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Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat

Eine empirische Untersuchung der Ist-Situation und Ableitung von Gestaltungsempfehlungen für ein Textileinzelhandelsunternehmen

Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Christina Xenia Matthies
  • Abgabedatum: Januar 2011
  • Umfang: 141 Seiten
  • Dateigröße: 712,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule für angewandtes Management Deutschland
  • Bibliografie: ca. 100
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1132-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Matthies, Christina Xenia Januar 2011: Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Problemstellung, Zielsetzung, Untersuchungsgegenstand, Gestaltungsempfehlung, Theoretische Grundlagen

Bachelorarbeit von Christina Xenia Matthies

Einleitung:

Seit nunmehr über 80 Jahren hat die Institution Betriebsrat in der Unternehmenspraxis deutscher Betriebe ein erhebliches Gewicht. Neben zahlreichen literarischen Werken zu Handlungsspielraum, Gesetzesgrundlage und Funktion der Arbeitnehmervertretung, scheint die ‘Institution Betriebsrat’ als Untersuchungsgegenstand in den letzten Jahren einen Bedeutungszuwachs zu erfahren.

Empirische Untersuchungen zu Befindensbeeinträchtigungen, Rollenkonflikten oder Bewältigungsstrategien von Arbeitnehmervertretungen lassen darauf schließen, dass das Tätigkeitsfeld, abgesehen von den gesetzlichen Voraussetzungen, weit umfassendere Betrachtungsmöglichkeiten zulässt. Ebenso rückt die Professionalität der Interessensvertretung, deren Macht und vor allem ihre neue Stellung innerhalb des wirtschaftlichen Gefüges als sogenannte ‘Co-Manager’ in den Interessensfokus. Nicht zuletzt wurde dieser durch den gegenwärtigen und umfassenden Wandel betrieblicher Arbeitsbeziehungen auf die Funktion und Bedeutung von Betriebsräten gelenkt.

Da sich der Betriebsrat mittlerweile als ‘qualifizierter und ernstzunehmender Partner des Managements etabliert’ hat wird ihm ein höherer Stellenwert beigemessen. Bereits 2005 äußerte sich Niedenhoff auf Grund seiner empirischen Auswertung wie folgt:

‘Die zahlreichen betrieblichen Bündnisse für Arbeit zeigen den Wandel im Selbstverständnis der Betriebsräte - weg von betriebsverfassungsrechtlichen Überwachen, hin zum Mitgestalter der Unternehmenspolitik’.

Dies bedeutet jedoch auch, dass bisherige Hierarchieunterschiede, zumindest hinsichtlich Integration und Argumentationsgrundlage, aufgebrochen und neu geformt werden müssen. Dementsprechend unterliegt die Arbeitgeber-/Arbeitnehmerinteraktion zwangsläufig Veränderungen bezüglich neuer Handlungsschnittstellen.

Der Fokus wird mehr als zuvor auf die Gestaltung der Zusammenarbeit dieser beiden Parteien gelegt werden müssen. Da sich das Zusammenspiel primär auf die Vertreter der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer auswirkt gilt es, die Zuständigkeit innerhalb der Zusammenarbeit klar abzugrenzen. In Zeiten der Dezentralisierung, arbeitsteiliger Unternehmensführung und veränderter Organisationsmodelle spiegelt sich vielerorts die Zuständigkeit bezüglich der personellen Belange - und somit der Arbeitnehmervertretung - im Bereich der Personalabteilung wieder.

Die Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat wird anhand eines Textileinzelhandelsunternehmens empirisch untersucht. Darüber hinaus beziehen sich die aus der Untersuchung gewonnenen Erkenntnisse auf die Optimierung der bereits bestehenden Handlungsfelder mittels daraus abgeleiteter Gestaltungsempfehlungen.

Zunächst soll auf die explizite Problemstellung und Zielsetzung genauer eingegangen werden.

Problemstellung und Zielsetzung:

Nicht zuletzt durch die Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) im Jahre 2001 und dem damit einhergehenden erweiterten Vorschlagsrechts der Betriebsräte (§ 92a BetrVG) gewinnt die Integrationsintensität der Belegschaftsvertreter an Bedeutung.

Trotz des rechtlichen Bezugsrahmens und der allgemeinen Akzeptanz der Betriebsräte obliegt es dem jeweiligen Arbeitgeber, inwieweit er die vorgeschriebene Partizipation umsetzt. Vereinzelt wird auch heute noch die Institution Betriebsrat als Fremdkörper empfunden und seine Gründung oder Arbeit behindert. Jedoch kann auf Grund zunehmender Distanzierung der Führungsebene von operativen Geschehnissen und der steigenden Qualifizierung der Arbeitnehmer die Integration der Betriebsräte genutzt werden, um eine effiziente Unternehmensführung zu gewährleisten.

Die zunehmende Komplexität der Managementfunktion nötigt auch die betrieblichen Interessenvertreter dazu, sich auf allen möglichen Gebieten firm zu machen. Folglich wird die Tätigkeit des Betriebsrats zu einem spezialisierten Beruf, dessen Ursache in der betrieblichen Notwendigkeit liegt.

‘Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft sind 80 % der Befragten der Ansicht, dass das Organ des Betriebsrats nicht nur zu akzeptieren, sondern die Gestaltung der vertrauensvollen Zusammenarbeit weiter voranzutreiben sei’.

Inwieweit das Vorhandensein einer Arbeitnehmervertretung als ‘Produktionsfaktor’ und folglich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit genutzt wird, ist demnach Führungsaufgabe und kann als wichtiger Erfolgsfaktor gesehen werden. Die Produktivität der Interaktion zwischen Arbeitnehmervertretung und Arbeitgeber ist somit auf die verantwortlichen Akteure zurückzuführen.

Zu Beginn eines jeden Optimierungsvorhabens sollte zunächst eine umfassende Diagnose der Ist-Situation stehen. Es gilt zu klären, an welchem Punkt sich die Organisation und die einzelnen Betroffenen aktuell befinden, um zu analysieren, welche Informationen bezüglich anstehender Veränderungen bereits bekannt sind. Daraus ergeben sich dann Optimierungsansätze, die genutzt werden können.

Die vorliegende Arbeit richtet sich nach dieser Vorgehensweise und nimmt anhand einer empirischen Studie die bestehende Zusammenarbeit zwischen den verantwortlichen Parteien auf, um daraus Gestaltungsempfehlungen abzuleiten. Ziel ist es, die Integration und Partizipation der Arbeitnehmervertretung trotz möglicher Konflikte und Hindernisse proaktiv und erfolgswirksam zu gestalten.

Nachstehender Absatz widmet sich Aufbau und Inhalt dieser Arbeit.

Gang der Arbeit und Aufbau:

Die Problemstellung verlangt die Klärung der unter Kapitel II (Theoretische Grundlagen) dargestellten Funktion und Wirkungsbereichen deutscher Arbeitnehmervertretungen. Hierbei wird Bezug auf einhergehende rechtliche Rahmenbedingungen genommen. Kapitel III (Der Untersuchungsgegenstand) dient der näheren Beschreibung des der Untersuchung zugrunde liegenden Unternehmens. Ein Überblick über Unternehmensstruktur sowie Führungshierarchie hilft die verantwortlichen Akteure der Personalabteilung herauszustellen und die Struktur der Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung näher zu beschreiben.

Im Hauptteil dieser Arbeit wird im Rahmen einer empirischen Studie der aktuelle Stand der Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat erfasst. Kapitel IV (Empirische Untersuchung) beschreibt die hierfür angewandte empirische Methode. Anschließend werden in Kapitel V (Darstellung der Ergebnisse) die Ergebnisse dieser Studie vorgestellt und Gestaltungsempfehlungen (Kapitel VI) abgeleitet. Kapitel VII stellt abschließend eine Zusammenfassung und einen möglichen Ausblick dar.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis VIII
Tabellenverzeichnis IX
Abkürzungsverzeichnis X
Vorwort 1
I. Einleitung 2
1. Problemstellung und Zielsetzung 3
2. Gang der Arbeit und Aufbau 4
II. Theoretische Grundlagen 5
1. Arbeitnehmervertretung 5
1.1 Gründung 5
1.2 Funktion 5
1.3 Aufgaben 6
1.4 Schulungen 6
1.5 Zusammensetzung 7
1.5.1 Betriebsrat 7
1.5.2 Gesamtbetriebsrat 7
1.5.3 Wirtschaftsausschuss 8
1.6 Betriebsversammlung 8
2. Rechtlicher Handlungsspielraum 9
2.1 Beteiligungsrechte 9
2.1.1 Informations- und Unterrichtungsrecht 10
2.1.2 Anhörungsrecht 11
2.1.3 Beratungsrecht 11
2.1.4 Zustimmungsverweigerungsrecht 11
2.1.5 Initiativrecht 11
2.1.6 Mitbestimmungsrecht 11
2.2 Interaktionen und Vereinbarungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber 12
2.2.1 Monatsgespräch 12
2.2.2 Ausschüsse 12
2.2.4 Übereinkünfte zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat 13
2.2.4.1 Betriebsvereinbarung 13
2.2.4.2 Regelungsabrede 13
III. Untersuchungsgegenstand 14
1. Einleitende Bemerkung 14
2. Darstellung des Unternehmens 14
3. Unternehmensstruktur 14
4. Führungsstruktur 15
4.1 Zentrale Führung 15
4.1.1 Geschäftsleitung 16
4.1.2 Personalabteilung 16
4.2 Dezentrale Führung 16
4.2.1 Personalreferent 16
4.2.2 Filialleitung 17
5. Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmervertretung 19
5.1 Arbeitnehmervertretung in der Filiale 19
5.2 Gesamtbetriebsrat 20
IV. Empirische Untersuchung 21
1. Wahl der Untersuchungsform 21
2. Forschungsprozess 21
3. Experteninterview 22
3.1 Auswahl der Interviewform 22
3.2 Herangehensweise im Überblick 24
3.3 Stichprobe der Untersuchung 24
3.3.1 Definition und Auswahl der Experten 24
3.3.2 Stichprobenbildung 25
3.3.3 Vorab-Festlegung 26
3.4 Entwicklung des Leitfadens 26
3.4.1 Herangehensweise 26
3.4.2 Leitfaden 27
3.5 Erhebungsverfahren 29
3.5.1 Vorbereitung 29
3.5.2 Kontaktaufnahme 29
3.5.3 Untersuchungszeitraum und Interviewchronologie 29
3.5.4 Durchführung der Interviews 30
3.6 Auswertung 30
3.6.1 Vorbereitung des Auswertungsmaterials 30
3.6.2 Wahl der Auswertungsmethode 31
3.6.3 Auswertungsverfahren 31
3.6.3.1 Antworten markieren 32
3.6.3.2 Thematisch ordnen 32
3.6.3.3 Innere Logik 33
3.6.3.4 Paraphrasieren und zusammenfassen 33
3.6.3.5 Text mit Interviewausschnitten 33
3.6.3.6 Konzeptualisierung 33
V. Darstellung der Ergebnisse 34
1. Grundgesamtheit der Analyse 34
2. Vergleich der beiden Expertengruppen der Arbeitnehmervertretung 35
3. Basisinformationen 35
3.1 Angaben der Betriebsräte 35
3.2 Angaben der Personalreferenten 36
3.3 Zusammenfassung 36
4. Funktion des Betriebsrats 36
4.1 Sichtweise der Betriebsräte 36
4.2 Sichtweise der Personalreferenten 36
4.3 Zusammenfassung 37
4.4 Konzeptualisierung 37
5. Beratende Funktion des Betriebsrats 38
5.1 Sichtweise der Betriebsräte 38
5.2 Sichtweise der Personalreferenten 38
5.3 Zusammenfassung 38
5.4 Konzeptualisierung 39
6. Fachwissen 39
6.1 Sichtweise der Betriebsräte 39
6.2 Sichtweise der Personalreferenten 40
6.3 Zusammenfassung 41
6.4 Konzeptualisierung 41
7. Nutzung des Fachwissens der Betriebsräte 42
7.1 Sichtweise der Betriebsräte 42
7.2 Sichtweise der Personalreferenten 42
7.3 Zusammenfassung 42
7.4 Konzeptualisierung 42
8. Partizipation in Entscheidungsprozessen 43
8.1 Sichtweise der Betriebsräte 43
8.2 Sichtweise der Personalreferenten 43
8.3 Zusammenfassung 43
8.4 Konzeptualisierung 44
9. Betriebsrat als Wissensträger 45
9.1 Sichtweise der Betriebsräte 45
9.2 Sichtweise der Personalreferenten 45
9.3 Zusammenfassung 46
9.3 Konzeptualisierung 46
10. Veränderungen in der Zusammenarbeit 46
10.1 Sichtweise der Betriebsräte 46
10.2 Sichtweise der Personalreferenten 46
10.3 Zusammenfassung 47
10.4 Konzeptualisierung 47
11. Optimierungs- und Verbesserungsvorschläge der Betriebsräte 47
11.1 Sichtweise der Betriebsräte 47
11.2 Sichtweise der Personalreferenten 48
11.3 Zusammenfassung 48
11.4 Konzeptualisierung 48
12. Positive und negative Erfahrungen 49
12.1 Sichtweise der Betriebsräte 49
12.2 Sichtweise der Personalreferenten 50
12.3 Zusammenfassung 51
12.4 Konzeptualisierung 51
13. Errungenschaften der Betriebsräte 53
14. Konflikte 53
14.1 Sichtweise der Betriebsräte 53
14.2 Sichtweise der Personalreferenten 53
14.3 Zusammenfassung 53
14.4 Konzeptualisierung 54
15. Ansatzpunkte 55
15.1 Sichtweise der Betriebsräte 55
15.2 Sichtweise der Personalreferenten 56
15.3 Zusammenfassung 56
16. Unterstützung 57
VI. Gestaltungsempfehlungen 58
1. Konstruktive Zusammenarbeit 58
1.1 Mehr Personalreferenten 58
1.1.1 Problemstellung 58
1.1.2 Gestaltungsempfehlung 59
1.2 Geheimhaltungsvertrag 60
1.2.1 Problemstellung 60
1.2.2 Gestaltungsempfehlung 60
1.3 Argumentationsformular 62
1.3.1 Problemstellung 62
1.3.2 Gestaltungsempfehlung 62
1.4 Auswahlrichtlinie 64
1.4.1 Auswahlprozess 64
1.4.2 Problemstellung 64
1.4.3 Gestaltungsempfehlung 65
2. Schulung und Qualifikation 67
2.1 Inhouse-Seminare 67
2.1.1 Problemstellung 67
2.1.1.1 Ausbildung der Arbeitgebervertretung 67
2.1.1.2 Ausbildung der Arbeitnehmervertretung 68
2.1.2 Gestaltungsempfehlung 68
2.1.2.1 Teilnehmer 69
2.1.2.2 Organisation 69
2.1.2.3 Inhalte 70
2.1.2.4 Dauer 70
2.1.2.5 Veranstalter 70
2.2 Workshop/ Regionaler Betriebsrat (RBR) 71
2.2.1 Problemstellung 71
2.2.2 Gestaltungsempfehlung 71
2.2.3 Workshop-Tools 72
2.3 Internetplattform 74
2.3.1 Problemstellung 74
2.3.2 Gestaltungsempfehlung 74
3. Wertschätzung und Transparenz 74
3.1 Aushang 75
3.1.1 Problemstellung 75
3.1.2 Gestaltungsempfehlung 75
3.1.2.1 Jährliche Bilanz 76
3.1.2.2 Protokoll des Monatsgesprächs 76
3.2 Informationsbroschüre 77
3.2.1 Problemstellung 77
3.2.2 Gestaltungsempfehlung 78
3.2.3 Inhalt 79
3.2.3.1 Allgemeine Informationen 79
3.2.3.2 Einberufung eines Wahlvorstands 79
3.2.3.3 Qualifikation und Fertigkeit 79
VII. Zusammenfassung und Ausblick 81
Anhang 82
Literaturverzeichnis 122

Textprobe:

Kapitel 3.5, Erhebungsverfahren:

3.5.1, Vorbereitung:

Zu Beginn der Durchführung galt es zunächst, die Erreichbarkeit aller ausgewählten Experten sicherzustellen. Der Zugang zum Feld wurde durch das Einbeziehen der ‘Türwächter’ erreicht. Als Türwächter, sog. Gatekeeper, wird diejenige Person bezeichnet, die in der Lage ist, die wesentlichen Experten zu erreichen und über die Befugnis verfügt, die Zustimmung für die Befragung zu erteilen. Wird diese Person in die Untersuchung mit eingebunden und von der Notwendigkeit dieser überzeugt, kann sie motivierend auf die ausgewählten Experten wirken und dadurch den Zugang und die Mitwirkung erleichtern bzw. erhöhen.

In diesem Sinne wurde im Vorfeld der Gatekeeper der Arbeitgeberseite (die Personalleitung) und der Gatekeeper der Arbeitnehmerseite (der Gesamtbetriebsratsvorsitzende) über das Vorhaben informiert. Die Genehmigung der Durchführung und die Bereitstellung der Kontaktdaten aller Experten erfolgte ebenfalls durch diese.

In Absprache mit den Gatekeepern wurde eine anonymisierte Form der Befragung zugesichert. Die Rückführung einzelner Aussagen auf bestimmte Personen konnte somit eingeschränkt und eine ungezwungene Interviewatmosphäre gewährleistet werden.

3.5.2, Kontaktaufnahme:

Die erste Kontaktaufnahme mit den Experten diente einem Vorgespräch über Untersuchungsform, -dauer und –inhalt. Daraufhin wurden separate Interviewtermine festgesetzt.

3.5.3, Untersuchungszeitraum und Interviewchronologie:

Der Untersuchungszeitraum erstreckte sich insgesamt auf zwei Monate. Die Durchführung folgte einem regionalen Ablauf:

1. Schritt: Befragung des Personalreferenten:

2. Schritt: Bestimmung der regionalen Betriebsräte:

3. Schritt: Befragung der Betriebsräte:

Durch diese Interviewchronologie konnten dem Forscher beide Perspektiven der Zusammenarbeit geschildert und aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse vorangegangener Befragung die Folgeinterviews angepasst werden.

3.5.4, Durchführung der Interviews:

Die Interviews wurden als Telefoninterview mit einer Dauer von ca. 60 Minuten geführt. Nach Scholl ist die leichte Durchführbarkeit und Erreichbarkeit der Interviewpartner als Vorteil dieser Methode zu sehen. Ebenso nennt er die geringe Wahrscheinlichkeit der Interviewerbeeinflussung durch fehlende Wahrnehmung von Mimik und Gestik. Trotz nachtteilig unpersönlicher Atmosphäre (vgl. ebenda) war die deutschlandweite Verteilung der Experten entscheidend für die Wahl des Verfahrens. Um sich ausschließlich auf die Befragung konzentrieren zu können, wurden die Telefoninterviews mit vorheriger Zustimmung der Befragten aufgezeichnet.

3.6, Auswertung:

Ziel der Auswertung von Experteninterviews ist es, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. In der Literatur werden verschiedene Modelle bereitgestellt, die bei der Bearbeitung qualitativ gewonnener Daten Anwendung finden.

Nachfolgend wird neben der Vorbereitung des Auswertungsmaterials ebenso kurz auf die Auswahl und Konstruktion des hier verwendeten Auswertungsverfahrens eingegangen.

3.6.1, Vorbereitung des Auswertungsmaterials:

Grundlage aller Auswertungsmethoden ist zunächst die Überführung der aufgezeichneten Interviews in eine Textform. Neben der im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen üblichen vollständigen Transkription der Gespräche kann alternativ - je nach Forschungsgegenstand - eine Einschränkung der Paraphrasierung und Transkription auf wesentliche, inhaltsrelevante Teile erfolgen. Dies ist dann vorteilhaft, wenn Aussagereihenfolge, Gesprächsdynamik oder parasprachliche Elemente nicht Gegenstand der Interpretation sind.

Da dies in vorliegender Studie der Fall war, beschränkt sich die Transkription lediglich auf die wortwörtliche Wiedergabe relevanter Gesprächsinhalte. Entsprechende Vermerke, wie etwa Pausen oder Stimmlagen wurden nicht beachtet.

Eine weitere Begründung dieser Vorgehensweise sehen Meuser und Nagel in der Form des Interviews, da ‘ es bei Experteninterviews um gemeinsam geteiltes Wissen geht, (...) (sind) aufwendige Notationssysteme, wie sie bei narrativen Interviews oder konversationsanalytischen Auswertungen unvermeidlich sind, (...) überflüssig’.

Zunächst wurde die Transkription nach Expertengruppe geordnet. Einher ging diese Trennung mit der unterschiedlichen Perspektive der Arbeitgeber-/Arbeitnehmerseite. Um eine möglicherweise differenzierte Betrachtungsweise innerhalb der Arbeitnehmervertretungen ausfindig zu machen, unterlag die Kategorie ‘gut’ und ‘schlecht’ vorerst einer separaten Betrachtung mit anschließendem Vergleich.

Die Wahl der Auswertungsmethode und das herangezogene Verfahren beschreibt folgender Abschnitt.

3.6.2, Wahl der Auswertungsmethode:

Die Wahl der Auswertungsmethode fiel nicht explizit auf ein einziges, bereits vorgefertigtes Modell. Auf Grund der Konstellation der Expertengruppen wurden relevante Schritte aus den unterschiedlichen Auswertungsmodellen herausgegriffen und für die vorliegende Untersuchung zusammengeführt. Herangezogene Auswertungsmodelle waren zum einen das sechsstufige Verfahren von Mühlfeld et al., die fünfstufige Methodik von Meuser & Nagel und die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayering.

3.6.3. Auswertungsverfahren:

Das verwendete Auswertungsverfahren ist eine Mischform der unter Punkt 3.6.2. erwähnten Auswertungsmodelle. Vor dem Hintergrund der Zusammenfassung und Strukturierung nach Mayering, galt es einzelne, für die Untersuchung relevante Stufen von Mühlfeld et al. und Meuser & Nagel zu berücksichtigen und zusammenzustellen.

Arbeit zitieren:
Matthies, Christina Xenia Januar 2011: Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung und Betriebsrat, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Problemstellung, Zielsetzung, Untersuchungsgegenstand, Gestaltungsempfehlung, Theoretische Grundlagen

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