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Outdoor Training - Chancen und Grenzen einer Personalentwicklungsmethode

Outdoor Training - Chancen und Grenzen einer Personalentwicklungsmethode
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Kraus
  • Abgabedatum: Juni 2003
  • Umfang: 127 Seiten
  • Dateigröße: 874,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7939-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7939-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7939-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kraus, Michael Juni 2003: Outdoor Training - Chancen und Grenzen einer Personalentwicklungsmethode, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Personalentwicklung, Teamentwicklung, Erlebnispädagogik, Trainigsmethode, Betriebspädagogik

Diplomarbeit von Michael Kraus

Einleitung:

Seit den 80-er und 90-er Jahren des letzten Jahrhunderts wirkt sich die zunehmende Globalisierung, eine verstärkte Technisierung, die Verkürzung der Wissenshalbwertszeiten bzw. die steigende Konkurrenz nachhaltig auf die Unternehmen aus. Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, müssen sie nicht zuletzt ihr Verständnis bzgl. ihrer Mitarbeiter1 neu definieren. Wurde in der Vergangenheit die rein fachliche Qualifikation der Mitarbeiter gefordert, rückten später zunehmend extrafunktionale bzw. außerfachliche Fähigkeiten wie Sozial- und Methodenkompetenzen, neben der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erfassen, vernetzt zu Denken oder die Marktdynamik zu antizipieren, in den Vordergrund.

Auch die Organisationen passen sich kontinuierlich den veränderten Rahmenbedingungen durch Umstrukturierungen sowie neuen Strategie- bzw. Organisationskonzepten an. Viele Unternehmen haben binnen kurzer Zeit erkannt, dass sie mit einer starren und hierarchisch aufgebauten Organisationsstruktur den Marktanforderungen nicht gerecht werden, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Gefragt sind bspw. sich selbst organisierende Teams, die anpassungsfähige Netzwerke schaffen und in dezentralen Organisationsstrukturen arbeiten. Um der sog.

‘Wissensexplosion‘ zu begegnen und das ‘know how’ mehrerer Fachmänner zu integrieren, ist Teamarbeit immer wichtiger geworden. Allerdings können durch Kooperation vielfältige Kenntnisse für eine Problemlösung nur dann nutzbar gemacht werden, wenn die Spezialisten nicht nur über den Willen und das Wissen verfügen, „...sondern auch über die entsprechenden sozialen Fähigkeiten für eine erfolgreiche Teamarbeit.“ Zudem hat(te) das hierarchische Modell – ‘die Unternehmensspitze denkt, der Rest führt aus’ – integrierendem Denken und Handeln auf allen Ebenen zu weichen . Dadurch ist eine neue Qualität in den Sozialgefügen der Unternehmen notwendig geworden, die nur durch umfangreiche Investitionen in das Humankapital geschaffen werden kann. Die Mitarbeiter dürfen nicht mehr als ein reiner Kostenfaktor betrachtet werden, sondern sie sind eine entscheidende Ressource, um diverse Wettbewerbsvorteile zu sichern. Um die Schlüsselqualifikationen der Mitarbeiter zu sichern und zu fördern, sind die Organisationen gezwungen, ihre Mitarbeiter durch Personalentwicklungsmaßnahmen zu qualifizieren. Die Bildungsverantwortlichen müssen dabei beachten, dass die Personalentwicklung (PE) sich auf ständig ändernde Arbeitsbedingungen sowie auf die Erfordernisse des Marktes ausrichtet.

Letztendlich ist es das Ziel, „...die Effektivität des Unternehmens zu steigern und gleichzeitig die Motivation, Arbeitszufriedenheit und die Entfaltungsmöglichkeit der Mitarbeiter zu erhöhen.“ Als eine mögliche Bildungsmaßnahme in diesem Spannungsfeld stehen den Unternehmen Outdoor-Trainings zur Verfügung, um dieses Bildungsdefizit in neuer Qualität zu bewältigen, da sie aufgrund ihres handlungs- und erfahrungsorientierten Charakters gute Möglichkeiten bieten, sowohl soziale Kompetenzen als auch Schlüsselqualifikationen zu trainieren.

Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit Outdoor-Trainings als Personalentwicklungsmaßnahme und zeigt Chancen und Grenzen dieser Methode auf. Hierzu werden zunächst die verwendeten Begrifflichkeiten ‘Personalentwicklung’, ‘Teamentwicklung’ und ‘Outdoor-Training’ definiert und charakterisiert. In diesem Zusammenhang werden sowohl die Anforderungen von Unternehmern und Mitarbeitern an diese Trainingsform betrachtet als auch die Versprechungen der Anbieter zu den Potentialen von Outdoor-Trainings kritisch diskutiert. Auf der Basis einer Analyse empirischer Studien werden Chancen und Grenzen von Outdoor-Trainings vorgestellt und untersucht. Abschließend werden kritische Erfolgsfaktoren diskutiert, sich daraus ergebende Konsequenzen für die Personalarbeit dargestellt und die Einsatzmöglichkeit von Outdoor-Trainings wird als betriebliche Weiterbildungsmaßnahme persönlich bewertet.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS 2
1. EINLEITUNG 5
2. PERSONALENTWICKLUNG 7
2.1 Inhalte, Ziele und Phasen der Personalentwicklung 7
2.1.1 Phasen der Personalentwicklung 10
2.1.2 Veranstaltungsformen der Personalentwicklung 12
2.1.3 Plädoyer für einen ganzheitlichen Personalentwicklungsansatz 12
2.1.4 Konfliktpotentiale im Rahmen des ganzheitlichen Personalentwicklungsansatzes 14
3. TEAMENTWICKLUNG 16
3.1 Inhalte und Ziele 16
3.2 Exemplarisch ausgewählte Teamentwicklungsmodelle 18
3.3 Das Modell von TUCKMAN 19
3.3.1 Forming 19
3.3.2 Storming 20
3.3.3 Norming 21
3.3.4 Performing 22
3.4 Teamentwicklung im Rahmen der Personalentwicklung 23
4. OUTDOOR-TRAININGS IN DER PERSONALENTWICKLUNG 25
4.1 Theorie des Outdoor-Trainings 27
4.1.1 Erlebnispädagogik als Ausgangspunkt 27
4.1.2 Charakteristika von Outdoor-Trainings 29
4.1.3 Theoretische Ansätze zur Wirksamkeit und Didaktik von Outdoor-Trainings 32
4.1.4 Potentiale für die Personalentwicklung durch Outdoor-Trainings 34
4.1.5 Merkmale des Transferprozesses in der Betriebspädagogik 36
4.1.6 Betriebswirtschaftliche und erlebnispädagogische Transfermodelle in der Betriebspädagogik 37
4.1.7 Programmtypen im Outdoor-Training 40
4.2 Was sollen Outdoor-Trainings leisten? 43
4.2.1 Die Vielschichtigkeit des Begriffes Outdoor-Training in der öffentlichen Diskussion 43
4.2.2 Hintergründe, Motive, Erwartungen und Anforderungen von Unternehmen 44
4.2.2.1 Change-Management und ganzheitliche Lernkonzepte als Grundlage für Outdoor-Trainings 45
4.2.2.2 Bedeutung von Outdoor-Trainings für die Personalentwicklung 47
4.2.3 Motive, Erwartungen und Anforderungen seitens der Teilnehmer 49
4.3 Was wollen Outdoor-Trainings leisten? 52
4.3.1 Die Lernziele des Outdoor-Trainings vor dem Hintergrund theoretischer Erklärungsmodelle 52
4.3.2 Marktüberblick - Trends und Aktuelles 53
4.3.3 Inhalte und Ziele von Outdoor-Trainings 55
4.3.3.1 Dynamik fördern 58
4.3.3.2 Effiziente Rollenvielfalt 60
4.3.3.3 Optimierung von Kommunikationsprozessen 61
4.3.3.4 Kooperationsförderung für effizientes Zusammenwirken 63
4.3.3.5 Sensibilisieren für konstruktives Konfliktmanagement 64
4.3.3.6 Teamgeist fördern 65
4.3.3.7 Synergie offen legen 66
4.4 Was können Outdoor-Trainings leisten? 68
4.4.1 Evaluation als Bestandteil betrieblicher Weiterbildung und deren Verwendung bei Outdoor-Trainings 68
4.4.2 Empirische Studien zur Wirksamkeit von Outdoor-Trainings 71
4.4.2.1 Wirkungsanalyse OUTWARD BOUND 72
4.4.2.2 Studien im englischsprachigen Raum 75
4.4.3 Kritische Bewertung vorliegender Studien zum Outdoor-Training 76
5. CHANCEN UND GRENZEN VON OUTDOOR-TRAININGS 78
5.1 Chancen, Möglichkeiten und Vorteile von Outdoor-Trainings 78
5.2 Kritische Erfolgsfaktoren, Probleme und Grenzen von Outdoor-Trainings 81
5.2.1 Transfer als Herausforderung für nachhaltige Wirksamkeit der vermittelten Kompetenzen 85
5.2.2 Konsequenzen für die Personalarbeit 88
5.3 Persönliche Evaluation 94
6. SCHLUSS - AUSBLICK 99
7. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 101
8. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 102
9. LITERATURVERZEICHNIS 104
10. ANHANG 116
11. SELBSTSTÄNDIGKEITSERKLÄRUNG 125

Automatisiert erstellter Textauszug:

Dem Thema ‘Kommunikationsfähigkeit entwickeln bzw. optimieren’ kommt bei Outdoor-Trainings eine sehr große Bedeutung zu, denn ohne „...Kommunikation funktioniert keine arbeitsteilige Organisation.“ (SEIWERT 1992, Sp. 1127)62 Ein intensiver zwischenmenschlicher Austausch von Informationen zum Zweck einer zielgerichteten Aufgabenerfüllung63 ist somit eine grundlegende Erfordernis jeder Organisation. Es gilt als anerkannt, dass die zwischenmenschliche Beziehung dem Kommunikationsinhalt vorgeordnet ist. „Die Qualität der Beziehung bestimmt, wie der Inhalt zu verstehen ist.“ (SCHWIERSCH 1995, S. 157) WATZLAWICK ET AL. (1990) befassten sich mit den Auswirkungen von Kommunikationsverhalten und verstehen darunter nicht nur Worte, sondern auch paralinguistische Phänomene64, Körpersprache und -haltung innerhalb eines bestimmten Kontextes – kurz: „Verhalten jeder Art.“ (a.a.O., S. 51) Ferner gehen sie davon aus, dass der menschlichen Kommunikation diverse Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegen, die i.d.R. ‘unbewusst’ bleiben. [...]

verantwortlichen gewünschten (strategischen) ‘Endziele’ darstellt. Um diese zu erreichen, sind eben die Ausbildung und Förderung der weichen Faktoren relevant, welche demzufolge als Fein- oder Zwischenziele bezeichnet werden können. Als ein Endziel nannten die Autoren auch TE. Outdoor-Trainings, die für diesen Zweck durchgeführt werden, haben nicht die individuelle Entwicklung von Personen, sondern die Verbesserung der interpersonalen Arbeitsbeziehungen organisationaler Funktionseinheiten zum Ziel. Sie wollen als Prozessverstärker für die TE fungieren. Wie bereits oben erwähnt, ergibt sich die Teamfähigkeit als Schnittmenge aus vier Kompetenzbereichen, hinter denen sich jeweils eine Vielzahl verschiedener Fähigkeiten verbergen. Der Inhalt dieser ‘Einzelkompetenzen’58 variiert je nach Akzentuierung und ist zugleich abhängig von den Anforderungen, mit denen das Team im Arbeitsalltag konfrontiert ist. Generell wollen Outdoor-Trainings bei den Kursteilnehmern die Fähigkeit fördern, aus „...einem Kompetenzpool den jeweils situativ angemessenen Kompetenzmix in Form von >>Systemkompetenz<< zielführend einzusetzen.“ (GOETTENAUER 2002, S. 46) [...]

veröffentlicht in der Zeitschrift ‘managerSeminare’. Dieser Titel charakterisiert m.E. die Marktsituation trefflich. berichten FAHR (1997) führte für das Jahr 1996 eine Studie zur Angebotssituation in Deutschland durch. Sie stellte eine zunehmende Nachfrage und eine steigende Anzahl von Anbieterunternehmen fest. Letztere sind bzw. waren jedoch nicht alle auf Outdoor-Trainings spezialisiert, trotzdem bieten bzw. boten sie erlebnisorientierte betriebliche Weiterbildungen an. Die Mehrzahl kommen aus dem Bereich Unternehmensberatung, aber „...auch Incentive-Agenturen, Sportreiseveranstalter und Seminaranbieter haben diesen Markt für sich entdeckt.“ (a.a.O., S. 14) Von einer fundierten Trainerausbildung hinsichtlich pädagogischer und psychologischer Fähigkeiten kann bei Sport- und Incentive-Anbietern nicht die Rede sein. Vielmehr hat es den Anschein, dass diese Anbieter das ‘schnelle Geld’ verdienen woll(t)en. Ca. ein Drittel aller Befragten ordne(te)n Outdoor-Trainings lediglich als ergänzende Maßnahme bzgl. ihres Angebots ein. Größere Übereinstimmung herrscht bei den Anbietern über den Einsatz dieser Methode vor, denn der Schwerpunkt liegt eindeutig auf internen Maßnahmen für Firmen, v.a. im Rahmen langfristiger aufeinander aufbauender Projekte. Jedoch waren nicht alle in der Lage, „...konkrete Beschreibungen der Theorien, Philosophien und Konzeptionen ihrer Outdoor-Maßnahmen abzugeben“ (ebd.), was die Folgerung zulässt, dass sich unter Berücksichtigung der steigenden Nachfrage einige Anbieter mit gutem Marketing, aber wenig pädagogischer und psychologischer Qualifikation (‘schwarze Schafe’) auf dem Markt befinden. „Die Konkurrenz auf dem Trainingsmarkt zwingt zur eindeutigen Profilierung und fordert mehr denn je, den Unterschied deutlich zu machen, der den Unterschied macht.“ (BECK 2000, S. 54) PUSCHNIG (2002) analysierte die Qualität der Angebotsstruktur53 und fasste seine Ergebnisse für den „...durchschnittlichen Anbieter“ zusammen. Demzufolge bestätigte sich der Trend, dass die meisten nicht auf OutdoorTrainings spezialisiert sind, sondern ihre „...Kernkompetenz in der Unternehmensberatung“ (a.a.O., S. 4) haben. Kennzeichnend ist eine zunehmende Kundenorientierung, d.h. die Anbieter versuchen individuelle Kursdesigns analog den spezifi- [...]

Arbeit zitieren:
Kraus, Michael Juni 2003: Outdoor Training - Chancen und Grenzen einer Personalentwicklungsmethode, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Personalentwicklung, Teamentwicklung, Erlebnispädagogik, Trainigsmethode, Betriebspädagogik

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