Pensionsfonds als Mittel zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge in mittelständischen Unternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Annett Krüger
- Abgabedatum: Mai 2005
- Umfang: 122 Seiten
- Dateigröße: 1,9 MB
- Note: 2,8
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Merseburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8833-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8833-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8833-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krüger, Annett Mai 2005: Pensionsfonds als Mittel zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge in mittelständischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: BAV, Zusatzversorgung, Pensionsfondsgesellschaften, steuerliche Förderung, Altersversorgung
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Diplomarbeit von Annett Krüger
Einleitung:
Die Zukunft der Alterssicherung in Deutschland steht im öffentlichen und politischen Fokus wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Neben der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge gerät die betriebliche Altersvorsorge zunehmend in den Blickpunkt der politischen Diskussion mit dem Hintergrund, dass die betriebliche Altersversorgung bei entsprechenden Rahmenbedingungen die Möglichkeit einer flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Leistungen der Alterssicherung bieten kann.
Für die betriebliche Altersversorgung war das Altersvermögensgesetz ein Erfolg. Nach Jahren der Stagnation erhielt dieses Geschäftsfeld auf betrieblicher Ebene deutliche Impulse. Bereits seit dem 1. Januar 2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf die Umwandlung ihres Arbeitsentgelts zugunsten des Aufbaus oder der Ergänzung ihrer betrieblichen Altersversorgung. Weiterhin ist seit dem 1. Januar 2002 der Pensionsfonds als zusätzlicher Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung zu den bisherigen vier Versorgungsinstrumenten hinzugetreten.
Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers soll der Pensionsfonds ein modernes europataugliches Instrument zur Durchführung der betrieblichen Altersversorgung sein. Gleichzeitig soll er die Palette der Altersvorsorgemöglichkeiten für die Arbeitnehmer um einen zusätzlichen Baustein erweitern.
Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, ausgehend von der theoretischen Betrachtung der Rahmenbedingungen, Grundlagen, arbeitsrechtlichen Regelungen einschließlich der Insolvenzsicherung herauszustellen, wie dieser junge Durchführungsweg in der deutschen Wirtschaft, insbesondere in mittel-ständischen Unternehmen aufgenommen wird. Um ein Erfolgsmodell zu werden, muss der Pensionsfonds die Erwartungen der verschiedenen an der Gestaltung der betrieblichen Altersversorgung Beteiligten erfüllen.
Seitens der Arbeitgeber beziehen diese sich auf finanzwirtschaftliche Aspekte u.a. auf die Reduzierung der Unternehmensrisiken und die Senkung der Kosten zur Finanzierung von Versorgungszusagen. Gerade für global tätige Unternehmen kann es interessant sein, ihre aus Versorgungszusagen resultierenden Verpflichtungen aus der Bilanz auszulagern. Die Unternehmen erhöhen so ihre Eigenkapitalrelation und damit ihre Chance, sich zu günstigen Bedingungen auf dem internationalen Kapitalmarkt zu finanzieren. Auch im Bereich der Personalpolitik der Unternehmen ist der Pensionsfonds als Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung ein herausragendes Instrument. Er verstärkt die Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen und fördert dessen Attraktivität am Arbeitsmarkt. Bei den Arbeitnehmern wird durch eine Beteiligung an der Finanzierung zusätzlich das Bewusstsein für den Wert der betrieblichen Alterversorgung gestärkt.
Häufig ist der Aufbau einer Zusatzversorgung über den Arbeitgeber für den Arbeitnehmer die kostengünstigere und damit bessere Variante als die private Altersversorgung. Um diesen Aspekt darzustellen, wird im weiteren Verlauf der Arbeit anhand von Fallbetrachtungen die Eignung der Pensionsfonds für die Arbeitnehmer in den verschiedenen Lebensphasen untersucht und bewertet.
Zu diesem Zweck haben Pensionsfondsgesellschaften Angebote erstellt. Sie bilden die Grundlage für die Betrachtung von Versorgungskapital, Renditechancen und Aufwendungen für die Altersversorgung. Von Bedeutung für den Arbeitnehmer ist die steuerliche Förderung der Pensionsfonds nach § 3 Nr. 63 EStG, da er durch steuerfreie Beiträge in der Ansparphase begünstigt wird. Bei einem Arbeitgeberwechsel hat der Arbeitnehmer mehrere Alternativen die Anwartschaft fortzuführen. Die durch Entgeldumwandlung finanzierten Versorgungszusagen unterliegen einem sofortigen Insolvenzschutz.
Die Lohnsteuerbegünstigung gilt nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für Gesellschafter-Geschäftsführer. Sie können die Leistungen des Pensionsfonds ebenfalls in Anspruch nehmen und ihre Altersversorgung vom Firmenschicksal trennen.
Neben dem Pensionsfonds haben sich in den letzten Jahren die Pensionskasse und die Direktversicherung als Durchführungswege behauptet. Durch einen Vergleich wird dargestellt, dass der Pensionsfonds insgesamt größere Freiheiten für die Produktgestaltung erhalten hat und komplette Versorgungswerke gegen einen Einmalbeitrag auf ihn übertragen werden können.
Die Geschäftsentwicklung der Pensionsfondsgesellschaften gibt wichtige Anhaltspunkte, wie der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer den Durchführungsweg seit der Zulassung annehmen. Anhand von Geschäftberichten aus dem Jahr 2003 von betrieblichen und überbetrieblichen Pensionsfondsgesellschaften kann festgestellt werden, wie die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer den Pensionsfonds annehmen.
Anliegen dieser Arbeit ist es darüber hinaus, die theoretisch gewonnenen Ergebnisse mit einer empirischen Erhebung bei mittelständischen Unternehmen auf ihre praktische Relevanz zu überprüfen. Im Rahmen dieser Erhebung wurde eine Befragung durchgeführt, die die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung in der Unternehmenspraxis aufzeigt sowie Entwicklungstendenzen herausstellt. Aus der Gesamteinschätzung der Produkte geht hervor, dass der Pensionsfonds ein wachsendes Segment der betrieblichen Altersversorgung ist.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Das System der Alterssicherung in Deutschland | 3 |
| 2.1 | Das Modell der drei Säulen der Alterssicherung | 3 |
| 2.2 | Begriff der betrieblichen Altersversorgung | 5 |
| 2.3 | Fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung | 8 |
| 2.4 | Die neuen Rahmenbedingungen - Betriebsrentengesetz ab 2005 | 12 |
| 3. | Der Pensionsfonds als Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung | 13 |
| 3.1 | Ziele der Bundesregierung mit der Einführung von Pensionsfonds | 13 |
| 3.2 | Allgemeine Grundlagen des Pensionsfonds | 15 |
| 3.3 | Rechtsform und Struktur eines Pensionsfonds | 18 |
| 3.4 | Pensionsplan als Regelwerk des Pensionsfonds | 20 |
| 3.5 | Steuerrechtliches Umfeld | 22 |
| 4. | Stärken und Schwächen des Pensionsfonds für den Arbeitgeber und Arbeitnehmer | 23 |
| 4.1 | Pensionsfonds aus Sicht der Arbeitgeber | 23 |
| 4.1.1 | Bilanzierung von Pensionsfonds beim Arbeitgeber | 23 |
| 4.1.2 | Übertragung von Versorgungsverpflichtungen auf den Pensionsfonds | 24 |
| 4.1.3 | Die Insolvenzsicherung bei der Durchführung über den Pensionsfonds | 27 |
| 4.1.4 | Finanzwirtschaftliche Auswirkungen durch den Einsatz eines Pensionsfonds in mittelständischen Unternehmen | 31 |
| 4.1.5 | Pensionsfonds in der Personalpolitik | 34 |
| 4.1.6 | Zusammenfassung der Motive für die Aufnahme des Pensionsfonds | 37 |
| 4.1.7 | Probleme in der praktischen Umsetzung | 38 |
| 4.2 | Pensionsfonds aus Sicht der Arbeitnehmer | 39 |
| 4.2.1 | Ausgestaltung von Leistungsplänen | 39 |
| 4.2.2 | Der Pensionsfonds im Zusammenspiel mit der Riester- und Eichelförderung | 45 |
| 4.2.3 | Besteuerung beim Arbeitnehmer | 46 |
| 4.2.4 | Behandlung der Anwartschaft bei Arbeitgeberwechsel und Insolvenz des Unternehmens | 48 |
| 4.2.5 | Beherrschende Gesellschafter - Geschäftsführerversorgung | 51 |
| 4.2.6 | Vorteile und Nachteile aus Arbeitnehmersicht im Überblick | 53 |
| 5. | Vergleich der bisheriger Durchführungswege Pensionskasse und Direktversicherung mit dem Baustein Pensionsfonds | 55 |
| 5.1 | Pensionskasse und Pensionsfonds | 55 |
| 5.2 | Direktversicherung und Pensionsfonds | 57 |
| 5.3 | Schlussfolgerungen für den Arbeitgeber und Arbeitnehmer | 58 |
| 6. | Wirtschaftliche Entwicklung der Pensionsfonds seit der Zulassung in Deutschland | 59 |
| 6.1 | Anbieter - die seit 2002 ihren Betrieb aufgenommen haben | 59 |
| 6.2 | Geschäftsentwicklung der Pensionsfonds | 60 |
| 6.3 | Betrachtung einzelner Pensionsfondsgesellschaften | 61 |
| 6.3.1 | Betriebliche Pensionsfondsgesellschaften - CHEMIE Pensionsfonds AG und Telekom Pensionsfonds a.G. | 61 |
| 6.3.2 | Überbetriebliche Pensionsfondsgesellschaften - Allianz Dresdner Pensionsfonds AG und PB Pensionsfonds AG | 63 |
| 6.4 | Experteneinschätzung zum Entwicklungstrend | 67 |
| 6.5 | Gegenwärtige Bedeutung des Pensionsfonds für den Mittelstand | 68 |
| 7. | Gesamteinschätzung der Produkte und Schlussfolgerung für die Zukunft | 72 |
| 8. | Anhangverzeichnis und Anhang | 75 |
| 9. | Literaturverzeichnis | 76 |
| 10. | Eidesstattliche Erklärung | 80 |
Es stellt sich die Frage: Warum sich der Arbeitgeber innerhalb der betrieblichen Altersversorgung für den Durchführungsweg des Pensionsfonds entscheiden soll? Die vorangegangenen Abschnitte haben einige vorteilhafte Aspekte schon dargestellt. An dieser Stelle wird ein Überblick der möglichen Motive für die Aufnahme des Pensionsfonds gegeben: (a) Reduzierung der Unternehmensrisiken Der Pensionsfonds befreit das Unternehmen von betriebsfremden Risiken u.a. vom Kapitalanlage- und Langlebigkeitsrisiko. (b) Entlastung vom Anlagemanagement Qualifizierte Fondsmanager übernehmen die Aufgabe der Auswahl guter Fondsprodukte und optimieren die Kapitalanlage. Durch ein ausgewogenes Anlagekonzept und die strikte Trennung von Garantie- und Risikokapital können die garantierten Beiträge gesichert werden. (c) Zahlungen an einen Pensionsfonds sind stets Betriebsausgaben und es können Lohnnebenkosten eingespart werden (d) Steuerfreie Auslagerung von Versorgungsleistungen Eine Übertragung kann für den Arbeitgeber unterschiedliche Beweggründe haben z.B. die Verwirklichung einer bilanzneutralen betrieblichen Altersversorgung, Verkauf des Unternehmens, Aufnahme neuer Gesellschafter und die Risikostreuung künftig fällig werdender Rentenleistungen. Die Auslagerung ist lohnsteuerfrei und betriebsausgabenwirksam. (e) Inanspruchnahme verschiedener Serviceleistungen73 Die am Markt agierenden Pensionsfonds bieten z.B. internetunterstützte Auskunfts- und Bearbeitungsfunktionen, eine Hotline für Fragen des Arbeitgebers und Arbeitnehmers sowie regelmäßige Informationen der Beitragszahler über den persönlichen Kontostand an.74 Die Verwaltungsaufwendungen können eingeschränkt werden. [...]
Versicherungsbranche bei 17,8 % im Jahr 2002. Im Jahr 2005 dürften die Werte noch höher liegen, denn auch kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern haben in der betrieblichen Altersversorgung mit 58 Prozent (Mai 2003: 25 %) aufgeholt.71 Einige Unternehmen vor allem kleine und mittelständische unterschätzen noch immer die Motivationswirkung der betrieblichen Altersversorgung auf die Mitarbeiter. Sie sind der Meinung, dass die unmittelbaren Anreize für die Arbeitnehmer eher geringer sind, weil zwischen der Leistungserbringung und dem Leistungsbezug in der Regel eine beträchtliche Zeitspanne liegt, so dass barer Lohn häufig vorgezogen wird. Doch nach Angaben der Forschungsgruppe der Hochschule Pforzheim beziehen die Arbeitnehmer das Angebot an Sozialleistungen bewusst in die Entscheidung für oder gegen ein neues Arbeitsplatzangebot ein. Die Sozialleistungen eines Arbeitgebers spielen daher eine wichtige Rolle, wenn es um einen Arbeitsplatzwechsel geht.72 Ältere Arbeitnehmer schätzen den Wert einer Betriebsrente höher ein als Jüngere. Durchweg positiv beurteilt wird die betriebliche Altersversorgung auch bei Führungskräften. Bei diesen Personen wirkt sich aufgrund der steuerlichen Behandlungen wie bei dem Durchführungsweg des Pensionsfonds die betriebliche Altersversorgung besonders attraktiv aus. Gerade bei dieser Gruppe erbringt die gesetzliche Rentenversicherung nur eine unzureichende Alterssicherung. Für Mitarbeiter mit höherem Einkommen und höherem Alter sind diese zusätzlichen Versorgungsbausteine demzufolge beliebter als Bargeld. Der Pensionsfonds als Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung spricht dieses Personal an, denn über ihn können Lohnsteuern eingespart werden und damit kann die Effektivität der Vergütung erhöht werden. [...]
Aufgrund der individuellen Gestaltungsmöglichkeiten bietet sie sich als freiwillige Sozialleistung an: die Arbeitsmoral, Betriebsverbundenheit und das Vertrauen der Mitarbeiter in die Unternehmensleitung zu steigern sowie eine hohe Anziehungskraft von qualifiziertem Personal auf den Arbeitsmarkt zu fördern.69 Jung schreibt, dass „Unter Berücksichtigung des finanziellen Volumens freiwilliger betrieblicher Sozialleistungen sowie ihrer Wertschätzungen durch den Mitarbeiter“70, die betriebliche Altersversorgung von besonderer Bedeutung ist. Daher nimmt sie vom Volumen her den ersten Platz unter den betrieblichen Sozialleistungen ein. Sie ist mit Abstand auch die teuerste freiwillige Sozialleistung der Betriebe. 2002 kamen auf je 100,00 Euro Direktentgelt zusätzlich 7,40 Euro in Westdeutschland und 2,40 Euro in Ostdeutschland für die betriebliche Altersversorgung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832488338
Arbeit zitieren:
Krüger, Annett Mai 2005: Pensionsfonds als Mittel zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge in mittelständischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
BAV, Zusatzversorgung, Pensionsfondsgesellschaften, steuerliche Förderung, Altersversorgung



