Performance Management in Banken
Theorie- und Praxisabgleich am Beipiel der Deutsche Bank PGK AG
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Mathias Lüdtke-Handjery
- Abgabedatum: Januar 2005
- Umfang: 124 Seiten
- Dateigröße: 2,0 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8777-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8777-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8777-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Lüdtke-Handjery, Mathias Januar 2005: Performance Management in Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Performance Management, Balanced Scorecard, Controlling, Performance Measurement, Kennzahl
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Diplomarbeit von Mathias Lüdtke-Handjery
Einleitung:
Die Steuerung eines Unternehmens, der Unternehmensperformance und damit verbunden die Führung von Mitarbeitern ist seit Jahrhunderten Kernproblem und Ansatzpunkt von Strategieoptimierung im Unternehmensmanagement. Ziel des Performance Managements im strategischen Kontext ist die Lieferung eines Steuerungsinstrumentes, welches in Zusammenarbeit mit dem Controlling eines Unternehmens einen erheblichen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele liefert.
Lange Zeit waren die wichtigsten Messzahlen oder Kenngrößen der Leistungskontrolle jene, die durch die Finanzbuchhaltung schnell und akkurat geliefert werden konnten. Dazu zählen Größen wie der Gewinn oder Kennzahlen, die in bestimmter Relation zum Gewinn stehen. Durch unterschiedliche Bewertungsregeln, differenzierter Berücksichtigung des Risikos, länderspezifischen buchhalterischen Vorschriften und variierenden Ansätzen des Zeitwertes von Geld haften dem buchhalterischen Gewinn als Messgröße Mängel an, die im Vergleich zu Verzerrungen führen können. Diese festgestellten Mängel führten in Verbindung mit dem sich laufend verändernden Umfeld zu einer Orientierung am Shareholder Value Ansatz (Wertmanagement) Orientierung.
Das Konzept des Shareholder Values orientiert sich an der prioritären Zielgröße des Wertzuwachses des Unternehmens. Shareholder Value Management verbindet die Wertsteigerungsanalyse mit dem strategischen Management. Für die Wertsteigerungsanalyse sind verschiedene finanzmathematische Bewertungs- und Rechenverfahren entwickelt worden (z. B. Discounted Cash Flow Methode (DCF), Economic Value Added (EVA), etc.).
Die Implementierung und Umsetzung des Shareholder Value Ansatzes bereitet aber vielerorts Mühe, da einerseits griffige Instrumente zur Umsetzung fehlen und andererseits passende Strategien zu rund 90% nicht umgesetzt werden, was auch durch die Entwicklung neuer Strategien nicht eliminiert werden kann. Zudem werden die Zielgrößen im Shareholder Value Ansatz oft eindimensional finanziell verstanden. Finanzielle Größen im Allgemeinen bleiben ein Abbild vergangener Tatsachen und damit für die zukunftsorientierte Unternehmensführung ein nicht unbestrittener Wert. Zunehmend ist die Bedeutung der Kunden und Mitarbeiter als „Asset“ des Unternehmens in den Vordergrund gerückt, da sich bei der Fokussierung auf diese Gruppen Wettbewerbsvorteile herausarbeiten lassen.
Seit einiger Zeit sorgt das Konzept der Balanced Scorecard (BSC) für Aufsehen, welche ein ausgewogenes mehrdimensionales strategisches Mess- und Managementinstrument darstellt. Es ist geeignet, um das Wertmanagement zu unterstützen und darüber hinaus Ziele festzulegen und zu kontrollieren, welche über die eindimensionalen finanziellen Zielgrößen hinausgehen.
Die Zahl der Veröffentlichungen über die Balanced Scorecard nimmt ständig zu, jedoch sind diese Berichte meist stark theorielastig und beschreiben selten praktische Erfahrungen, Implikationen und Komplikationen aus der Praxis.
Auf den ersten Blick scheint die BSC für viele Unternehmen geeignet zu sein. Sie verknüpft Strategien und Visionen des Unternehmens mit speziellen Kennzahlen und liefert somit eine schnelles und anschauliches Unternehmensbild, welches ein rechtzeitiges erkennen von Chancen und Risiken zulässt. Es gibt aber auch Schwachpunkte und Missverständnisse im Umgang mit der BSC, so z. B. der Umgang mit „harten“ und „weichen“ Faktoren. Harte Kennzahlen oder Indikatoren sind nach betriebswirtschaftlicher Definition nur auf finanzielle Aspekte bezogen, weiche Faktoren dagegen nicht. Dies bereitet vielen Managern, gerade in der Finanzbranche, große Probleme. Zudem kommt der Aspekt, dass es für die Beschränkung der Harvard BSC auf, wie allseits bekannt, vier Perspektiven (Finanzen, Kunden, Prozesse und Lernen und Entwicklung) keine mathematische Formel gibt die beweist, dass vier Perspektiven notwendig und ausreichend sind.
Die Fragen, inwiefern und bis zu welchem Maße die BSC auch innerhalb eines Kreditinstitutes anwendbar und umsetzbar ist, welche Probleme damit im Zusammenhang stehen und welche Lücken zwischen der Theorie und der Praxis klaffen, sind Gegenstand dieser Arbeit.
Am Beispiel der bankspezifischen BSC der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG - dem Kompass PBC – soll gezeigt werden, dass die Nutzung der BSC nicht nur Engagement und unternehmerisches Gespür aller Beteiligten erfordert, sondern auch den ernsthaften Umgang verlangt und die breite Akzeptanz als strategisches Instrument voraussetzt. Zu diesem Zweck müssen die Kennzahlen, Bausteine und sogar die Perspektiven des Kompass PBC hinterfragt und fortwährend auf den Prüfstand gestellt werden.
Die Arbeit ist, abgesehen von Einleitung und Schlussteil, in drei Hauptkapitel gegliedert. Kapitel zwei geht dabei auf Begriffsbestimmungen und die Entwicklung von aussagefähigeren, dem Controlling entsprungenen Kennzahlensystemen und auf die daraus resultierende Evolution von Performance Management Systemen bis hin zum Konzept der Balanced Scorecard und dessen Möglichkeit zur Einbindung in die Strategie des Unternehmens, ein.
Im dritten Kapitel wird dann die mögliche Verknüpfung der BSC mit dem Wertemanagement einer Bank beschrieben, wobei dieses Kapitel noch keinen kontextbezogenen Vergleich zu einem einzelnen Unternehmen darstellt, sondern diesen Sachverhalt lediglich im allgemeinen für die Bankenbranche aufzeigt.
Im letzten Hauptkapitel wird dann die Theorie der BSC mit dem in der Praxis der Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG angewandten „Kompass PBC“ verglichen, Unterschiede herausgearbeitet und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Der Schlussteil stellt die Ergebnisse dar und gibt Antwort auf die eingangs gestellten Fragen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Darstellungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Performance Management und Controlling | 5 |
| 2.1 | Begriffsbestimmungen | 5 |
| 2.2 | Aufgaben des Performance Managements und Controllings | 9 |
| 2.3 | Klassische Controllinginstrumente auf Basis des Rechnungswesens und deren Grenzen | 13 |
| 2.3.1 | DuPont-Kennzahlensystem | 14 |
| 2.3.2 | Bankkennzahlensystem nach Schierenbeck | 15 |
| 2.3.3 | Zwischenfazit | 17 |
| 2.3.4 | Grenzen der klassischen Controllingsysteme | 17 |
| 2.4 | Evolution neuer Performance Managementsysteme | 21 |
| 2.4.1 | Intellectual Capital Ansatz | 22 |
| 2.4.2 | Total Quality Management - Das EFQM Modell | 25 |
| 2.4.3 | Zwischenfazit | 28 |
| 2.5 | Positionierung der Balanced Scorecard | 29 |
| 2.6 | Konzept der BSC | 33 |
| 2.6.1 | Finanzperspektive | 35 |
| 2.6.2 | Kundenperspektive | 37 |
| 2.6.3 | Prozessperspektive | 40 |
| 2.6.4 | Lern- und Entwicklungsperspektive | 42 |
| 2.6.5 | Zwischenfazit | 44 |
| 2.7 | Verknüpfung der Scorecard mit der Strategie | 45 |
| 3. | Verknüpfung der BSC mit dem Wertmanagement einer Bank | 50 |
| 3.1 | Grundprinzipien des Wertmanagements | 50 |
| 3.1.1 | Bewertungsverfahren zur Messung der Wertsteigerung | 50 |
| 3.1.1.1 | Discounted Cashflow Methode | 51 |
| 3.1.1.2 | Verfahren auf Basis eines Residual Income (EVA) | 52 |
| 3.1.1.3 | Gemischte Verfahren (Shareholder Value Added) | 53 |
| 3.1.2 | Zwischenfazit | 56 |
| 3.2 | Balanced Scorecard und das Wertmanagement | 56 |
| 3.3 | Die wertorientierte Scorecard im bankspezifischen Kontext | 58 |
| 3.3.1 | Branchenunabhängige Normstrategien und ihre Abbildung | 60 |
| 3.3.1.1 | BSC aus den Normstrategien nach Porter | 60 |
| 3.3.1.2 | Stakeholder Approach | 61 |
| 3.3.1.3 | Bewertung der Ansätze | 62 |
| 3.3.2 | Branchenspezifische Normstrategien und ihre Abbildung | 63 |
| 3.4 | Zusammenfassung und Erfolgsfaktoren bei der Auswahl der Inhalte | 66 |
| 4. | Die BSC als Instrument zur Steuerung des Vertriebes der Deutsche Bank Privat und Geschäftskunden AG | 68 |
| 4.1 | Einführung der BSC | 68 |
| 4.2 | Formulierung der Strategie | 69 |
| 4.3 | Entwicklung der Kennzahlen | 71 |
| 4.4 | Kern-Performance-Indikatoren in den Perspektiven der BSC | 73 |
| 4.4.1 | Aktionärsperspektive | 74 |
| 4.4.2 | Kundenperspektive | 75 |
| 4.4.3 | Mitarbeiterperspektive | 76 |
| 4.4.4 | Prozessperspektive | 77 |
| 4.5 | Die Implementierung der BSC | 79 |
| 4.5.1 | Integration in den Planungs- und Zielvereinbarungsprozess | 79 |
| 4.5.2 | Kommunikation während der Implementierung des Kompass PBC | 80 |
| 4.5.3 | Datenlieferung und Datendistribution | 82 |
| 4.6 | Kritische Würdigung und Weiterntwicklungsansätze des Kompass PBC | 84 |
| 5. | Schlussfolgerung und Ausblick | 91 |
| Anhang | 93 | |
| Anhang I Zusammensetzung des Marktwertes verschiedener Branchen | 93 | |
| Anhang II Berechnung des Net Present Values von Projekten | 93 | |
| Anhang III Berechnung des Gesamtwertes einer Unternehmung auf Basis der DCF-Methode | 94 | |
| Anhang IV Berechnung des Gesamtwertes einer Unternehmung auf Basis der EVA-Methode | 94 | |
| Anhang V Berechnung des SVAs | 94 | |
| Anhang VI EVA-Werttreiberbaum für das Firmenkundenkreditgeschäft | 95 | |
| Anhang VII Mögliche Ziele im Geschäftskundengeschäft | 96 | |
| Anhang VIII Mögliche Ziele im Retail Banking | 96 | |
| Anhang IX Mögliche Ziele im Private Banking | 97 | |
| Anhang X Webbasierte Startseite des Kompass PBC mit Hotline und E-Mail Kontaktinformationen | 97 | |
| Anhang XI Monatsstatus auf Gesamtbankebene | 98 | |
| Anhang XII Cockpit Ansicht - Alle vier Perspektiven und ihre KPIs erster Ebene im Überblick | 98 | |
| Anhang XIII Best Practice - Vergleich von verschiedenen Ebenen (hier Regionen), mit aktuellem und Vormonats Ranking | 99 | |
| Anhang XIV Vergleich von verschiedenen Ebenen (hier Regionen), mit aktuellem und Vormonats Ranking inklusive der Entwicklung | 99 | |
| Anhang XV Status Profil mit schraffierter Darstellung des Erreichungsgrades eines jeden KPIs pro Perspektive | 100 | |
| Anhang XVI Monatliche Entwicklung eines beliebig wählbaren KPIs und Vergleich zum Plan (hier ROE) | 100 | |
| Anhang XVII Auszug aus der Entwicklung der Kennzahlen und deren Verhältnis zum Plan etc. | 101 | |
| Quellenverzeichnis | 102 | |
| Eidesstattliche Versicherung | 111 |
Die BSC zeigt jedem Einzelnen, welchen Beitrag er zur Zielerreichung leistet. Sie lässt sich von daher besonders gut mit dem Vergütungssystem verknüpfen.151 Notwendige Voraussetzung dafür ist, dass die vereinbarten Ziele und Kennzahlen von jedem Einzelnen beeinflusst werden können. Kaplan und Norton erwähnen Unternehmen, welche für die Vergütung ihres Top-Managements die BSC als Berechnungsgrundlage verwenden. So sind z. B. 60 Prozent an das Erreichen der finanziellen Ziele und 40 Prozent an die Umsetzung der Ziele in den weiteren drei Perspektiven gebunden.152 Innerhalb der einzelnen Perspektiven kann eine individuelle Gewichtung der Ziele vorgenommen werden. Infolgedessen konzentriert sich das Management auch auf einen Katalog von strategischen Zielen, anstatt nur kurzfristigen, finanziellen Zielen den Vorzug zu geben. [...]
sondern auch, um die Erfolge nach oben, das heißt an Vorstand und Aufsichtsrat, zu kommunizieren. Kommunikations- und Weiterbildungsprogramme sollen auf allen Ebenen das Engagement zur Verwirklichung der strategischen Zielsetzungen fördern.149 Das Teilprogramm „Zielsetzung“ (Policy Deployment) ist ein Planungsvorgehen, um aus den obersten Zielsetzungen Ziele, Kennzahlen und Maßnahmen für die operativen Ebenen abzuleiten. Die Geschäftsziele werden dabei auf Prozesse und Teilprozesse kaskadenartig heruntergebrochen. Die jeweilige Endstufe verdeutlicht jedem Einzelnen seinen individuellen Beitrag zur Erreichung des Gesamtziels. Dabei wird neben der eigentlichen Zielerreichung ein besonderer Schwerpunkt auf den Prozess und dessen Umsetzung gelegt, um eine Verhaltensänderung bei den Beteiligten herbeizuführen. Das Policy Deployment umfasst Aussagen über die Mittel und den Zweck, dem diese Mittel dienen sollen. Die Folge ist eine höhere Wahrscheinlichkeit für die Akzeptanz der Unternehmensziele auf breiter Basis und über alle Hierarchien hinweg.150 [...]
Die Kernaufgabe des Prozesses „Formulierung und Umsetzung von Vision und Strategie“ besteht darin, die Strategien in konkrete Ziele zu übersetzen. Dazu müssen zunächst alle Mitglieder des Managements - und nicht nur einzelne Führungskräfte die Vision und Strategie im Team erarbeiten. Dieser Teamansatz führt zu einem gemeinsamen Ergebnis, auf das sich alle verständigt haben. Die Ziele, die dann für die BSC abgeleitet werden, liegen in der gemeinsamen Verantwortung.146 Im Einzelnen muss entschieden werden, welche finanziellen Ziele im Zentrum der Strategie stehen, und welche Kunden- und Marktsegmente bedient werden sollen. Danach müssen die für die Zielerreichung bedeutsamen internen Geschäftsprozesse, die eigentlichen Schlüsselprozesse, erkannt werden. Im Anschluss sind dann die Lern- und Wachstumsziele festzulegen, sowie die notwendigen Investitionen in Mitarbeiter, Systeme und Organisationsabläufe zu beschließen. Durch diesen Ablauf mit Formulierung von Vision und Strategie, Konsensfindung und Definition von [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832487775
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Lüdtke-Handjery, Mathias Januar 2005: Performance Management in Banken, Hamburg: Diplomica Verlag
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Performance Management, Balanced Scorecard, Controlling, Performance Measurement, Kennzahl



