Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Paarkonflikte heterosexueller Paare

Unter besonderer Berücksichtigung der Sichtweise des Mannes

Paarkonflikte heterosexueller Paare
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Wolfgang Posch
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 297 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Klagenfurt Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7318-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7318-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7318-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Posch, Wolfgang Dezember 2002: Paarkonflikte heterosexueller Paare, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konfliktarten, Kollusionen, Paarstruktur, Männerverhalten, Paarumwelten

Magisterarbeit von Wolfgang Posch

Einleitung:

Der Zugang zum Thema dieser Arbeit erfolgte in mehreren Schritten. Zum einen war es das Erlebnis, dass in einem relativ kurzen Zeitraum von nur 6 Monaten drei Partnerschaften in meinem unmittelbaren Freundeskreis zerbrachen. Zu diesen 3 Paaren hatte ich engen Kontakt, so dass ich deren Werdegang, aber auch Untergang mit bekam. Entdeckte Seitensprünge, unterschiedliche Vorstellungen von einer Partnerschaft und abgestumpfte Gefühle zueinander waren die Ursache des Scheiterns. Andererseits kenne ich viele Paare, bei denen die Partnerschaft schon seit vielen Jahren, ja Jahrzehnten klappt, obwohl kaum ein Unterschied im Umgang miteinander, verglichen mit jenen Paaren, deren Partnerschaft gescheitert war erkennbar ist.

Gleichzeitig zu diesen Ereignissen las ich zum wiederholten Male das Buch von CLAVELL (1988): Sunzi – Die Kunst des Krieges, in dem er schreibt, dass die Einsichten Sunzis bei allen geschäftlichen Konflikten, bei Schlachten im Aufsichtsrat und im alltäglichen Kampf ums Überleben und sogar im Kampf der Geschlechter den Weg zum Sieg zeigen. In Verbindung mit den genannten Erlebnissen entstand die These, dass, wenn man diese Einsichten eines chinesischen Feldherren des fünften vorchristlichen Jahrhunderts auf alle Kämpfe, sogar den Kampf der Geschlechter anwenden kann, nur der Schluss gezogen werden kann, dass damit in all diesen Beziehungen eigentlich Krieg herrscht – Krieg ist überall! Auszugsweise werden einige der strategischen Empfehlungen Sunzis dargestellt und kann eine gewisse Ähnlichkeit mit den Strategien von Paaren in Partnerschaften bzw. in Konflikten festgestellt werden.

Gang der Untersuchung:

Die Einleitung stellt meinen persönlichen Zugang zum Thema dieser Diplomarbeit dar. In Kapitel 2 wird der Sinn von Konflikten behandelt, die Erscheinungsformen und seine Verläufe.

Kapitel 3 befasst sich einleitend mit der Institution Paar, der Frage nach welchen Prinzipien sich Individuen zu einer Paarbeziehung zusammenschließen, weiters mit verschiedenen Aspekten einer Paarbeziehung, wie Geld, Macht, Hausarbeit, Kinder und Sexualität. Besondere Ausführungen sind den verschiedenen Aspekten des Mannseins, seiner Sozialisation, seinen Bewältigungsmustern, seinen Rollen gewidmet.

Unterkapitel 3.2 befasst sich dann mit dem eigentlichen Thema dieser Arbeit - den Paarkonflikten. Darin wird das Konzept der Kollusion dargestellt, wonach Paarkonflikte auf unbewältigten, unbewussten Grundkonflikten basieren. Weiters wird dargestellt, dass jedes Paar selbst und nicht nur deren Beteiligte eine Entwicklung durchmacht und sich die Konfliktursachen ändern – je nachdem in welche Phase der Entwicklung sich ein Paar befindet. So unterscheiden sich die Konflikte eines Paares in seiner Aufbauphase von den Konflikten einer Alterspartnerschaft. Darüber hinaus befindet sich jedes Paar in einer Umwelt, deren Einflüssen es ausgesetzt ist. Damit wird herausgearbeitet, dass es sich bei einer Paarbeziehung um ein komplexes Phänomen handelt, das sich in seiner Entwicklung und seinem Bestehen mit einer Vielzahl von Einflüssen auseinander zusetzen hat und aus diesen Einwirkungen Konfliktursachen erwachsen können.

Kapitel 4 stellt die aus den Vorkapiteln erarbeiteten Hypothesen dar, deren Untersuchung Grundlage der Kapitel 5, 6 und 7, dem empirischen Teil darstellt. In Kapitel 5 wird der methodischen Zugang festgelegt, während Kapitel 6 die Untersuchung von 10 Paaren in Form von Einzelfallstudien enthält. Methodischer Zugang waren dabei der Paar-Giessen-Test zur Ermittlung der Paarstruktur und die Durchführung von Interviews mit den Männern dieser 10 Paare anhand eines Leitfadens. Dabei wird für jedes Paar gesondert eine Zusammenfassung und Interpretation der Erhebungsergebnisse dargestellt.

Kapitel 7 umfasst die abschließende Zusammenfassung, Kapitel 8 das Literaturverzeichnis, Kapitel 9 das Abbildungsverzeichnis und in Kapitel 10. sind als Anhang die Ergebnisse des Paar-Giessen-Tests, die übertragenen Interviews, der Interviewleitfaden, sowie die Basis für die graphische Aufbereitung der Antworten der Männer zu den Hypothesen dieser Arbeit beigefügt.

Inhaltsverzeichnis:

1. VORWORT 10
1.1 ZUGANG ZUR ARBEIT 10
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 12
2. EINLEITUNG 14
2.1 DER SINN VON KONFLIKTEN 17
2.2 ERSCHEINUNGSFORMEN 19
2.2.1 Intrapsychische Konflikte 19
2.2.2 Endogene und exogene Konflikte 20
2.2.3 Echte und unechte Konflikte 20
2.2.4 Latente und manifeste/offene Konflikte 20
2.2.5 Heiße und kalte Konflikte 21
2.3 KONFLIKTVERLAUF 21
2.3.2 Anfangsphase 21
2.3.2 Hauptphase 23
2.3.2 Beendigung 24
3. PAARE - UNTER BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG DER PERSPEKTIVE DES MANNES 26
3.1 ALLGEMEINES 26
3.1.1 Der Mythos Paar - Die Institution Paar - Rituale 27
3.1.2 Partnerwahl 31
3.1.3 Macht 35
3.1.4 Geld 36
3.1.5 Männer 37
3.2 PAARKONFLIKTE 46
3.2.1 Konflikte, Krisen und Kollusionen 46
3.2.1.1 Die Kollusion - 4 Muster 48
3.2.1.2 Phasenkonflikte 50
3.2.1.3 Umwelten 53
3.2.2 Lösungen 60
3.2.2.1 Allgemeines 61
3.2.2.2 Konfliktbewältigung 64
3.2.2.3 Reaktionsmodi 69
3.2.2.4 Untersuchungen zu den Reaktionsformen 74
3.2.2.5 Wenn die Lösung zum Konflikt wird 76
3.2.2.6 Zusammenfassung zu Paarkonflikte 77
4. HYPOTHESEN 80
5. EMPIRISCHER TEIL - 10 EINZELFALLSTUDIEN 82
5.1 UNTERSUCHUNGSDESIGN - METHODIK 82
5.1.1 Datentriangulation 82
5.1.2 Methodentriangulation 82
5.1.2.1 Giessen-Test (GT) und Paardiagnostik 83
5.1.2.2 Interviews 86
6. AUSWERTUNG 88
6.1. PAAR 1 88
6.2 PAAR 2 97
6.3 PAAR 3 106
6.4 PAAR 4 115
6.5 PAAR 5 123
6.6 PAAR 6 132
6.7 PAAR 7 141
6.8 PAAR 8 149
6.9 PAAR 9 157
6.10 PAAR 10 165
7. ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSUNG 171
7.1 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE DES PAAR-GIESSEN-TESTS 171
7.2 ERGEBNISSE DER BEFRAGUNG ZU DEN HYPOTHESEN 172
7.3 ZUSAMMENFASSUNG MÄNNERTYPEN 175
7.4 SCHLUSSFOLGERUNGEN 176
7.4.1 Konfliktfelder 176
7.4.2 Konfliktmuster 178
7.4.3 Verhaltensmuster 180
8. LITERATURVERZEICHNIS 186
9. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 191
10. ANHANG 1 (ERGEBNISSE DES PAAR-GIESSEN-TESTS) 192
11. ANHANG 2 (INTERVIEWS) 222
11. ANHANG 3 292
INTERVIEWLEITFADEN 292
VAS (VISUELLE-ANALOG-SKALA) - BEFRAGUNG 295
VAS - AUSWERTUNGSKONZEPT 298

Automatisiert erstellter Textauszug:

sam mit einer eher schlechten schauspielerischen Begabung. Seine Frau bestätigt im Wesentlichen sein Selbstbild, sieht ihn jedoch nicht als fügsam, sondern als eigensinnig an. Selbst- und Fremdbeurteilung der Frau: Die Frau beschreibt sich als aggressiv, nicht konkurrierend, etwas auseinandersetzungsfreudig mit schauspielerischer Begabung. Der Mann sieht seine Frau als gerne dominierend, etwas aggressiv, kaum konkurrierend, leicht auseinandersetzungsfreudig, fügsam und schauspielerisch begabt an. Zusammenfassung: Beide Partner beschreiben sich als dominant, jedoch mit geringer Ausprägung. Selbst- und Fremdbild stimmen bei beiden Partnern überein. Skala 3 (Kontrolle): Selbst- und Fremdbeurteilung des Mannes: Der Mann beschreibt sich als tüchtig, eher sparsam, eher überordentlich und übereifrig, jedoch auch eher unstetig. Seine Frau sieht ihn als sehr tüchtig, verschwenderisch, eher überordentlich und übereifrig, sowie stetig. Selbst- und Fremdbeurteilung der Frau: Die Frau sieht sich als sehr tüchtig, sehr sparsam, ist mit der Wahrheit eher großzügig, ist eher überordentlich und sehr übereifrig, jedoch sehr unstetig. Zusammenfassung: Der Mann sieht sich weder zwanghaft, noch unterkontrolliert, wird jedoch von seiner Frau als eher zwanghaft charakterisiert. Die Frau ist zwanghaft und wird ihr Selbstbild von ihrem Mann bestätigt. Skala 4 (Grundstimmung): Selbst- und Fremdbeurteilung des Mannes: Der Mann sieht sich als kaum beeinflussbar, unbekümmert, wenig ängstlich, hält sich für selten bedrückt, nicht selbstkritisch, jedoch besorgt um andere. Seine Frau bestätigt sein Selbstbild, ergänzt es jedoch dahingehend, dass sie ihn als nicht um andere besorgt beschreibt. [...]

Skala 1 (Soziale Resonanz): Selbst- und Fremdbeurteilung des Mannes: Der Mann beschreibt sich als beliebt und geachtet, als kooperationsfähig und anderen nahe, sowie durchsetzungsfähig und ein wenig attraktiv. Seine Frau bestätigt sein Selbstbild und bewertet ihn in allen Teilbereichen dieser Skala als wesentlich höher als er dies für sich macht. Selbst- und Fremdbeurteilung der Frau: Die Frau beschreibt sich als beliebt, geachtet, anderen nahe, durchsetzungsfähig und attraktiv, jedoch nicht sehr kooperationsfähig. Auch hier auffallend die extremen Bewertungen der einzelnen Teilbereiche dieser Skala. Ihr Mann sieht sie ebenfalls als beliebt, geachtet und anderen nahe, gesteht ihr jedoch etwas mehr Kooperationsfähigkeit zu als sie sich selbst, hält sie aber für nicht sehr durchsetzungsfähig. Keine eindeutige Ausprägung weist er ihr hinsichtlich der Attraktivität zu. Zusammenfassung: Beide Partner sehen sich als positiv sozial resonant, wobei die Frau das Selbstbild ihres Mannes bestätigt, jedoch dieser seine Frau als leicht negativ sozial resonant sieht. Die Tendenz den Partner attraktiver zu beschreiben ist nur bei der Frau hinsichtlich ihres Partners zu erkennen. Skala 2 (Dominanz): Selbst- und Fremdbeurteilung des Mannes: Der Mann beschreibt sich als dominierend, aggressiv, wenig konkurrierend, leicht auseinandersetzungsfreudig, eher fügSeite 156 [...]

Gerade dies ist eine schönes Beispiel dafür, wie sehr das Individuum der natürliche Feind der Paarbeziehung ist und das Paar über Konflikte versucht, die Balance zwischen Beendigung der Partnerschaft zu Gunsten des Individualität und totaler Vereinnahmung durch den Partner bzw. die Partnerschaft zu Lasten der Individualität zu halten. Die Ergebnisse des Paar-Giessen-Tests zeigen eine sehr symmetrische Struktur und scheinen die Partner auch Wert auf diese Ausgeglichenheit in der Partnerschaft zu legen. Daher ist es umso verständlicher, wenn das dominierende Verhalten des Mannes zu Konflikten führt, da es eben dieser Vorstellung oder diesem Gefühl von Symmetrie widerspricht. Auch dies kann als Rollenkonflikt verstanden werden, da die Frau den Mann nicht nur als umsorgenden Teil sehen möchte, sondern auch als Gleichberechtigten. Sie hat somit von ihm ein Bild als Mann (im Sinne des Typus „neuer Mann“), wobei ihr Partner die ihm zugewiesene Rolle nicht (immer) erfüllt. Der Mann selbst stellt sich aber mehr im Sinne des Typus des pragmatischen Mannes dar, indem er unter anderem die Berufstätigkeit seiner Frau als sehr positiv bewertet und auch traditionelle Werte bevorzugt. Als Mann definiert es sich über Leistung und durchaus auch über seinen Beruf. Hinsichtlich des Haushaltes wurde offensichtlich eine Vereinbarung über eine Funktionsteilung getroffen und wird diese auch eingehalten, da der Haushalt als Konfliktthema nicht genannt wurde. Aus dem Blickwinkel des Kollusionskonzeptes betrachtet dürfte am ehesten das phallisch-ödipale Beziehungsthema vorherrschen, bei dem Fehlhaltungen in der Geschlechterrolle Ausgangspunkt für Konflikte darstellen, mit folgender Vorstellung als Ausgangspunkt: der Mann hat stark zu sein, die Frau schwach. Das Paar befindet sich in der Phase der mittleren Jahre. Berufliche Karrieren sind im wesentlichen festgelegt. Beide Partner haben großteils ihre Identität gefunden, jetzt aber Schwierigkeiten, sich weiter darauf festzulegen. Der Freiheitsgrad der Partner steigt, worauf nicht zuletzt das Verhalten der Partner hinweist, sich für einige Tage voneinander eine Auszeit zu gönnen. [...]

Arbeit zitieren:
Posch, Wolfgang Dezember 2002: Paarkonflikte heterosexueller Paare, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konfliktarten, Kollusionen, Paarstruktur, Männerverhalten, Paarumwelten

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren