Paradigmenwechsel in der Mittelstandsfinanzierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Dana Ciecior
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 91 Seiten
- Dateigröße: 473,2 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4599-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4599-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4599-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ciecior, Dana Mai 2001: Paradigmenwechsel in der Mittelstandsfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Basel, Rating, Finanzierung, Mittelstand, Firmenkundengeschäft
In den Warenkorb
58,00 €
Diplomarbeit von Dana Ciecior
Einleitung:
Die Finanzierungsproblematik des Mittelstandes hat sich in den letzten Jahren wenig verändert – Finanzierung des Strukturwandels von Produkten, Prozessen und Technologien, Finanzierung der Expansion, Finanzierung der Bereinigung der Gesellschafterstruktur, kapital- und managementseitige Strukturierung der Nachfolgefrage.
Geändert hat sich jedoch das Verhalten der Kreditinstitute im Bereich der Mittelstandsfinanzierung. Traditionell erhielten mittelständische Unternehmen notwendiges Kapital über Kredite von ihren Hausbanken. So ersetzten in den vergangenen Jahren die Banken in Deutschland vielerorts faktisch Eigenkapital durch – zudem noch günstige – Bankkredite.
Die Vorschläge des Baseler Ausschusses, künftig Ratings der Unternehmen als Bewertungsmaßstäbe zur Eigenkapitalhinterlegung der Banken anzusetzen sowie die deutlich zunehmende Kapitalmarktorientierung zwingen die Banken, ihre Kreditpolitik vollständig zu überdenken und führen damit zu einer Trendwende in der Mittelstandsfinanzierung. Unter Berücksichtigung ihres Risikos legen die Banken neue Verschuldungsgrenzen fest und passen ihre Margen im Kreditgeschäft mit dem Hinweis auf bestehende Risikopositionen an. Zudem dringen sie auf eine substantielle Verbesserung der Eigenkapitalquote ihrer mittelständischen Kunden.
Viele Mittelständler stehen jetzt ratlos vor diesem Paradigmenwechsel und seinen Folgen. Sie fühlen sich von den Banken vernachlässigt und bei der Kreditvergabe diskriminiert. Die Beziehungen der Banken zu den mittelständischen Unternehmen verschlechtern sich laut einer Studie der Universität Hamburg zusehens.
Die Banken wiederum wehren sich gegen den Vorwurf, den Mittelstand zu vernachlässigen. Sie unterstützen die Kapitalbeschaffung der Mittelständler verstärkt über Börsengänge und andere Beteiligungsfinanzierungen.
Die vorliegende Arbeit soll einen Eindruck über die grundlegenden Veränderungen für den Mittelstand, die Ursachen für diesen Paradigmenwechsel und die zukünftig möglichen Finanzierungsformen vermitteln. Im Mittelpunkt der Ausarbeitung stehen dabei Chancen und Risiken für die Hauptbeteiligten - die Mittelständler und die Kreditinstitute.
Gang der Untersuchung:
Um ein einheitliches Verständnis zu schaffen, wird im folgenden Kapitel der Begriff „Mittelstand“ definiert. Die veränderten Rahmenbedingungen und die eigentliche Finanzierungsproblematik werden dargestellt.
Der Baseler Akkord, der als wesentlicher Auslöser des jetzigen Paradigmenwechsels gilt, wird anhand seiner wichtigsten Neuerungen und daraus folgender Auswirkungen im Kapitel 3 vorgestellt. Ein Schwerpunkt des Baseler Akkords ist die künftige Verwendung von Ratings.
Weil anhand des Ratings die Eigenkapitalunterlegung der Banken festgelegt wird, wird ihm das vierte Kapitel gewidmet.
Der Baseler Akkord und das Rating wirken unmittelbar auf die Finanzierungsmöglichkeiten des Mittelstandes. Welche neuen Finanzierungsformen bieten sich in Zukunft für mittelständische Unternehmen an? Dieser Frage wird im fünften Abschnitt nachgegangen.
Die Arbeit erhebt jedoch nicht den Anspruch auf vollständige Darstellung aller Finanzierungsformen für den Mittelstand. Vielmehr wird auf einige der Finanzierungsmöglichkeiten eingegangen, die für mittelständische Unternehmen Neuerungen darstellen. Die Thematik der Neugründung eines mittelständischen Unternehmens und die damit verbundene Finanzierungsproblematik wird bewusst ausgeklammert.
Am Beispiel der HypoVereinsbank AG wird ein Ansatz für das Firmenkundengeschäft der Zukunft vorgestellt. Mit welchen Produkten wird die Bank künftig am Markt agieren? Wie unterstützt sie mittelständische Unternehmen? Antworten auf diese Fragen werden im sechsten Kapitel gegeben.
Im abschließenden Ausblick wird die zukünftige Entwicklung der Mittelstandsfinanzierung mit ihren Bestimmungsfaktoren dargestellt.
Im Rahmen dieser Arbeit wurde vorwiegend deutsche Literatur verwendet. Da das Thema „Mittelstandsfinanzierung“ zum heutigen Zeitpunkt sehr aktuell ist und viel diskutiert wird, wurde besonders mit Artikeln aus Fachzeitschriften und Wirtschaftsnachrichten sowie Internetquellen gearbeitet.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Wandel in der Mittelstandsfinanzierung – Eine Einleitung | 1 |
| 2. | Mittelstand in Deutschland | 3 |
| 2.1 | Eine ausführliche Definition | 3 |
| 2.2 | Aktuelle Rahmenbedingungen | 6 |
| 2.3 | Finanzierungsproblematik des Mittelstandes | 8 |
| 3. | Der neue Baseler Akkord | 11 |
| 3.1 | Baseler Vorschläge | 11 |
| 3.2 | Auswirkungen von Basel II | 18 |
| 4. | Rating für die mittelständische Wirtschaft | 23 |
| 4.1 | Rating – Teil des Informationsmarktes | 23 |
| 4.2 | Externes Rating | 26 |
| 4.3 | Internes Rating | 32 |
| 5. | Neue Finanzierungsformen für den Mittelstand | 35 |
| 5.1 | Finanzierung im Überblick | 35 |
| 5.2 | Finanzinvestoren | 37 |
| 5.3 | Börsengang | 42 |
| 5.4 | Strategische Investoren | 47 |
| 6. | Ansatz für das Firmenkundengeschäft der Zukunft | 50 |
| 7. | Ausblick | 54 |
| Literaturverzeichnis | 56 | |
| Internetverzeichnis | 63 | |
| Anlagenverzeichnis | 68 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 81 |
Externe Ratingagenturen, die international anerkannt sind, bewerten mit den Noten AAA, AA, A oder BBB sehr gute und gute Bonitäten, während BB, B, CCC, CC und C für risikoreichere Werte stehen. Zahlungsunfähige Kreditnehmer erhalten die Note D. Diese Stufen werden teilweise noch mit „plus“ oder „minus“ modifiziert. Die Notenskala ist aus den amerikanischen Schulnoten abgeleitet.107 108 Die Grundprinzipien des Ratings wurden bereits im 19. Jahrhundert entwickelt. Die heute weltweit führenden Ratingagenturen mit einer Präsenz in mehr als 100 Ländern der Welt wurden bereits vor einem Jahrhundert in den USA gegründet. Seitdem vergeben sie Ratings in der noch immer gebräuchlichen Form. John Moody, der Gründer von Moody´s Investors Service, erteilte bereits 1909 Ratings für Railroad Bonds in den USA. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden in den USA praktisch alle Rentenpapiere von wenigen führenden Ratingagenturen klassifiziert. Nach der Weltwirtschaftskrise war dem Anlegerpublikum schlagartig die Bedeutung von Ratings bewußt. In einer aufwärtsgerichteten Marktphase geht der Blick für die eingegangenen Risiken verloren. Ratings fokussieren aber gerade diesen Aspekt. Expertenschätzungen gehen davon aus, daß z.Z. bereits rund 80% der gesamten Weltkapitalströme durch Ratings beeinflußt werden. Dieser hohe Anteil ist damit zu begründen, daß sich fast alle Industrienationen der Welt dem Urteil der Ratingagenturen gestellt haben.109 Zu den internationalen Größen in der Ratingbranche zählen die Agenturen Moody’s Investors Service (Moody’s), Standard & Poor’s (S&P’s) und Fitch IBCA Inc. (Fitch). Seit Jahren führt Cantwell & Company aus Chatham, New Jersey, eine weltweite Befragung zum Standing der Agenturen durch. Die Ergebnisse geben Aufschluß über Leistungsfähigkeit, Preispolitik und Kundennähe aus Sicht der gerateten Emittenten.110 Um im Rahmen von Basel II als Ratingagentur für den Standardansatz einer Bank anerkannt zu werden, muß eine externe Ratingagentur bestimmten Anforderungen genügen.111 Eignungskriterien sind Unabhängigkeit von spezifischen Interessen, Objektivität des Urteils, transparentes Vorgehen, Fehlerfreiheit und Aktualität der Analyse bzw. Informationen, Ausbildung und Seriosität der Analysten sowie zeitliche und sachliche Vergleichbarkeit der Ratings.112 Ratingagenturen bilden sich eine Meinung über die wirtschaftliche Fähigkeit eines Unternehmens, entweder generell ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen (Emittentenrating) [...]
Generationenwechsel ansteht, werden sich potenzielle Interessenten besonders für geratete Unternehmen interessieren, solange es ein exklusives Merkmal ist.104 Die Frage nach der künftigen Finanzierung ist unweigerlich mit dem Thema Rating verbunden. Das Rating wird zur Entscheidungsgrundlage der Kapitalgeber. Es hilft, die Ertragsstärke des Unternehmens zu vermitteln und die Kreditentscheidung zu fundieren. Das Rating trägt zur Verminderung der Fremdfinanzierungskosten bei und erweitert gleichzeitig den Zugang zu neuen Finanzierungsquellen. Zugleich ist ein externes Rating inzwischen zur unabdingbaren Voraussetzung für den Börsengang geworden. Es hat sich zu einem Instrument der Investor Relations entwickelt und spiegelt sich indirekt im Aktienkurs des gerateten Unternehmens wider. Mittelständische Unternehmen gehen ggü. Banken und Beteiligungsgebern langfristige Verbindlichkeiten ein. Für diese Kapitalgeber ist die Zukunftsaussicht des jeweiligen Unternehmens wichtig. Hier kommen langfristige Ratings zum Einsatz und insbesondere für die Zielgruppe Bank das Debt Rating. Externe Ratings sind übersichtlich und ermöglichen schnelle Informationen. Im Unterschied zu interpretationsbedürftigen Jahresabschlüssen erschließt sich durch ein Rating für jeden Kapitalanleger die für ihn zentrale Information durch das bloße Verständnis der Ratingskala und das für ein Unternehmen verfügbare Rating. Es entstehen keine weiteren Kosten für die Informationsbeschaffung. Externe Ratings sind vergleichbar mit Zertifikaten, die Unternehmen verliehen bekommen. Sie sind über alle Sprach- und kulturellen Barrieren hinweg kommunizierbar und finden in den unterschiedlichsten Rechtskreisen gleichermaßen Beachtung.105 Daneben erstellen Banken sog. interne Ratings. Die folgenden Kapitel geben nähere Informationen über die Besonderheiten externer und interner Ratings. [...]
tige Kapitalgeber haben meist nicht die gleichen Analysekapazitäten wie eine Bank zur Verfügung. Ihnen dient das Rating zur Bestimmung des Risikogehaltes ihres Engagements. Geschäftspartnern vermittelt das Rating bei der Kontaktanbahnung die Seriosität des Unternehmens. Das Rating signalisiert, ob bspw. Aussagen über die hervorragende Ertragslage tatsächlich Substanz haben. Durch die Einführung des Euro, den zusammenwachsenden europäischen Binnenmarkt und die zunehmende Globalisierung operieren auch mittelständische Unternehmen in immer größeren Märkten mit Geschäftspartnern, die sie zumindest anfänglich kaum kennen. Für eine umfassende Beurteilung reichen Bankauskünfte nicht aus, da sie zu allgemein gehalten sind. In Zeiten des Electronic Commerce wird die Bedeutung des Ratings für mittelständische Unternehmen zunehmen. Wirtschaftliche Beziehungen sind heute viel anonymer als früher. Geschäfte können heute global über das Internet erledigt werden, ohne daß die Partner genau wissen, mit wem sie es zu tun haben. Ein Ratingergebnis wird daher zu einem kaufmännischen Qualitätssiegel. Ohne Rating kann ein Unternehmen künftig nicht wettbewerbsfähig bleiben.100 Auch für die Bereiche Personalgewinnung und Managementüberwachung bietet sich das Rating an. Es kann als vertrauensbildende Maßnahme bei zu gewinnenden Mitarbeitern genutzt werden. Bei Unternehmen, die nicht an der Börse agieren, vermittelt ein gutes Rating auch betriebswirtschaftlich unkundigen Facharbeitern oder Ingenieuren die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitgeber.101 Führt der Inhaber sein Unternehmen nicht selbst, sondern übernehmen angestellte Geschäftsführer die Managementaufgabe, kann der Inhaber das jährliche Ratingergebnis als neutralen Erfolgsausweis und Überwachungsinstrument einsetzen. Das Rating kann auch als internes Führungsinstrument genutzt werden. Zudem wird die Leistung externer Berater nach Ratinghöherstufungen besser beurteilbar.102 Dem Management selbst werden mit dem Ratingergebnis Stärken und Schwächen des Unternehmens deutlich aufgezeigt. Gravierende Fehlentwicklungen innerhalb des Unternehmens, Veränderungen im Markt, im politischen oder rechtlichen Umfeld spiegeln sich im Rating wider.103 Darüber hinaus kann ein Rating ein wertvolles Hilfsmittel bei der Regelung der Unternehmensnachfolge und beim Verkauf des Unternehmens sein. Bei den Unternehmen, bei denen der [...]
In den Warenkorb
58,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832445997
Arbeit zitieren:
Ciecior, Dana Mai 2001: Paradigmenwechsel in der Mittelstandsfinanzierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Basel, Rating, Finanzierung, Mittelstand, Firmenkundengeschäft



