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Die Person des Unternehmers als eine wesentliche Determinante des Erfolges einer Unternehmensgründung

Die Person des Unternehmers als eine wesentliche Determinante des Erfolges einer Unternehmensgründung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ingo Frahm
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 886,3 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7546-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7546-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7546-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Frahm, Ingo September 1999: Die Person des Unternehmers als eine wesentliche Determinante des Erfolges einer Unternehmensgründung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Persönlichkeit, Entrepreneurship, Erfolgsfaktor, Humankapital, Motivation

Diplomarbeit von Ingo Frahm

Einleitung:

Die Wirtschaftswissenschaften haben die Rolle des Unternehmers lange Zeit nicht wahrgenommen. Dieser hat gewissermaßen eine Doppelrolle inne: zum einen als Agent kapitalistischer Aktivität und zum anderen als analytisches Ärgernis für den Wirtschaftswissenschaftler, da der Unternehmer nicht recht ins Bild der vereinfachenden Gleichgewichtsmodelle paßt.

Gerade die Aktivität des Unternehmers jedoch ist mit verantwortlich für die Stabilität der Marktwirtschaft, der Unternehmer ist also alles andere als überflüssig. SZYPERSKI/NATHUSIUS merken an: "Die Überlebensfähigkeit marktwirtschaftlicher Systeme setzt ein ausreichendes Potential Gründungswilliger und -fähiger voraus, die bereit sind, in Eigenverantwortung und mit neuen Gestaltungsideen unternehmerische Funktionen zu übernehmen." Mit der Einbeziehung der Gründerperson in die Betrachtung werden die Disziplinen der Psychologie und der Betriebswirtschaftslehre verbunden. Dies ist vor allem aufgrund der Tatsache bedeutsam, daß es in der Realität den aus der Volkswirtschaftslehre bekannten reinen 'homo oeconomicus' nicht gibt und nicht geben kann, da stets psychologische Faktoren eine Rolle spielen und sich der Mensch somit nicht mechanisch abbilden läßt.

Neben einigen betriebswirtschaftlichen Eckdaten steht zur Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Unternehmensgründung zudem oftmals nur die Person des Gründers zur Verfügung, so daß diese z.B. für Unternehmensberater sowie für potentielle Investoren, Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden Bedeutung erlangt. HERRON/ROBINSON führen an: „Venture capitalists, ‘angel‘ investors, and experienced, successful entrepreneurs, when asked to identify the most important determinant of new venture performance, will undoubtedly answer ‘the entrepreneur‘.“ Auch Cooper/Gimeno-Gascon/Woo betonen, daß Ergebnisse unternehmerischer Tätigkeit nicht ohne Beachtung des Einflusses des Unternehmers verstanden werden können. Auch Dewhurst argumentiert: The role of the entrepreneur can hardly be discounted; no business ever started itself!

Als Möglichkeit der praktischen Anwendung der Ergebnisse der Gründungsforschung sieht Klandt einerseits die gezielte Auswahl geeigneter Unternehmerkandidaten und andererseits die Verwendung der wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage für eine angemessene Unternehmeraus- und -weiterbildung. Eine erfolgreiche Unternehmerausbildung setzt allerdings voraus, daß Unternehmerfähigkeiten nicht ausschließlich angeboren sind, sondern zumindest teilweise erlernt und vermittelt werden können.

Die Tatsache, daß viele neugegründete Unternehmen innerhalb der ersten Jahre scheitern, ist aus Sicht des betroffenen Individuums und aus gesellschaftlicher Sicht gleichbedeutend mit der Verschwendung von Zeit und Kapital. Daher muß allen daran gelegen sein, diese Mißerfolgsraten zu senken, obgleich klar sein muß, daß jede Gründung ein gewisses Risiko beinhaltet und somit ein Scheitern nie gänzlich auszuschließen ist.

Sexton nennt drei Fragen, die im Rahmen der Gründungsforschung gestellt werden:

Gibt es psychologische Merkmale, die erfolgreiche Unternehmer von anderen Menschen unterscheiden helfen?

Falls ja, waren diese Merkmale bereits vor der Gründung des Unternehmens vorhanden oder haben sie sich erst durch die unternehmerische Erfahrung entwickelt?

Wenn sie bereits vorher vorhanden waren, wie können sie vor der Gründung gemessen werden?

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich primär mit der Rolle der Person des Unternehmers im Gründungsprozeß. Hierbei ist insbesondere die Frage interessant, ob und inwieweit sie eine Determinante des Unternehmenserfolges repräsentiert.

In Hauptkapitel 2 werden nach Erörterung einiger grundlegender Begriffe mögliche Faktoren vorgestellt, die auf den Gründungsprozeß bzw. -erfolg einwirken. Die Einbeziehung von Faktoren, die anstelle des Gründungserfolges die Gründungsentscheidung beeinflussen, erfolgt bewußt, da eine Beschränkung der Diskussion auf Erfolgsfaktoren verkennen würde, daß vor dem Erfolg der Gründung die Gründung an sich steht, d.h. ein Gründer kann nur dann erfolgreich sein, wenn er sich überhaupt zur Gründung entschließt. Das Hauptaugenmerk soll aber dennoch auf den Determinanten des Gründungserfolges liegen.

In Hauptkapitel 2 werden zunächst kurz diejenigen Faktoren dargestellt, die außerhalb der Person des Gründers zu suchen sind, um zu verdeutlichen, daß die Person des Gründers nicht als die einzige Determinante der Gründung bzw. des Gründungserfolges angesehen werden kann.

In Hauptkapitel 3 werden dann zunächst die Faktoren diskutiert, die eng bzw. unmittelbar mit der Person des Unternehmers zusammenhängen.

Im Anschluß an die Darstellung möglicher Erfolgsfaktoren werden kurz einige weitergehende Ansätze vorgestellt. Hierbei wird auf Typologien sowie auf Modelle eingegangen, die über eine isolierte Betrachtungsweise einzelner oder weniger Einflußfaktoren hinausgehen. Im Hauptkapitel 4 schließlich wird das Ergebnis dieser Arbeit zusammengefaßt und eine kurze Würdigung des Standes und der Entwicklung der Gründungsforschung vorgenommen.

Aufgrund der ebenfalls in Hauptkapitel 4 erörterten Problematik der Übertragbarkeit von Untersuchungsergebnissen aus anderen Ländern findet in dieser Arbeit soweit möglich bevorzugt Literatur aus dem deutschsprachigen Raum Berücksichtigung. Um ein breites Spektrum an Forschungsergebnissen vorstellen zu können, muß jedoch dennoch häufig vor allem auf die auf diesem Gebiet recht weit gediehene US-amerikanische Literatur zurückgegriffen werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Einordnung des Themas 1
1.2 Vorgehensweise 2
2. Grundsätzliche Überlegungen 5
2.1 Grundlegende Begriffe 5
2.1.1 Entrepreneurship 5
2.1.2 Entrepreneur/Unternehmer 8
2.2 Erfolgsmaße 10
2.2.1 Vorbemerkungen 10
2.2.2 Betriebswirtschaftliche Erfolgsmaße 11
2.2.3 Psychologische Erfolgsmaße 15
2.3 Einflußfaktoren auf den Erfolg einer Unternehmensgründung 16
2.3.1 Vorbemerkungen 16
2.3.2 Kapitalausstattung/Unternehmensgröße 16
2.3.3 Strategien/Planung 18
2.3.4 Umwelt 20
3. Die Person des Unternehmers - Überlegungen zu möglichen Erfolgsfaktoren und Integration in weiterführende Ansätze 22
3.1 Persönlichkeit 22
3.1.1 Vorbemerkungen 22
3.1.2 Leistungsmotivation 23
3.1.3 Kontrollüberzeugung 25
3.1.4 Risiko 27
3.1.5 Weitere Persönlichkeitsmerkmale 28
3.1.6 Zusammenfassung 34
3.2 Humankapital 36
3.2.1 Vorbemerkungen 36
3.2.2 Bildung 38
3.2.3 Berufserfahrung/Branchenerfahrung 40
3.2.4 Managementerfahrung/Führungserfahrung 42
3.2.5 Gründungserfahrung 42
3.2.6 Zusammenfassung 43
3.3 Verhalten 43
3.4 Motivationen 45
3.4.1 Vorbemerkungen 45
3.4.2 Push-Faktoren 48
3.4.3 Pull-Faktoren 49
3.4.4 Zusammenfassung 50
3.5 Soziodemographische Faktoren 52
3.5.1 Vorbemerkungen 52
3.5.2 Alter 52
3.5.3 Geschlecht 54
3.6 Faktoren des mikrosozialen Umfeldes 55
3.6.1 Vorbemerkungen 55
3.6.2 Vorbilder 57
3.6.3 Soziale Unterstützung 58
3.6.4 Netzwerk 59
3.6.5 Zusammenfassung 60
3.7 Weiterführende Ansätze 60
3.7.1 Vorbemerkungen 60
3.7.2 Typologien 61
3.7.3 Multifaktorenmodelle 64
4. Schlußbetrachtung 70
4.1 Ergebnisse 70
4.2 Empfehlungen 73
Literaturverzeichnis 75
Anhang 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

formale Qualifikation als Führungskräfte vorweisen können.274 Das Bildungsniveau ist ihm zufolge zudem kein Indikator für den Erfolg.275 BIRLEY (1996) fand hingegen heraus, daß ein hohes Bildungsniveau zwar einen Einfluß auf Gründungsentscheidung und -erfolg zu haben scheint, daß jedoch anscheinend kein Zusammenhang mit der Art der Bildung wie z.B. einem speziellen Universitätsabschluß besteht.276 WELTER/VON ROSENBLADT (1998) vertreten die Auffassung, daß mit steigendem Bildungsabschluß das Interesse an der Selbständigkeit sinkt. Als Grund vermuten sie wiederum bessere Chancen in abhängiger Beschäftigung.277 WEIHE (1994) fand für Gründer im Landkreis Lüneburg heraus, daß eine höhere Schulbildung zu einer höheren Marktaustrittsrate führt.278 TAY (1998) kam für Singapur zu dem Ergebnis, daß Inhaber kleiner Unternehmen weniger gut gebildet sind als andere Gruppen. Er erklärt dies damit, daß ein hohes Bildungsniveau für Kleinunternehmen nicht ausschlaggebend sei und daß schlechter gebildete Menschen Schwierigkeiten hätten, gut bezahlte abhängige Beschäftigungsverhältnisse zu finden, was niedrigere Opportunitätskosten der Selbständigkeit zur Folge hat.279 Auch gemäß BEGLEY/BOYD (1987a) sind Gründer weniger gebildet als Nichtgründer.280 EMGE wiederum vertritt die Lesart, daß Gründer weder intelligenter noch besser gebildet sind als die Gesamtbevölkerung. Lediglich kreatives, kritisches und analytisches Denken scheinen ihm zufolge stärker ausgeprägt zu sein.281 Nach KLANDT (1996) ist eine besondere Intelligenz kein typisches Merkmal von Unternehmern. Statt dessen propagiert er die Notwendigkeit eines „gesunden Menschenverstandes“.282 Auch BARTH (1995) stellt die Vermutung an, daß die Schulbildung des Gründers evtl. entgegen allgemeinen Erwartungen keinen Einfluß auf den Unternehmenserfolg hat.283 Bildung könnte jedoch bspw. einen Einfluß auf andere wichtige Faktoren wie Offenheit, Geschäftsideologie, Informationsverarbeitung oder allgemeine Leistung haben.284 Die fehlende Eindeutigkeit der Ergebnisse zur Bedeutung der Bildung auf den unternehmerischen Erfolg könnte darin begründet liegen, daß der Bildung um so größere Bedeutung beizumessen ist, je komplexer die Organisation ist.285 Zudem ist [...]

3.2.2 Bildung Bildung verbessert, wie bereits angedeutet, sowohl die Karrieremöglichkeiten einer Person als auch die Bereitschaft von Kapitalgebern zu finanzieller Unterstützung.266 Auch verstärkt Bildung die Selbstwirksamkeit und das Selbstbewußtsein des Individuums, was wiederum zur Steigerung der Fähigkeit beiträgt, sich bietende Gelegenheiten zu nutzen. Des weiteren erhöht Bildung die Möglichkeit, sich über Chancen der Selbständigkeit zu informieren und diese richtig einzuschätzen.267 Entsprechend wird dem Bild des Unternehmers, der die Schule vorzeitig verläßt, um dann mit harter Arbeit ein großes Unternehmen aufzubauen, durch die Studie von ROBINSON/SEXTON (1994) begegnet, in der festgestellt wird, daß Unternehmer i.d.R. besser gebildet sind als Arbeiter.268 Bildung wirkt der Studie zufolge sowohl auf die Gründungsentscheidung als auch auf den Erfolg der Selbständigkeit.269 Nach COOPER/GIMENO-GASCÓN/WOO (1994) hat Bildung Einfluß sowohl auf das Überleben als auch auf das Wachstum des Unternehmens.270 Aus der Untersuchung von COOPER/DUNKELBERG (1987) geht hervor, daß Unternehmer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung relativ gut gebildet sind.271 Zu ähnlichen Resultaten gelangt BARTH (1995), die feststellt, daß ostdeutsche Unternehmer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung über eine relativ hohe formale Qualifikation in bezug auf die Schulbildung verfügen.272 BROCKHAUS (1982) kommt zu dem Ergebnis, daß Unternehmer zwar besser gebildet zu sein scheinen als die Gesamtbevölkerung, daß sie jedoch ein geringeres Bildungsniveau aufweisen als Manager. Zudem scheint es große Unterschiede zwischen verschiedenen Unternehmertypen zu geben.273 KLANDT (1996) kommt für Deutschland ebenfalls zu dem Schluß, daß Gründer durchschnittlich eine erheblich bessere Schul- und Berufsausbildung als die Gesamtbevölkerung aufweisen, daß sie jedoch eine schlechtere [...]

der Fähigkeit des Unternehmers beitragen, mehr Kunden oder mehr Kapitalgeber von seinen Produkten oder von seinem Konzept zu überzeugen.257 Dem Humankapital kommt zusätzlich eine Selektionsfunktion zu, die bereits vor der Gründung zum Tragen kommt. So ist der Verdienst von Menschen mit höherem Humankapital in abhängiger Beschäftigung meist höher als von weniger qualifizierten Menschen, so daß erstere in der Lage sind, Unternehmen mit besserer Ressourcenausstattung zu gründen.258 BRÜDERL/PREISENDÖRFER/ZIEGLER (1992) stellten in ihrer Untersuchung bspw. fest, daß Gründer mit hohem Humankapital mehr in ihr neues Unternehmen investieren.259 Außerdem fällt es Unternehmern mit höherem Humankapital evtl. leichter, Marktnischen aufzuspüren und sie verfügen eher über das für eine erfolgreiche Gründung notwendige Wissen. Schließlich sind Menschen mit höherem Humankapital auf dem Arbeitsmarkt meist in einer guten Position, so daß sie den Schritt in die Selbständigkeit erst nach Abwägung der Erfolgsaussichten wagen, wohingegen weniger Qualifizierte evtl. in Ermangelung anderer Alternativen in die Selbständigkeit gedrängt werden.260 Da einige Aspekte des Humankapitals, wie z.B. die Bildung, allerdings die Karrieremöglichkeiten einer Person in abhängiger Beschäftigung verbessern,261 kann auch so argumentiert werden, daß sich einem Individuum mit einem höheren Humankapital auch andere Alternativen als die Selbständigkeit eröffnen.262 Aus dieser Perspektive betrachtet überrascht es wenig, daß GIMENO [...]

Arbeit zitieren:
Frahm, Ingo September 1999: Die Person des Unternehmers als eine wesentliche Determinante des Erfolges einer Unternehmensgründung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Persönlichkeit, Entrepreneurship, Erfolgsfaktor, Humankapital, Motivation

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