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Persönlich bedeutsames Lernen im Web 2.0

Am Beispiel Fremdsprachenunterricht

Persönlich bedeutsames Lernen im Web 2.0
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Heidemarie Weiss
  • Abgabedatum: August 2009
  • Umfang: 148 Seiten
  • Dateigröße: 2,4 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Hagenberg Österreich
  • Bibliografie: ca. 25
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-3778-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weiss, Heidemarie August 2009: Persönlich bedeutsames Lernen im Web 2.0, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Web 2.0, Themenzentrierte Interaktion, Wiki, Lernen, Fremdsprache

Diplomarbeit von Heidemarie Weiss

Einleitung:

In den letzten beiden Jahrzehnten fand eine große Veränderung beim Erlernen von Fremdsprachen statt. Der Fokus setzt sich derzeit auf unterschiedliche Wahrnehmung wie Reaktionen des einzelnen Lernenden und des Klassenzimmers und somit stellt sich implizit die Frage nach den persönlichen, sozialen und kulturellen Identitäten im Prozess des Erlernens einer Fremdsprache.

Problemstellung:

In den letzten Jahren ist im Internet ein Trend in Richtung Web 2.0 Anwendungen zu beobachten. Wikis, Blogs und Foren sind weit verbreitet. Für viele Menschen sind diese Begriffe jedoch ein Fremdwort und sie können sich nichts darunter vorstellen. Eine der größten Herausforderungen dabei ist es, mit den aufkommenden Veränderungen Schritt zu halten.

Die Wahl des Lernenden welche Texte, welche Aufgaben, welche Anwendungen eine persönliche Bedeutung spielen, fordert die Erforschung der Grundlagen für diese Entscheidungen und diese Schwerpunktthemen.

Persönlich bedeutsames Lernen ist das Schlüsselwort zum Erfolg, denn erst wenn das Lernen persönlich bedeutsam ist, kann es auch erfolgreich sein. Von dieser These geht auch die Themenzentrierte Interaktion(TZI) nach Ruth Cohn, aus. Unter TZI versteht man eine pädagogische Haltung die sich ganzheitlich am Menschen orientiert. Nicht nur der Mensch steht im Vordergrund, sondern ein Gleichgewicht zwischen dem ICH, dem WIR und dem UMFELD wird angestrebt.

Derzeit wird die TZI erfolgreich für Gruppen- und Lernprozesse eingesetzt die persönlich statt finden. Durch einen wachsenden Trend in Richtung Web 2.0 stellt sich nun die wesentliche Frage ob die TZI auch für den Einsatz dieser Anwendungen geeignet ist.

Diese Diplomarbeit gibt einen Überblick über die Nutzung von Web 2.0 Anwendungen unter dem Aspekt der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth Cohn und spiegelt wichtige Merkmale des ‘Next Generation Learning’ wider.

Ziel der Arbeit:

Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung eines Szenarios unter Einsatz einer Web 2.0 Anwendung. Einflüsse der TZI runden die Konzeptionisierung ab. Das Szenario wird im laufenden Unterricht an der Universität von Tolima eingesetzt und soll aufzeigen, ob persönlich bedeutsames Lernen auch im Web 2.0 stattfinden kann.

Es wird dargestellt, welche Einflüsse der TZI auf Web 2.0 Anwendungen umsetzbar sind und ob sich diese positiv auf den Lernerfolg der Studenten auswirken können. Diese Arbeit behandelt folgende Fragen:

Was kann die TZI für dieses Szenario bieten?

Können Störfaktoren gemeinsam in der Gruppe beseitigt werden?

Fördert oder behindert der Einsatz von Web 2.0 Anwendungen ein TZI Szenario?

Kann mit Einbindung von Web 2.0, persönlich bedeutsames Lernen im Unterricht gefördert werden?

Es werden Ideen aufgezeigt wie Web 2.0 Anwendungen mit Aspekten der TZI miteinander verknüpft werden können und deren Auswirkungen auf den laufenden Unterricht dargestellt.

Aufbau der Arbeit:

Der Aufbau dieser Arbeit wird in folgenden Abschnitten erläutert:

Kapitel 2: Humanistische Pädagogik. Der erste Teil der Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen die zur späteren Konzeptionserstellung für das Szenario eingesetzt werden. In den dazugehörigen Unterkapiteln werden die grundlegenden Prinzipien sowie auch die Themenzentrierte Interaktion dargestellt und fachliche Begriffe definiert.

Kapitel 3: Formen des Lernens. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit Lernen als Wissensaneignung und mit dem persönlichen bedeutsamen Lernen. Die grundlegendsten Unterschiede sind im Punkt 3.3 angemerkt.

Kapitel 4: Web 2.0. In diesem Kapitel geht es um ein grundlegendes Verständnis von Web 2.0. Eine erste Begriffserklärung gibt Aufschluss darüber was sich eigentlich hinter dem Begriff versteckt. Anwendungen wie Wikis, Blogs und Podcasts werden in den Unterkapitel näher beschrieben und geben somit Einblick in die Welt des Web 2.0.

Kapitel 5: Konzeption. Kapitel 5 widmet sich der Konzeption eines konkreten Szenarios, wie eine Web 2.0 Anwendung im Laufenden Unterricht eingesetzt werden kann, anhand einer Program Logic Map.

Kapitel 6: Szenario. Das Kapitel 6 kommentiert das durchgeführte Szenario und beschreibt die eingetroffenen Unterschiede in Bezug auf die vorhergegangene Konzeption.

Kapitel 7: Ergebnisse. In diesem Kapitel werden die Ergebnisse des Szenarios dargestellt welche mittels Befragungen festgestellt wurden. Nicht nur die Sicht der Studenten sondern auch die Sicht anhand der Durchführung wird kommentiert.

Kapitel 8: Abschließende Reflexion. In Kapitel 8 werden die Antworten der Handlungsleitenden Fragen dieser Diplomarbeit dargestellt und reflektiert.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort vi
Kurzfassung vii
Abstract viii
1. Einleitung 1
1.1 Ausgangsbasis 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau der Arbeit 2
2. Humanistische Pädagogik 4
2.1 Grundlegende Prinzipien 4
2.2 Themenzentrierte Interaktion 6
2.2.1 Einleitung 6
2.2.2 Axiome 8
2.2.3 TZI –Dreieck 10
2.2.4 Postulate 16
2.2.5 Hilfsregeln 18
2.2.6 TZI –Haus 21
2.2.7 TZI in der Praxis 22
3. Formen des Lernens 23
3.1 Lernen als Wissensaneignung 24
3.2 Persönlich bedeutsames Lernen 25
3.3 Grundlegende Unterschiede 25
4. Web 2.0 29
4.1 Was ist Web 2.0? 29
4.2 Web 2.0 Dienste 31
4.2.1 Blogs 31
4.2.2 Podcasts 33
4.2.3 Wikis 35
4.2.4 Soziale Netzwerke 36
4.2.5 Social Bookmarking 37
4.2.6 Foto- und Videosharing 37
4.3 Prinzipien 37
4.4 Produsage 41
4.5 Participatory culture 42
4.6 Persönlich bedeutsames Lernen mit Web 2.0 44
5. Konzeption 47
5.1 Ausgangslage 47
5.2 Auswahl der Anwendung 49
5.3 Program Logic Map 51
5.4 Handlungsleitende Fragen 55
6. Szenario 56
6.1 Beschreibung des Szenarios 56
6.2 Einsatzgebiet 60
6.3 Program Logic Map 60
7. Ergebnisse 64
7.1 Ergebnisse der Studentenbefragung 64
7.1.1 Welche offenen Fragen stellen sich von den Antworten der Studierenden? 69
7.2 Ergebnisse der offenen Fragen 69
7.3 Program Logic Map 71
8. Abschließende Reflexion 74
8.1 Reflexion der Handlungsleitenden Fragen 74
A. Interviews 76
A.1 Interviewleitfaden 76
A.1.1 Fragen an den Professor 76
A.1.2 Fragen an die Zielgruppe 77
A.2 Dokumentation der Interviews 78
A.2.1 Befragung des Professors 78
A.2.2 Befragung der Zielgruppe 80
Literaturverzeichnis 141

Textprobe:

Kapitel 4.5, Participatory culture:

Participatory culture kann wörtlich als ‘Teilnehmende Gesellschaft’ übersetzt werden, denn genau darum geht es in diesem englischen Begriff. Jenkins liefert eine sehr treffende Beschreibung, was unter participatory culture wirklich verstanden werden kann:

A participatory culture is a culture with relatively low barriers to artistic expression and civic engagement, strong support for creating and sharing one's creations, and some type of informal mentorship whereby what is known by the most experienced is passed along to novices.

Wie erwähnt stellt der Prodnutzer seine eigenen Texte und Daten für die Gemeinschaft im Netz zur Verfügung und somit ist er ein Teil der ‘Teilnehmenden Gesellschaft’. Es geht nicht nur um die Veröffentlichung der eigenen Werke, vielmehr steht dahinter auch die persönliche Motivation der Anerkennung. Als Teilnehmer erhoffe ich mir ein positives Feedback auf meine Worte, eine positive Anerkennung meiner Arbeit. Das Gefühl der Zugehörigkeit steigert die Motivation, auch wenn sich der Nutzer dabei anonym gibt.

Als ein Mitglied der ‘Teilnehmenden Gesellschaft’ können viele persönliche Vorteile entstehen. Das Lernen und Verstehen der Ansichten Anderer fliesst in das tägliche Geschehen im Netz ein. Nicht nur privat sondern auch im schulischen Kontext lässt sich die participatory culture nachvollziehen. Die Lernenden stehen in Verbindung miteinander und können so eine gemeinschaftliche Lösung oder Antwort finden. Wie Ruth Cohn in der TZI beschreibt, ist nicht nur der einzelne Mensch als Individuum wichtig, sondern auch die Gemeinschaft und das Umfeld, denn all diese Faktoren bestimmen den Lernerfolg.

Wie wichtig participatory culture ist, wird durch eine veränderte Ansicht der Schulen immer bewusster. Das herkömmliche Schulsystem, dass so schon viele Jahre existiert, sollte oder muss sich künftig an neue Formen des Lernens anpassen. Ein Bericht von Lemke, Coughlin und der Metiri Group zeigt auf wie notwendig es ist, dass bestehende Schulsystem zu verändern und neue Technologien und Anwendungen in den Unterricht einfliessen zu lassen:

In order to be competitive and responsible economically, politically, environmentally, and socially, U.S. youth must graduate from school ready to thrive in those realities, one of which is the participatory culture of Web 2.0 technologies. The results from this study indicate that the velocity of innovation and change in society, as represented by Web 2.0,is outpacing K-12 education's current capacity for innovation.

Dieser Bericht veranschaulicht wie sehr Web 2.0 Anwendungen derzeit Einfluss im persönlichen und schulischen Bereich auf Lernende hat. Laut Präsident Obamas Rede vom 20 Jänner 2009 ist es an der Zeit das bestehende System zu revolutionieren.

Arbeit zitieren:
Weiss, Heidemarie August 2009: Persönlich bedeutsames Lernen im Web 2.0, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Web 2.0, Themenzentrierte Interaktion, Wiki, Lernen, Fremdsprache

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