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Partnerschaft am Arbeitsplatz

Partnerschaft am Arbeitsplatz
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Marita Malzer
  • Abgabedatum: November 2007
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 655,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • Bibliografie: ca. 58
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1187-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Malzer, Marita November 2007: Partnerschaft am Arbeitsplatz, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Soziologie, Partnerschaft, Organisationssoziologie, Partnerwahl, Lebenssphäre

Magisterarbeit von Marita Malzer

Einleitung:

Die Magisterarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen „Partnerschaften am Arbeitsplatz“. Aufgrund von verschiedenen strukturellen Veränderungen im Erwerbsleben kommt es u. a. zu einer stärkeren Vermischung der Geschlechter im organisationalen Kontext, woraus sich ergibt, dass der Beruf eine Institution zur Paarbildung darstellt. Wissenschaftliche Arbeiten beschäftigen sich allerdings eher mit Faktoren, die die Entstehung von Partnerschaften am Arbeitsplatz begünstigen, die Auswirkungen von derartigen Partnerschaften werden eher in populärwissenschaftlichen Ratgebern andiskutiert.

Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen deshalb die Auswirkungen von Partnerschaften am Arbeitsplatz zwischen unselbständig beschäftigten Personen: einerseits auf der Ebene des betrieblichen Umfeldes in Form der KollegInnen und Vorgesetzten, andererseits auf der Ebene der Partnerschaft selbst, welche sich aufgrund der organisationalen Eingebundenheit der PartnerInnen ergeben. Ziel der Arbeit ist es weiters, die charakteristischen Elemente dieser speziellen Paarbeziehung aus der Perspektive der PartnerInnen herauszuarbeiten.

Die Magisterarbeit ist in vier Kapitel gegliedert. Im ersten Kapitel erfolgen eine Eingrenzung des Themas und die Skizzierung des Forschungsinteresses. Eine erste theoretische Einbettung des gewählten Themenkomplexes wird vorgenommen, genauso wie die Ziele der Arbeit vorgestellt werden.

Im zweiten Kapitel handelt es sich um eine theoretische Zusammenschau mehrerer Bereiche. Zuerst wird auf allgemeine theoretische Grundlagen der Organisationssoziologie eingegangen, die für das Thema relevant erscheinen. Weiters wird der Themenkomplex „Partnerschaft“ bzw. „Partnerwahl“ bearbeitet, interessierende Aspekte im Zusammenhang mit dem Forschungsgebiet werden diskutiert, z. B. die Trennung der beiden Lebensbereiche Arbeit und Familie. Zusätzlich zu relevanten soziologischen Ausführungen wird auch auf sozialpsychologische Annahmen zum Thema eingegangen.

Im dritten Kapitel wird der Ablauf der empirischen Untersuchung genauer skizziert. Zuerst erfolgt eine Auflistung der Forschungsfragen, die sich aus der Beschäftigung mit theoretischen Aspekten in den vorangegangenen Kapiteln ergeben haben. Es wurden zehn qualitative Interviews mit Personen, die eine Partnerschaft am Arbeitsplatz aufweisen, geführt. Nach der Skizzierung der methodischen Vorgangsweise, der zu befragenden Zielpersonen sowie des Feldzugangs wird die Auswertungsmethode besprochen, danach folgen die Ergebnisse der empirischen Erhebung, die anhand der beiden Dimensionen „Innen- und Außenperspektive der Partnerschaft“ bzw. „Verschwimmende Grenzen“ dargestellt werden. Theoretische Aspekte des Themas werden in diesem Teil der Arbeit mit den empirischen Ergebnissen in Beziehung gesetzt.

Im vierten Kapitel folgt ein abschließendes Resümee zum Thema Partnerschaften am Arbeitsplatz, auch weiterführende Fragestellungen haben an dieser Stelle Platz.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT 1
ABSTRACT 2
I. EINLEITUNG 6
1.1 EINFÜHRUNG IN DAS THEMA 6
1.2 Forschungsinteresse und Relevanz des Themas 8
1.3 Ziel der Arbeit 11
1.4 Aufbau der Arbeit 12
II. THEORETISCHE ÜBERLEGUNGEN 13
1. ORGANISATIONSSOZIOLOGISCHE GRUNDLAGEN 13
1.1 Bedeutung und Charakteristiken von Organisationen 13
1.2 Organisationsrollen und Konfliktpotential 16
1.3 Die Entsexualisierung von Organisationen 19
1.4 Organisationen - emotionsleere Räume? 22
2 PARTNERSCHAFT UND LIEBE IM WANDEL 24
2.1 Partnerschaft in der Familiensoziologie 24
2.2 Zu einer Soziologie der Liebe und Partnerschaft 26
2.3 Die Trennung der Lebensbereiche und deren Folgen 30
2.4 Funktionen einer Partnerschaft 34
2.5 Partnerschaft am Arbeitsplatz in der Sozialpsychologie 36
3. PARTNERWAHL UND WEGE ZUR PARTNERSCHAFT 39
3.1 Die soziale Strukturiertheit der Partnerwahl 39
3.2 Eine empirische Studie über Wege des Kennenlernens 41
4. PARTNERSCHAFT AM ARBEITSPLATZ IM POPULÄRWISSENSCHAFTLICHEN DISKURS 43
III. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG 46
1. FORSCHUNGSFRAGEN 46
2. ECKDATEN ZUR METHODISCHEN VORGEHENSWEISE 47
2.1 methodischer Zugang 47
2.2 Erhebungsmethoden: problemzentriertes Interview nach Witzel (1985) und qualitatives Interview nach Froschauer und Lueger (2003) 48
2.3 Zielpersonen und Feldzugang 52
2.4 Auswertungsverfahren: reduktive Themenanalyse nach Froschauer und Lueger (2003) 54
3. DARSTELLUNG DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE 55
3.1 zu den Interviews 55
3.2 Ergebnisse der Themenanalyse 58
3.2.1 Innen- und Außenperspektive bei Partnerschaften am Arbeitsplatz 58
a) Innenperspektive 58
b) Außenperspektive 73
3.2.2 Verschwimmende Grenzen 80
a) Der Einfluss des Berufslebens auf das Privatleben 80
b) Der Einfluss des Privatlebens auf das Berufsleben 85
IV. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSFOLGERUNGEN 93
V. LITERATUR- UND ABBILDUNGSVERZEICHNIS 97
1. LITERATURVERZEICHNIS 97
2. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 101
VI. ANHANG 102
1. Leitfaden für die Interviews und Kurzfragebogen 102
2. Lebenslauf 104

Textprobe:

Kapitel 2.2, Zu einer Soziologie der Liebe und Partnerschaft:

Die Liebe ist für Burkart das Bindemittel für die Partnerschaft und sichert seine Beständigkeit, aufgrund ihrer großen Relevanz für die Zweierbeziehung erscheint eine Beschäftigung mit der Liebe in Paarbeziehungen auch für die vorliegende Arbeit plausibel.

Lebensphasen haben etwas mit Liebesformen zu tun, was mit unterschiedlichen Institutionalisierungsformen einhergeht. Liebende konstruieren „neben einer gemeinsamen Zukunft, auch eine gemeinsame Geschichte“. Um zwei Biographien zu verknüpfen, ist Synchronisationsleistung notwendig, was durch Alters-, aber auch Milieuunterschiede erschwert werden kann. Für die Liebe ist also hoch entwickelte Individualität notwendig, besonders von Bedeutung sind Aushandlungsprozesse, die die Biographienverknüpfung der PartnerInnen sowie die Gestaltung des Alltags des Paares betreffen. Kommunikation stellt deshalb ein wichtiges Merkmal der Qualität von Paarbeziehungen dar.

Für Burkart ist Liebe als Interaktionsform höchstpersönlich und unspezifisch, d. h. die ganze Person wird thematisiert, und die Kommunikation ist weitreichend. Intimbeziehungen weisen ein hohes Maß an Bindung, Nähe und Vertrautheit auf, was allerdings auch in Freundschaften bzw. in familiären Beziehungen vorfindbar ist. All diese verschiedenen Konstellationen von Intimbeziehungen bleiben auf den privaten Bereich reduziert, Partnerschaften zwischen KollegInnen am Arbeitsplatz werden nicht als mögliche „Intimbeziehungen“ behandelt – es liegt die Vermutung nahe, dass die angesprochene Nähe und Vertrautheit mit dem Arbeitsplatz unvereinbar erscheint.

Im Unterschied zu anderen Interaktionssystemen ist für die Liebe Sexualität, d. h. eine körperlich-affektive Basis, kennzeichnend, was in der Konzeption von familiären Beziehungen unbedeutend ist. Der exklusive Charakter unterscheidet Liebe bzw. Intimbeziehungen ebenfalls von Freundschaften. Während letztere mit mehreren Personen möglich sind, lieben sich in der Regel nur zwei Personen, was unter anderem mit Treuevorstellungen verbunden ist.

Lenz spricht sich in Bezug auf partnerschaftliche Lebensformen gegen den Terminus der Partnerschaft aus, da diese Begrifflichkeit zu stark mit kulturellen Idealen für die Gestaltung dieser besetzt sei. In seinen theoretischen Ausführungen bevorzugt er deshalb die Leitkategorie der Zweierbeziehung, da er annimmt, dieser Begriff wäre nicht mit fixen Konnotationen verbunden. Eine Zweierbeziehung ist demnach durch einen hohen Grad an Verbindlichkeit gekennzeichnet, weist ein gesteigertes Maß an Zuwendung auf und beinhaltet die Praxis bzw. Möglichkeit der sexuellen Interaktion. Explizit bedeutet das, dass eine Zweierbeziehung auch bereits vor einem ersten sexuellen Austausch existieren kann. Weiters kann das Alter bzw. die physische Konstitution der PartnerInnen sexuelle Interaktionen in der Partnerschaft einschränken, trotzdem handelt es sich um eine Zweierbeziehung, da sich die bereits angesprochene körperlich-affektive Basis auch durch Berührungen, Küsse und Intimität ausdrücken kann.

Die Definitionen von Burkart und Lenz decken sich zum Großteil, beide betonen die Wichtigkeit von Verbindlichkeit und Exklusivität sowie Sexualität. Während Burkart Nähe und Vertrautheit hervorhebt, spricht Lenz von Zuneigung. Für Herrmann beinhaltet die Zweierbeziehung neben dem Aspekt der Dauerhaftigkeit weiters die Unverwechselbarkeit der die Beziehung bildenden Personen bzw. der Partnerschaft selbst. Weiters führt der Autor auch den Aspekt der Erarbeitung einer Beziehungskultur an, sowie die Schaffung eines partnerschaftlichen Lebens-Raumes für die Interaktion zwischen den PartnerInnen sowie die Mitteilung persönlichen Wissens über sich selbst und den/die PartnerIn. Diese Faktoren sprechen bereits den Prozess der Paarbildung an, im Zuge dessen eine gemeinsame Wirklichkeit bzw. Paarbiographie geschaffen wird.

Im Zusammenhang mit Partnerschaften ist es wichtig, deren gesellschaftliche Strukturiertheit zu betonen, da sie stark von gesellschaftlichen bzw. kulturellen Wertvorstellungen beeinflusst werden. Für Giddens ist etwa Sexualität modellierbar, weil sie zum Lebensstil gehört und sich den Eigenheiten einer Person anpasst. Auch andere Autoren weisen auf die große Bedeutung der Kultur für den Bereich der Liebe hin: „Liebescode, Erotik, Intimität, Privatheit, Sexualität – das alles sind kulturell variable Institutionen“. Vorstellungen, wie eine Partnerschaft gestaltet werden soll, sind kulturell geprägt und können je nach Geschlecht, Ethnie, Religions- bzw. Schichtzugehörigkeit variieren. Wie bereits angesprochen, ist anzunehmen, dass auch die Organisationskultur mit der Wahrnehmung und Bewertung von Erotik und Sexualität am Arbeitsplatz in Verbindung steht.

Arbeit zitieren:
Malzer, Marita November 2007: Partnerschaft am Arbeitsplatz, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Soziologie, Partnerschaft, Organisationssoziologie, Partnerwahl, Lebenssphäre

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