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Patente und Venture Capital

Die Bedeutung von Patenten bei der Auswahl von Beteiligungen in der Early Stage-Phase

Patente und Venture Capital
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Denise Beyer
  • Abgabedatum: November 2008
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 989,5 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • Bibliografie: ca. 114
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2788-7
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Beyer, Denise November 2008: Patente und Venture Capital, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Venture Capital, Patent, Early Stage, Hightech-Unternehmen, Innovation

Diplomarbeit von Denise Beyer

Einleitung:

Im Zuge des gesamtwirtschaftlichen Strukturwandels von der „Industriegesellschaft des 20. Jahrhunderts zur Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts“ gewinnt geistiges Eigentum zunehmend an Bedeutung, während die dominierenden Produktionsfaktoren des 19. und 20. Jahrhunderts, Arbeit und Sachkapital, kontinuierlich an Wert verlieren.

Wissen bildet die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen der technologieorientierten und wissensbasierten Branchen, die sich einerseits durch hohe Innovationstätigkeiten auszeichnen, und andererseits zum Großteil nur immaterielle Vermögenswerte besitzen, wird ein wichtiger Beitrag zur Adaption und Diffusion von technologischem Wissen eingeräumt. Trotz der wachsenden Bedeutung der wissensbasierten, technologieintensiven Wirtschaftszweige im heutigen Wirtschaftssystem, stellt die Finanzierung für innovative Start-ups, aufgrund hoher Risiken und fehlender materieller Sicherheiten, eine große Herausforderung dar.

Die Nutzung von Venture Capital erscheint für diese Unternehmensgründungen eine mögliche Finanzierungsalternative zu sein.

Im Hinblick auf die Tatsache, dass kein allgemein anerkanntes Verfahren zur Bewertung von Patenten existiert, stellt sich die Frage, wie Venture Capital-Geber immaterielle Vermögenswerte, insbesondere Patente, in ihrer Investitionsentscheidung berücksichtigen und bewerten? Spielen sogenannte Intellectual Property Rights überhaupt eine Rolle bzw. wird ihnen in Abhängigkeit der Branche unterschiedliche Bedeutung zuteil? Diese und andere Fragen gilt es in der vorliegenden Arbeit zu beantworten.

Gang der Untersuchung:

Das erste Kapitel widmet sich der Einführung in die Thematik und verdeutlicht Moti-vation und Aufbau der Arbeit.

Daran schließt sich das zweite Kapitel an, welches sich mit Hightech-Unternehmen und deren Charakteristik auseinandersetzt. Es wird die Bedeutung dieser Unternehmen für die Volkswirtschaft dargelegt, sowie näher auf die finanzierungsrelevanten Merkmale eingegangen, die verdeutlichen sollen, dass gerade für innovative Start-ups Venture Capital die einzige Finanzierungsalternative ist.

Kapitel drei vermittelt einen kurzen Überblick über die gängigsten existierenden Möglichkeiten, wie Innovationen geschützt werden können.

In Kapital vier wird Venture Capital als Finanzierungsquelle für Hightech-Unternehmen vorgestellt. Neben der Begriffsdefinition werden einerseits der deutsche VC-Markt sowie andererseits die positiven Auswirkungen, die Venture Capital auf Unternehmen hat, erklärt. Abschließend werden ein Modell, welches den Zusammenhang zwischen Venture Capital und Hightech-Unternehmen veranschaulicht, sowie der typische Ablauf einer Beteiligungswürdigungsprüfung dargelegt.

Kapitel fünf betrachtet theoretisch, welche Bedeutung Patente für Unternehmen, die Wirtschaft und auch Risikokapitalgeber haben. Der Schwerpunkt liegt auf den Patentfunktionen sowie typischen Strategien zum Schutz des geistigen Eigentums.

Aus diesen Erkenntnissen versuchte die Autorin Hypothesen zu entwickeln, über die sie die zwei zentralen Forschungsfragen dieser Arbeit beantworten kann.

Kapitel sechs beschäftigt sich mit der durchgeführten empirischen Untersuchung und der Auswertung der Hypothesen, mit denen die zentralen Fragen dieser Arbeit beantworten werden sollen.

Eine kurze Zusammenfassung der zentralen Aussagen dieser Arbeit sowie ein Ausblick bilden im Kapitel sieben den Abschluss dieser Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung und Motivation 8
1.1 Motivation 8
1.2 Aufbau der Arbeit 12
2. Charakteristik von Hightech-Unternehmen 14
2.1 Begriffsklärung und Bedeutung für die Volkswirtschaft 14
2.2 Finanzierungsrelevante Merkmale 19
2.3 Immaterielle Vermögenswerte 23
3. Schutz von Innovationen 26
3.1 Geheimhaltung 26
3.2 Schutzrechte 26
3.2.1 Patente 27
3.2.2 Gebrauchsmuster 31
3.2.3 Geschmacksmuster 31
3.2.4 Marken 32
3.2.5 Urheberrechte 33
3.2.6 Firmennamen und Domains 33
4. Venture Capital als Finanzierungsquelle für Hightech-Unternehmen 35
4.1 Was verbirgt sich hinter Venture Capital? 35
4.2 Überblick über den deutschen VC-Markt 38
4.3 Venture Capital und Hightech-Unternehmen 41
4.4 Zusammenhang zwischen Geistigen Eigentum und Venture Capital 45
4.5 Beteiligungswürdigkeitsprüfung 47
5. Theoretische Betrachtung - Bedeutung von Patenten 50
5.1 Überblick Patententwicklungen 50
5.2 Patente und ihre Bedeutung für die Volkswirtschaft 53
5.3 Patente und ihre Bedeutung für Unternehmen 55
5.3.1 Patentfunktionen aus Sicht des einzelnen Unternehmen 55
5.3.2 Patente und ihre Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg 62
5.4 Bewertung von Patenten 63
5.4.1 Kostenorientierte Verfahren 65
5.4.2 Marktorientierte Verfahren 66
5.4.3 Kapitalwertorientierte Verfahren 67
5.4.4 Patentindikatoren 68
5.5 Strategien zum Schutz des geistigen Eigentums 69
5.5.1 Offensive versus defensive Patentstrategie 71
5.5.2 Patentvolumenstrategie versus Basispatentstrategie 73
5.5.3 Nationale versus internationale Patentstrategien 73
5.5.4 Eigenverwertungvon Patenten versus Lizenzstrategie 75
5.5.5 Branchenspezifische Patentstrategien 77
5.6 Patente und ihre Bedeutung für Risikokapitalgeber 86
5.6.1 Patentfunktionen aus Sicht der VC-Geber 86
5.6.2 Patente im Rahmen der Beteiligungswürdigungsprüfung 87
6. Empirische Betrachtung - Bedeutung von Patenten 92
6.1 Darstellung der Untersuchungsdimensionen und Wahl der Methode 92
6.2 Datenbasis der Untersuchung 93
6.3 Auswertung der Hypothesen 96
6.4 Fazit und Diskussion der Ergebnisse 102
7. Ausblick 105
A. Anhang 107
Quellenverzeichnis 120

Textprobe:

Kapitel 5.3.2, Patente und ihre Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg:

Patente werden als Indikator für die wirtschaftliche Kraft eines Unternehmens gesehen. Zahlreiche Studien (Vgl. hierzu A5-Tab. 8) belegen den positiven Einfluss von Patenten auf den Unternehmenserfolg. Unternehmen mit Patenten wachsen nicht nur stärker als Unternehmen ohne Patente, sondern weisen zudem ein deutlich höheres Beschäftigungswachstum auf. Ernst untersuchte in seiner Studie 50 deutsche Firmen der Maschinenbaubranche und kommt zu dem Ergebnis, dass patentaktive Unternehmen innovativer und erfolgreicher sind. Durch Einführung neuer Produkte am Markt erzielen sie ein höheres Umsatzwachstum und können nachhaltig die Marktposition ihrer Wettbewerber verschlechtern. Griliches wies des weiteren eine signifikante Beziehung zwischen dem Wert eines Unternehmens und seinem immateriellen Vermögenswerten nach. Investitionen in Forschung und Entwicklung und daraus resultierende Patente haben positive Auswirkungen auf den Unternehmenswert. Ändern sich die Investitionen in Forschung und Entwicklung, spiegelt sich das im Patentierverhalten und letztendlich im Unternehmenswert wider. Patente, die unerwartet erteilt werden, erhöhen den Unternehmenswert überdurchschnittlich. Steigt die Anzahl der Patente mit hohem wissenschaftlichem Gehalt einerseits und gleichzeitig die Ausgaben in Forschung und Entwicklung andererseits, dann hat das positive Auswirkungen auf den Aktienwert eines Unternehmens. Gewonnene Rechtstreitigkeiten, die Größe der Patentfamilie als auch die Anzahl der Zitierungen korrelieren positiv mit dem Patentwert. Ebenso spielt die Qualität der Patentportfolien eine entscheidende Rolle für den Unternehmenserfolg. Wertvolle Patente, die Anzahl der Patenterteilungen und häufig zitierte Patente eines Unternehmens wirken sich positiv auf den Marktwert eines Unternehmens aus. Ferner erhöhen Patente mit technologisch breitem Geltungsbereich die Bewertung eines Unternehmens. Lerner stellte in seiner Studie fest, dass bei einer Erhöhung des Geltungsbereiches eines Patentes um 1%, der Unternehmenswert um 21% zunimmt.

Trotz des breiten Bewusstseins, dass sich Patente positiv auf den Unternehmenserfolg und den Unternehmenswert auswirken, werden sie oft nur verwaltet anstatt sie strategisch und nutzbringend einzusetzen. Patente können den Erfolg eines Unternehmens positiv beeinflussen. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass der Unternehmenserfolg von vielen Faktoren bestimmt wird und es schwierig erscheint, den Erfolgsbeitrag von Patenten isoliert zu betrachten.

Bewertung von Patenten:

Das Patente einen Wert besitzen, ist unbestritten. Die Schwierigkeit besteht jedoch darin diesen zu ermitteln. Zum einem müssen zur Berechnung des heutigen Wertes zukünftige Ereignisse berücksichtigt werden, zum anderen existiert zur Ermittlung bisher „keine allseits anerkannte Methode.“ Die Bewertung eines Patentes ist, unabhängig von der jeweiligen Unternehmenssituation, kaum möglich. Ein Patent kann für ein Unternehmen extrem wertvoll sein, während es für ein anderes Unternehmen nur einen geringen Wert besitzt. Im folgenden Kapitel werden die in der Praxis angewandten monetären Methoden zur Ermittlung des Patentwertes kurz vorgestellt.

Führungskräfte wissen, dass das geistige Eigentum, insbesondere Patente, für den Erfolg des Unternehmens wichtig ist. Dennoch dominiert die administrative Verwaltung der Patente statt deren strategischer Einsatz zur Steigerung des Unternehmenswertes. Das zeigt sich in der von PricewaterhouseCoopers durchgeführten Studie, in der europäische Unternehmen befragt wurden, wie sie in der Praxis Technologien und Patente bewerten. Unternehmen nutzen demnach die vorhandenen Patente selten. „… 36 Prozent der teilnehmenden Unternehmen nutzen weniger als 20 Prozent ihrer Patente selbst, …“ und die Lizenzierung an Dritte spielt ebenso eine geringe Rolle. In patentintensiven Unternehmen bleibt ein großer Teil der Patente oftmals ohne wirtschaftliche Verwertung. Patentbewertungen werden, wenn überhaupt, größtenteils nur zur Portfoliopflege oder um Vergütungen von Arbeitnehmererfindungen zu ermitteln, durchgeführt (Vgl. Abb. 10).

Patentbewertungen zum Zwecke der Unternehmensfinanzierung oder zu freiwilligen Kapitalmarktinformationen kommen seltener vor. Es zeigt sich auch, dass der Wertbeitrag von Patenten in der Praxis in vielen Bewertungsfällen gar nicht erst ermittelt wird.

Bezüglich des Bilanzierungsausweises galt bisher, dass erworbene Patente bilanzierungs- und abschreibungspflichtig waren, während selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte in der Bilanz nicht aktiviert werden konnten. Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG), welches zum 01. Januar 2009 in Kraft tritt, können zukünftig selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in der Bilanz aktiviert werden. Für kleine innovative Start-ups hat das positive Auswirkungen, da sie ihre Entwicklungen sowie ihr Potenzial in der Handelsbilanz ausweisen und damit ihre Eigenkapitalbasis optimieren können. Infolgedessen erleichtert sich für Start-ups die Kapitalbeschaffung am Markt erheblich.

Zur Bewertung von Patenten werden im Allgemeinen folgende drei klassischen Verfahren herangezogen: (1) die kostenorientierten Verfahren, (2) die marktorientierten Verfahren und (3) die kapitalwertorientierten Verfahren.

Arbeit zitieren:
Beyer, Denise November 2008: Patente und Venture Capital, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Venture Capital, Patent, Early Stage, Hightech-Unternehmen, Innovation

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