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Performancemessung und -attribution

Theoretische Analyse und praktische Anwendung der gängigen Verfahren

Performancemessung und -attribution
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Oliver Fochler
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 149 Seiten
  • Dateigröße: 5,0 MB
  • Note: 1,2
  • Institution / Hochschule: Universität Zürich Schweiz
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5805-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5805-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5805-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fochler, Oliver Mai 2002: Performancemessung und -attribution, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Performance Contribution, Portfoliomanagement, Performancekennzahlen, Reporting, Performance Attribution

Diplomarbeit von Oliver Fochler

Einleitung:

Trends wie Globalisierung, Deregulierung, „Securitization“, „Credit Enhancement“ und „Financial Engineering“ beeinflussen derzeit das Vermögensverwaltungsgeschäft und führen zu einer verstärkten Konkurrenz unter den Marktteilnehmern. Aus einem höheren Informationsstand der Kunden von Vermögensverwaltern resultiert die Tendenz zu einer abnehmenden Kundentreue sowie gestiegenen Ansprüchen bezüglich Beratungsleistungen, Gebühren, „Reporting“ und vor allem der erzielten „Performance“. Somit rückt ein Vergleich der Managementleistungen verschiedener Verwalter anhand der Performancemessung in den Vordergrund des Kundeninteresses. Mit „Performance Presentation Standards“ (PPS) wird deshalb versucht, einen Vergleich, die vollständige Offenlegung und eine faire bzw. korrekte Präsentation der erzielten Ergebnisse zu ermöglichen. Es bestehen jedoch Gestaltungsspielräume bei der Ergebnispräsentation, die anhand von Performanceanalysen beseitigt werden können. Durch diese Analysen kann eine qualitative Beurteilung des Managements resultieren, da der in der Performancemessung quantitativ berechnete Anlageerfolg in seine Erfolgskomponenten zerlegt wird. Kunden begnügten sich Anfang der 80er Jahre noch mit der Präsentation von absoluten Performancezahlen. Heute erfolgt eine differenziertere Betrachtung anhand von Performanceanalysen wie „Performance Contribution“ und „Performance Attribution“, für die jedoch noch keine Standards existieren. Eine Erleichterung der Abläufe im gesamten Portfoliomanagementprozess kann durch Automatisierungen anhand eines Portfolio-managementsystems (PMS) erzielt werden. Um kompetitive Vorteile gegenüber anderen Marktteilnehmern für die implementierenden Verwalter solcher Systeme zu generieren, ist es wichtig, dass diese Performancemessungen und -analysen unter Einhaltung der gängigen PPS unterstützen. Anbieter von ausgereiften PMS-Lösungen sollten daher Performanceanalysen unter Berücksichtigung einer ausreichenden historischen Datenbasis bereitstellen.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel unterteilt. Das erste Kapitel stellt die Einleitung in die Thematik der Performancemessung und -analyse bei Vermögensverwaltern dar. Ausserdem wird eine Definition der relevanten Begriffe vorgenommen.

Im zweiten Kapitel erfolgt die Einordnung der Performancemessung und -analyse in den Portfoliomanagementprozess. Des weiteren wird die Zielsetzung sowie der Stellenwert moderner Mess- und Analyseverfahren dargelegt.

Im dritten Kapitel wird zunächst ein systematischer Überblick der eindimensionalen Performancemessverfahren gegeben, die gemäss den PPS zulässig sind. Anschliessend werden im Rahmen der zweidimensionalen Messverfahren die neun bedeutendsten Performancekennzahlen erläutert, die eine Risikoadjustierung von erzielten Renditen ermöglichen. Bei den Analyseverfahren wird zunächst die Performance Contribution einer absoluten bzw. relativen Rendite beschrieben und mit Beispielen verdeutlicht. Ausgehend von den Problemen im Zusammenhang mit dem Grundmodell von Brinson/Hood/Beebower werden weitere Ansätze der Performance Attribution erläutert. Dabei wird im speziellen auf die Ansätze zur Isolation von Währungskomponenten von Singer/Karnosky, Zimmermann/Rudolf/Jaeger/Zogg-Wetter und Ankrim/Hensel eingegangen. Des weiteren wird der Ansatz zur risikoadjustierten Performance Attribution von Ankrim sowie das Verfahren zur Zerlegung von Optionsrenditen nach Rubinstein vorgestellt. Eine Betrachtung der Mehrperiodenverfahren zur Performance Attribution von Davis/Laker und Singer/Gonzalo/Ledermann runden den theoretischen Teil der Arbeit ab. Grundlage für die Erstellung dieses Teils stellt das Studium von vorwiegend englischen Originaltexten zur Performancemessung und -analyse in „Journals“ und Magazinen dar. Ausserdem werden deutschsprachige Standardwerke sowie aktuelle Studien zu diesem Themengebiet konsultiert. Interviews mit Vertretern der Credit Suisse Asset Management (CSAM) Zürich und der Bank Leu Zürich dienen zur Erstellung von praktischen Beispielen. Das Ende des dritten Kapitels stellt den Übergang vom theoretischen zum praktischen Teil der Arbeit dar. Dabei wird eine Untersuchung in Form einer Gap-Analyse zwischen der theoretisch erläuterten Literatur und den Funktionalitäten der Software „Reuters Portfolio Management System“ (RPMS) angestellt. Als Grundlage der Analyse dienen Systemtests, interne Dokumente der Firma Reuters sowie Interviews mit Vertretern des Produktmanagements und der Produktentwicklung von RPMS.

Im vierten Kapitel wird eine Beurteilung der Ergebnisse der Gap-Analyse vorgenommen. Anschliessend wird darauf aufbauend, anhand eines Blackbox-Modells, eine Spezifikation, der in RPMS realisierbar erscheinenden Ansätze der Performance Attribution erstellt. Dabei wird speziell auf die benötigte Datenbasis und die bei der Erstellung deren Zeitreihenhistorie auftretenden Probleme eingegangen. Zum Abschluss dieses Kapitels werden Empfehlungen zum Design der Integration gegeben.

Abgerundet wird diese Arbeit mit einer Schlussbetrachtung und einem Ausblick im fünften Kapitel.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis XI
Tabellenverzeichnis XII
Abkürzungsverzeichnis XIII
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 2
1.2 Zielsetzung 3
1.3 Aufbau 3
1.4 Abgrenzung 4
2. Performancemessung und -analyse im Rahmen des Portfoliomanagementprozesses 7
2.1 Einordnung der Performancemessung und -analyse in den Portfoliomanagementprozess 7
2.2 Stellenwert einer modernen Performancemessung und -analyse 10
2.3 Zielsetzung einer modernen Performancemessung und -analyse 12
3. Verfahren der Performancemessung und -analyse 14
3.1 Verfahren der Performancemessung 14
3.1.1 Eindimensionale Performancemessung 14
3.1.1.1 Money-weighted Rate of Return 15
3.1.1.2 Time-weighted Rate of Approximation 16
3.1.1.3 Modified-BAI-Methode als TWR-Approximation 17
3.1.1.4 Modified-Dietz-Methode als TWR-Approximation 18
3.1.2 Zweidimensionale Performancemessung 19
3.1.2.1 Sharpe-Ratio 20
3.1.2.2 Treynor-Ratio 22
3.1.2.3 Jensen-Apha 23
3.1.2.4 Appraisal-Ratio 23
3.1.2.5 Differential Return 24
3.1.2.6 Risk-Adjusted Performance 24
3.1.2.7 Market Risk-Adjusted Performance 25
3.1.2.8 Information-Ratio 26
3.1.2.9 Sortino-Ratio 27
3.1.2.10 Vergleich der Performancekennzahlen 27
3.2 Verfahren zur Performanceanalyse 27
3.2.1 Performance Contribution 30
3.2.1.1 Performance Contribution einer Gesamtrendite 31
3.2.1.2 Performance Contribution einer Gesamtrendite nach Ländern und Anlagekategorien 32
3.2.1.3 Performance Contribution einer Gesamtdifferenzrendite 34
3.2.1.4 Performance Contribution einer Gesamtdifferenzrendite nach Ländern und Anlagekategorien 35
3.2.2 Performance Attribution 37
3.2.2.1 Ansatz von Brinson/Hood/Beebower 37
3.2.2.2 Performance Attribution ohne Ausweis des Kreuzprodukts 42
3.2.2.3 Performance Attribution eines schweizerischen Pensionskassenportfolios 43
3.2.2.4 Alternative Ansätze zur Performance Attribution von Bond Portfolios 45
3.2.2.5 Empirische Untersuchungen zum Grundmodell 47
3.2.2.6 Probleme des Grundmodells nach Brinson/Hood/Beebower 48
3.2.2.7 Ansatz von Singer/Karnosky 50
3.2.2.8 Probleme des Modells nach Singer/Karnosky 59
3.2.2.9 Ansatz von Zimmermann/Rudolf/Jaeger/Zogg-Wetter 60
3.2.2.10 Ansatz von Ankrim/Hensel 63
3.2.2.11 Weitere Ansätze zur Bestimmung von Währungsbeiträgen 66
3.2.2.12 Ansatz von Ankrim 67
3.2.2.13 Weiterer Ansatz zur Risikoadjustierung 69
3.2.2.14 Schwierigkeiten bei der Performance Attribution von Derivaten 70
3.2.2.15 Ansatz von Rubinstein 72
3.2.2.16 Ansatz von Davis/Laker 79
3.2.2.17 Ansatz von Singer/Gonzalo/Ledermann 80
3.3 Gap-Analyse zur Software Reuters Portfolio Management System 82
4. Integration von Ansätzen zur Performance Attribution in Reuters Portfolio Management System 86
4.1 Beurteilung der Ergebnisse der Gap-Analyse 86
4.2 Vorgehen bei der Spezifikation 86
4.3 Spezifikation zur Integration des Brinson/Hood/Beebower-Ansatzes 87
4.3.1 Inputparameter 87
4.3.2 Probleme bei der Erstellung der Inputparameter 90
4.3.3 Berechnung der Ausgabeparameter 92
4.3.4 Output und grafische Darstellung 94
4.4 Spezifikation zur Integration des Zimmermann/Rudolf/Jaeger/Zogg-Wetter-Ansatzes 95
4.4.1 Inputparameter 95
4.4.2 Probleme bei der Erstellung der Inputparameter 97
4.4.3 Berechnung der Ausgabeparameter 98
4.4.4 Output und grafische Darstellung 99
4.5 Empfehlungen zum Design der Integration 101
5. Schlussbetrachtung 103
5.1 Kritische Würdigung 103
5.2 Ausblick 107
Literaturverzeichnis XV
Verzeichnis der Interviewpartner XXIII
Anhang XXIV
Anhang 1: Gap-Analyse von Reuters Portfolio Management System XXIV
Anhang 2: Marktdaten zu NEMAX Top 50 Performance Index XXXVII

Automatisiert erstellter Textauszug:

3 Verfahren der Performancemessung und –analyse Ein weiteres Problem stellt die ausgereifte Datenbasis dar, die vom Singer/Karnosky-Modell zur Bestimmung der drei Währungskomponenten benötigt wird.186 Dies ist beispielsweise der abgesicherte Portfolioanteil oder die „actively managed strategic cash“-Rendite. Normalerweise stehen Daten in einem solchen Detaillierungsgrad und in einer solchen Güte in der Praxis selten zur Verfügung. Werden die drei Währungskomponenten addiert, resultiert das gleiche Ergebnis, als wenn das Brinson/Hood/Beebower nur um eine Währungskomponente erweitert wird. Modelle, welche die Einflüsse von Währungen mit lediglich einer Komponente erklären sind in der Praxis weitverbreitet. Viele international diversifizierte Portfolios werden ohnehin nicht aktiv abgesichert, um die durch die Diversifikation angestrebten Effekte nicht zu eliminieren.187 Im folgenden erfolgt die Darstellung eines solchen Modells in Anlehnung an Zimmermann/Rudolf/ Jaeger/Zogg-Wetter.188 [...]

Im Unterschied zur Performance Attribution ohne Währungskomponente erklärt der Ansatz von Singer/Karnosky mit Währungskomponente nur einen Teil der Performanceabweichung des Portfolios. Dies bedeutet, dass die Summe der Performancekomponenten Markttiming, Titelselektivität, Währungstiming, Hedgeselektivität sowie der beiden Kreuzprodukte nur näherungsweise der Überschussrendite des Portfolios gegenüber der Rendite der Benchmark entspricht. Der resultierende Restterm - das sog. Residuum - kann dabei keiner Entscheidungsvariablen zugeordnet werden. Es lässt sich einerseits auf die Vernachlässigung der Kreuzterme bei der Umformung der Gleichungen (32) und (33) zurückführen. Andererseits resultiert diese Restgrösse aufgrund von vereinfachenden Annahmen bei der Berechnung von Performancedaten (z.B. Approximationen zur TWR-Berechnung184), Reallokationen, Strategieänderungen innerhalb eines Betrachtungszeitraums und durch das Verknüpfen der Renditen über die Zeit.185 [...]

Wiederum besteht das Ziel der Performance Attribution in der Zerlegung der Überschussrendite des Portfolios gegenüber der Benchmark. Deshalb wird der Nettobeitrag des aktiven Markttimings durch Subtraktion der lokalen Benchmarkrisikoprämie (M I) von Quadrant (M II) berechnet. Der dabei entstehende Term würde allerdings auf der Ebene eines einzelnen Marktes – analog dem Modell von Brinson/Hood/Beebower - zu wenig sinnvollen Resultaten führen.181 Bereits die Übergewichtung eines Marktes mit positiver lokaler Risikoprämie würde mit einem positiven Markttiming-Effekt belohnt. Darum werden die lokalen Risikoprämien der entsprechenden Länderindizes (z.B. MSCI Australia) in der folgenden Formel (40) um die Gesamtrisikoprämie der Benchmark (z.B. MSCI World) korrigiert: [...]

Arbeit zitieren:
Fochler, Oliver Mai 2002: Performancemessung und -attribution, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Performance Contribution, Portfoliomanagement, Performancekennzahlen, Reporting, Performance Attribution

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