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Organisationale Kompetenzen aus systemtheoretischer Perspektive

Organisationale Kompetenzen aus systemtheoretischer Perspektive
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martin Alkin
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 106 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule für Wirtschaft und Technik Wiener Neustadt Österreich
  • Bibliografie: ca. 65
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9989-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9989-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9989-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Alkin, Martin Mai 2006: Organisationale Kompetenzen aus systemtheoretischer Perspektive, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Organisation, Kompetenz, System, Luhmann, Theorie

Diplomarbeit von Martin Alkin

Einleitung:

Seit es Unternehmen gibt, ist die Wirtschaftswissenschaft auf der Suche nach Möglichkeiten zur Optimierung. Viele Konzepte wurden bereits entworfen, und regelmäßig kommen neue hinzu. In schier postmoderner Beliebigkeit kann heute aus einer Fülle unterschiedlicher Theorierichtungen, die noch dazu teilweise in schroffem Widerspruch zueinander stehen, ausgewählt werden. Taucht so eine neue Idee auf, nehmen sich sofort viele (mehr oder weniger) wissenschaftliche Autoren und Unternehmensberater des Themas an.

Eine dieser Ideen beschäftigt sich mit den Kompetenzen von Unternehmen. „Kernkompetenzen. Was Unternehmen wirklich erfolgreich macht“ verkündet da beispielsweise großspurig ein Buchtitel. Was soll unter Kompetenzen zu verstehen sein? Dieser Frage soll hier nachgegangen werden, doch soll nicht der sowieso schon mannigfaltigen (oft empirischen) Literatur eine weitere Nuance hinzugefügt werden.

Die Systemtheorie nach Niklas Luhmann ist eine sehr kontrovers diskutierte soziologische Theorie, welche viele althergebrachte wirtschaftswissenschaftliche Paradigmen auf den Kopf stellt und immer mehr Beachtung auch außerhalb der Soziologie findet. Ziel dieser Arbeit ist es, das Thema Kompetenzen mit dieser Theorie zu verbinden und organisationale Kompetenzen (oK) aus dieser ungewöhnlichen Perspektive zu betrachten.

Um dieses Ziel erreichen zu können, ist es notwendig, zuerst die bereits bekannten Konzepte zum Thema Kompetenzen kurz darzulegen, dies geschieht im Abschnitt 2 nach der Einleitung. Im nächsten Schritt werden in aller gebotenen Kürze die systemtheoretischen Grundlagen vorgestellt und im Anhang ein Glossar dazu zur Verfügung gestellt. Tiefer in die systemtheoretische Materie geht es im darauf folgenden Abschnitt, der sich mit spezifischen Fragen zum Thema Organisation beschäftigt. Im letzten Abschnitt vor der Conclusio werden die zentralen Themen Wandel, Wissen und Lernen in einem separaten Kapitel behandelt, weil diese in der konventionellen Literatur als die entscheidenden Kompetenzfaktoren identifiziert werden.

Die Komplexität der zirkulären Systemtheorie birgt die Gefahr, dass zum Verständnis viele Querverweise gemacht werden müssen beziehungsweise beim Lesen hin und her gesprungen werden muss. Um dies so weit wie möglich zu vermeiden, werden die herausgearbeiteten Erkenntnisse in Form von 8 Thesen dargestellt, welche eher unorthodox nicht im Schlusskapitel zu finden sind, sondern jeweils gleich bei den dazugehörenden Grundlagen eingearbeitet werden.

Den Schluss bilden zwei Überlegungen. Erstens werden die Probleme beschrieben, welche viele Forscher mit der systemtheoretischen Gedankenwelt haben. Im zweiten Teil werden die Zukunft der Systemtheorie und mögliche weitere Forschungsfelder diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 2
1.1. AUFBAU 3
2. KONVENTIONELLE ORGANISATIONS- UND MANAGEMENTTHEORIEN 3
2.1. ORGANISATIONALE KOMPETENZEN, EINE ERSTE ANNÄHERUNG 3
2.2. DIE BEOBACHTERPERSPEKTIVE 4
2.3. KONVENTIONELLE ORGANISATIONSTHEORIEN 5
2.4. KOMPETENZ 7
2.5. WANDEL, WISSEN, LERNEN 11
2.5.1. Kultur und Wandel 12
2.5.2. Wissen 14
2.5.3. Lernen 15
3. EINFÜHRUNG IN DIE SYSTEMTHEORIE 18
3.1. WARUM NIKLAS LUHMANN? 20
3.2. LUHMANN BESCHREIBT SEINE THEORIE 21
3.3. LUHMANNS WELT - EINE KURZE EINFÜHRUNG 22
3.3.1. Exkurs 1: Definitionsproblem systemtheoretischer Bausteine 23
3.3.2. Emergenz und das menschliche Bewusstsein 24
3.3.3. Emergenz in konventionellen Organisationstheorien 25
3.3.4. Ein bisschen schwanger, ein bisschen Systemtheorie 26
3.4. THEORIEPLURALISMUS SYSTEMISCH ERKLÄRT 27
3.4.1. THESE 1: Das Aufrechterhalten der Autopoiesis ist eine oK 28
3.4.2. THESE 2: oK werden beobachtet und zugeschrieben 29
4. DIE ORGANISATION AUS DER SICHT DER SYSTEMTHEORIE 32
4.1. DEFINITION DER ORGANISATION 33
4.1.1. THESE 3: oK koordinieren Mitarbeiter 35
4.2. UMWELTBEZIEHUNGEN DER ORGANISATION 35
4.3. INTERDEPENDENZBEZIEHUNGEN UND AUSWIRKUNGEN 39
4.3.1. THESE 4: Strukturelles Koppeln ist eine oK 39
5. WANDEL, WISSEN, LERNEN – SYSTEMTHEORETISCH 42
5.1.1. Exkurs 2: Definitionsproblem systemtheoretischer Bausteine 43
5.2. DAS ANDERE EMERGENZNIVEAU 44
5.3. KOGNITION / ERKENNTNIS 45
5.3.1. Sinnliche Wahrnehmung 46
5.3.2. Wissen (Gedächtnis) sozialer Systeme 46
5.3.3. Kognition 49
5.3.4. THESE 5: Wissen der Mitarbeiter ist keine oK 50
5.4. ORGANISATIONALES LERNEN 52
5.4.1. THESE 6: Wissensvermehrung ist keine oK 54
5.5. KULTUR 55
5.5.1. Kultur aus systemtheoretischer Perspektive 56
5.5.2. Drei-Ebenen-Modell und die Systemtheorie 57
5.5.3. Warum Kultur nichterfassbar ist 60
5.5.4. geplanter Wandel durch Anpassung 61
5.5.5. Beharrungstendenzen 62
5.5.6. THESE 7: Beharrung ist eine oK 63
5.5.7. THESE 8: Nicht zu lernen ist eine oK 65
6. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNGEN 67
6.1. DER MENSCH UND SEINE VORSTELLUNG VON DER GESELLSCHAFT 67
6.1.1. konventionelle Vorstellungen und die Systemtheorie 67
6.1.2. Soziale Systeme sind nicht be-greifbar 68
6.1.3. Steuerungspessimismus 69
6.1.4. Intelligenz & soziale Systeme 70
6.1.5. Die Versöhnung - Luhmann doch nicht radikal? 71
6.1.6. Menschliche Spuren verschwinden in Organisationen 73
6.2. ZUKUNFT DER SYSTEMTHEORIE 74
6.2.1. Forschungsstand und praktische Nutzung 74
6.2.2. Ausblick 76
7. WAS HABE ICH GELERNT (WHICH DIFFERENCE MADE A DIFFERENCE) 77
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 79
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 80
LITERATURVERZEICHNIS 81
ANHANG (GLOSSAR ZUR SYSTEMTHEORIE) 87

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 2
1.1. AUFBAU 3
2. KONVENTIONELLE ORGANISATIONS- UND MANAGEMENTTHEORIEN 3
2.1. ORGANISATIONALE KOMPETENZEN, EINE ERSTE ANNÄHERUNG 3
2.2. DIE BEOBACHTERPERSPEKTIVE 4
2.3. KONVENTIONELLE ORGANISATIONSTHEORIEN 5
2.4. KOMPETENZ 7
2.5. WANDEL, WISSEN, LERNEN 11
2.5.1. Kultur und Wandel 12
2.5.2. Wissen 14
2.5.3. Lernen 15
3. EINFÜHRUNG IN DIE SYSTEMTHEORIE 18
3.1. WARUM NIKLAS LUHMANN? 20
3.2. LUHMANN BESCHREIBT SEINE THEORIE 21
3.3. LUHMANNS WELT - EINE KURZE EINFÜHRUNG 22
3.3.1. Exkurs 1: Definitionsproblem systemtheoretischer Bausteine 23
3.3.2. Emergenz und das menschliche Bewusstsein 24
3.3.3. Emergenz in konventionellen Organisationstheorien 25
3.3.4. Ein bisschen schwanger, ein bisschen Systemtheorie 26
3.4. THEORIEPLURALISMUS SYSTEMISCH ERKLÄRT 27
3.4.1. THESE 1: Das Aufrechterhalten der Autopoiesis ist eine oK 28
3.4.2. THESE 2: oK werden beobachtet und zugeschrieben 29
4. DIE ORGANISATION AUS DER SICHT DER SYSTEMTHEORIE 32
4.1. DEFINITION DER ORGANISATION 33
4.1.1. THESE 3: oK koordinieren Mitarbeiter 35
4.2. UMWELTBEZIEHUNGEN DER ORGANISATION 35
4.3. INTERDEPENDENZBEZIEHUNGEN UND AUSWIRKUNGEN 39
4.3.1. THESE 4: Strukturelles Koppeln ist eine oK 39
5. WANDEL, WISSEN, LERNEN – SYSTEMTHEORETISCH 42
5.1.1. Exkurs 2: Definitionsproblem systemtheoretischer Bausteine 43
5.2. DAS ANDERE EMERGENZNIVEAU 44
5.3. KOGNITION / ERKENNTNIS 45
5.3.1. Sinnliche Wahrnehmung 46
5.3.2. Wissen (Gedächtnis) sozialer Systeme 46
5.3.3. Kognition 49
5.3.4. THESE 5: Wissen der Mitarbeiter ist keine oK 50
5.4. ORGANISATIONALES LERNEN 52
5.4.1. THESE 6: Wissensvermehrung ist keine oK 54
5.5. KULTUR 55
5.5.1. Kultur aus systemtheoretischer Perspektive 56
5.5.2. Drei-Ebenen-Modell und die Systemtheorie 57
5.5.3. Warum Kultur nichterfassbar ist 60
5.5.4. geplanter Wandel durch Anpassung 61
5.5.5. Beharrungstendenzen 62
5.5.6. THESE 7: Beharrung ist eine oK 63
5.5.7. THESE 8: Nicht zu lernen ist eine oK 65
6. ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNGEN 67
6.1. DER MENSCH UND SEINE VORSTELLUNG VON DER GESELLSCHAFT 67
6.1.1. konventionelle Vorstellungen und die Systemtheorie 67
6.1.2. Soziale Systeme sind nicht be-greifbar 68
6.1.3. Steuerungspessimismus 69
6.1.4. Intelligenz & soziale Systeme 70
6.1.5. Die Versöhnung - Luhmann doch nicht radikal? 71
6.1.6. Menschliche Spuren verschwinden in Organisationen 73
6.2. ZUKUNFT DER SYSTEMTHEORIE 74
6.2.1. Forschungsstand und praktische Nutzung 74
6.2.2. Ausblick 76
7. WAS HABE ICH GELERNT (WHICH DIFFERENCE MADE A DIFFERENCE) 77
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 79
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 80
LITERATURVERZEICHNIS 81
ANHANG (GLOSSAR ZUR SYSTEMTHEORIE) 87

Textprobe:

Kapitel 4: Die Organisation aus der Sicht der Systemtheorie Bei der Behandlung konventioneller Organisationstheorien im ersten Teil der Arbeit wurde stillschweigend vorausgesetzt, dass jeder weiß, was denn Organisationen sind. Das Interesse der Forschung kann als die Untersuchung der Frage „wie funktionieren Organisationen?“ beschrieben werden. Die Frage nach dem was scheint als eine unhinterfragte Basisannahme für alle Akteure klar zu sein. Luhmann verbannt Menschen aus der Gesellschaft und setzt an deren Stelle Kommunikation hinein. Nicht einmal die Handlungen von Personen genügen ihm als soziales Element, da diese nicht unbedingt auch Kommunikationen sein müssen. Die radikale Umformulierung bestehender Prinzipien macht auch vor der Organisation nicht halt.

Eine Hauptaufgabe dieser Arbeit ist es daher, die Organisation aus dem Blickwinkel der Systemtheorie zu betrachten. Denn ohne ein genaues Verständnis des luhmannschen Organisationsbegriffes und ohne präzise Untersuchungen des Zusammenhanges zwischen Gesellschaft, Funktionssystemen, Organisationen und psychischen Systemen, kann nicht einmal die Frage nach organisationalen Kompetenzen aus systemtheoretischer Perspektive gestellt, geschweige denn beantwortet werden.

Luhmann nennt sich selbst einen Soziologen und beschäftigt sich vornehmlich auf einem sehr abstrakten Niveau mit der Gesellschaft und den Funktionssystemen; obwohl es auch eigene Publikationen über Organisation von ihm gibt, ist dieses Feld nur ein Randthema. Autoren, welche die Systemtheorie näher an die Organisationspraxis heranführen wollen, sehen sich daher mit der Problematik von Leerstellen oder ungenauen, mitunter sogar widersprüchlichen Theoriefragmenten konfrontiert. Bei dem Begriff Organisationspraxis muss jetzt allerdings festgehalten werden, dass bei Luhmanns Ausführungen alle möglichen Organisationen gemeint sein können und nicht nur Unternehmen. Dazu gehören zum Beispiel Krankenhäuser, Schulen, Hilfswerke, Umweltschutzorganisationen, Armeen, Gerichte, Parteiorganisationen, Krankenkassen und so weiter. Damit wird hier die eingangs gemachte Einschränkung auf Wirtschaftsorganisationen explizit aufgehoben.

Automatisiert erstellter Textauszug:

kondensiert werden und somit für die rekursiven Operationen zur Verfügung stehen und das meiste vergessen wird176. Durch die Temporalisierung der Elemente ist es klar, dass es sich bei einem sozialen Gedächtnis nicht um eine Art Speicher handelt, mit Daten oder Informationen, auf die man bei Bedarf zurückgreifen kann. Es ist auch kein Rückblick in die Vergangenheit177. Die Zeitbeständigkeit von Strukturen, also auch das Gedächtnis, ist eine Leistung des Beobachters, denn er kann (muss aber nicht) ein Zeitschema benutzen und damit Beständigkeit konstruieren. Er kann feststellen, dass das Wissen schon früher gewusst worden ist und vermutlich weiterhin gewusst werden wird. Zur Wissensbenutzung ist ein Zeitschema allerdings nicht notwendig, man muss sich nicht bewusst machen, das man immer schon gewusst hat, wie man eine Türe aufsperrt, man macht es einfach178. 5.3.3. Kognition [...]

kommen, das System würde aufhören zu existieren. Die „tödliche“ unbestimmbare Komplexität wird durch Strukturen (Identitäten) bestimmbar gemacht, indem der Möglichkeitsbereich weiterer Operationen eingeschränkt wird. Systeme bestehen nicht dank einer stabilen Struktur, sondern die Struktur sichert nur den Übergang von einer Operation zur nächsten. Die Stabilität eines sozialen Systems muss somit als eine dynamische Stabilität gedacht werden169. Als stabil erscheinen (dem Beobachter) (sichtbare) Strukturen in dem Maße, in dem es andere (dem Beobachter nicht zugängliche170) Strukturen gibt, die ihre Wiederverwendung nahe legen171. Diese Vorbereitungen führen nun zu einer systemtheoretischen Definition von Gedächtnis. Luhmann und andere verwenden die Begriffe Gedächtnis und Wissen (bis auf kleine Unterschiede) synonym. Gedächtnis ist, laut Luhmann, ein verkürzter Ausdruck für die Rekursivität von Operationen172. Was nichts anderes bedeutet, als dass sich Kommunikation immer rekursiv auf vergangene und zukünftige Operationen bezieht und damit festgehalten wird, was sich wiederholt und was vergessen wird173. Da kein System unendliche Kapazitäten für Operationen zur Verfügung hat, müssen Kapazitäten des Systems durch Vergessen freigemacht werden174. Vergessen bedeutet nichts anderes als das Nicht-Wiederholen. Die Form des Gedächtnisses besteht nicht in der Identität des Erinnerns, sondern in der Differenz Erinnern/Vergessen. Gerade weil das Gedächtnis nur kondensiert, was stabil bleiben soll, gestattet es, alles andere zu vergessen, die Hauptfunktion des Gedächtnisses liegt also im Vergessen. Das Vergessen ist, um es mit George Spencer Brown auszudrücken, der „unmarked space“, es kann nicht erinnert werden, was vergessen wurde175. Identitäten entlasten dabei das Gedächtnis, indem nur ausnahmsweise Identitäten [...]

selbstreferenziellen sozialen Systems163. Bei verschiedenen Anlässen von Kommunikation kondensieren sich daraufhin aus den Erwartungen Identitäten heraus, weil Sinnverweisungen generalisiert, also wieder verwendet werden164. Identitäten sind zum Beispiel die Regeln der Grammatik, Wörter, Sätze, Begriffe, aber auch abstraktere Formen wie Ideen, Formeln, Rituale und Prozeduren. Diese Identitäten ermöglichen, etwas in verschiedenen Situationen als gleich zu erkennen165. Sie gewinnen eine vom jeweiligen Kontext unabhängige Identität; ein Stuhl ist ein Stuhl, egal in welchem Zusammenhang. Identitäten organisieren den Bereich dessen, was erlebt werden kann166. Die Elemente sozialer Systeme sind Kommunikationen, diese sind temporalisiert, also ohne Dauer, sie verschwinden im Zeitpunkt ihres Entstehens sofort wieder. Identitäten oder auch Strukturen kondensieren und konfirmieren sich nur durch deren Wiederholung in verschiedenen Situationen oder eben nicht, dann werden sie vergessen. Die Strukturen sozialer Systeme sind somit nichts festes, nichts Dauerhaftes167. Strukturen sozialer Systeme sind Erwartungsstrukturen, die jeweils nur im Jetzt in der Gegenwart existieren168. Wären die möglichen Anschlusskommunikationen unbestimmbar, wäre die Wahrscheinlichkeit von weiterer Kommunikation zu gering. Die Erzeugung neuer Kommunikation aus vorangegangener, oder anders gesprochen die Autopoiesis, würde zum Erliegen [...]

Arbeit zitieren:
Alkin, Martin Mai 2006: Organisationale Kompetenzen aus systemtheoretischer Perspektive, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Organisation, Kompetenz, System, Luhmann, Theorie

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