassen zu müssen etc. bedingten einen Paradigmenwechsel. Es wurde erkannt, dass der Produktionsfaktor Mensch auch geistig individuell am Wertschöpfungsprozess teilhaben kann. „Die Organisationsmitglieder werden nicht lediglich als ´Werkzeuge` zur Erreichung der Unternehmungsziele betrachtet, sondern sie werden als Menschen mit individuellen Zielen und Bedürfnissen anerkannt.“ (Schierenbeck 2000, 72).
Thematik:
Dem o.g. Anspruch wird in Unternehmen in den verschiedensten Bereichen der Personalarbeit Rechnung getragen. Entsprechende Gebiete sind Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitsform, Arbeitsorganisation wie auch Gesundheitsprävention und Qualifikationsprogramme. Die definitorische Zuordnung der benannten Stichworte in Oberkategorien ist in der gängigen Literatur sehr heterogen gestaltet. Ein Bereich der Personalarbeit ist die Personalentwicklung (PE) und diese Arbeit beschäftigt sich mit Personalentwicklungsmaßnahmen. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist es deren primäres Ziel, „Belegschaftsmitglieder für die Bewältigung der jetzigen bzw. zukünftigen Arbeitsanforderungen zu qualifizieren. In diesem Sinne ist unter Personalentwicklung der Inbegriff von Programmen und Systemen zu verstehen, die sich mit Personalförderungsmaßnahmen sowie mit Methoden der Aus-, Fort- und Weiterbildung im Unternehmen befassen“ (Freund et al. 2003, 152).
Das inhaltliche Verständnis und die Schwerpunkte der spezifischeren Thematik dieser Arbeit möchten mehreren dieser Aspekte im Bereich der PE gerecht werden. Daher wird in der vorliegenden Arbeit der PE die Definition von Olfert und Steinbuch (2001) zugrunde gelegt. Hier wird PE in drei Ebenen mit jeweils unterschiedlichen Ausrichtungen und Zielen unterteilt:
- Basisaufgabe: PE im engeren Sinne umfasst Personalbildung (im Folgenden Weiterbildung genannt).
- Zusatzaufgabe: PE im weiteren Sinne umfasst Personalförderung (im Folgenden Personalförderung genannt).
- Gestaltung: PE im weitesten Sinne umfasst Organisationsentwicklung (PE im weitesten Sinne wird im Rahmen dieser Arbeit nicht behandelt werden).
Eine der am wenigsten an PE-Maßnahmen beteiligten Arbeitnehmergruppe ist die der älteren Arbeitnehmer. Statistische Erhebungen zählen hierzu die Altersgruppe ab 45 bzw. 50 Jahren. Die nachgewiesenen Zahlen der Weiterbildungsbeteiligung zeigen bspw., dass lediglich 26% der (westdeutschen) Erwerbstätigen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen (Statistisches Bundesamt 2002).
Zudem werden ältere Mitarbeiter in weiterer Hinsicht benachteiligt: Behrens et al. (1999) nennen diesbzgl. drei betriebsstrategische Entscheidungen:
- Externalisierung.
- Arbeitsgestaltung.
- Laufbahngestaltung.
Externalisierungsstrategien sind Maßnahmen eines verfrühten Ausscheidens älterer Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben. Die beiden Strategien Arbeits- und Laufbahngestaltung richten sich an jüngere Mitarbeiter. Eine weltweit und insbesondere in Deutschland beobachtbare Tendenz darf jedoch nicht vernachlässigt werden: die stete ´Ergrauung` der deutschen Gesellschaft. Parallel zur Bevölkerung wird in den nächsten Jahren das Erwerbspersonenpotential sinken und die Belegschaften der Unternehmen werden altern. Abhängig nach Regionen und Branchen werden bereits erste Rufe nach qualifiziertem Fachpersonal laut.
Unternehmen müssen sich mit der Situation auseinandersetzen, dass sich ihre Belegschaften erheblich veraltern und Nachwuchskräfte nicht nur aus bildungspolitischen, sondern verstärkt aus demographischen Gründen ausbleiben werden. Hinzu kommt die politische Debatte um die Auslastung des Sozialstaates.
Von sozialwissenschaftlichen und Wirtschafts-Instituten wurde die Problematik bereits erkannt und entsprechende Sensibilisierungsmaßnahmen und Projekte laufen seit einigen Jahren, um Forschungslücken zu schließen und zur Aufklärung der Betriebe beizutragen. Die Maßnahmen gehen häufig von den gängigen PE- und Weiterbildungs-Instrumenten aus und Ausgangsthese der vorliegenden Arbeit ist, dass hierbei individuelle Bedürfnisse und allgemeine alter(n)sbedingte Phänomene der älteren Mitarbeiter vernachlässigt werden.
Viele Forschungsergebnisse bestätigen, dass Prozesse des Alterns wie auch das Alter selbst sehr heterogen sind. Die Stereotypisierung ´alt` kann heute nicht mehr ausschließlich am kalendarischen Alter festgemacht werden. Alltagsgegenwärtige Beispiele sind bspw. Die 58-jährige Studentin oder die 40-jährige Großmutter. Entsprechend kann sich eine Personalförderung oder ein Weiterbildungs-Konzept nicht einfach an eine kalendarische Altersgruppe wenden bzw. haben die Konzepte und Maßnahmen der bereits angesprochenen Heterogenität Folge zu leisten.
Zielsetzung:
Ziel dieser Arbeit ist, kritisch zu hinterfragen, inwiefern sich ausgewählte Maßnahmen bzgl. des konstruktiven Umgangs mit älter werdenden und alten Mitarbeitern an humanwissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren und sich mit diesen vereinbaren lassen. Als Forschungsfrage lässt sich somit begrenzen:
Inwiefern werden humanwissenschaftliche Erkenntnisse im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen für älter werdende Arbeitnehmer berücksichtigt? En detail stehen hinter dieser Arbeit interdisziplinäre als auch intermethodologische Ansätze. Der Grundcharakter dieser Arbeit ist diskursiv angelegt und soll eine grundsätzliche Verständniserweiterung der zugrunde liegenden Thematik bezwecken.
Zunächst wird auf die demographische Ausgangslage mit ihren zukünftigen Entwicklungstendenzen in Deutschland eingegangen (Kapitel II.). Dies dient der faktischen Legitimation und der Auseinandersetzung mit der Thematik, die laut der gängigen Literatur wie auch nach alltäglichen Erfahrungen vielen betrieblichen Führungskräften und Wirtschaftswissenschaftlern noch nicht offensichtlich genug ist.
In Kapitel III. werden Theorien und Forschungsergebnisse aus der humanwissenschaftlichen Perspektive, Aspekte der beruflichen Sozialisation, des Alters und des Alterns interdisziplinär beleuchtet. Die abschließende Zusammenfassung dient der Darstellung des alternden Mitarbeiters und zu berücksichtigender Aspekte.
In Kapitel IV. geht es zum einen um das Grundverständnis der PE im Allgemeinen i.S. der dargelegten Arbeitsdefinition. Die jeweiligen Instrumente werden entsprechend den allgemeinen Grundlagen und den relevanten Aspekten bzgl. der Beratungsoffensiven ausgewählt.
Kapitel V. beschäftigt sich mit den angeratenen PE-Maßnahmen bzgl. älter werdender Arbeitnehmer. Zwei Beratungsprojekte werden konzeptionell vorgestellt, bevor deren Inhalte thematisch erörtert werden.
Die Analyse und Diskussion in Kapitel VI. betrachtet die angeratenen Maßnahmen aus dem Blickwinkel der in Kapitel III gewonnen Erkenntnisse und den in Kapitel IV. gegebenen Grundlagen der PE.
Kapitel VII. wiederum betrachtet abschließend die behandelte Thematik distanzierter und wird Bezug nehmen auf die Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit und der gewonnenen Erkenntnisse außerhalb der Forschungsfrage, die im Weiteren zukünftig zu hinterfragen sind.
Eingrenzungen:
Die Thematik ist insbesondere aufgrund ihrer Aktualität und der interdisziplinären Ansätze sehr komplex. Um dem Grundverständnis neuer Erkenntnisse und Einsichten gerecht zu werden, sind folgende Eingrenzungen festzuhalten:
- In der vorliegenden Arbeit geht es lediglich um PE i.S. der dargestellten Definition; Beiträge von den Tarifparteien oder anderen Akteuren der Unternehmensumwelt werden nicht berücksichtigt.
- Branchenspezifische sowie regionale Aspekte werden nicht berücksichtigt; so wie sich die Beratungsoffensiven allgemein halten wird auch in der vorliegenden Arbeit nicht nach Konzernen, KMU, sektoralen Bedingungen o.ä. unterschieden.
- Inhaltlich werden weder rechtliche Aspekte noch Beratungsoffensiven zum Bereich Gesundheitsprävention oder Arbeitsschutzmaßnahmen berücksichtigt.
- Wenn hier von Personalentwicklungsmaßnahmen die Rede ist, so ist nicht das klassische Prozessvorgehen, beginnend mit Bedarfsanalyse etc. gemeint; da die verschiedenen Beratungsoffensiven unterschiedlich ansetzen, sind sie nur schwer in einen einheitlichen Gesamtzusammenhang zu bringen und die Betrachtung einzelner Instrumente steht im Vordergrund.
- Eine Trennschärfe nach den ausgewählten Wissenschaftsdisziplinen Soziologie, Psychologie und Gerontologie in Kapitel III. kann nicht angewandt werden, da sich Literatur, Wissenschaftler und Forschungsstudien in jeweils interdisziplinären Forschungsfeldern bewegen.
- Neben den generellen Erläuterungen zum Thema Alter und Altern sowie bei den empirischen Studien werden lediglich diejenigen Aspekte und Daten verwendet, die sich auf die sog. ´jungen Alten` beziehen und somit Relevanz für das Erwerbsleben bzw. ältere Arbeitnehmer haben.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 1 |
| I.1 | Hintergrund | 1 |
| I.2 | Thematik | 1 |
| I.3 | Zielsetzung | 5 |
| I.4 | Eingrenzungen | 6 |
| II. | Demographische Diskussionsgrundlage | 8 |
| II.1 | Bevölkerungsentwicklung in Deutschland | 8 |
| II.1.1 | Geburtenhäufigkeit | 8 |
| II.1.2 | Lebenserwartung | 9 |
| II.1.3 | Wanderungsgewinne | 10 |
| II.1.4 | Gesamtbetrachtung | 11 |
| II.2 | Erwerbstätige in Deutschland | 12 |
| II.3 | Fokus: älter werdende Arbeitnehmer | 14 |
| II.4 | Zusammenfassung | 17 |
| III. | Humanwissenschaftlicher Beitrag | 18 |
| III.1 | Berufliche Sozialisation | 18 |
| III.1.1 | Begriffliche Grundlagen | 18 |
| III.1.2 | Die Person-Umwelt-Landkarte nach Lempert | 20 |
| III.1.3 | Einflussnahme durch den technischen Wandel | 23 |
| III.2 | Alter und Altern | 25 |
| III.2.1 | Begriffliche Grundlagen | 25 |
| III.2.2 | Fähigkeiten im Alter | 27 |
| III.2.3 | Zur wissenschaftlichen Diskussion | 29 |
| III.2.4 | Umgang mit Älteren - Fremdbild | 32 |
| III.2.5 | Selbsteinschätzung der Älteren - Selbstbild | 33 |
| III.3 | Ausblick auf die Situation älter werdender Arbeitnehmer | 36 |
| III.4 | Zusammenfassung | 40 |
| IV. | Grundlagen der Personalentwicklung | 43 |
| IV.1 | Weiterbildung | 43 |
| IV.1.1 | Grundlagen beruflicher Weiterbildung | 43 |
| IV.1.2 | Der lernende Mitarbeiter | 45 |
| IV.1.3 | Der Lehrstoff im Rahmen beruflicher Weiterbildung | 47 |
| IV.1.3.1 | Lehrinhalte | 47 |
| IV.1.3.2 | Weiterbildungsmethoden und -organisation | 49 |
| IV.1.3.3 | Themenzentrierte Schwerpunkte beruflicher Weiterbildung | 51 |
| IV.1.4 | Die Rolle des Weiterbildners | 53 |
| IV.2 | Personalförderung | 54 |
| IV.2.1 | Grundlagen der Personalförderung | 54 |
| IV.2.2 | Mitarbeitergespräch | 55 |
| IV.2.3 | Laufbahnplanung | 58 |
| IV.2.4 | Arbeitsgestaltung | 61 |
| IV.2.5 | Gruppenarbeit | 64 |
| IV.3 | Zusammenfassung | 67 |
| V. | PE-Maßnahmen für älter werdende Arbeitnehmer - Inhaltliche Darstellung der Beratungsoffensiven | 69 |
| V.1 | Grundlagen | 69 |
| V.2 | Beratungsoffensiven | 71 |
| V.2.1 | Demotrans | 72 |
| V.2.2 | BIBB | 73 |
| V.2.3 | Deduktive Konzepte | 74 |
| V.3 | Laufbahngestaltung | 76 |
| V.4 | Gruppenarbeit und Arbeitsgestaltung | 78 |
| V.5 | Weiterbildung | 81 |
| V.6 | Lebensarbeitszeitgestaltung | 85 |
| V.7 | Innovationsfähigkeit | 86 |
| V.8 | Zusammenfassung und Ergänzung | 88 |
| VI. | Analyse | 93 |
| VII. | Fazit und Ausblick | 104 |
| Anlage | ||
| Literaturverzeichnis |
Die im Folgenden vorzustellenden PE-Instrumente betreffen die Arbeitsorganisation um effektivere Arbeitsabläufe und dabei die Anwendung der individuellen Kenntnisse und Fähigkeiten sowie breiter (Sozial-)Kompetenzen im Rahmen abwechslungsreicher Tätigkeiten zu ermöglichen bzw. zu verlangen.63 Hierbei wird der Gruppenarbeit ein eigenes Unterkapitel gewidmet. Die hier behandelten Formen der Arbeitsgestaltung – nämlich job rotation, job enrichment und job enlargement – werden häufig in unterschiedlichen Zusammenhängen erwähnt. Während Scholz (2000) von einer PE along the job spricht, begrenzt Oechsler (2000) dies auf Weiterbildungsarten on the job. Berthel (2000) hingegen spricht von NFA, was für ´Neue Formen der Arbeitsorganisation` steht, während Freund et al. (2003) o.g. PE-Instrumente schlicht als „Anpassung der Arbeit an den Menschen“ (ebd., 114) bezeichnet. Ziel ist es, den Arbeitsprozess an die physischen und psychischen Bedürfnisse des Menschen anzupassen, was unter dem Stichwort ´Humanisierung der Arbeit` subsumiert wird: „Durch abwechslungsreichere und interessantere Tätigkeiten soll insbesondere die Arbeitszufriedenheit erhöht und damit die Möglichkeit zur besseren Selbstverwirklichung bei der Arbeit gegeben werden“ (Jung 2003, 206). [...]
verbundenen Lerneffekten bestehen. Es „wirkt jeder Arbeitsplatz – neben seiner Leistungsfunktion – auch als Sozialisations- und Lernfeld“ (Berthel 2000, 294), da jede Arbeitsstelle mit Entwicklungsschritten verbunden ist. Dies wiederum erweitert die berufliche Handlungskompetenz des Mitarbeiters im Laufe seiner Berufsbiographie. Das bedeutet nicht, dass eine Karriere immer auf vertikaler Ebene i.S. eines Aufstiegs erfolgt. Horizontale Stellenversetzungen können ebenfalls einen Zuwachs an Verantwortung, Macht, Entgelt etc. und können je nach persönlicher Konstellation eine Herausforderung für den Mitarbeiter darstellen.59 Entsprechend der betrieblichen Praxis lassen sich drei Grundformen von Karriereverläufen festhalten (ebd.) Ø Führungslaufbahn: Versetzungen innerhalb der Linienorganisation; es überwiegen neben horizontalen Versetzungen auch vertikale; ist i.d.R. mit einem Zuwachs an Kompetenz, Verantwortung, Status, Macht und Entgelt verbunden Ø Fachlaufbahn: hat als Charakteristikum einen hohen Anteil an Fachaufgaben bei sehr wenigen administrativen Aufgaben; als nachteilig wird der hohe Grad an Spezialisierung gesehen Ø Projektgruppen: vorübergehende Arbeitsform neben der ständigen Linienorganisation; verbreitern durch Hinzukommen von Leitungsstellen die Führungsebenen; bedeuten temporär zusätzliche Arbeit [...]
Zur Vorbereitungsphase gehört entsprechend auch die Wahl des Beurteilungsverfahrens. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das sog. 360°-Feedback, welches im Folgenden erläutert wird. Da es aus einer Vielzahl von einzelnen Arten des Mitarbeitergespräches besteht, entfällt die Darstellung weiterer Formen. Beim 360°-Feedback wird der Beschäftigte nicht nur klassisch ´von oben` von der Führungskraft, sondern von Personen aus allen beruflichen Kontaktbereichen beurteilt. Dies können neben dem Vorgesetzten hierarchiegleiche Kollegen, Kunden, Lieferanten wie auch die entsprechende Person selbst sein (Bröckermann 2001). Leistungsbeurteilungen beziehen sich hierbei auf die Vergangenheit; Potentialbeurteilungen sind zukunftsorientiert. Die Selbstbeurteilung dient primär dem Vergleich mit den Ergebnissen der Fremdbeurteilungen (Oechsler 2000), da z.T. davon auszugehen ist, dass sich ein Mitarbeiter ganzheitlicher beurteilen kann als mancher Vorgesetze oder Kollege. Dieses Verfahren wird selten angewendet, weil befürchtet wird, dass sich die Mitarbeiter zu hoch einschätzen (sog. Tendenz zur Milde). Selbstbeurteilungen haben den Vorteil, dass sie die Akzeptanzbereitschaft von Kritik erhöhen (Nerdinger 2003). Die Beurteilung durch Gleichgestellte hat ihre Legitimation in der unmittelbaren Zusammenarbeit, welche bspw. nicht durch den Vorgesetzten gegeben ist. Insbesondere die fachliche Kompetenz wie auch soziale Bindungen des Beurteilten können – sofern der Beurteiler für eine konstruktive und ehrliche Beurteilung motiviert ist – mit der sog. Kollegen-Beurteilung besser erfasst werden. Kritikpunkt an diesem Beurteilungsverfahren ist ein aufgrund von Konkurrenzdenken evtl. gemindertes Objektivitätsvermögen. Zu empfehlen sind hierbei insbesondere geschlossene (standardisierte) Verfahren, wobei nochmals auf die Notwendigkeit der Beurteilerschulung hingewiesen werden soll. Die Beurteiler sollten hierbei anonym bleiben und die Ergebnisse dem Beurteilten nur in Form einer Zusammenfassung dargelegt werden (von Rosenstiel 2003). Die Aufwärtsbeurteilung meint die Beurteilung eines Vorgesetzten durch seine Mitarbeiter, welche insbes. Aufschlüsse über das Führungsverhalten gibt. „Es stellt sich allerdings die Frage, in welchem Umfang die Beurteilung Konsequenzen für den beurteilten Vorgesetzten hat. In der Regel bleibt sie ohne Konse- [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832479909
Arbeit zitieren:
Fliedner, Melanie Dezember 2003: Personalentwicklungsmaßnahmen für älter werdende Arbeitnehmer, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalentwicklung, Demographischer Wandel, Personalberatung



