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Organisationstypspezifische Kernkompetenzen genossenschaflticher Unternehmen und deren Nutzung im Wettbewerb

Organisationstypspezifische Kernkompetenzen genossenschaflticher Unternehmen und deren Nutzung im Wettbewerb
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Florian Albers
  • Abgabedatum: Mai 2002
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 605,9 KB
  • Note: 2,4
  • Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7385-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7385-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7385-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Albers, Florian Mai 2002: Organisationstypspezifische Kernkompetenzen genossenschaflticher Unternehmen und deren Nutzung im Wettbewerb, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Mitgliedgschaft, Management, Wettbewerbsvorteil, Genossenschaftsidentität, Differenzierung

Diplomarbeit von Florian Albers

Einleitung:

Unternehmungen, die in einem konkurrenzorientierten Umfeld Wettbewerbsvorteile generieren wollen, müssen sich von Ihren Mitanbietern differenzieren. Jedoch gleichen sich Qualitäten, Preise, Produkteigenschaften und Dienstleistungen immer weiter an, so dass die notwendige Profilierung zur Herausforderung für das Management werden kann.

Mit der Kernkompetenzperspektive, die in dieser Arbeit speziell auf die genossenschaftliche Unternehmung angewendet wird, bietet sich dem strategischen Management die Möglichkeit, das Potenzial ihres Unternehmens aus einem ressourcen- und kompetenzbasierten Blickwinkel zu betrachten. Die Kernkompetenzperspektive fordert bei der Generierung von Wettbewerbsvorteilen die Konzentration auf individuelle Ressourcen- und Kompetenzenbündel. Die einzigartigen und individuellen Fähigkeiten einer Unternehmung sind es, die langfristigen Erfolg versprechen.

Die Arteigenheit der Genossenschaft enthält spezielle Kernkompetenzen, die von keiner anderen Gesellschaftsform entwickelt werden können. Richtig erkannt und eingesetzt bergen diese Kernkompetenzen enormes Potenzial zur Abgrenzung und damit zur Mitgliedergewinnung sowie -bindung. Es wird deutlich, dass organisationstypspezifischen Kernkompetenzen mit dem genossenschaftlichen Selbstverständnis eng verbunden sind.

Diese Arbeit identifiziert genossenschaftliche Kernkompetenzen und gibt Anregungen, wie diese im wettbewerbsnahen Umfeld eingesetzt werden könnten.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Abkürzungsverzeichnis VI
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Gang der Untersuchung 2
2. Die Kernkompetenzperspektive im strategischen Management 2
2.1 Das strategische Management als Bezugsrahmen 2
2.2 Marktorientierter und ressourcenorientierter Strategieansatz 3
2.2.1 Market-based-View of Strategy 4
2.2.2 Resource-based-View of Strategy 6
2.3 Die Kernkompetenzperspektive 8
2.3.1 Begriffliche Abgrenzungen 8
2.3.2 Darstellung des Kernkompetenzansatzes 9
2.3.3 Management von Kernkompetenzen 12
2.3.4 Kritische Würdigung des Ansatzes 15
2.4 Integrationsfähigkeit des Kernkompetenzansatzes in das strategische Genossenschaftsmanagement 17
3. Organisationstypspezifische Kernkompetenzen genossenschaftlicher Unternehmen 17
3.1 Genossenschaftliche Charakteristika als Basis zur Kernkompetenzanalyse 17
3.1.1 Definition der Genossenschaft und Genossenschaftsarten 18
3.1.2 Das Selbstverständnis von Genossenschaften 19
3.1.3 Die Organisationsstruktur der Genossenschaft 21
3.1.4 Genossenschaftliche Prinzipien 23
3.2 Genossenschaftsidentität und Kernkompetenzen 26
3.3 Beziehungen zwischen Wettbewerbsvorteilen, Erfolgsfaktoren und Kernkompetenzen genossenschaftlicher Unternehmen 27
3.4 Identifikation organisationstypspezifischer Kernkompetenzen der Genossenschaften 28
3.4.1 Mitgliedschaft 28
3.4.2 Förderauftrag 31
3.4.3 Einbindung der Mitglieder in den Willensbildungsprozess 33
3.4.4 Lokales Wissen 34
4. Nutzung genossenschaftsspezifischer Kernkompetenzen im Wettbewerb 36
4.1 Die wirtschaftliche Situation der Genossenschaften als Ausgangssituation eines Kernkompetenzmanagements 36
4.1.1 Bedingungen des Wettbewerbsumfelds und die besondere Position der Genossenschaften 36
4.1.2 Die gegenwärtige Bedeutung des Genossenschaftssektors 38
4.1.3 Zur Aktualität der Genossenschaftsidee in der genossenschaftlichen Geschäftsführung 38
4.2 Hauptziele des genossenschaftlichen Kernkompetenzmanagements 40
4.3 Genossenschaftliches Kernkompetenzmanagement 42
4.3.1 Mitgliedschaft 42
4.3.1.1 Identitätsvermittlung nach außen 43
4.3.1.2 Identitätsvermittlung nach innen 45
4.3.1.3 Kooperationsorientierung 47
4.3.2 Erfolgsorientierte Umsetzung des Förderauftrages 48
4.3.2.1 Voraussetzungen einer förderorientierten Geschäftspolitik 49
4.3.2.1.1 Förderorientierung der Genossenschaftsleitung 49
4.3.2.1.2 Die instrumentale Funktion des Markterfolges 50
4.3.2.2 Fördererfolgsstrategie als Mittel zur Profilierung im Wettbewerb 51
4.3.2.2.1 Fördererwartungen der Mitglieder 51
4.3.2.2.2 Konkretisierung des Förderauftrages 52
4.3.2.2.3 Exklusivleistungen als Differenzierungsstrategie 54
4.3.3 Konzept des mitgliederorientierten Beziehungsmanagements 56
4.3.3.1 Schaffung eines hohen Vertrauenspotenzials als moderner Förderauftrag 56
4.3.3.1.1 Ziele und Effekte eines Vertrauenspotenzials 56
4.3.3.1.2 Determinanten eines Vertrauenspotenzials 58
4.3.3.1.3 Prozess der Vertrauensbildung 59
4.3.3.1.4 Handlungsfelder für Vertrauensaufbau 59
4.3.3.2 Partizipation der Mitglieder an der Willensbildung und Kontrolle 62
4.3.3.2.1 Ziele und Effekte einer praktizierten Mitgliederdemokratie 62
4.3.3.2.2 Einsatzgebiete der gelebten Mitgliederdemokratie und die Ausgestaltung eines erfolgsfördernden Ausmaßes 63
4.3.4 Lokales Wissen 67
4.3.4.1 Voraussetzungen und Potenziale lokalen Wissens 67
4.3.4.2 Maßnahmen zur Generierung und Anwendungsgebiete lokalen Wissens 68
5. Die Förderunterstützung von Verbundunternehmen für das primärgenossenschaftliche Kernkompetenzmanagement 70
5.1 Möglichkeiten der Unterstützung seitens des Verbundes 72
5.1.1 Anwendung des Subsidiaritätsprinzips 72
5.1.2 Benchmarking 74
5.2 Kernkompetenzen als Basis einer verbundweiten Strategie 76
6. Die Genossenschaftsverbände im Kernkompetenzmanagement 77
6.1 Die Stellung der Genossenschaftsverbände und deren Aufgabenstellung 77
6.2 Unterstützungs- und Lenkungsfunktion der gesetzlichen Pflichtprüfung 78
6.3 Weitere Unterstützungsoptionen im genossenschaftlichen Kernkompetenzmanagement 79
7. Schlussbetrachtung 82
Literaturverzeichnis VIII
Anhang XV

Automatisiert erstellter Textauszug:

43 die Kooperationsorientierung erfolgen sollte. Kernkompetenzen sollen die Voraussetzungen für Wettbewerbsvorteile sein. Die Bindungskraft, die sich zwischen Mitglied und Genossenschaft aufbauen kann, ist potenziell stärker als bei bloßer Kundenpartnerschaft. Dieser Zustand kann als Wettbewerbsvorteil der Genossenschaften gegenüber ihren anders organisierten Konkurrenten gelten153. Im Unterpunkt 3.2 wurde bereits die engen Verbindung von Kernkompetenzen und Unternehmensidentität begründet. Die Kernkompetenz der Mitgliedschaft, die mit den anderen genossenschaftlichen Kernkompetenzen in enger Beziehung steht bzw. ursächlich für diese ist, kann am besten im Rahmen einer Corporate-Identity-Strategie vermittelt und genutzt werden. Die gelebte Genossenschaftskultur bildet dabei die sichtbare Ausprägung der Genossenschaftsidentität154. Der Auftrag der Genossenschaftsleitung besteht darin, die Mitgliedschaft als ein Privileg zu vermitteln. Die Kernkompetenz muss wiederbelebt werden, damit sie ihre definitorischen Versprechungen auch halten kann. 4.3.1.1 Identitätsvermittlung nach außen Die Mitgliedschaft als das Synonym der Genossenschaft oder als Marke zu präsentieren heißt, nach außen zu zeigen, worin sich eine Genossenschaft von ihren Konkurrenten anderer Unternehmensformen unterscheidet. Nach außen wird die Genossenschaftsidentität getragen durch das Verhalten der Unternehmensführung und Mitarbeiter, ein spezifisches Erscheinungsbild gegenüber der Öffentlichkeit und Image sowie eine arttypische externe Kommunikation155. Von einer Identitätskrise kann gesprochen werden, wenn die Genossenschaft hinsichtlich ihres tatsächlichen Verhaltens in Bezug auf den Unternehmenszweck und die –grundsätze, ihrer Kommunikation oder ihres Erscheinungsbildes sich nicht von gemeinwirtschaftlichen oder erwerbswirtschaftlichen Unternehmen differenzieren könnte. Dies wäre beispielsweise dann gegeben, wenn die Erfüllung des Förderauftrages postuliert, aber nicht entsprechend praktiziert würde156. [...]

Bei der Explikation des Kernkompetenzansatzes und der Identifikation der genossenschaftsspezifischen Kernkompetenzen ist deutlich geworden, dass Kernkompetenzen als einzelne Elemente im Rahmen einer Wettbewerbsstrategie ein Geflecht ergeben werden. Das Ziel der langfristigen Erfolgssicherung ist allen gemeinsam. Daher stehen die Kernkompetenzen in mal mehr und mal weniger starker interdependenter Beziehung zueinander. Die Mitgliedschaft bildet dabei eine Art Grundlage oder Gerüst, da sich in ihr viele Merkmale einer Genossenschaft konkretisieren bzw. von ihr abgeleiten lassen. Innerhalb des Konzeptes des mitgliederorientierten Beziehungsmanagements wird die Kernkompetenz „Einbindung der Mitglieder in den Willensbildungsprozess“ wiederzufinden sein und auch der Förderauftrag wird dort eine Rolle spielen. 4.3.1 Mitgliedschaft [...]

41 Die Abbildung 7 soll verdeutlichen, dass die Genossenschaft über den Kernkompetenzeneinsatz stabile Mitgliederbindungen erarbeiten und Profilierung im Wettbewerb sowie Erfolgssicherung des Kooperatives erreichen kann. Eine Strategie der Kernkompetenzen bedeutet die Konzentration auf diejenigen Fähigkeiten, die den Kundennutzen maximieren147. Leistungsund Wettbewerbsfähigkeit einer Genossenschaft liegen in erster Linie im Mitgliedergeschäft begründet148. Das Ziel der Kundennutzenmaximierung besteht in der genossenschaftlichen Form der Strategie also in der Mitgliedernutzenmaximierung, denn die Mitglieder sind die Kernzielgruppe bzw. Kernbezugsgruppe einer Genossenschaft. Mit dem Management der Institution Mitgliedschaft, des Förderauftrages, der Mitbestimmungsmöglichkeiten des Mitgliedes und des lokalen Wissens soll die Grundlage zur Schaffung von Mitgliederzufriedenheit gebildet werden. Das daraus resultierende Bindungspotenzial kann als höherwertig eingestuft werden als die bloße Kundenpartnerschaft. Die Chance zur Herausbildung eines Wettbewerbsvorteils wird offensichtlich149. Nach der Identifikation der Kernkompetenzen besteht die Aufgabe der Unternehmensführung darin, diese bestmöglich zu operationalisieren und einzusetzen. Durch Verfolgung der Ziele wie Belebung der Unternehmenskultur, Mitgliederaktivierung, Maximierung der Mitgliederzufriedenheit durch Steigerung der Mitgliedergeschäfte und Erfüllung des Förderauftrages tritt noch ein weiteres in Reichweite, nämlich das der Akquisition neuer Mitglieder. Trotz einmaliger Voraussetzungen müssen sich Genossenschaften zur Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrages im Wettbewerb durchsetzen. Förderung ohne den Markt gibt es nicht. Genossenschaftliches Konkurrenzmanagement und genossenschaftliches Kooperationsmanagement sind daher miteinander verbunden150. V. a. im Bankensektor sieht sich das Mitglied einer Vielzahl von Anbietern gegenüber, zwischen denen es sich [...]

Arbeit zitieren:
Albers, Florian Mai 2002: Organisationstypspezifische Kernkompetenzen genossenschaflticher Unternehmen und deren Nutzung im Wettbewerb, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Mitgliedgschaft, Management, Wettbewerbsvorteil, Genossenschaftsidentität, Differenzierung

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