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Optimales Variantenmanagement

Wirtschaftlichkeit trotz Variantenwachstum durch intelligente Produktplattformen

Optimales Variantenmanagement
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Karin Eurisch
  • Abgabedatum: Mai 2003
  • Umfang: 92 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Konstanz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6993-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6993-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6993-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Eurisch, Karin Mai 2003: Optimales Variantenmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Komplexitätsmanagement, Variantenvielfalt, Produktstruktur, Konfiguration

Studienarbeit von Karin Eurisch

Einleitung:

Unternehmen sind heute veränderten Umweltbedingungen ausgesetzt, die es zu bewältigen gilt. So hat sich eine Wandel vom Anbieter- zum Kundenmarkt vollzogen, der sich in zunehmender Heterogenität der Kundenwünsche ausdrückt. Der Kunde nutzt den starken Konkurrenzdruck zwischen den Firmen zu seinem Vorteil, um gesteigerte Qualität zu gleichen Preisen zu fordern. Zunehmende Internationalisierung des Wettbewerbs und Globalisierung erhöhen den Preisdruck zusätzlich, da der Einkauf von Produkten weltweit getätigt werden kann. Kunden sind heute aufgrund der gesteigerten Nutzung des Internets besser über verschiedene Anbieter informiert und haben die Möglichkeit ohne großen Aufwand international Einkäufe zu tätigen. Ein weiterer Faktor ist der rasante technische Fortschritt, dem standgehalten werden muss und der hohe Anforderungen an eine zukunftsorientierte Strategieausrichtung stellt.

Diese Ausgangssituation führt vor allem im Bereich der Einzel- und Kleinserienfertigung dazu, dass Unternehmen immer mehr in Nischenmärkten mit kundenindividueller Einzelfertigung aktiv sind. Allgemein wird versucht durch die Generierung immer neuer Produktvarianten Kunden zu halten und auch neue Kunden zu gewinnen.

So steigt die interne Komplexität im Unternehmen immer weiter an und lässt Kontroll- und Koordinationskosten/-aufwände stetig anwachsen.

Diese Problematik und daraus resultierende Anforderungen an Produkte werden in Kapitel 2 eingehender dargestellt und besprochen.

Um diese Ausgangssituation zu bewältigen und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, bedarf es eines gezielten Managements der Variantenvielfalt, das grundsätzlich auf den Prinzipien der Komplexitätsvermeidung, -beherrschung und –reduktion basiert. Hierzu ist eine Optimierung der Produktgestaltung/-entwicklung und Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen mittels geeigneter Produktarchitekturen anzustreben. Um den Prozess der gesamten Auftragsabwicklung zu verbessern, ist das Variantenmanagement auf das ganze Unternehmen zu beziehen. Hierzu gilt es zunächst einmal die richtige Wettbewerbsstrategie im Spannungsfeld zwischen Differenzierung und Standardisierung für das Unternehmen zu finden und die zu bedienenden Marktsegmente zu identifizieren.

Hierzu werden die an ein effizientes Variantenmanagement gestellten Anforderungen und die auf strategisch und operativer Ebene zu treffenden Maßnahmen, insbesondere möglicher Produktstrukturen, in Kapitel 3 dargestellt.

Schwerpunktmäßig werden in Kapitel 4, als eine Form der Produktstrukturierung, Plattformen als Basis einer oder mehrerer Produktfamilien allgemein behandelt und deren Chancen, wie auch Risiken aufgezeigt. Produktplattformen finden Anwendung in verschiedenen Industriezweigen und gestalten sich entsprechend der differenten Kundenanforderungen sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gilt es jedoch immer, Standardisierungspotenziale in für den Kunden nicht sichtbaren oder nicht relevanten Bereichen des Produktes zu nutzen und gleichzeitig nach außen den Differenzierungsanforderungen gerecht zu werden.

Abschließend stehen einige Fallstudien, in denen die Umsetzung eines Variantenmanagements beispielhaft besprochen wird und die zu erreichenden Wettbewerbsvorteile durch Zeit-/Kostenreduktion bzw. Effizienzsteigerung offensichtlich werden.

Inhaltsverzeichnis:

Bezeichnungen
1. Einleitung 1
2. Variantenvielfalt 1
2.1 Ursachen und Entstehung von Variantenvielfalt 3
2.2 Variantentypen 5
2.3 Variantenproblematik 6
2.4 Auswirkungen der Variantenvielfalt 9
2.5 Variantengerechte Produktgestaltung 13
2.5.1 Design-Prinzipien für agile Systeme 15
3. Variantenmanagement 18
3.1 Anforderungsprofil 20
3.2 Strategisches Variantenmanagement 21
3.2.1 Wettbewerbsstrategien 21
3.2.2 Optimierungsproblem Variantenvielfalt 23
3.2.3 Produktstrukturierung 25
3.2.3.1 Integral- und Differentialbauweise 28
3.2.3.2 Baukastenbauweise 28
3.2.3.3 Modulbauweise 30
3.2.3.4 Baureihenbauweise 31
3.2.3.5 Normteile und Gleichteile 31
3.2.3.6 Paketbildung 32
3.2.3.7 Produktfamilie 32
3.2.3.8 Das Plattformkonzept 34
3.2.4 Variantengerechte Gestaltung der Produktion 35
3.2.4.1 Fertigungssegmentierung 36
3.2.5 Variantenkostenrechnung 38
3.3 Operatives Variantenmanagement 39
3.3.1 Organisatorische Maßnahmen 39
3.3.2 Vertrieb 40
3.3.2.1 Technologien der Produktkonfigurationssysteme 41
3.3.3 Konstruktion 43
3.3.4 Materialwirtschaft und Arbeitsvorbereitung 45
3.3.5 Fertigung und Montage 46
4. Produktplattformen 47
4.1 Plattformkonzept 47
4.2 Bestandteile von Produktplattformen 49
4.3 Potenziale der Plattformbildung 51
4.4 Schwierigkeiten 52
4.5 Plattformstrategie 53
4.5.1 Strategischer Rahmen 54
4.5.2 Einflussfaktoren 55
4.5.3 Unterscheidung verschiedener Plattformstrategien 56
4.5.4 Definitionsprozess 59
5. Variantenmanagement durch Produktplattformen und Baureihen-/Baukastensysteme 61
5.1 Typologisierung 61
5.2 Fallstudien 63
5.2.1 Elektrolokomotiven 63
5.2.2 Kabelherstellung 66
5.2.3 Sun Microsystems, Inc. 69
5.2.4 Texas Instruments, Inc. 70
5.2.5 ABB Turbo Systems Ltd. 72
5.2.6 METTE Beverage Processing GmbH 75
6. Optimales Variantenmanagement 77
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis

Automatisiert erstellter Textauszug:

duktseitige Vorraussetzung für deren Einsatz sind Modularisierung und Standardisierung. Das wissensbasierte System nutzt die künstliche Intelligenz zur Konfiguration, indem ein Expertensystem mit Problemlösungstechniken innerhalb verschiedener Systemkomponenten gefüllt wird. Es wird unterschieden zwischen dem grundlegenden Regelwerk und der Wissensbasis. Am gebräuchlichsten sind als Problemlösungstechniken IF-THEN-ELSE-Regeln, festgelegte Einschränkungen, eingegrenzte Lösungsräume (Entscheidungsbäume) und Fuzzy Sets, die technische Zusammenhänge herstellen. Die Wissensbasis beinhaltet Produktdaten, Beziehungswissen, Kombinationsregeln und Berechnungsverfahren. Dieses System eignet sich für sehr komplexe Anwendungen, setzt aber Kenntnisse über Sprachen der künstlichen Intelligenz voraus [wue01a]. Für einfache Anwendungen eignet sich das regelbasierte System, das auf der Lösung algebraischer Gleichungen beruht. Über Gleichungssysteme nähert man sich linearen und nichtlinearen Zusammenhängen an. Regeln und Beziehungswissen lassen sich allerdings meist nicht dauerhaft aufrechterhalten, so dass die Möglichkeiten dieses Konfigurationssystems begrenzt sind [wue01a]. Als dritte Variante existieren entscheidungstabellenbasierte Systeme, die Produktabhängigkeiten in verknüpften Entscheidungstabellen darstellt. Auftragsmerkmale, einfache Funktions-, Bedienungs- oder Leistungsbegriffe, werden in der Konfiguration den passenden Maschinenausprägungen zugeordnet. Zusätzlich wird der Zusammenbau bzw. die Kompabilität der verschiedenen Module überprüft und unzulässige Kombinationen werden ausgeschlossen. Dieses System ist objektorientiert und setzt keine besonderen Kenntnisse des Anwenders voraus, beansprucht allerdings einen hohen Wartungsaufwand und ist nur für einfache Konfigurationen geeignet [wue01a]. Der Nutzen von Produktkonfiguratoren liegt in der Reduktion der Komplexitätskosten und der Möglichkeit, Lern- und Größeneffekte in Produktion und Entwicklung zu erzielen. Durch eine beschleunigte Auftragsabwicklung reduzieren sich die Durchlaufzeiten und der Kunde erhält das gewünschte Produkt schneller, was einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt. Außerdem wird die Kommunikation zwischen [...]

Ist der Einsatz eines Produktkonfigurators realisierbar, da geeignete Produktstrukturen über eine Modularisierung geschaffen wurden, bietet dieser mehrere vorteilhafte Funktionalitäten. Bei der Erstellung eines Angebots werden benutzergeführt sämtliche notwendigen Informationen vollständig erfasst und gleichzeitig wird die gewünschte Konfiguration auf Ihre Machbarkeit überprüft. Die Vermeidung von Fehlern eröffnet große Einsparungspotenziale in Zeit und Kosten. Des Weiteren sind alle Produktinformationen, wie Preise, Zeichnungen, technische Datenblätter, für den Kunden sowie für den Vertriebsmitarbeiter abrufbar. Ist das gewünschte Produkt definiert können die Daten über entsprechende Schnittstellen mit dem PPS- oder CADSystem vollständig übermittelt werden [wue01a]. Auch in der Einzel- und Kleinserienfertigung ist die präzise Klärung des Auftrages von großer Bedeutung und kann durch den Einsatz eines Produktkonfigurators unterstützt werden, um die Entstehung zusätzlicher Varianten zu vermeiden und um die auf die Kundenwünsche zugeschnittene Variante auszuwählen [fra02]. Zusätzlich sollten gewollte und bevorzugte Varianten durch Paketbildung preislich attraktiv gemacht werden, um die Vielfalt des Angebots zu reduzieren. Es müssen für den Vertrieb klare Richtlinien und Hilfen geschaffen werden, die eine Umsetzung der festgelegten Strategien unterstützen. Dass die Konfigurationstechnik als geeignetes Hilfsmittel im Variantenmanagement angesehen wird, zeigt eine Marktstudie bei der 384 ausgewählte Variantenfertiger im Zeitraum von November 1998 bis Juli 1999 hinsichtlich dieser Thematik befragt wurden. Etwa ein Drittel der Firmen beabsichtigte, in den kommenden zwei Jahren die Konfigurationstechnik einzuführen oder verstärkt zu nutzen [wue01a]. [...]

In der Regel erfasst der Vertrieb die Kundenanforderungen, zu denen die Konstruktion eine passende Problemlösung erarbeitet. Dieser Vorgang ist zeitintensiv und oft fehlerhaft [wue01a], da einerseits die Kundenwünsche nicht genau geklärt sind und andererseits in der Konstruktion nach neuen Lösungen gesucht wird, ohne auf ähnliche Konstruktionen zurückzugreifen. Mittels Produktkonfiguratoren kann hier die Erfassung von Kundenanfragen für den Vertrieb als gerichteter Auswahlvorgang realisiert werden und die Konstruktion über die Verwendung von Wiederholteilen vereinfacht werden. Das Produkt wird aus den zur Verfügung stehenden Varianten unter Berücksichtigung erlaubter Kombinationen und Zusammenbaurelationen zusammengesetzt [wue01a]. Dies vermeidet die Entstehung neuer Varianten durch den Vertrieb und beinhaltet auch das Prinzip der Paketbildung, dass Anbauteile gemeinsam, als erlaubte Kombination angeboten werden. [...]

Arbeit zitieren:
Eurisch, Karin Mai 2003: Optimales Variantenmanagement, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Komplexitätsmanagement, Variantenvielfalt, Produktstruktur, Konfiguration

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