Partnering - Theoretische Fundierung und Handlungsempfehlungen gezeigt am Beispiel eines Messebauunternehmens
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benedict Meißner
- Abgabedatum: August 2004
- Umfang: 76 Seiten
- Dateigröße: 2,1 MB
- Note: 1,5
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Ravensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9612-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9612-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9612-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Meißner, Benedict August 2004: Partnering - Theoretische Fundierung und Handlungsempfehlungen gezeigt am Beispiel eines Messebauunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Unternehmensführung, Wettbewerbsmoral, GMP, Allianz, Geschäftsbeziehung
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Diplomarbeit von Benedict Meißner
Problemstellung:
Die seit einigen Jahren in Deutschland herrschende schwierige allgemeine wirtschaftliche Lage erlegte vielen Unternehmen eine nahezu zwanghafte Notwendigkeit zu rigidem Sparverhalten und egoistischer Ertragsmaximierung auf.
Grundsätzliche Gegnerschaft und ein Verhandlungswesen, bei dem der eigene Profit automatisch äquivalente Verluste beim Geschäftspartner bedeutet, stellen die Relevanz eines Modells heraus, aus dessen konsequenter Anwendung Win-Win-Teams hervorgehen. Die „Geiz ist geil“-Haltung, wie sie von einem in Deutschland führenden Elektronikdiscounter propagiert wird, gehört danach ebenso veralteten und nicht langfristig tragbaren Geschäftsstrategien an wie eine die eigene Übermacht ausnutzende Einkaufsmanier, die Deutschlands größter Lebensmitteldiscounter praktiziert.
Ein entsprechendes Modell zur Erreichung von Win-Win-Situationen ist das „Partnering“. Es stellt ein Umdenken von der gegnerischen Haltung in vertraglichen Beziehungen hin zur Partnerschaft dar. Dispute sollen damit vermieden und Synergien einer partnerschaftlichen Kooperation aufgebaut werden.
Diese Darstellung zeigt auf, dass Partnering im Grunde keine neue Erfindung ist und man sogar dazu neigen könnte, es als modernere Bezeichnung für bekannte Phänomene abzutun. Anders ausgedrückt wird aber deutlich, dass Partnering mehr als das ist: Partnering benennt ein Konzept, das sich seit Anbeginn von Geschäftstätigkeiten immer wieder bewährt hat, unter den gegenwärtigen Bedingungen ganz besonders bedeutsam ist und sich deswegen als bedeutsames wirtschaftsethisches Forschungsgebiet erweist.
Nur durch solche strategisch ausgerichteten Partnerschaften sind künftig hohe Standards von technischem Know-how und hohe Produktqualität zu erzielen.
Diese Merkmale sind für Deutschland derzeit in Bezug auf die Binnenwirtschaft und dessen konjunkturelle Entwicklung sehr wichtig. Noch bedeutender sind sie allerdings für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen am internationalen Markt, dessen Relevanz mit fortschreitender Globalisierung sogar kontinuierlich zunimmt.
Gang der Untersuchung:
Die Zielsetzung des Partnering-Modells, die in dieser Arbeit aufgezeigt wird, zeigt eine deutliche Orientierung hin zu einem Ausweg aus dem aktuellen ruinösen Preiskampf und das Durchbrechen der Abwärtsspirale, die ausgehend von einer schlechten konjunkturellen Lage über schlechte Betriebsergebnisse zu vernichtendem Wettbewerb und fortschreitender Rezession verläuft.
Basierend auf vorwiegend englischer Literatur wird deshalb zunächst das Modell beschrieben und mit seinen Besonderheiten gegenüber anderen Kooperationsformen abgegrenzt. Außerdem wird es als Prozessmodell gegenüber vertraglichen Geschäftsbeziehungen eingeordnet. Danach werden Wirkungen und strategische Umsetzungsmöglichkeiten des Partnering in deutschen Unternehmen aufgezeigt.
Um ein konkretes Anwendungsbeispiel aufzuzeigen, wird darauf folgend die Implementierung des Modells bei der Holtmann Messe + Event GmbH beschrieben.
Dieses Unternehmen eignet sich u.a. deshalb gut, weil die Messebaubranche sich derzeit mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert sieht, aus denen in England und Amerika im vergangenen Jahrzehnt das Partnering erwuchs.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einführung in die Problemstellung | 1 |
| 1.1 | Ausgangslage | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Partnering | 4 |
| 2.1 | Begriffsabgrenzung | 4 |
| 2.1.1 | Definition | 4 |
| 2.1.2 | Gegenüber anderen Kooperationsformen | 5 |
| 2.1.2.1 | Joint Venture | 6 |
| 2.1.2.2 | Strategische Allianz | 7 |
| 2.1.2.3 | Strategische Partnerschaft vs. Partnering Strategie | 8 |
| 2.2 | Philosophie | 10 |
| 2.3 | Ziele | 11 |
| 2.4 | Kritische Erfolgsfaktoren | 12 |
| 2.4.1 | Zielvereinbarung | 13 |
| 2.4.2 | Problemlösung | 14 |
| 2.4.3 | Kontinuierliche Verbesserung | 14 |
| 2.5 | Partner | 15 |
| 2.5.1 | Kunden | 15 |
| 2.5.2 | Lieferanten | 16 |
| 2.5.3 | Mitarbeiter | 16 |
| 2.5.4 | Weitere Stakeholder | 17 |
| 2.6 | Rechtliche Relevanz | 17 |
| 3. | Wirkungen | 19 |
| 3.1 | Wettbewerb | 19 |
| 3.1.1 | Ausgangslage | 19 |
| 3.1.2 | Auswirkungen | 23 |
| 3.2 | Qualität | 24 |
| 3.2.1 | Ausgangslage | 25 |
| 3.2.2 | Auswirkungen | 25 |
| 3.3 | Unternehmensführung | 26 |
| 3.3.1 | Ausgangslage | 26 |
| 3.3.2 | Auswirkungen | 27 |
| 3.4 | Resümee | 28 |
| 4. | Strategische Umsetzung | 31 |
| 4.1 | Partnering-Strategie | 31 |
| 4.1.1 | Projektspezifisch | 31 |
| 4.1.2 | Systemisch | 31 |
| 4.2 | Umsetzungsprozess | 32 |
| 4.2.1 | Planung | 32 |
| 4.2.1.1 | Unternehmensanalyse | 32 |
| 4.2.1.2 | Konzept | 33 |
| 4.2.1.3 | Partnersuche und –auswahl | 33 |
| 4.2.2 | Vorbereitung | 35 |
| 4.2.2.1 | Interviews | 35 |
| 4.2.2.2 | Workshop | 36 |
| 4.2.3 | Durchführung | 38 |
| 4.2.3.1 | Projektarbeit | 38 |
| 4.2.3.2 | Kontinuierliche Verbesserung | 38 |
| 5. | Implikation für die Praxis gezeigt am Beispiel der Holtmann Messe + Event GmbH | 40 |
| 5.1 | Ausgangslage | 40 |
| 5.2 | Unternehmensspezifische Motivation | 41 |
| 5.3 | Das Holtmann-Partnering-Modell (HPM) | 42 |
| 5.3.1 | Ziele | 42 |
| 5.3.2 | Grundsätze | 43 |
| 5.3.3 | Prozess | 43 |
| 5.3.4 | Kontrolle | 44 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 46 |
| Anhang | 49 | |
| Anhang I: Werbeanzeige „Geiz ist geil“ | 50 | |
| Anhang II: Beispiel einer „Partnering Charter“ | 51 | |
| Anhang III: Holtmann-Partnering-Modell / Mindmap (DIN A3) | 52 | |
| Anhang IV: Holtmann-Partnering-Modell / Formulierung | 53 | |
| Anhang V: Holtmann-Partnering-Modell / Fragebogen | 54 | |
| Anhang VI: Philosophie der Holtmann Messe + Event GmbH | 61 | |
| Glossar | 63 | |
| Literaturverzeichnis | 66 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 70 |
Im Rahmen der inhaltlichen Ausgestaltung von Wettbewerbsstrategien belegen Untersuchungen die hohe Bedeutung von Qualitätsorientierung als zentraler Strategiedimension.70 Diese zielt auf eine Qualitäts-, also Leistungsführerschaft ab. I.d.R. geht damit ein relativ hoher Preis einher. Da aber dem Preis im Wettbewerb meistens die größte Bedeutung beigemessen wird, soll nun erarbeitet werden, welche wettbewerbspolitischen Vorteile durch Qualität der Produkte einer umfassenden Kostenführerschaft entgegengesetzt werden können. Zur Definition von Qualität kann differenziert werden in die Güte oder die Beschaffenheit eines Produktes.71 Die Güte betrachtet den subjektiven, wertenden Aspekt von Qualität. Sie beschreibt den Übereinstimmungsgrad zwischen der erbrachten Leistung und den Anforderungen des Kunden an diese. Qualität ergibt sich danach aus der individuellen Nutzenerfüllung, die der Endverbraucher für sich feststellt. Die Beschaffenheit eines Produktes oder einer Leistung hingegen erfasst den objektiven Aspekt. Kriterien die messbar sind, stellen Qualität in diesem Fall als nicht wertende Vergleichsmöglichkeit auf. Obwohl diese zweiseitige Betrachtung des Begriffes möglich ist, bleibt der Fokus von Qualität trotzdem auf der abnehmerbezogenen Seite. Qualität ist in erster Linie kundenorientiert und soll konsequent verfolgt werden, um Kundenzufriedenheit und dadurch langfristige Geschäftserfolge zu erreichen.72 Durch die Implementierung von Qualitätsmanagement-Systemen, v.a. Total Quality Management (TQM), soll in Unternehmen ein umfassendes Qualitätsdenken verwirklicht werden, um den gesamten Wertschöpfungsprozess an den Belangen der Kunden auszurichten.73 [...]
Dass bislang noch keine Bedenken zur Wettbewerbsbeschränkung geäußert wurden, liegt erstens daran, dass sich, wie bereits erwähnt, üblicherweise Unternehmen vor- und nachgelagerter Produktionsstufen zusammenfinden. Und zweitens vielmehr daran, dass die partnerschaftliche Verbindung zwischen den PartneringUnternehmen ideeller Natur ist, nicht vertraglicher. Wie in Kapitel 2.1.2.3 aufgezeigt, ist Partnering eher eine Philosophie, die in den verschiedenartigsten Formen von Zusammenarbeit Ausdruck finden kann und dabei grundsätzlich bestrebt ist, ein Wertebild zu verfolgen, das sämtlichen Stakeholdern zum Wohl gereichen soll. Eine egoistisch nutzenmaximierte Haltung der Wirtschaftssubjekte, die sich kurzzeitig zum Zwecke eines einmaligen Geschäftes treffen und dabei den Preis als Hauptentscheidungskriterium anwenden, wird im Partnering im Gegensatz zu herkömmlichen Wettbewerbsformen grundsätzlich abgelehnt.68 Aus der eingangs erwähnten anderen Blickrichtung stellt sich der Wettbewerb im Partnering nun noch folgendermaßen dar: Die Beziehung der verbundenen Unternehmen stellt sich hier nicht länger gegnerisch dar, sondern ist geprägt durch das volle Engagement und Einstehen für eine stetige Verbesserung der gemeinsamen Tätigkeiten.69 Der wahrscheinlich allgemein bekannte Spruch „Wettbewerb belebt das Geschäft“ kann demnach in diesem Kontext nicht als alleingültig stehen gelassen werden. Er wird hier vielmehr ergänzt durch die Aussage „Partnering belebt das Geschäft“. Denn die durch Wettbewerb verfolgten Funktionen und Ziele des Konkurrierens können durch konsequentes Verfolgen der Partnering-Strategie ebenso erreicht werden. [...]
Für Kooperationen nach dem Partnering-Ansatz ist die in Kapitel 3.1.1 genannte Motivation für kleine und mittlere Unternehmen, eine Unternehmensverbindung einzugehen, auch gültig. Es sollen ebenfalls Wettbewerbsvorteile generiert werden. Üblicher als ein horizontaler Zusammenschluss ist im Partnering aber ein vertikaler. Die Vorteile sollen v.a. aus dem strategischen Ineinanderfügen vor- und nachgelagerter Produktionsstufen erzeugt werden. Die gleiche Idee steht natürlich auch hinter der Bildung von Unternehmenskonzentrationen. Der deutliche Vorteil des Partnering gegenüber solch kapital- und managementintensiven Verbindungen ist aber, dass dem Partnering keine rechtliche und auch keine direkte wirtschaftliche Verflechtung der Unternehmen zugrunde liegt. Eine Kapitalbindung besteht also durch eine Partnering-Kooperation gar nicht. Zudem werden, wie in Kapitel 2.1.2.3 dargestellt, weiter reichende und längerfristige Vorteile angestrebt und empirisch auch erreicht. So sind Kooperationen durch Partnering i.d.R. risikoärmer und gleichzeitig ertragreicher.65 Desweiteren stehen kartell- und fusionsrechtliche Bedenken – wenn überhaupt – weniger zur Debatte. Zwar heißt es im Gesetzestext: „Vereinbarungen zwischen miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen, Beschlüsse von Unternehmensvereinigungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, die eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs bezwecken oder bewirken, [sind] verboten“66, aber Präzedenzfälle in Bezug auf Partnering gibt es noch keine. Das mag daran liegen, dass diese Kooperationen durch ihre vertikale Integrationsrichtung weniger kritisch betrachtet werden als es bei einer horizontalen eventuell der Fall wäre. Oder, weil überwiegend kleine und mittlere Unternehmen Partnering betreiben, bei denen sich daraus keine beherrschende Stellung am Markt ergeben kann. Diesen Punkt widerlegen Odenthal, Säubert und Weishaar allerdings in ihrer Studie, indem sie aufzeigen, dass auch Großkonzerne wie Lufthansa, SAP und Microsoft Partnering betreiben.67 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832496128
Arbeit zitieren:
Meißner, Benedict August 2004: Partnering - Theoretische Fundierung und Handlungsempfehlungen gezeigt am Beispiel eines Messebauunternehmens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Unternehmensführung, Wettbewerbsmoral, GMP, Allianz, Geschäftsbeziehung



