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Outsourcing mit Logistik-Dienstleistern

Status Quo im Wirtschaftsraum Ostbayern am Beispiel einer empirischen Untersuchung industrieller Unternehmen

Outsourcing mit Logistik-Dienstleistern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Doris Six
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Regensburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7837-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7837-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7837-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Six, Doris Juni 2003: Outsourcing mit Logistik-Dienstleistern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Logistic Service Provider, external Services, 3PL, 4PL, LLP

Diplomarbeit von Doris Six

Zusammenfassung:

Bei Beginn dieser Diplomarbeit war unklar, in welchem Umfang im Untersuchungsgebiet bereits Logistik-Leistungen von externen Dienstleistern bezogen werden. Auf Basis der in Kapitel I, Abb.1, genannten Zahlen, fallen Annahmen für die Gegenwart und Prognosen für die Zukunft sehr optimistisch aus.

Doch nach Durchführung der Befragung und der Erstellung erster Auswertungen wurde der Autorin bald bewusst, dass sich die positive Situationsdarstellung in Abb. 1 nicht auf den Wirtschaftsraum Ostbayern übertragen lässt. Da, wie in Kapitel III, Abb. 31, aufgezeigt, zwar Transportleistungen an Dienstleister vergeben werden, jedoch komplexere Leistungen wie Lagermanagement und Auftragsabwicklung noch in fast allen Unternehmen zum internen Leistungsportfolio gehören (vgl. dazu Abb. 37), ist dieser hohe Leistungsanteil von 31,1 % (aus Abb. 1) hier nicht gegeben. Zwar bauen viele Unternehmen schon seit einigen Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten, auf das Leistungsspektrum von Transporteuren und Spediteuren, was für die Qualität dieser Leistung spricht, die Verwendung weiterer Dienstleister konnte jedoch nur in Einzelfällen nachgewiesen werden.

Als mögliche Ursache sieht die Diplomandin zum einen das „jugendliche Alter“ der Systemdienstleister und Systemintegratoren. Während Spediteure und Transporteure über Jahre hinweg ihr Leistungsportfolio kommunizieren konnten, ist die Existenz von Systemdienstleistern bzw. Systemintegratoren vielen Unternehmen nicht bewusst.

Zusätzlich trägt das unterschiedliche Leistungsangebot der „neuen“ Dienstleister zu einer schwer überschaubaren und schwierig zu vergleichenden Leistungspalette bei. Diese fehlende Transparenz und steigende Themenkomplexität schreckt möglicherweise Unternehmen ab. Auch kann die bisherige Zusammenarbeit mit Dienstleistern einen Ausbau der Leistungsvergabe unter Umständen verhindern. Zwar bescheinigen die befragten Unternehmen den Dienstleistern durchwegs gute Noten (Abb. 50), jedoch sehen sich viele Firmen in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu den Transporteuren und Spediteuren. Da deren Leistungen generell als leicht substituierbar gelten und ein Wechsel des Dienstleisters somit keine größeren Unannehmlichkeiten nach sich ziehen sollte, liegt in dieser Bewertung vielleicht der Grund für eine möglich Zurückhaltung der Unternehmen hinsichtlich weiterer Outsourcing-Projekte. Dies könnte eine Erklärung für den bisher geringen Nutzungsgrade von Logistik-Dienstleistern darstellen.

Da die Aussagen bezüglich geplanter Outsourcing-Projekte in den Firmen von den Teilnehmern nur unzureichend beantwortet wurden, war eine Auswertung dieses Themengebietes nur bedingt möglich. Somit kann auch hier, wie in Kapitel III, nur auf die möglichen Projekte im Sektor Transport eingegangen werden. Die geplanten Maßnahmen im Bereich Transportplanung (Abb. 46) lassen jedoch eine günstige Zukunftsprognose hinsichtlich „value added services“ zu. Eine schrittweise Erweiterung des verwendeten externen Leistungsportfolios könnte den Firmen mehr entsprechen, als die Übergabe ganzer Prozesse, wie dies z.B. mit der Auftragsabwicklung der Fall wäre. Weiterführende Aussagen lassen die Antworten jedoch nicht zu.

Als Ergebnis dieser Arbeit kann somit festgestellt werden, dass die prognostizierten Marktanteile der Logistik-Dienstleister differenzierter (nach Branche, Unternehmensgröße und geographischer Lage) gesehen werden müssen, da im Untersuchungsgebiet nur einfach Leistungen zu einem hohen Anteil fremdvergeben waren, die eigentlichen Logistik-Leistungen aber immer noch Teil der unternehmerischen Leistungserstellung sind.

Inhaltsverzeichnis:

KAPITEL I EXTERNE DIENSTLEISTER IN DER LOGISTIK 1
1. Aktuelle Situation 1
2. Outsourcing in der Logistik 3
2.1 Begriffsdefinierung und bisherige Erkenntnisse 3
2.2 Outsourcing in der Logistik 7
2.3 Potentiale und Risiken des Logistik-Outsourcing 12
3. Leistungsspektrum von Logistik-Dienstleistern 17
3.1 Einteilungsraster 17
3.2 Transporteure und Spediteure 25
3.3 Systemdienstleister - Third Party Logistic Provider (3 PL) 27
3.4 Systemintegratoren - Fourth Party Logistic Provider (4 PL) 29
3.5 Lead Logistic Provider (LLP) 30
3.6 Trends und Entwicklungen 33
4. Wirtschaftsraum Ostbayern 34
4.1 Regierungsbezirk Niederbayern 36
4.2 Regierungsbezirk Oberpfalz 37
KAPITEL II METHODIK DER DATENERHEBUNG 39
1. Erhebungsmethode 39
2. Erhebungsform 43
3. Aufbau des Fragebogens 44
4. Fragebogen und Informationsblatt 46
5. Erhebungszeitraum und Rücklauf 55
Kapitel III ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNG 56
1. Demographische Ergebnisse 56
2. Bisherige Outsourcing-Erfahrungen 62
2.1 Ist-Analyse der vorhandenen Leistungstiefe 62
2.2 Bisherige Ziele und Ergebnisse der Outsourcing-Projekte 68
3. Geplante Outsourcing-Aktivitäten 73
4. Gründe gegen weitere Outsourcing Projekte 75
5. Bewertung der Logistik-Dienstleister 76
Kapitel IV ZUSAMMENFASSUNG 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

entsteht. Bis zur Verwendung von Systemdienstleistern gab es nur die Beziehung zwischen Unternehmen und Transporteur bzw. Spedition. Da aber der Systemdienstleister mit der Übernahme von koordinierenden Tätigkeiten auch diese Beziehung als „Manager“ übernimmt, wird die Beziehung um einen Partner erweitert, den „Third Party Logistic Provider“. Analog verhält es sich mit der Definition des „Fourth Party Logistik Provider“, der auch als „Manager“ gegenüber dem Unternehmen auftritt und diesmal im Rahmen der strategischen Leistung das Beziehungsgeflecht zu Systemdienstleistern - und dieser wiederum zu den Transporteuren - betreut. (weitere Erläuterungen dazu in den Abschnitten 3.3 und 3.4) Diese Vernetzungen und Abhängigkeiten der Dienstleister untereinander werden in Abb. 13 graphisch dargestellt. [...]

Obwohl die klassische Speditionsleistung immer noch das Hauptgeschäft ist, ist der Anteil von sonstigen Logistikdienstleistungen, den sog. „value added services“ beachtenswert. Diese Zusatzleistungen sind aufgrund ihrer Vielfältigkeit und Abhängigkeit von der Unternehmensstruktur bzw. Unternehmensausrichtung nicht allgemein definierbar. Bietet ein Transporteur Zusatzleistungen wie das Auffüllen von Lagern bzw. besondere Verpackungsleistungen an, steigert dies die Wertstellung seiner Leistung im Unternehmen, kann aber nicht mit den „value added services“ einer Spedition verglichen werden, die zusätzlich das Lagermanagement übernimmt. Eine Zusatzleistung sollte deshalb, wenn sie ihr Ziel als wertsteigernde Leistung erfüllen möchte, immer auf die Hauptleistung abgestimmt sein. So können „value added services“, die an standardisierte Leistungen anknüpfen, sich in ihrer Ausprägung gleichen, werden aber, aus Abgrenzungsgründen zum Konkurrenten, meist eine individuelle Komponente besitzen. Anbieter und Nachfrager von logistischen Dienstleistungen haben sich also, jeweils als Reaktion auf veränderte Rahmenbedingungen im eigenen [...]

Steigender Bedarf von externen Dienstleistern für geplante OutsourcingProjekte hat vielen Speditionen und Transporteuren ein neues Marktsegment eröffnet. Wie der „Bundesverband Spedition und Logistik“ im Jahre 2000 als Ergebnis einer Strukturanalyse31 von rund 3300 Betrieben der Branche bekannt gab, bieten bereits zwei Drittel der befragten Unternehmen logistische Dienstleistungen an. Diese Entwicklung wurde ebenso durch Veränderungen auf den Speditionsund Transportmärkten gefördert. Steigender Kostendruck durch Preiserhöhungen beim Mineralöl und die Einführung der Ökosteuer bei gleichzeitigem Anstieg des Wettbewerbs durch osteuropäische Transportunternehmen haben in den vergangenen Jahren bei den Transporteuren zu Marktanteilsverlusten geführt.32 Diese Entwicklung zwingt deutsche Anbieter ihre Leistungspalette auszuweiten, um Kunden langfristig an das Unternehmen zu binden, bzw. um sich erfolgreich in Marktnischen zu positionieren. Wie in Abb. 10 ersichtlich, erbringen Transportleistungen noch mehr als die Hälfte des Umsatzes auf dem deutschen Logistikmarkt, jedoch haben die sonstigen Dienstleistungen bereits einen Anteil von 18 % erreicht. [...]

Arbeit zitieren:
Six, Doris Juni 2003: Outsourcing mit Logistik-Dienstleistern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Logistic Service Provider, external Services, 3PL, 4PL, LLP

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