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Overpricing

Ein österreichisches Phänomen für die Jahre 1995 - 2004?

Overpricing
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Christiane Sachsenhofer
  • Abgabedatum: September 2005
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 921,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9232-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9232-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9232-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sachsenhofer, Christiane September 2005: Overpricing, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Emissionsrendite, Aktienemission, Underpricing, Underperformance, Going public

Magisterarbeit von Christiane Sachsenhofer

Zusammenfassung:

Für Anleger und Emittenten ist bei der Börseneinführung von Aktien die Entwicklung der Emissionsrendite von zentraler Bedeutung. Es ist empirisch vielfach belegt, dass Aktien von Unternehmen, die erstmals den Schritt auf das Börsenparkett wagen – so genannte Going Publics – meist durch hohe positive Zeichnungsrenditen (Underpricing) gekennzeichnet sind. Diese positive Performance erfreut die Anleger, geht allerdings auf Kosten der Emittenten. Im umgekehrten Fall sind jedoch auch negative Renditeentwicklungen von Aktien-Neuemissionen möglich. Dieses Phänomen wird als Overpricing bezeichnet und tritt vor allem langfristig, mehrfach allerdings auch schon kurz nach dem Börsengang auf. Eine solche Situation ist aber für Anleger und auch für Emittenten unbefriedigend.

Diese Arbeit widmet sich dem Overpricing sowohl von der theoretischen als auch von der empirischen Seite. Es wird das Overpricing näher beleuchtet, da dieses Phänomen bisher theoretisch und empirisch sowohl international als auch am österreichischen Kapitalmarkt nur eingeschränkt untersucht wurde. Dabei wird eine Zusammenfassung bisheriger empirischer Untersuchungen zur Entwicklung der Emissionsrenditen von Aktien-Neuemissionen gegeben. Darüber hinaus wird ein Beitrag zur Erklärung des Phänomens Overpricing geleistet. In einem empirischen Teil wird die Entwicklung der Emissionsrenditen von Going Publics in Österreich, Deutschland und der Schweiz im Zeitraum zwischen 1995 und 2004 untersucht. Dabei wird einerseits ermittelt, ob sich das kurzfristig vielfach festgestellte Underpricing an den drei Kapitalmärkten im Untersuchungszeitraum bestätigt oder ob vielmehr ein Overpricing feststellbar ist. Andererseits wird geklärt, ob sich Aktien-Neuemissionen längerfristig tatsächlich schlechter als ausgewählte Vergleichsportefeuilles entwickeln.

Unter der Emissionsrendite (Zeichnungsrendite) einer Aktie versteht man ganz allgemein die Rendite zwischen dem Emissionspreis und dem Aktienkurs am Ende des ersten Börsehandelstages. Sinkt der Sekundärmarktpreis am Ende des ersten Handelstages unter den Emissionspreis, spricht man von „Overpricing“ (Überbewertung), ist die Rendite längerfristig negativ, liegt eine „Underperformance“ vor. Die Berechnung von Emissionsrenditen kann um die Marktentwicklung (also um einen Aktienindex) bereinigt erfolgen oder nicht.

In bisherigen empirischen Studien zum Thema Emissionsrenditen zeigt sich für Österreich, dass im kurzfristigen Bereich die Emissionsrenditen überwiegend positiv sind (Underpricing), allerdings niedriger als an anderen Kapitalmärkten. Was den in Österreich ermittelten relativ hohen Anteil überbewerteter Aktien innerhalb des ersten Handelstages betrifft, so ist dieser kein Einzelfall, in Deutschland und der Schweiz liegt dieser deutlich niedriger. Auf mittel- bis langfristige Sicht wird überwiegend eine deutliche Underperformance nachgewiesen, die in Österreich drei Jahre nach dem IPO relativ hoch ist.

Im empirischen Teil wird das Renditeverhalten von bei erstmaligen Börsengängen emittierten Aktien bestimmter Marktsegmente an der Wiener Börse (Amtlicher Handel und Geregelter Freiverkehr), der Deutschen Börse Frankfurt (Amtlichen Marktes/Prime Standard Market) und der Schweizer Börse (Hauptsegment) untersucht. Die Stichproben umfassen 29 österreichische, 49 deutsche und 40 Schweizer IPOs, die zwischen 1995 und 2004 an ihren jeweiligen Heimatbörsen durchgeführt wurden. Die indexbereinigten Emissionsrenditen werden für drei Halteperioden (erster Börsenhandelstag, ein Monat und ein Jahr nach dem Going Public) berechnet.

Es zeigt sich an allen drei Börsen ein kurzfristiges Underpricing von Aktien-Neuemissionen, in Österreich ist die mittlere Zeichnungsrendite am stärksten ausgeprägt. Auf mittel- bis langfristige Sicht nehmen an allen drei Kapitalmärkten die Emissionsrenditen ab, bereits nach einem Monat kann fast durchwegs ein Overpricing beobachtet werden. Der Anteil überbewerteter Aktien nimmt im Laufe der Zeit in etwa gleichem Ausmaß zu. Die durchschnittliche Höhe der Überbewertung steigt ebenso mit der Zeit an.

Zahlreiche Tabellen und Grafiken in der Diplomarbeit arbeiten die Ergebnisse Österreichs, Deutschlands und der Schweiz sowie die Unterschiede und Parallelen zwischen diesen drei untersuchten Kapitalmärkten heraus.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
1. Einleitung 1
1.1 EINFÜHRUNG IN DEN UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND ZIELSETZUNG DER ARBEIT 1
1.2 AUFBAU DER ARBEIT 2
1.3 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN 3
1.3.1 Going Public 3
1.3.2 Emissionsrendite 5
2. Der österreichische Markt für Aktien-Neuemissionen 7
2.1 DIE WIENER BÖRSE, IHRE ENTWICKLUNG UND EMISSIONEN 7
2.2 DIE MARKTSEGMENTE AN DER WIENER BÖRSE 10
2.3 ABLAUF EINES GOING PUBLIC 13
2.3.1 Kriterien der Börsenreife 13
2.3.2 Emissionskonzept 16
2.3.3 Platzierung, Emissionspreisermittlung und Zuteilung 19
2.3.4 Aufnahme der Kursnotierung 20
2.4 DIE INTERESSEN DER AKTEURE BEI EINEM GOING PUBLIC 21
2.4.1 Interessen der Emittenten 21
2.4.2 Interessen der Investoren 22
2.4.3 Interessen der emissionsbegleitenden Banken 23
3. Die Emissionsrendite von Aktien-Neuemissionen 25
3.1 DEFINITION DES OVERPRICING 25
3.2 BERECHNUNG DES OVERPRICING 26
3.2.1 Unbereinigtes Overpricing 26
3.2.2 Bereinigtes Overpricing 27
3.3 BISHERIGE EMPIRISCHE UNTERSUCHUNGEN ZUR ENTWICKLUNG VON EMISSIONSRENDITEN 29
3.3.1 Untersuchungen zum kurzfristigen Overpricing 30
3.3.1.1 Overpricing in den USA 30
3.3.1.2 Overpricing in Deutschland 32
3.3.1.3 Overpricing in der Schweiz 36
3.3.1.4 Overpricing in Österreich 37
3.3.1.5 Zusammenfassung der Ergebnisse 39
3.3.2 Untersuchungen zum mittel- bis langfristigen Overpricing (Underperformance) 41
3.3.2.1 Underperformance in den USA 41
3.3.2.2 Underperformance in Großbritannien 45
3.3.2.3 Underperformance in Deutschland 46
3.3.2.4 Underperformance in der Schweiz 47
3.3.2.5 Underperformance in Österreich 48
3.3.2.6 Zusammenfassung der Ergebnisse 49
3.4 ERKLÄRUNGSANSÄTZE FÜR DAS OVERPRICING 51
3.4.1 Informationsorientierte Ansätze 52
3.4.2 Emissionszeitpunkt und –volumen 53
3.4.3 Kleinfirmen-Effekt 54
3.4.4 Wettbewerbsintensität unter emissionsbegleitenden Banken 55
3.4.5 Weitere Erklärungsansätze 56
3.4.5.1 Marktsegment 56
3.4.5.2 Aktiengattung 57
3.4.5.3 Eigentümerstruktur vor dem Going Public 58
4. Empirische Untersuchung zum Overpricing in Österreich, Deutschland und der Schweiz zwischen 1995 und 2004 60
4.1 UNTERSUCHUNGSZIEL 60
4.2 DATENBASIS UND METHODIK 61
4.2.1 Datenbasis Wiener Börse 61
4.2.2 Datenbasis Deutsche Börse Frankfurt 62
4.2.3 Datenbasis Schweizer Börse 62
4.2.4 Methodik 63
4.3 UNTERSUCHUNGEN AM ÖSTERREICHISCHEN KAPITALMARKT 66
4.4 UNTERSUCHUNGEN AM DEUTSCHEN KAPITALMARKT 69
4.5 UNTERSUCHUNGEN AM SCHWEIZER KAPITALMARKT 73
4.6 ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE 76
5. Schlussbetrachtung und Ausblick 81
6. Literaturverzeichnis 85
7. Anhang 93

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Autoren beobachteten die bereinigten Emissionsrenditen von 120 Going Publics, die von Schweizer Unternehmen in verschiedenen Segmenten142 der Schweizer Börse im Zeitraum zwischen 1983 und 2000 durchgeführt wurden. Die Renditen wurden um den Swiss Performance Index (SPI), den Gesamtmarktindex für Schweizer Aktien, bereinigt.143 Die empirische Studie kam – wie schon Bill (1991) – zu dem Ergebnis144, dass auch in der Schweiz überwiegend signifikant positive, jedoch stark schwankende Zeichnungsrenditen festzustellen sind (zwischen +287,85 % und -7,81 %). 89,17 % aller beobachteten IPOs waren unterbewertet, im Durchschnitt betrug das Underpricing im Untersuchungszeitraum +34,97 % (Median +13,24 %) und wurde vorwiegend durch das hohe Underpricing im Neuen Markt der Schweizer Börse angeheizt. Dieses Wachstumssegment zeigte eine durchschnittliche bereinigte Emissionsrendite von +38,98 % und lag damit im Vergleich zum Haupt- und Local-caps Segment mit +11,32 % außerordentlich hoch. Lediglich 10,83 % der untersuchten IPOs wiesen ein Overpricing auf. Angaben zur durchschnittlichen Höhe des Overpricings liegen nicht vor. [...]

Die durchschnittliche Emissionsrendite aller genannten Unternehmen betrug über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg signifikante +49,98 %, was im Vergleich zu anderen deutschen Börsensegmenten als außerordentlich hoch angesehen werden kann. Aufgrund der großen Unterschiede bei den einzelnen Unternehmen (Zeichnungsrenditen zwischen -25 % und +433 %) stellt der Median i.H.v. +19,37 % ein aussagekräftigeres Ergebnis dar. Wie schon in den Studien zuvor konnte ein Rückgang des Underpricing im Zeitablauf festgestellt werden. Erzielten in den Jahren 1997 und 1998 jeweils alle beobachteten IPO-Unternehmen ein Underpricing, so reduzierte sich dies 1999 und 2000. In diesen zwei Jahren realisierten bereits 22,73 % bzw. 23,88 % der Unternehmen ein Overpricing. Am stärksten betroffen von negativen Emissionsrenditen war die Branche der IT-Services, in der durchschnittlich 32 % aller IPO-Unternehmen ein Overpricing zu verzeichnen hatten.138 [...]

Es bestätigte sich auch durch diese Arbeit die Existenz des Phänomens Underpricing am deutschen Kapitalmarkt. Der bereinigte Vergleich des jeweiligen Emissionspreises mit dem Schlusskurs am ersten Handelstag zeigte eine durchschnittliche positive Emissionsrendite von +11,13 %, die signifikant130 war. Dieses Ergebnis wurde jedoch von einigen wenigen Erstemissionen mit außerordentlich guten, kurzfristigen Renditeentwicklungen von annähernd +200 % nach oben verzerrt. Der dadurch aussagekräftigere Median ergab ein Underpricing von nunmehr +3,21 %, der sich stark von den Mittelwerten der bisherigen deutschen Ergebnisse unterschied. Auch bei den Emissionen mit negativen Zeichnungsrenditen gab es größere Abweichungen vom Mittelwert (dieser lag bei ca. -2 %): Werte von -5 % bis beinahe -20 % konnten festgestellt werden.131 [...]

Arbeit zitieren:
Sachsenhofer, Christiane September 2005: Overpricing, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Emissionsrendite, Aktienemission, Underpricing, Underperformance, Going public

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