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Optimierung des mechanischen Felsausbruches für die Sanierung von bestehenden ausgemauerten Tunneln unter Verwendung einer TEM

Optimierung des mechanischen Felsausbruches für die Sanierung von bestehenden ausgemauerten Tunneln unter Verwendung einer TEM
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Oliver Spohn
  • Abgabedatum: Juli 2011
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 22,6 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik (HFT Stuttgart) Deutschland
  • Bibliografie: ca. 11
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-2138-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Spohn, Oliver Juli 2011: Optimierung des mechanischen Felsausbruches für die Sanierung von bestehenden ausgemauerten Tunneln unter Verwendung einer TEM, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Tunnel, Sanierung, Felsausbruch, TEM

MA-Thesis / Master von Oliver Spohn

Einleitung :

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind in Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern Eisenbahntunnel in Betrieb. Diese Tunnel, meist in der Gründerzeit des Schienenverkehrs entstanden, entsprechen in ihren Querschnitten häufig nicht mehr den Anforderungen an den heutigen Bahnbetrieb. Um den gestiegenen Sicherheitsanforderungen und den Geschwindigkeitserhöhungen gerecht werden zu können, müssen Querschnittsprofile alter bestehender Tunnel aufgeweitet werden. Herausfordernd dabei ist, die Sanierungsarbeiten möglichst unter laufendem Betrieb durchführen zu lassen. Innovative Ideen sind hierbei gefragt.

Zur Zeit sind sogenannte Tunnel-Erweiterungsmaschinen (TEM) im Einsatz. Diese Maschinen erlauben das Ausbrechen des Gesteines, während in einer Tunneleinhausung der Zugverkehr weiterhin rollt. Gleichzeitiges Arbeiten am Querschnitt sowie das Aufrechterhalten des Bahnverkehrs ist dabei möglich. Das Aufweiten des Felsens erfolgte bislang im geschützten Bereich mit Hilfe von Sprengungen.

In diesem Zusammenhang soll eine Weiterentwicklung stattfinden. Zukünftig ist geplant eine Tunnel-Erweiterungsmaschine zu entwickeln, die vollkommen auf den Ausbruch mittels Sprengvortrieb verzichtet. Stattdessen soll ein mechanisches Ausbruchverfahren mit Hilfe von Meißeln durchgeführt werden. Um diese komplexe Aufgabe der Weiterentwicklung einer TEM mit mechanischem Ausbruchverfahren zu verwirklichen, ist eine Vielzahl von Voruntersuchungen hinsichtlich Meißelform, Bohrabstand und Bohrwinkel notwendig. Diese Parameter sind hierbei möglichst so zu optimieren, dass bei zukünftigen Tunnelsanierungen wirtschaftlich gearbeitet werden kann. In dieser Masterthesis sollen nun die Voruntersuchungen zunächst mit Hilfe eines FEM Modells simuliert werden, um den Versagensmechanismus des Gebirges hinsichtlich oben genannter Parameter bestimmen zu können. Weiterführend werden auch in situ Versuche durchgeführt, um die Ergebnisse der FEM Berechnung zu bestätigen oder Differenzen zwischen Theorie und Praxis erklärbar machen zu können.

Zur Einführung in die Thematik der Tunnelsanierung wird in dieser Ausarbeitung zunächst einmal ein Überblick über die zahlreichen Bauweisen, die beim Bau älterer Tunnel zum Einsatz kamen, gegeben.

Inhaltsverzeichnis:
1 Vorwort 7
2 Einführung 8
3 Klassische Bauweisen 9
3.1 Allgemeines 9
3.2 Vollausbruch 10
3.3 Teilausbruch 11
3.3.1 Die Deutsche oder Kernbauweise 11
3.3.2 Die Englische Bauweise 13
3.3.3 Die Österreichische oder Aufbruchbauweise 14
3.3.4 Die Italienische oder Versatzbauweise 16
3.4 Zusammenfassung 18
4 Tunnelsanierung 19
5 Stand der Technik 21
5.1 Allgemein 21
5.2 Bauverfahren Tunnel im Tunnel 22
5.3 Erfahrungen und Pilotprojekte 23
5.4 Technischer Aufbau einer TEM 24
6 Optimierung des Tunnelvortriebs durch Meißeln 28
6.1 Erster Einsatz der optimierten TEM 30
6.2 Vorbohrung der Löcher 33
6.2.1 Einflussfaktoren der Bohrbarkeit 33
6.2.2 Bohrverfahren 35
6.2.3 Bohrkrone 36
6.2.4 Bohrvorgang 38
6.2.5 Bohrgeschwindigkeit und Verschleiß 40
6.2.6 Geologische Einflussfaktoren 42
6.3 Multifunktionsarme 44
6.4 Hydraulikhammer 48
6.5 Vorgang der Gebirgslösung 49
6.6 Entwurf Meißelform 49
7 Theoretische Untersuchung der Spalttechnik 51
7.1 Theoretische Grundlagen 51
7.2 Annahmen und Vereinfachungen 52
7.3 Festlegung der Parameter 53
7.4 Versagensmechanismus 54
7.4.1 Verformungen 54
8 Versuchsanordnung 60
8.1 Versuchsstandort und Vergleich der Randbedingungen 62
8.2 Verwendete Meißelform für die Versuche 63
9 Auswertung 65
9.1 Maßgebende Kriterien der Auswertung 65
9.2 Auswertung Abschnitt 1 65
9.3 Auswertung Abschnitt 2 67
9.4 Auswertung Abschnitt 3 69
9.5 Auswertung Abschnitt 4 70
9.6 Auswertung Abschnitt 5 71
9.7 Auswertung Abschnitt 6 72
10 Zusammenfassung der in situ Versuche 73
10.1 Empfehlungen für die Langenauer/Hollricher Tunnelerweiterung 73
11 Ausblick 77
12 Anhang 79
13 Quellenangaben 79
13.1 Literatur 79

Textprobe:

Kapitel 4.2, Bauverfahren Tunnel im Tunnel:

Grundvoraussetzung des Bauverfahrenes Tunnel im Tunnel ist ein zweigleisiger nichtelektrifizierter Tunnel. Um ausreichend Arbeitsraum für die Arbeiten an dem zu sanierenden Tunnel zu bekommen, wird der Bahnverkehr auf einem eingleisigen Betrieb in der Tunnelmitte reduziert. Dadurch kommt es bei frühzeitiger Einplanung in den Fahrplan zu keinen Verzögerungen. Um die Arbeiten vom regulären Zugverkehr zu trennen, werden stationäre Einhausungen an den Tunnelportalen sowie eine verschiebbare Einhausung an den Bereichen des Tunnels angebracht, an denen gerade saniert wird. Dadurch werden an jeder Stelle des Tunnels die Arbeiten geschützt und dafür Sorge getragen, dass ein 24 h Betrieb im Tunnel möglich ist.

Die Tunneleinhausung ist dabei so konstruiert, dass zwischen Einhausung und Tunnelwand ausreichend Platz für die anstehenden Arbeiten ist. Dazu gehören Abbrucharbeiten des bestehenden Mauerwerks, die Ausräumarbeiten der Hinterpackung und der Ausbruch des Gebirges durch baggern, meißeln oder sprengen. Die Einhausung dient dabei gleichzeitig als Arbeitsplattform für Bewehrungs- und Spritzbetonarbeiten, in dem die erforderlichen Geräte auf radial- und längsverschieblichen Führungen montiert werden und somit die Erreichbarkeit jedes Arbeitspunktes sichergestellt wird. Eine weitere Anforderung an die Konstruktion ist die ausreichende Freihaltung des Lichtraumes, damit die Züge den Arbeitsbereich ungehindert passieren können. Entstehende Nachbrüche oder der beim Sprengen entstehende Ausbruch müssen von der Tunneleinhausung abgefangen werden. Der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens ist, dass nur bei wenigen Arbeiten Geräte in den freigehaltenen Lichtraum hineinragen und damit das Betriebsgleis nicht für schienengebundene Tätigkeiten benötigt wird.

Kapitel 5, Optimierung des Tunnelvortriebs durch Meißeln:

Hauptgedanke für die Umsetzung des Meißelvortriebs bei Tunnelsanierungen war der, möglichst auf den Sprengvortrieb verzichten zu können. Dieser führte trotz ausreichender Vorsichtsmaßnahmen immer wieder dazu, dass Geräte und Einhausungen aufgrund der Sprengwirkung beschädigt wurden. Um den Vortrieb so effektiv und wirtschaftlich wie möglich gestalten zu können, ist es notwendig einen Vortrieb zu wählen, welcher unabhängig von Sperrpausen aufgrund Sprengungen, durchgeführt werden kann.

Es war daher naheliegend eine Optimierung des Tunnelvortriebs durch eine mechanische Ausbruchsart durchzuführen. Für die notwendige Sicherheit der Ausbruchsarbeiten sowie die gleichzeitige Aufrechterhaltung des Bahnverkehrs sollte weiterhin die Schutzeinhausung der Tunnel-Erweiterungsmaschine sorgen.

Der Bauablauf des Meißelvortriebs kann nun in folgenden Schritten erfolgen:

Falls erforderlich Herstellung der Radialschnitte.

Abbruch des Mauerwerks und Ausräumen der Hinterpackung.

Bohren von Kranzlöchern mit einem Durchmesser von ca. 90 mm. Der Bohrlochabstand beträgt normalerweise ca. 30 cm. Die Abstände der Kranzlöcher können je nach Gebirgsbeschaffenheit stark variieren.

Lösen des Fels mit Hilfe eines Meißels, welcher in den vorhandenen Bohrungen angesetzt wird. Durch den Meißel werden die Zugkräfte in den Fels eingetragen, welche zu einem gezielten Abspalten entlang der Vorausbohrungen führt.

Schuttern.

Einbau der Sicherung entsprechend der Ausbruchsklasse.

Arbeit zitieren:
Spohn, Oliver Juli 2011: Optimierung des mechanischen Felsausbruches für die Sanierung von bestehenden ausgemauerten Tunneln unter Verwendung einer TEM, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Tunnel, Sanierung, Felsausbruch, TEM

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