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Personaldiagnostik in der Krankenversicherungsbranche

Ein Branchenüberblick mit Vergleich zu den aktuellsten Forschungsergebnissen

Personaldiagnostik in der Krankenversicherungsbranche
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Jan Lambers-Heerspink
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 139 Seiten
  • Dateigröße: 772,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hanzehogeschool, Hogeschool van Groningen Niederlande
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7206-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7206-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7206-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lambers-Heerspink, Jan Juni 2003: Personaldiagnostik in der Krankenversicherungsbranche, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Potenzialeinschätzung, Psychologische Personalauswahl, Prognostische Validität, Gute Auswahlverfahren, DIN Norm

Bachelorarbeit von Jan Lambers-Heerspink

Einleitung:

Generelle Gegebenheiten und Nutzen dieses Projekts: Die Ergebnisse dieses Projektes sollen einen Überblick liefern, wie in der privaten Krankenversicherungsbranche die Personaldiagnostik praktiziert wird. Es geht dabei um die Auswahl der Mitarbeiter, die eine erste Führungsfunktion (z.B. Teamleiter mit disziplinarischer Weisungsbefugnis etc.) übernehmen sollen. Außerdem sollen die Ergebnisse Verbesserungsvorschläge aufzeigen, wie die Potentialerkennung effektiver gestaltet werden könnte.

Problemstellung:

Es gibt Kompetenzen, die branchenspezifisch erfasst werden können und sollten, da sie je nach Branche variieren. Zum Beispiel gestaltet sich die Problemlösekompetenz in der Versicherungsbranche anders als in der Automobilindustrie. Andere Kompetenzen, wie zum Beispiel „allgemeine Intelligenz“ können branchenübergreifend gemessen werden.

Mit Hilfe eines von mir entwickelten Fragebogens und mit freundlicher Unterstützung von Frau Dr. Faust (personal-point GmbH) ist die jetzige Vorgehensweise bei der Personalauswahl in der Krankenversicherungsbranche aufgezeigt worden. Diese Ergebnisse wurden aufbereitet und ausgewertet. Danach wurden in Anlehnung an aktuelle Forschungsergebnisse die Punkte hervorgehoben, die Optimierungen ermöglichen. Es wurden Empfehlungen gegeben, wie man verschiedene Auswahlverfahren gültiger, zuverlässiger und objektiver gestalten kann.

Gang der Untersuchung:

Nach einer Zusammenfassung wird im 1. Kapitel eine allgemeine Einführung zum Thema gegeben sowie das Problem und die Zielvorstellung in Zusammenarbeit mit der personal-point GmbH definiert und formuliert. Zudem ist eine Unternehmensdarstellung des Auftraggebers dieser Forschungsarbeit, der personal - point GmbH aufgeführt, um das Projekt und den Nutzen besser einordnen zu können.

Kapitel 2 beschreibt das methodische Vorgehen bei dieser Arbeit und während des gesamten Projekts. Im ersten Teil wird mit Hilfe einer detaillierten Planung sowie einer klaren Schwerpunktfestlegung das Thema so eingegrenzt, dass es aufgrund des zur Verfügung stehenden Zeitraumes bearbeitet werden kann, ohne das die Ergebnisse in ihrer Qualität beeinträchtigt werden. Dazu wird ein genauer Maßnahmenplan erstellt, der die einzelnen Schritte zur Zielerreichung definiert und dafür sorgt, dass das Projekt in der zur Verfügung stehenden Zeit bearbeitet werden kann. Eine weitere essentielle Maßnahme zur Bearbeitung dieses Projektes besteht darin, sich anhand von Sekundärforschung, also durch die Auswahl und das Studium von Literatur, Internetrecherche und ähnlichem, ein tiefes Verständnis darüber zu verschaffen, wie das zu bearbeitende Thema diskutiert wird. Dadurch vermeidet man, dass sich Forschungsarbeiten in dieser Richtung wiederholen und es kann geprüft werden, welche Ergebnisse und Erkenntnisse zu diesem Thema bereits vorliegen.

Der zweite und dritte Teil dieses Kapitels beschreibt die wissenschaftlichen Ansätze und Möglichkeiten, um ein Forschungsthema zu bearbeiten. Nach der grundsätzlichen Beschreibung sowie der kritischen Betrachtung wird eine begründete Entscheidung zur Wahl des Untersuchungsansatzes und der Erhebungsmethode getroffen. Nach der gleichen Vorgehensweise wird anschließend eine geeignete Untersuchungsmethode gewählt, um an die Daten für die momentane Auswahlpraxis in der Krankenversicherungsbranche zu gelangen. Im 4. Teil ist die Planung und Durchführung der Primärforschung erläutert. Dadurch erhält der Leser einen Einblick in die getroffenen Entscheidungen und Vorgehensweisen bei der Primärerhebung und kann somit die Aussagekraft der Ergebnisse besser einschätzen und bewerten.

In Kapitel 3 sind die Ergebnisse der Sekundärforschung beschrieben, die parallel während der gesamten Projektphase durch das Studium von Fachliteratur und anderen Quellen gesammelt und erarbeitet werden. Begriffe wie „Personaldiagnostik“ oder „Potenzial“, werden genau geklärt und gegebenenfalls definiert, um für ein einheitliches Verständnis zu sorgen. Gängige Auswahlverfahren und deren Vor- und Nachteile werden ebenfalls durch das Studium von Literatur analysiert und in diesem Teil aufgeführt. Die Zusammenfassung der Ergebnisse dient auch dazu, weitere Forschungsfragen zum Thema zu formulieren und Zusammenhänge zu erkennen.

Gegenstand von Kapitel 4 sind die Ergebnisse der Primärforschung, die nach einer Auswertung und Zusammenfassung, analysiert und interpretiert werden. Durch diese Vorgehensweise können, in Verbindung mit den Ergebnissen der Sekundärforschung im folgenden Kapitel, die Punkte angesprochen werden, die durch die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung Optimierungspotenzial beinhalten.

Das 5. Kapitel liefert, aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse, eine Schlussfolgerung und Empfehlung für die Praxis. Dem Leser werden konkrete Vorschläge zur Optimierung von Personalauswahlverfahren geboten.

Diese Arbeit schließt mit Kapitel 6, indem ein Rückblick auf den Projektprozess als Ganzes gegeben wird. Zudem werden dem Leser verschiedene Überlegungen und Eindrücke während der Projektphase geschildert.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort II
Abkürzungsverzeichnis III
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit 2
1.2 Unternehmensporträt der personal-point GmbH 3
1.3 Gang der Untersuchung 4
2. Methodologie 6
2.1 Planung des Projekts 6
2.1.1 Wahl und Konkretisierung des Themas 6
2.1.2 Abgrenzung und Schwerpunktlegung 7
2.1.3 Die strategische Planung des eigentlichen Projekts 8
2.2 Untersuchungsansätze 8
2.2.1 Der deduktive Forschungsansatz 8
2.2.2 Der induktive Forschungsansatz 9
2.2.3 Kritische Betrachtung und Wahl des Ansatzes 9
2.3 Informationsquellen und Erhebungsformen 10
2.3.1 Methoden und Mittel der Sekundärforschung 10
2.3.1.1 Beurteilung und Grenzen der Methoden 11
2.3.1.2 Auswahl von geeigneten Quellen 12
2.3.2 Methoden der Primärforschung 12
2.3.2.1 Die Befragung 13
2.3.2.2 Beurteilung und Grenzen der Befragungsmethode 14
2.3.2.3 Die Beobachtung 16
2.3.2.4 Beurteilung und Grenzen der Beobachtungsmethode 16
2.3.2.5 Das Experiment 17
2.3.2.6 Beurteilung und Grenzen der Experimentsmethode 17
2.3.2.7 Auswahl einer geeigneten Methode 17
2.4 Durchführung der Primärforschung 18
2.4.1 Planung der Befragung 19
2.4.2 Auswahl der Fragen und Fragestellungen 21
2.4.3 Durchführung der Befragung und Beschreibung der Stichprobe 23
3. Ergebnisse der Sekundärforschung 24
3.1 Grundlagen der Personaldiagnostik 24
3.1.1 Das Potenzial 24
3.1.2 Merkmale eines Potenzials 25
3.1.3 Die Personaldiagnostik 26
3.1.4 Eignungsdiagnostische Verfahren der Personalauswahl 29
3.2 Zusammenfassung aktueller Forschungsergebnisse 30
3.2.1 Die Anforderungen an ein Personalauswahlverfahren 30
3.2.2 Der trimodale Ansatz der Berufseignungsdiagnostik 32
3.2.3 Intelligenz und Problemlösen 32
3.2.4 Qualitätskriterien eines Auswahlverfahrens 33
4. Ergebnisse der Primärforschung 35
4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 35
4.2 Bewertung und Interpretation der Ergebnisse 38
5. Schlussfolgerung und Empfehlung 45
6. Rückblick auf den Projektprozess 46
6.1 Überlegungen und Eindrücke während des Projekts 46
6.2 Beurteilung des Verlaufs 47
Literaturverzeichnis VI
Glossar IX
Abbildungsverzeichnis XI
Anhang XII
Eidesstattliche Erklärung

Automatisiert erstellter Textauszug:

50% der Befragten gaben an, dass sie weniger als 5 offene Stellen mit erster Führungsverantwortung im Jahr haben. In 75% der Fälle kommen 1:2 oder 1:3 Bewerber auf eine offen Stelle. Die Verantwortlichkeit für das Auswahlverfahren liegt in den meisten Fällen bei der Personalabteilung (93,8%) und bzw. oder bei der Fachabteilung (56,3%). Bei 12% der Befragten liegt die Verantwortlichkeit bei internen Psychologen. Externe Berater kommen als Personalbeschaffer nie zum Einsatz. 38% der Unternehmen berücksichtigen ausschließlich interne Kandidaten bei der Besetzung dieser Stellen. 81,3% verfügen über eine Stellenbeschreibung dieser Position und 87,5% verwenden ein Anforderungsprofil. Die Kernkompetenz "Intelligenz“ wird von 25% der Befragten gemessen wohingegen "Persönliche Kompetenz“ von 87% und "Soziale Kompetenz“ sogar von 94% gemessen werden. "Führungskompetenz“ ist bei 75% eine messbare Kernkompetenz. Andere Kompetenzen wie Fach-, Methoden-, strategische- oder unternehmerische Kompetenz werden auch vereinzelt als eigenständige Kernkompetenzen genannt. 75% der Befragten geben an, dass sie ein operationalisiertes Anforderungsprofil verwenden. 75% der Unternehmen setzten die Auswertung der Bewerbungsunterlagen bei der Auswahl ihres Führungsnachwuchses ein. In 63% der Fälle kommt dieser Schritt an Stufe eins. Die meisten (83%) verwenden hierfür weniger bzw. höchstens 1 Stunde. Die Zufriedenheit mit diesem Verfahren liegt in 58% Fällen bei "eher zufrieden“ oder "sehr zufrieden“. 67% derer, die diese Auswahlhilfe verwenden, setzen 2 Beurteiler hierfür ein. 91% geben zudem an, dass die Beurteiler geschult wurden. Die Akzeptanz bei den Teilnehmern wird zwischen sehr hoch bis gering eingeschätzt; die Akzeptanz bei den Führungskräften ist hingegen bei 75% "sehr hoch“ oder "hoch“. Auswahlgespräche werden bei 87% der Befragten eingesetzt. Meistens bildet dieses Instrument Stufe 2 (71%). Die Zufriedenheit mit diesem Verfahren liegt für 71% derer, die dieses Verfahren verwenden bei "eher zufrieden“ bis "sehr zufrieden“. Als Vorteil dieses Verfahrens wird von fast allen unter anderem der persönliche Eindruck angeführt. 93% setzten 2 oder mehr Beobachter ein. Die Beobachter haben sich in 64% der Fälle einer Qualifizierung unterzogen. Die Akzeptanz wird von allen Befragten bei sowohl Kandidaten als auch bei Führungskräften mit "sehr hoch“ bis "hoch“ eingestuft. [...]

In Anlehnung an Kanning & Holling (2002)59 und der DIN 33430 lassen sich folgende Qualitätskriterien an ein Auswahlverfahren nennen: Es muss vorher genau festgelegt werden, welches Verhalten welchem Anforderungsprofil entspricht. Die Urteile über das Verhalten sollen deshalb nicht in Form abstrakter Eigenschaftsbegriffe abgegeben werden, sondern genau definiert und kommuniziert werden. Man spricht in diesem Fall, wie bereits erläutert, von einem operationalisierten Anforderungsprofil. Durch die Verwendung mehrerer Beobachter werden unterschiedliche Wahrnehmungsmuster ausgeglichen. Außerdem erfolgt eine strikte Trennung zwischen Beobachtung und Bewertung. Es erfolgt eine ständige Rotation Beobachter zu Teilnehmer, Beobachter zu Beobachter. Dadurch kann man unter anderem eine größtmögliche Objektivität sicher stellen. Die Beobachter sollten sich einem ausführlichen Training unterziehen, bei dem sie mit Beobachtungskriterien vertraut gemacht und auf mögliche Beobachterfehler hingewiesen werden. Die eingesetzten Verfahren müssen je nach Art und angestrebten Aussagen einen größtmöglichen Zuverlässigkeitsgrad haben. Wenn die Ausprägung von Personenmerkmalen durch Verhaltensbeobachtungen oder mit Hilfe mündlicher Informationsgewinnung diagnostiziert wird, dann müssen verschiedene Beurteiler bei gleichen Beobachtungsgegebenheiten in ihrer Einschätzung übereinstimmen. Außerdem sollte schriftlich festgehalten werden, auf Grundlage welcher Kriterien in bezug auf Reliabilität das jeweilige Verfahren ausgewählt wurde. Die Gültigkeit eines Verfahrens sollte aufgrund von empirischen Analysen zur Konstrukt-, Kriteriums- oder Inhaltsvalidität nachweislich dargestellt werden. Bei wiederholtem Einsatz eines Verfahrens in gleichartigen Untersuchungen sollte die erreichte Gültigkeit des Verfahrens ermittelt werden. Auf Grundlage welcher Kriterien in bezug auf Validität das jeweilige Verfahren ausgewählt wurde, sollte auch hier schriftlich festgehalten werden. Die Übungen bzw. Gesprächssituationen entsprechen einer Simulation der späteren Anforderungssituation. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die beobachtbaren Verhaltensweisen des Kandidaten für die spätere Arbeit relevant sind. Durch die Kombination verschiedener Übungen wird zum einen die Komplexität des Arbeitsalltags nachgestellt und zum anderen kann ein bestimmtes Merkmal in verschiedenen Kontexten beobachtet werden. Es sollten 10 –15 Prüfsituationen durchlaufen werden mit einer Gesamtdauer von mindestens 2,5 Tagen60. Das jeweilige Verfahren zur Eignungsbeurteilung sollte gegenüber dem Kandidaten transparent gemacht werden (d. h. Ausführliche Erläuterung des Verfahrens und der Beurteilungsdimensionen). [...]

Also je komplexer das Problem, desto geringer ist der Zusammenhang zwischen allgemeiner Intelligenz und Problemlösefähigkeit. Mintzberg (1973), Isenberg (1984) und auch McCall (1985)56 haben daher das Managen als Kunst bezeichnet. Das zeichnet sich dadurch aus, dass Führungskräfte ihre erfolgreichen Schritte zur Problemlösung oft nicht verbalisieren können. Man unterscheidet daher zwischen verbalisierbarem expliziten und nicht verbalisierbarem impliziten Wissen. Dieses Wissen wird im Zusammenhang mit der Problemlösekompetenz „Tacit knowledge“ genannt. Explizites Wissen kann durch schriftliche Tests geprüft werden, implizites jedoch nur durch das direkte Handeln sowie durch das Testen der Denk- und Planungsfähigkeit. Die Denk- und Planungsfähigkeit ist ein entscheidender Teil eines Problemlöseprozesses und somit eine Anforderung an jede Führungskraft. Speziell gilt das aber für Führungskräfte, die (noch) ein hohes Maß an Fachwissen und Routine einbringen müssen. Klassische Intelligenztests lassen den Prozess der Problemlösung außer Acht. Es wird das Ergebnis richtig oder falsch betrachtet. Bereits Dörner (1983)57 hat darauf hingewiesen, dass die klassischen Intelligenztests mit dem Lösen von komplexen Problemen kaum etwas gemeinsam haben. „Intelligenztests tragen in recht hohem Maße zur Vorhersage des Berufserfolges bei, sind jedoch dem AC unterlegen“, wie Hossiep (2000)58 anführt. Hossiep unterstellt hier, dass das AC Aufgaben beinhaltet, die das Lösen von praktischen realitätsnahen Problemen fordern. Ein solches AC misst mehr Faktoren als ein Intelligenztest, was wiederum darauf schließen lässt, dass eine hohe "generelle“ Intelligenz zur adäquaten Bewältigung der komplexen Anforderungen des Berufslebens in der jeweiligen Branche nicht ausreicht. Es müssen folglich zudem Fähigkeiten gemessen werden, wie die Fähigkeit zur komplexen Informationsverarbeitung, zum Denken, Planen, Entscheiden und Ausführen. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auf diese Thematik im Anhang zu Kapitel 3.2.3 noch wesentlich näher eingegangen wird. [...]

Arbeit zitieren:
Lambers-Heerspink, Jan Juni 2003: Personaldiagnostik in der Krankenversicherungsbranche, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Potenzialeinschätzung, Psychologische Personalauswahl, Prognostische Validität, Gute Auswahlverfahren, DIN Norm

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