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Open Source - Alles umsonst?

Eine betriebswirtschaftliche Analyse der Open Source Bewegung zum Zwecke der Entwicklung erfolgreicher Unternehmensstrategien

Open Source - Alles umsonst?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Wolfgang Sofka
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 106 Seiten
  • Dateigröße: 940,0 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6602-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6602-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6602-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sofka, Wolfgang Februar 2002: Open Source - Alles umsonst?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Linux, Freie Software, Strategie Matrix, Hacker, Nichtmonetäre Entlohnung

Diplomarbeit von Wolfgang Sofka

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit analysiert eine neue Form von Arbeitsorganisation und -durchführung, die Open Source Bewegung. Open Source ist vereinfacht gesagt eine Form von Software, die von Freiwilligen entwickelt wird und deren Bauplan (Source) für jedermann zugänglich ist. Die zentralen neuen Aspekte dieser Organisationsform liegen in ihrer scheinbar ungeordneten Strukturierung und dem vermeintlichen Fehlen jeglicher monetären Entlohnung. Die Betrachtung konzentriert sich dabei ausdrücklich auf digitale Dienstleistungen und Produkte für einen Massenmarkt. Hiermit sind insbesondere Softwareentwicklung und damit verbundene Prozesse angesprochen. Ziel der Analyse ist es, das Phänomen eindeutig abzugrenzen, seine Hintergründe und Mechanismen offen zu legen und schließlich die Implikationen abzuleiten. Damit ist der Aufbau der Arbeit bereits beschrieben.

Im ersten Teil soll der Boden für die folgende Untersuchung bereitet werden. Dies bedeutet schwerpunktmäßig die Ableitung eines adäquaten Arbeitsbegriffs und seiner Komponenten. Ziel ist es, Kriterien zu erarbeiten, die es erlauben, eine genuin neue Arbeitsform zu identifizieren und gegen andere Formen abzugrenzen. Auf dieser Basis kann das Open Source Prinzip trennscharf erschlossen und somit im weiteren Verlauf der Arbeit eindeutig bestimmt werden.

Der zweite Abschnitt der Untersuchung knüpft nun nahtlos am ersten Teil an und übernimmt den soeben ermittelten Open Source Fokus. In diesem Stadium sollen die Hintergründe und Mechanismen im Detail deutlich werden. Es geht darum, die Geschichte, das Umfeld und die treibenden Kräfte der Open Source Bewegung zu verstehen. Mit Blick auf die Arbeitsprinzipien werden Strukturen und Prozesse offengelegt. Eine Untersuchung, die Open Source als uniformen, monolithischen Block zu beschreiben versucht, geht jedoch fehl. Das Phänomen ist vielmehr ein Sammelbecken für eine ganze Reihe von Kulturen und Methoden. Es macht daher Sinn, die maßgeblichen Projekte näher zu beleuchten und darzustellen. Dieser lediglich beschreibende Ansatz wird jedoch dem Anspruch der Untersuchung nicht gerecht. Daher schließt sich eine detaillierte Analyse der Stärken und Schwächen dieses Organisationsprinzips an, die aussagekräftige Rückschlüsse erlaubt.

Das abschließende Segment greift diese Ergebnisse auf und entwickelt daraus konkrete Strategien, um die Relation von Stärken und Schwächen zu optimieren. In diesem Zusammenhang werden drei verschiedene Perspektiven betrachtet. Zunächst wird Open Source als Herausforderung für Individuen betrachtet. Im Anschluss wechselt der Fokus auf die Anwendungsmöglichkeiten innerhalb der Unternehmung und schließlich werden die Implikationen für unternehmensexterne Anwendungsbereiche untersucht.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS 1
I. VORWORT 4
II. EINLEITUNG 7
III. ANALYSE NICHTMONETÄR ENTLOHNTER ARBEITSFORMEN 10
1. KRITERIEN EINER NICHT MONETÄR ENTLOHNTEN FORM DER ARBEIT 1
1.1 Arbeitsfokus: Die funktionale Sicht 11
1.2 Qualität und Umfang: Die Produktsicht 12
1.3 Kundenfokus: Die externe Sicht 12
1.4 Zukunftsfähigkeit 13
1.5 Nichtmonetäre Entlohnung 13
1.6 Eigenständigkeit 13
1.7 Rechtliche Grundlagen 14
2. ANALYSE VORHERRSCHENDER METHODEN 14
2.1 Usenet, Newsgroups, Beratungs-Webseiten 14
2.2 Cracks, Crackz, Warez, Serialz, Moviez 16
2.3 Trial Software, Beta, Non-Commercial-Use 17
2.4 Shareware, Adware 18
2.5 Freeware 19
2.6 Public Domain 20
2.7 Open Source 21
3. SCHLUSSFOLGERUNG 22
IV. ANALYSE DER OPEN SOURCE BEWEGUNG 23
1. ZENTRALE OPEN SOURCE PROJEKTE 23
1.1 Einführung 23
1.2 Unix 23
1.3 Free Software Foundation (FSF) - GNU 24
1.4 Linux 26
1.5 KDE - GNOME 30
1.6 Apache 31
1.7 Netscape Navigator - Mozilla 32
1.8 Perl - Phyton - PHP 33
1.9 Nennenswerte Projekte 34
2. ORGANISATIONSFORM OPEN SOURCE 34
2.1 Struktur 34
2.2 Topographie 36
2.3 Prozesse und Prinzipien 37
2.3.1 Tranparenz 37
2.3.2 Modularisation - Dokumentation 38
2.3.3 Peer Review - Re-use 38
2.3.4 User-Developer 38
2.3.5 Problemnähe 39
2.3.6 Trial and Error 39
2.3.7 Inkrementalismus 40
2.3.8 Simplizität 40
2.3.9 Parallelisierung 40
2.4 Theoretische Grundlagen 41
2.4.1 Einführung 41
2.4.2 Transaktionskostenansatz 41
2.4.3 Öffentliche Güter 43
2.4.4 Brooks' Law 43
2.5 Kommunikation 45
2.6 Konfliktlösung 45
2.7 Lizenzen 46
2.7.1 Open Source Definition 46
2.7.2 General Public License (GPL) 48
2.7.3 Library/Lesser General Public License (LGPL) 48
2.7.4 X, BSD, Apache Lizenz 48
2.7.5 Netscape Pulic License (NPL), Mozilla Public License (MPL) 49
2.8 Zentrale Akteure im Umfeld 49
2.8.1 Distributoren 49
2.8.2 Microsoft 50
2.8.3 Kommerzielle Unterstützer 51
2.9 Geschäftsmodelle 51
2.9.1 Support - Service 52
2.9.2 Verkauf von Hardware 52
2.9.3 Loss Leader 52
2.9.4 Accessoires 53
3. OPEN SOURCE KULTUR 53
3.1 Hacker Ethik 53
3.2 Motivation 54
3.2.1 Altruismus 54
3.2.2 Spaß - Kreativität 54
3.2.3 Selbstzweck 54
3.2.4 Community 55
3.2.5 Reputation - Ökonomie des Schenkens 55
3.2.6 Vermarktbares Know-how 56
3.2.7 Fazit 56
4. ZUSAMMENFASSUNG 57
4.1 Stärken von Open Source Prozessen 57
4.1.1 Geringe Eintrittsbarrieren 57
4.1.2 Effizienter Arbeitseinsatz 58
4.1.3 Modularisierung 58
4.1.4 Inkrementelle Entwicklung 58
4.1.5 Kurzer Feedbackzyklus 58
4.1.6 User driven innovation 58
4.1.7 Community 59
4.1.8 Großer Entwicklerpool 59
4.1.9 Know-how Transfer 59
4.1.10 Transparenz 60
4.1.11 Verantwortung 60
4.1.12 Vermeidung von Doppelarbeit 60
4.1.13 Risikovermeidung 60
4.1.14 Partizipation am Wachstum des Internet 61
4.1.15 Flache Hierarchie 61
4.2 Stärken von Open Source Produkten 61
4.2.1 Qualität 61
4.2.2 Anpassbarkeit 61
4.2.3 Dokumentation 62
4.2.4 Kosteneinsparung 62
4.3 Schwächen von Open Source Prozessen 62
4.3.1 Steuerung 62
4.3.2 Planung 63
4.3.3 Management 63
4.3.4 Rechtsberatung 64
4.3.5 Spaltung - Forking 64
4.3.6 Innovationskraft 65
4.3.7 Monotone Aufgaben 65
4.3.8 Entwickler Burnout 65
4.3.9 Politisierung 66
4.4 Schwächen von Open Source Produkten 66
4.4.1 Technikfokus 66
4.4.2 Geringe Benutzerfreundlichkeit 66
4.4.3 Support/Haftung 67
4.4.4 Marketingdefizite 67
4.4.5 Abhängigkeit von proprietären Standards 67
4.4.6 Verlust von Integrationsvorteilen 68
4.4.7 Zersplitterung 68
4.4.8 Sicherheit 68
4.5 Fazit 69
V. STRATEGISCHE IMPLIKATIONEN DER OPEN SOURCE BEWEGUNG 70
1. INDIVIDUELLE STRATEGIEN 70
1.1 Aufbau von technischem Know-how 70
1.2 Aufbau von Soft Skills 70
1.3 Reputation als Karriereleiter 71
2. UNTERNEHMENSINTERNE STRATEGIEN 71
2.1 Adaption von Open Source Prinzipien 71
2.1.1 Einführung 71
2.1.2 Leading by values and commitment 72
2.1.3 Weiterentwicklung von Organizational Learning 73
2.1.4 Intranet Projekte 73
2.2 Adaption von Open Source Software 74
2.2.1 Einführung 74
2.2.2 Strategischer Rahmen 74
2.2.3 Rechtlicher Rahmen 75
2.2.4 Organisatorischer Rahmen 75
2.2.5 Human Ressource Rahmen 76
2.2.6 Fazit 76
3. UNTERNEHMENSEXTERNE STRATEGIEN 76
3.1 Einführung 76
3.2 Produktsituation 76
3.2.1 Eigenschaften 76
3.2.2 Stellung des Produkts im Unternehmensgefüge 78
3.3 Marktsituation 79
3.3.1 Einführung 79
3.3.2 Rivalität unter den Wettbewerbern 79
3.3.3 Lieferanten 80
3.3.4 Abnehmer 81
3.3.5 Ersatzprodukte 81
3.3.6 Neue Anbieter 82
3.3.7 Staatliche Eingriffe 82
3.4 Strategische Open Source Matrix 83
3.4.1 Einführung 83
3.4.2 Open Source 83
3.4.3 Gated Community 84
3.4.4 Closed Source 84
3.4.5 Innovation 85
VI. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 86
VII. LITERATURVERZEICHNIS 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

vorgesehen, produktiv eingesetzt zu werden. Die so genannte Entwicklungsvariante dient demgegenüber dazu, neue Beiträge zu testen. Auf diese Weise wird ein Umfeld für ‚Trial and Error‘ geschaffen, ohne die Zuverlässigkeit der Software im Produktiveinsatz zu gefährden. Die Ergebnisse der Entwicklungsversion werden nach und nach in die stabile Version integriert. Darüber hinaus werden auch ganze Aufgaben von Entwicklern parallel ausgeführt. Insbesondere ist hierbei der Test- und Fehlerkorrektur-Prozess angesprochen, der von den Entwicklern kein großes Maß an Kommunikation und Koordination verlangt. Diese massenhafte Code peer review durch sachverständige Programmierer, denen außerdem der grundlegende Quellcode vorliegt, trägt im entscheidenden Maße zur Qualität von Open Source Projekten bei. Berühmt geworden ist was Eric S. Raymond Linus’s Law nennt: „Given enough eyeballs, all bugs are shallow.“191 [...]

Das Prinzip von Versuch und Irrtum gehört zu den dominanten, wenn auch manchmal unbeachteten Regeln, nach denen Open Source funktioniert. Linus Torvalds nennt es “Evolution” oder „survival of the fittest.“183 Projekte profitieren von diesem Wettbewerb der Ideen insbesondere wenn sie ihren Entwicklern einen Rahmen bieten, innerhalb dessen sie eigene Vorstellungen ausprobieren können. So ist es beispielsweise zu erklären, dass sich der Internet Browser Konquerer unter dem Dach des Metaprojekts KDE entwickeln konnte, in unmittelbarer Konkurrenz zum straffer organisierten und fokussierten Mozilla Projekt.184 Eric S. Raymond geht so weit, in Anlehnung an Frederick Brooks zu behaupten: „Plan to throw one away; you will, anyhow.“185 Dies soll nichts anderes bedeuten, als dass sich die Entwickler darauf gefasst machen sollten, einen ganzen Entwurf zu verschleißen, um das Problem vollständig zu verstehen und folglich kompetent umsetzen zu können. Open Source Projekte müssen, um den Prozess von Versuch und Irrtum langfristig zu garantieren, dafür Sorge tragen, dass der jeweilige Entwickler nicht zu viel Energie und Zeit in einen Irrtum investiert. Aus diesem Grund wird der Zyklus, in dem neue Versionen veröffentlicht werden, so kurz wir möglich gehalten; oder als Empfehlung an den Owner: „Release early, release often.“186 In den [...]

Es existiert eine ganze Reihe von Versuchen, Open Source in kurzen, griffigen Formulierungen zu umschreiben. Kaum einer dieser Slogan trifft so ins Schwarze wie Michael J. Hammel’s „Open Source Software wurde nicht zum Verkauf entwickelt, sondern zum Gebrauch.“181 Dieser Punkt ist eng verbunden mit dem zuvor dargestellten Prinzip des Users als Entwickler. Open Source Projekte beginnen gerne in Nischen, die von kommerziellen Produkten nicht oder unzureichend abgedeckt werden (z.B. Linux, Perl, Apache). Es liegt nahe, dass Entwickler Projekte starten bzw. an ihnen mitwirken, von denen sie direkt profitieren. Die Entwickler stellen dabei oft fest, dass sie vor Problemen stehen, die auch andere teilen und identifizieren so nahezu unbewusst interessante Projektumfelder, in denen ihrer Projekte aufblühen können. Eric S. Raymond fasst diese Beobachtung in die knappe Formel zusammen: „Ein erfolgreiches Projekt, kratzt ein großes Jucken.“182 [...]

Arbeit zitieren:
Sofka, Wolfgang Februar 2002: Open Source - Alles umsonst?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Linux, Freie Software, Strategie Matrix, Hacker, Nichtmonetäre Entlohnung

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