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Personalbeurteilungen und Beurteilungstaktiken

Welchen Einfluß hat die Mikropolitik in Unternehmen auf Personalbeurteilungen?

Personalbeurteilungen und Beurteilungstaktiken
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andrea Tiedemann
  • Abgabedatum: Juli 1999
  • Umfang: 109 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-1872-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-1872-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-1872-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tiedemann, Andrea Juli 1999: Personalbeurteilungen und Beurteilungstaktiken, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitszeugnisse, Personalbeurteilung, Arbeitspsychologie

Diplomarbeit von Andrea Tiedemann

Gang der Untersuchung:

Zunächst wird auf den ersten zentralen Begriff dieser Arbeit - Personalbeurteilung - eingegangen. In diesem Zusammenhang werden auch die Funktionen von Personalbeurteilungen erläutert. Zusätzlich sind psychologische Aspekte der Personalbeurteilung und der Personenwahrnehmung zu klären. Anschließend werden methodische Schwierigkeiten von Personalbeurteilungen kurz dargestellt. Darauf folgend wird der nächste zentrale Begriff der vorliegenden Arbeit, die Mikropolitik, eingeführt. Auch hier werden Funktionen und zusätzlich Folgen der Existenz von Mikropolitik erläutert. Außerdem wird geklärt, ob und wie Mikropolitik meßbar ist. Im Zusammenhang mit Mikropolitik muß auch auf den Begriff der Organisation und auf die damit verbundenen Begriffe Hierarchie und Macht eingegangen werden. Zusätzlich erläutert die Autorin den Einfluß von Vorurteilen und Stereotypen auf Personalbeurteilungen und erklärt die Bedeutung der Informationsverarbeitung in bezug auf Personalbeurteilungen. Dies erscheint der Autorin wichtig, weil die Informationsverarbeitung des Beurteilers einen entscheidenden Einfluß auf die Personalbeurteilung hat und sich dort auch mikropolitische Einflußmöglichkeiten bieten. Daran anschließend wird geklärt, ob und ggf. welcher Zusammenhang zwischen Personalbeurteilungen und Mikropolitik besteht. Es wird der Versuch unternommen, ausgewählte Beurteilungsfehler und Einflußtendenzen bei Personalbeurteilungen als mikropolitisch intendiert zu identifizieren. Dabei wird zwischen Einflußmöglichkeiten seitens des Beurteilers und seitens des Beurteilten unterschieden. Dies ist nicht immer eindeutig möglich. Trotzdem wird der Versuch aus Gründen der Übersichtlichkeit unternommen. Im Folgenden wird untersucht, inwiefern Gruppen die Möglichkeit zur mikropolitischen Einflußnahme speziell auf Personalbeurteilungen haben. Es bleibt die Frage zu beantworten, welchen Sinn Personalbeurteilungen haben, wenn die Ergebnisse mikropolitisch beeinflußt werden und somit nicht objektiv sind. Abschließend ist die Frage der Erwünschtheit von Mikropolitik zu klären und es werden Möglichkeiten erläutert, den Einfluß von Mikropolitik im Unternehmen zu steuern bzw. zu vermindern. Letztlich erfolgt eine persönliche Einschätzung der Autorin sowie eine Zusammenfassung der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit. Anhang 1 behandelt Definitionen relevanter Begriffe. Im Anhang 2 werden in einer selbstentwickelten Tabelle zur Vervollständigung Beurteilungsfehler und Beurteilungstendenzen aufgeführt. Anhang 3 stellt Grafiken vor, auf die im Verlauf der Arbeit hingewiesen wird, während Anhang 4 Studien zur Vertiefung angibt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung
2. Personalbeurteilung - Definition und Grundlagen
2.1 Leistung und Leistungsbeurteilung
2.2 Die Persönlichkeitsbeurteilung
2.3 In welchen Situationen wird beurteilt?
2.4 Funktionen von Personalbeurteilungen
2.5 Personenwahrnehmung und psychologische Grundlagen der Personalbeurteilung
2.5.1 Das Johari-Fenster
2.5.2 Implizite Persönlichkeitstheorien
2.5.2.1 Die Klassifikation von Schein
2.6 Methodische Schwierigkeiten bei der Durchführung von Personalbeurteilungen
2.6.1 Beurteilungskriterien und das Kriterienproblem
2.6.1.1 Objektivität
2.6.1.2 Validität
2.6.1.3 Relevanz
2.6.1.4 Urteilskonkordanz
2.6.2 Die Auswahl des Beurteilunssystems
3. Politik
3.1 Mikropolitik - Definitionen und Grundlagen
3.2 Mikropolitik und Machiavellismus
3.3 Funktionen der Mikropolitik - Wann und warum treten mikropolitische Aktivitäten auf?
3.4 Folgen der Existenz von Mikropolitik für die Organisation und ihre Mitglieder
3.5 Die Erfassung von mikropolitischen Aktivitäten
4. Organisationsstrukturen und Organisationsregeln
4.1 Hierarchie
4.2 Macht
5. Die Bedeutung der Informationsverarbeitung bei Personalbeurteilungen und darauf fußende mikropolitische Aktivitäten
5.1 Selektive Wahrnehmung und Informationsreduktion
5.2 Attributionstheoretische Überlegungen
6. Vorurteile und Stereotype und ihre Auswirkungen auf Personalbeurteilungen
7. Der Zusammenhang zwischen Personalbeurteilung und Mikropolitik
7.1 Gründe für die mikropolitische Einflußnahme auf Personalbeurteilungen
7.2 Mikropolitische Einflußmöglichkeiten auf Personalbeurteilungen - Beurteilungsstrategien und Beurteilungstaktiken
7.2.1 Chronologie der Einflußmöglichkeiten auf Personalbeurteilungen
7.2.2 Mikropolitische Einflußmöglichkeiten auf Personalbeurteilungen seitens des Beurteilers
7.2.2.1 Der Maßstabfehler
7.2.2.1.1 Der Milde-Effekt, der Strenge-Fehler und der Mitte-Fehler
7.2.2.2 Beeinflussung durch Ressourcenzuteilung bzw. -rationierung
7.2.2.3 Rolle und Rollenkonflikte
7.2.2.4 Der Ähnlichkeitsfehler, Sympathie- und Antipathie-Effekte
7.2.3 Mikropolitische Einflußmöglichkeiten auf Personalbeurteilungen seitens des zu Beurteilenden
7.2.3.1 Macht durch spezifische Qualifikationen
7.2.3.2 Tauschgeschäfte
7.2.3.3 "Impression Management"
7.2.4 Mikropolitische Einflußmöglichkeiten auf Personalbeurteilungen seitens Gruppen
7.2.4.1 Existieren mikropolitisch agierende Gruppen und Koalitionen in bezug auf Personalbeurteilungen?
7.2.4.2 Gruppendruck und Gruppennormen
7.2.4.3 Betriebsräte und Gewerkschaften
7.3 Warum überhaupt Personalbeurteilungen durchführen, wenn die Ergebnisse durch Mikropolitik verzerrt werden?
8. Ist Mikropolitik in Unternehmen wünschenswert oder schädlich?
8.1 Ist Mikropolitik in bezug auf Personalbeurteilungen schädlich?
9. Wie kann der Einfluß von Mikropolitik auf Personalbeurteilungen vermindert oder gelenkt werden?
9.1 Beurteilungstrainings und Schulungen
9.1.1 Problemorientiertes Verhaltenstraining
9.1.2 Mitarbeitertrainings
9.2 Weitere Gestaltungsmöglichkeiten zur Reduzierung von Mikropolitik in bezug auf Personalbeurteilungen
10. Zusammenfassung und Ausblick
Bibliographie
Anhang 1: Definitionen
Anhang 2: Tabelle
Anhang 3: Grafiken
Anhang 4: Studien

Automatisiert erstellter Textauszug:

Vorurteile bei der Mitarbeiterbeurteilung kommen in unterschiedlichen Gruppen vor. Zunächst existieren Vorurteile im eigentlichen Sinn. Hierbei handelt es sich um Voraus-Urteile. Diese wurden evtl. in Gestalt von früheren Personalbeurteilungen schriftlich verfaßt, oft durch dritte Personen. Diese Schriftstücke entfalten herausragende Bedeutung, weil sie ohne die Bildung einer eigenen Meinung häufig ungeprüft, dabei aber durchaus bewußt, übernommen werden. Gründe können darin liegen, daß der Beurteiler sich einer Beurteilungsdurchführung nicht gewachsen fühlt und lieber Autoritäten vertraut oder daß er meint, für die Durchführung vollkommen eigenständiger Beurteilungen keine Zeit erübrigen zu können. Der Beurteiler sollte Wert darauf legen, fremden Urteilen nicht uneingeschränkt zu vertrauen. Er kann Informationen über frühere Leistungen des Beurteilten einholen, sollte aber i m mer darauf achten, eine selbständige Beurteilung durchzuführen. Eine zweite Gruppe sind die im folgenden Abschnitt behandelten Vorurteile als soziale Stereotype. Bei Vorurteilen wird verallgemeinert. Dabei erfolgt das Denken in Schablonen. 119 Viele Menschen schließen vom Äußeren eines Menschen auf den Charakter oder haben Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen wie z. B. Frauen oder Ausländern. Vorurteile steuern die Ursachenzuschreibung. 120 Die Auswertung der Beobachtungen erfolgt also im Hinblick auf die Zugehörigkeit der beurteilten Person zu einer mit Vorurteilen behafteten Gruppe. Es wird somit nicht allein vom Leistungsverhalten auf die erbrachte Leistung geschlossen, sondern vom Beurteilten nicht zu ändernde Faktoren fließen in [...]

kann durchaus bewußt in mikropolitischer Absicht geschehen. Beispielsweise erhält ein vom Vorgesetzten nicht gut angesehener Mitarbeiter ständig schlechte Beurteilungen aufgrund seiner zugegebenermaßen nicht ausreichenden Leistungen – es wird vom Beurteiler jedoch trotz besseres Wissens nicht berücksichtigt, daß der Mitarbeiter sich aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen (z. B. Lärm) nicht konzentrieren kann. Es handelt sich hierbei um einen Attributionsfehler, da der Beurteiler mangelnde Fähigkeiten des zu Beurteilenden als Grund für seine schlechten Leistungen angibt, während der wirkliche Grund in den schlechten Arbeitsbedingungen zu suchen ist. Ein Attributionsfehler wird demzufolge als Ursachenzuschreibung für Verhalten oder Leistung durch den Beurteiler beschrieben, die von der tatsächlichen Ursache abweicht. 116 [...]

Attribution ist der Interpretationsprozeß, durch den ein Individuum sozialen Ereignissen und Handlungen Gründe bzw. Ursachen zuschreibt. 114 Da für den Beurteiler immer mehrere Attributionsmöglichkeiten offenstehen, kann jede Interpretation von Beurteilungsinformationen als Attrubutionsvorgang angesehen werden. Die Frage ist, wem oder was die Verantwortung zugeschrieben wird. Beispielsweise wird während einer Beurteilung entschieden, ob ein Ergebnis von dem Beurteilten oder von der Situation verursacht wurde. Im weiteren Verlauf der Beurteilung kommt es zu der Frage, ob es sich bei individuellen Ursachen um fähigkeits- oder um motivationsbezogene Faktoren handelt und ob bei den situativen Ursachen der Grund in der Aufgabenschwierigkeit oder in Zufällen liegt. 115 Hierbei können natürlich diverse Fehlinterpretationen auftreten, z. B. die Unterschätzung situativer Faktoren. Dies [...]

Arbeit zitieren:
Tiedemann, Andrea Juli 1999: Personalbeurteilungen und Beurteilungstaktiken, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitszeugnisse, Personalbeurteilung, Arbeitspsychologie

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