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Organisationsformen der kommunalen Wirtschaftsförderung und ihre regionsspezifische Ausgestaltung

Dargestellt an ausgewählten Beispielen in Niedersachsen

Organisationsformen der kommunalen Wirtschaftsförderung und ihre regionsspezifische Ausgestaltung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Franck
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 104 Seiten
  • Dateigröße: 6,8 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Leibniz Universität Hannover Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4196-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4196-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4196-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Franck, Matthias September 2000: Organisationsformen der kommunalen Wirtschaftsförderung und ihre regionsspezifische Ausgestaltung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Ausgestaltung, kommunale Wirtschaftsförderung, Organisationsformen, Wirtschaftsgeographie, Organisation

Diplomarbeit von Matthias Franck

Einleitung:

Die kommunale Wirtschaftsförderung (KWF) sieht sich als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe einer Vielzahl von komplexen operativen und strategischen Entscheidungsproblemen gegenübergestellt. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das in Literatur und Praxis kontrovers diskutierte Problemfeld der aufbauorganisatorischen Institutionalisierung, also die Suche nach der geeigneten Organisationsform für die kommunale Wirtschaftsförderungsdienststelle. Die Organisationsformen der KWF werden als Rechts- und Kooperationsformen verstanden.

Die für die Institutionalisierung der Wirtschaftsförderungseinheit in Frage kommenden öffentlich-rechtlichen und privatrechtlichen Rechtsformen sind durch jeweilige Stärken und Schwächen charakterisiert, die als rechtsformeninhärente Kriterien bei der Wahl der Organisationsform zu berücksichtigen und zu bewerten sind. Die Rahmenbedingungen haben sich hierbei in den letzten Jahren maßgeblich verändert. Die Unternehmen (als Hauptzielgruppe der KWF) und Regionen werden u.a. im Zuge der Globalisierung, Regionalisierung, fortschreitenden europäischen Integration und des sektoralen und unternehmerischen Strukturwandels mit weitreichenden Konsequenzen konfrontiert. Infolgedessen ist es in den letzten Jahren zu neuen Herausforderungen für die Ziele und Aufgaben der KWF in Deutschland gekommen, was letztlich zu einem kontinuierlichen Überdenken ihrer organisatorischen Ausgestaltung führt. Aus den veränderten Rahmenbedingungen resultiert als eine entscheidende Konsequenz, daß die Bedeutung von Kooperationen mit externen öffentlichen und nichtöffentlichen Akteuren für eine zeitgemäße und zukunftsorientierte KWF noch weiter gewachsen ist.

Sowohl bei der erstmaligen Institutionalisierung als auch bei aufbauorganisatorischen Anpassungen der Wirtschaftsförderungseinheit stehen eine Vielzahl von alternativen Organisationsformen zur Auswahl. Deren jeweilige Stärken und Schwächen können nicht nur anhand allgemeingültiger rechtsformeninhärenter Kriterien beurteilt werden. Die Ausgangsbedingungen der Kommune und ihres regionalen Umfelds führen zu regionsspezifischen Problemen und Herausforderungen, aus denen bestimmte Ziele und Aufgaben der KWF hervorgehen. Entsprechend dieser individuellen Einflußfaktoren müssen die gewählten Organisationsformen regionsspezifisch ausgestaltet werden.

Zielsetzung dieser Arbeit ist es, das dargestellte komplexe Entscheidungsproblem der Suche nach einer geeigneten Organisationsform der KWF aus der Perspektive der Kommunen aufzuzeigen. Es sollen den kommunalen Entscheidungsträgern rechtsformeninhärente Kriterien und regionsspezifische Faktoren für die Wahl der Organisationsform der KWF unter besonderer Berücksichtigung der immer wichtiger werdenden Kooperationen benannt werden. Im einzelnen sollen Antworten zu folgenden zentralen Fragestellungen gefunden werden:

Welchen veränderten Rahmenbedingungen ist die KWF in Deutschland unterworfen, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Organisation der KWF?

Welche Erkenntnisse und Leitbilder lassen sich aus theoretischen Erklärungsansätzen zur Organisation der KWF gewinnen?

Wodurch sind die potentiellen Rechtsformen der KWF charakterisiert, welche Vor- und Nachteile weisen sie auf? In welchen Formen können die immer wichtiger werdenden Kooperationen der KWF fest institutionalisiert werden? Welche Kriterien und Faktoren spielen eine Rolle bei der Organisationsformenwahl der KWF?

In welchen Rechtsformen ist die KWF in Niedersachsen institutionalisiert? Wie sind die Organisationsformen der KWF auf der niedersächsischen Landkreisebene regionsspezifisch ausgestaltet, welche Kooperationen werden eingegangen?

Können allgemeingültige Handlungsempfehlungen zur Wahl der Organisationsform der KWF abgeleitet werden?

Gang der Untersuchung:

Die wesentlichen rechtlichen und inhaltlichen Grundlagen der KWF werden nachfolgend in Kapitel 1.3 geklärt. Anschließend veranschaulicht Kapitel 2 die veränderten verwaltungsexternen und -internen Rahmenbedingungen, die neue Herausforderungen an die Konzeption und Organisation der KWF stellen. Da das Eingehen vielfältiger Kooperationen eine immer wichtiger werdende Konsequenz für die KWF ist, stellt Kapitel 3 mit dem Transaktionskostenansatz und den Netzwerkansätzen ausgewählte theoretische Erklärungsansätze vor, welche die Bedeutung von Kooperationen leitbildhaft untermauern und einen partiellen Erkenntnisgewinn für die Organisation der KWF ermöglichen. Darauf aufbauend behandelt Kapitel 4 die Organisationsformen der KWF regionsübergreifend, indem zuerst die möglichen Rechtsformen einer Wirtschaftsförderungseinheit und anschließend deren Kooperationsformen mit externen Akteuren dargestellt werden. Besonders berücksichtigt werden die fest zu institutionalisierenden Kooperationsformen, für die erneut die Frage nach einer geeigneten Rechtsform beantwortet werden muß. Das Kapitel endet mit der Darstellung rechtsformeninhärenter Kriterien zur Wahl der Organisationsform der KWF sowie der Auflistung regionsspezifischer Einflußfaktoren. Es folgt mit Kapitel 5 der empirische Abschnitt, der die Organisationsformen der KWF in Niedersachsen und ihre regionsspezifische Ausgestaltung anhand vier ausgewählter Landkreise vorstellt und bewertet. Die abschließende Schlußbetrachtung faßt in Kapitel 6 die wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit zusammen.

Die in erster Linie allgemeingültigen Kapitel 1 bis 4 wurden methodisch anhand der Analyse von Literatur, Gesetzestexten sowie Expertengesprächen im Vorfeld und während der Bearbeitungszeit (vgl. Anhang 1) entwickelt. Diese Abschnitte beziehen sich regionsübergreifend auf die KWF beider kommunaler Ebenen in der BRD, rücken allerdings – im Hinblick auf das folgende empirische Kapitel 5 – an den notwendigen Stellen die Konstellationen im Bundesland Niedersachsen in den Vordergrund. Demgegenüber betont Kapitel 5 die individuelle regionsspezifische Ausgestaltung der KWF, indem sich die Darstellung auf die KWF in vier niedersächsischen Landkreisen konzentriert; die KWF der jeweiligen kreisangehörigen Kommunen und das Verhältnis zwischen den beiden kommunalen Ebenen werden dabei berücksichtigt. Dieser Abschnitt basiert teilweise auf der Auswertung von Literatur, Statistiken sowie Internetauftritten, Gesellschaftsverträgen, Geschäftsberichten und Broschüren der ausgewählten Wirtschaftsförderungseinheiten, in erster Linie aber auf der Analyse von Expertengesprächen, die mit den Leitern bzw. Geschäftsführern der Wirtschaftsförderungsdienststellen der entsprechenden Beispiellandkreise (vgl. Anhang 2) im Sommer 2000 durchgeführt wurden. Um den komplexen regionsspezifischen Kontext in seiner Heterogenität erfassen zu können, erfolgten diese Interviews durch eine nichtstandardisierte, teilstrukturierte Erhebung mit Hilfe eines Gesprächsleitfadens (vgl. Anhang 3) und durch zusätzliche telefonische Befragungen. Ergänzt wurden die qualitativen Ergebnisse der Expertengespräche durch Interviews mit weiteren Akteuren in den untersuchten Landkreisen (vgl. Anhang 2). Die Wahl der Landkreisebene und die konkrete Auswahl der vier Beispiellandkreise wird zu Anfang des Kapitels 5.2 begründet.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis III
Vorwort IV
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung, Zielsetzung und zentrale Fragestellungen 1
1.2 Aufbau und methodisches Vorgehen 2
1.3 Grundlagen kommunaler Wirtschaftsförderung 4
2. Veränderte Rahmenbedingungen und ihre Konsequenzen für die KWF
2.1 Verwaltungsexterne Rahmenbedingungen
2.2 Verwaltungsinterne Rahmenbedingungen 10
3. Theoretische Erklärungsansätze zur Organisation der KWF 14
3.1 Transaktionskostenansatz 14
3.2 Netzwerkansätze 17
4. Rechts- und Kooperationsformen der KWF 19
4.1 Rechtsformen der KWF 19
4.1.1 Öffentlich-rechtliche Rechtsformen 19
4.1.2 Privatrechtliche Rechtsformen 21
4.1.3 Vergleich der Standardrechtsformen „Amt“ und „GmbH“ 23
4.2 Kooperationsformen der KWF und ihre Institutionalisierung 27
4.2.1 Kooperationen mit öffentlichen Akteuren 28
4.2.2 Kooperationen mit halböffentlichen und privaten Akteuren 32
4.3 Kriterien und Faktoren für die Organisationsformenwahl der KWF 34
5. Regionsspezifische Ausgestaltung der KWF in Niedersachsen 39
5.1 Verwaltungsstrukturen und Rechtsformen der KWF in Niedersachsen 39
5.2 KWF in ausgewählten Beispiellandkreisen Niedersachsens 41
5.2.1 KWF im Landkreis Helmstedt 43
5.2.1.1 Ausgangsbedingungen innerhalb des Landkreises 43
5.2.1.2 Ziele und Aufgaben der KWF 46
5.2.1.3 Organisationsform der KWF 46
5.2.2 KWF im Landkreis Diepholz 51
5.2.2.1 Ausgangsbedingungen innerhalb des Landkreises 51
5.2.2.2 Ziele und Aufgaben der KWF 53
5.2.2.3 Organisationsform der KWF 54
5.2.3 KWF im Landkreis Osnabrück 59
5.2.3.1 Ausgangsbedingungen innerhalb des Landkreises 59
5.2.3.2 Ziele und Aufgaben der KWF 61
5.2.3.3 Organisationsform der KWF 63
5.2.4 KWF im Landkreis Lüneburg 68
5.2.4.1 Ausgangsbedingungen innerhalb des Landkreises 68
5.2.4.2 Ziele und Aufgaben der KWF 70
5.2.4.3 Organisationsform der KWF 71
6. Schlußbetrachtung 76
Quellenverzeichnis 84
Anhang 93

Arbeit zitieren:
Franck, Matthias September 2000: Organisationsformen der kommunalen Wirtschaftsförderung und ihre regionsspezifische Ausgestaltung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Ausgestaltung, kommunale Wirtschaftsförderung, Organisationsformen, Wirtschaftsgeographie, Organisation

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