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Organisations- und Personalprobleme bei virtuellen Unternehmen

Organisations- und Personalprobleme bei virtuellen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Eduard Tasch
  • Abgabedatum: September 1999
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 6,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2214-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2214-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2214-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tasch, Andreas Eduard September 1999: Organisations- und Personalprobleme bei virtuellen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Arbeitssoziologie, Personal, virtuelle Unternehmen, Organisation, Organisationssoziologie

Diplomarbeit von Andreas Eduard Tasch

Einleitung:

Sowohl in der betriebswirtschaftlichen als auch in der organisationssoziologischen Literatur herrscht Einigkeit darüber, dass mit dem Wandel der Industriegesellschaften zu Dienstleistungs- bzw. Informationsgesellschaften und dem sich zunehmend internationalisierenden Wettbewerb auf anspruchsvollen Käufermärkten auch ein Wandel in den Organisationsstrukturen der auf diesen Märkten agierenden Unternehmen einhergehen muss, da sich diese an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen müssen. Als Beleg für diese Entwicklung kann sowohl das Anwachsen des Marktes für (Re-) Organisationsberatung als auch die steigende Anzahl der Publikationen zu diesem Themenbereich angesehen werden.

Dabei sind die wissenschaftlichen sowie aus der Beratungsarbeit gewonnenen Theorien und Konzepte zur Organisationsgestaltung trotz ihres Anspruchs auf eine gewisse Allgemeingültigkeit keineswegs einheitlich, sondern schlagen je nach Gesichtspunkt zum Teil diametral entgegengesetzte Gestaltungsmöglichkeiten vor. So fordert das Business Reengineering bspw. die konsequente Orientierung der Betriebsabläufe an der Wertschöpfungskette und sieht alle darüber hinausgehenden Tätigkeiten als Rationalisierungspotential an, während andere Theorien ausdrücklich die Vorhaltung von funktionalen Redundanzen fordern, um sowohl die Flexibilität als auch die Innovations- und Adaptionsfähigkeit des Unternehmens zu gewährleisten.

Die beiden MIT-Wissenschaftler Laubacher und Malone stellen in ihrer Studie über die Unternehmensorganisation im 21. Jahrhundert als ein mögliches Szenario die Verwirklichung einer E-Lance Economy in Aussicht, in der sich die heute (noch) bestehenden (industriellen) Großunternehmen weitestgehend auflösen, bzw. sich in kleinere Organisationseinheiten aufspalten, die dann je nach Bedarf in Projekten bzw. Netzwerken miteinander kooperieren. Die Idealform einer solchen Struktur stellt das "virtuelle Unternehmen" dar, welches sich nur projektbezogen aus verschiedenen Kooperationspartnern auftragsspezifisch konstituiert und nach Erfüllung dieser Aufgabe wieder auflöst. Auch wenn der Begriff der "virtuellen Unternehmung" in der Literatur nicht einheitlich und häufig nur als Schlagwort für informationstechnisch vernetzte Unternehmensformen verwendet wird, sind in den letzen Jahren sowohl in der Betriebswirtschaftslehre/Wirtschaftsinformatik als auch in der Organisationssoziologie einige Beiträge publiziert worden, die versuchen, ein theoretisches Konzept der virtuellen Unternehmung zu entwickeln, es gegen andere (traditionelle) Organisationsmodelle abzugrenzen, und auf seine Realisierbarkeit zu überprüfen. Dabei stehen diese Studien allerdings vor dem Problem einer eher explorativen Empirie, d.h., bisher konnten erst wenige Kooperationsverbünde ausgemacht werden, die als "virtuelle Unternehmen" im Sinne der Konzepte gelten können.

Ziel der Diplomarbeit soll es sein, den aktuellen theoretischen Diskussionsstand um das Konzept der "virtuellen Unternehmung" in seinen verschiedenen Facetten darzustellen, um in einem zweiten Schritt zu fragen, welche Probleme und Potentiale die Einführung von virtuellen Unternehmensstrukturen sowohl für die Organisation als auch für die Arbeitnehmer mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund wird sich dann abschließend mit den Fragen auseinandergesetzt, inwieweit die virtuelle Unternehmung wirklich als Unternehmensform der Zukunft gelten kann, bzw. welche Argumente für und gegen die Ausbreitung der virtuellen Unternehmung als flexible Organisationsform stehen, und inwieweit sich die Anforderungen virtueller Arbeitsstrukturen mit den Ansprüchen der Beschäftigten an Erwerbsarbeit decken.

Gang der Untersuchung:

Der erste Teil (Kapitel II + III) der Arbeit wird sich vor allem mit der Frage auseinandersetzen, wodurch ein virtuelles Unternehmen überhaupt gekennzeichnet ist, und in welcher Theoriegeschichte diese Konzeption steht. Hierzu werden in einem kurzen historischen Rückblick die traditionellen Rahmenbedingungen einzelbetrieblich unternehmerischen Handelns und die sich daraus resultierenden Organisationsformen dargestellt werden, bevor gefragt wird, inwieweit sich die Rahmenbedingungen, die das Organisationshandeln (bzw. die Organisationsform) beeinflussen, verändert haben, und inwieweit sich daraus die Notwendigkeit von Umstrukturierungsmaßnahmen ergibt. Unter Zuhilfenahme des Transaktionkostenansatzes wird dabei erklärt, warum sich Unternehmen in einer bestimmten Weise strukturieren. Im Anschluß daran werden die in der Literatur diskutierten verschiedenen Charakteristika eines virtuellen Unternehmens vorgestellt, bevor sich mit den daraus ergebenden verschiedenen Konzeptionen der "virtuellen Unternehmung" selbst auseinandergesetzt wird. Ziel dieses Abschnitts ist es, eine Definition des virtuellen Unternehmens zu erarbeiten, vor deren Hintergrund dann in den folgenden Abschnitten die damit verbundenen Organisations- wie Personalprobleme diskutiert werden können.

Im Mittelpunkt des vierten Kapitels der Arbeit stehen dann die Probleme, die sich bei der Organisation von virtuellen Kooperationsformen stellen. Ausgehend von einer virtuellen Unternehmung als überbetrieblichem Konzept, werden dessen Paradoxien hinsichtlich der Kooperation wie der Koordination aufgezeigt und nach möglichen Lösungen gesucht. Eine große Bedeutung wird dabei der Frage zugemessen, inwieweit es gelingen kann, Vertrauen zwischen den Akteuren als zentralen Koordinationsmechanismus des virtuellen Unternehmens zu etablieren.

Das fünfte Kapitel setzt sich mit dem virtuellen Unternehmen aus der Beschäftigtenperspektive auseinander. Hier wird zunächst in Abgrenzung zu einem Arbeitnehmer eines traditionellen Unternehmens ein generelles Anforderungsprofil für Arbeitnehmer in virtuellen Unternehmensstrukturen aufgestellt werden, bevor kurz auf die damit möglicherweise verbundenen Belastungen aufmerksam gemacht wird. Im Anschluss wird gefragt, inwieweit das aufgezeigte Anforderungsprofil einen neuen Arbeitskrafttypus erfordert, der sich durch eine größere Selbstverantwortlichkeit hinsichtlich der Arbeitsbeschaffung als auch der Arbeitsergebnisse auszeichnet. Zum Abschluss wird die in der Literatur häufig angenommene parallele Entwicklung virtueller Unternehmensstrukturen und die Entstehung neuer auf mehr Selbständigkeit bzw. Selbstverantwortung beruhenden Arbeitsformen hinsichtlich ihrer Voraussetzungen und Implikationen im Bereich der Aus- und Weiterbildung, der Interessenvertretung sowie der sozialen Sicherung untersucht.

In einer anschließenden Zusammenfassung sollen noch einmal die wichtigsten Ergebnisse der einzelnen Kapitel zusammengetragen werden, um vor deren Hintergrund zu einer vorsichtigen Beantwortung der Fragen zu kommen, ob und wenn ja, in welchen Bereichen und mit welchen Konsequenzen die virtuelle Unternehmung wirklich als das Unternehmenskonzept der Zukunft gelten kann, und inwieweit sich die Anforderungen des virtuellen Unternehmens auf der Arbeitsplatzebene mit den Ansprüchen der Beschäftigten decken.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Tabellen und Abbildungen III
I. Einleitung 1
II. Veränderte Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns und die Anpassungsstrategien der Unternehmen 4
1. Das Aufkommen eines neuen techno-ökonomischen Paradigmas 4
2. Anpassungsstrategien der Unternehmen 8
a) Die Transaktionskostentheorie 9
b) Vom Groß- zum virtuellen Unternehmen: Flexibilisierung als Antwort auf veränderte Rahmenbedingungen 12
aa) Der Einfluß der veränderten Rahmenbedingungen auf die Transaktionskosten 12
bb) Flexibilität als neues Unternehmensleitbild 15
III. Das virtuelle Unternehmen - Schlagwort oder Unternehmenskonzept der Zukunft? 19
1. Begriffsklärung der virtuellen Unternehmung 19
2. Die Geschichte des virtuellen Unternehmens 20
3. Charakteristika eines virtuellen Unternehmens 22
4. Unterschiedliche Annäherungen an das Konzept der virtuellen Unternehmung 25
5. Das virtuelle Unternehmen in Abgrenzung zu anderen Kooperationsformen 28
6. Das virtuelle Unternehmen in der Empirie 30
IV. Organisationsprobleme in virtuellen Unternehmen 35
1. Leistungen des virtuellen Unternehmens 35
2. Koordinationsprobleme in virtuellen Unternehmen 37
3. Kooperationsprobleme im virtuellen Unternehmen 42
a) Kooperation aus Sicht der Vertragstheorie 42
b) Kooperation aus Sicht der Principal-Agent-Theorie 44
c) Kooperation aus Sicht der Spieltheorie 46
d) Zwischenfazit: Die Notwendigkeit eines neuen zentralen Koordinationsmechanismus in virtuellen Unternehmen 49
4. Vertrauen als zentraler Koordinationsmechanismus in virtuellen Unternehmen 50
a) Vertrauen in der Theorie 50
b) Konstitutionsbedingungen von Vertrauen in virtuellen Unternehmen 53
V. Personalprobleme bei virtuellen Unternehmen 59
1. Neue Anforderungen im virtuellen Unternehmen 61
2. Der Mitarbeiter des virtuellen Unternehmens als Arbeitskraftunternehmer 70
3. Institutioneller Änderungsbedarf 71
a) Anforderungen an das Bildungssystem 72
b) Anforderungen an die Interessenvertretung 76
c) Anforderungen an die soziale Sicherung 77
VI. Zusammenfassung und Schlußbetrachtung: Das virtuelle Unternehmen als Leitbild und in der Praxis 79
Literatur IV

Arbeit zitieren:
Tasch, Andreas Eduard September 1999: Organisations- und Personalprobleme bei virtuellen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Arbeitssoziologie, Personal, virtuelle Unternehmen, Organisation, Organisationssoziologie

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