Die Opel-Krise im Lichte der Lehre von Adam Smith
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Clemens von Wühlisch
- Abgabedatum: August 2009
- Umfang: 43 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Hamburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 30
- ISBN (eBook): 978-3-8428-1959-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: von Wühlisch, Clemens August 2009: Die Opel-Krise im Lichte der Lehre von Adam Smith, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Automobil, Opel, Adam Smith, Wirtschaftskrise, GM
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Bachelorarbeit von Clemens von Wühlisch
Einleitung:
Die andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise wird häufig als Auslöser für die Krise der Opel GmbH angesehen. Einige Politiker nutzen diese Sichtweise als Begründung für eine Unterstützung der Opel GmbH durch den Staat. Vor dem Hintergrund klassischer Wirtschaftslehren soll hinterfragt werden, ob der Staat regulierend eingreifen darf.
In dieser Arbeit wird das Eingreifen des Staates in die Wirtschaft am Beispiel der kriselnden Opel GmbH vor dem Hintergrund der Lehre von Adam Smith hinterfragt.
Im Folgenden wird auf die Geschichte der Opel GmbH eingegangen und die in jeder Epoche vorhandenen Kapazitäten dargestellt werden. Die nahe Vergangenheit und die gegenwärtige Situation wird dabei besonders beleuchtet um intensiver auf die andauernde Opelkrise eingehen zu können. Dabei sollen die möglichen Ursachen, nämlich einer hausgemachten, einer strukturellen oder als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise festgestellt werden. Im dritten Teil folgt eine Beschreibung über den Werdegang Adam Smiths und dessen Theorien um dann, im 4. Kapitel, ein Bild über die Vorstellung Smiths zur Einflussrolle des Staates für das kriselnde Unternehmen Opel darzustellen. Somit fällt der Schwerpunkt auf die Anwendbarkeit der Thesen von Adam Smith auf die Opelkrise.
In der Schlussbetrachtung wird das untersuchte Themengebiet um Implikationen ergänzt. Nach Zusammenfassung der aus Kapitel zwei, drei und vier behandelten Themen erfolgt ein Resultat und mögliche Perspektiven in die Zukunft.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemhintergrund | 1 |
| 1.2 | Ziel | 1 |
| 1.3 | Gang der Untersuchung | 1 |
| 2. | Opel als Untersuchungsgegenstand der Arbeit | 2 |
| 2.1 | Unternehmensportrait | 2 |
| 2.2 | Opel-Krise | 4 |
| 2.2.1 | Entstehung und Verlauf | 4 |
| 2.2.2 | Einfluss von GM | 5 |
| 2.2.3 | Theoretischer Ansatz der staatlichen Mitbestimmung | 9 |
| 3. | Adam Smith | 11 |
| 3.1 | Leben | 11 |
| 3.2 | Werke und Lehre | 16 |
| 3.3 | Vorstellung zur Rolle des Staates in Krisensituationen | 22 |
| 3.3.1 | Allgemein | 22 |
| 3.3.2 | Unternehmenskrisen | 24 |
| 4. | Kritische Analyse der Opelkrise im Lichte der Lehre von Adam Smith | 26 |
| 5. | Schlussbetrachtung | 30 |
| 5.1 | Zusammenfassung | 30 |
| 5.2 | Implikationen | 32 |
| 5.3 | Perspektiven | 32 |
| Literaturverzeichnis | VI | |
| Webseitenverzeichnis | VIII |
Textprobe:
Kapitel 4, Kritische Analyse der Opelkrise im Lichte der Lehre von Adam Smith:
Missmanagement bzw. eine hausgemachte Krise:
Zunächst kann festgestellt werden, dass Opel sich durch Managementfehler, insbesondere des Mutterkonzerns GM, in die Krise gebracht hat. Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise wirkt verschärfend, ist aber nicht ihre Ursache. Den Grundsätzen Adam Smiths zufolge, darf eine Regierung einem Unternehmen, das in eine hausgemachte Krise rutscht, nicht helfen.
Produkte der Opel GmbH:
Opel stellt mit seinen Modellen durchweg Massenprodukte her, die keine besonderen Eigenschaften gegenüber anderen Automodellen vorweisen können. In der Vergangenheit haben die Manager häufig gewechselt. Durch Qualitätseinsparungen wurde versucht, die Fahrzeuge günstiger herstellen zu können. Stattdessen aber erfolgten Rückrufaktionen. Schlagzeilen über die Schließungen von Werken und dem Schleifen lassen des Sozialsystems hatten negative Außenwirkungen. Noch in den 70 Jahren war Opel bekannt für hohe Qualität. Seither hat Opel seine Marken-Identität und Qualitätsstandard zunehmend eingebüßt. Opel ist bemüht ein neues Image aufzubauen . Die Abwrackprämie hat jedoch die Krise der Opel GmbH gedämpft. Im ersten Halbjahr 2009 konnte Opel so viele ihrer Kleinwagen der Modellreihe ‘Corsa’ und ‘Astra’ verkaufen wie lange nicht mehr. Prognosen zu Folge kann im zweiten Halbjahr mit einem weiteren Absatzanstieg gerechnet werden. Es ist aber die Frage, wie lange die künstlich verstärkte Nachfrage anhält. Auch neue Modelle wie der ‘Insignia’ erfreuen sich dank neuester Technologie eines steigenden Absatzes. Es kann also festgestellt werden, dass Opel insgesamt nicht ohne Chancen im Wettbewerb um Marktanteile ist. Im Sinne der Grundsätze von Adam Smith wäre eine Hilfestellung seitens des Staates unnötig. Aufgrund der, wenn auch eingeschränkten Zukunftsperspektive müssten sich genügend Interessenten finden, die Opel übernehmen würden.
Der freie Markt:
Den Smithschen Theorien nach würde der freie Markt bei einer Existenzberechtigung eines Produktes dafür sorgen, dass es weiter angeboten werden kann. Würde die Nachfrage zeigen, dass genug Bedarf von Opelprodukten die Produktion berechtigt, hätte Opel auch ohne staatliche Hilfen Chancen am Markt zu bleiben.
Keine Gefährdung durch Dumpingpreise:
Opel wird nicht durch Dumpingpreise ihrer Konkurrenz unter Druck gesetzt, daher ist der Staat nach Adam Smith nicht berechtigt, einzugreifen. Auch wenn sie hauptsächlich durch die stetigen Kapitalabflüsse an GM verursacht wird. So müsste GM, der Smith’schen Theorie nach, sanktioniert werden. Durch das gemeinsam vereinbarte Abschottungskonzept ist es GM nicht möglich, Kapitaleinlagen Dritter herauszulösen, mit dem Ziel, das Übernahmeinteresse zu steigern.
Subventionen:
Nach Adam Smiths Auffassung, würde eine Subvention zwar Opel zu gute kommen, aber nicht der Nation insgesamt, da sie die zusätzliche Steuerlast zu schultern hätte. Zudem würden die Konkurrenten benachteiligt werden. Diese würden auch staatliche Hilfen fordern. Smith nach, kann eine Subvention nur dem jeweiligen subventionierten Betrieb und dem Ausland zu Gute kommen. Dem steuerzahlenden Verbraucher werden zusätzliche Belastungen aufgebürdet und ein höherer Verkaufspreis im Binnenland müsste akzeptiert werden.
Anreizsysteme und Abwrackprämie:
Der Staat kann durch Anreizsysteme wie beispielsweise der Energie- und Umweltpolitik neue Grundvoraussetzungen gestalten. Unwirtschaftliche Projekte können somit angestoßen und rentabel gemacht werden. So kann über allgemeine Steuervergünstigungen der Kauf von umweltfreundlichen Autos gefördert werden. Im Falle der staatlichen Abwrackprämie ist dies eine rein konjunkturelle Maßnahme, um kurzfristige Absatzeinbrüche abzufedern und den Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Die Abwrackprämie hat die deutsche Pkw-Nachfrage künstlich angehoben und dabei Anbietern von Kleinwagen besonders gut getan. Adam Smith hätte dieses Programm, vermutlich nicht genehmigt. Der ohnehin hohe Schuldenberg des Staates wird noch größer und muss durch zukünftige Steuererhöhungen abgetragen werden. Diese Steuern zahlt die Allgemeinheit und nicht die Nutznießer der Abwrackprämie. Außerdem handelt es sich um einen vorgezogenen Konsum und die Verschwendung wertvoller Ressourcen, wenn ein noch fahrtüchtiges Fahrzeug vorzeitig entsorgt wird.
Schlüsselindustrie:
Per Definition gehört Opel der deutschen Schlüsselindustrie an. Frank-Walter Steinmeiers (SPD-Kanzlerkandidat) Meinung nach, müsste somit Opel mit staatlichen Hilfen gerettet werden. Hingegen ist dem EU-Industriekommisar Günther Verheugen (SPD), Angela Merkel (Bundeskanzlerin) und der herrschenden Meinung nach Opel nicht systemrelevant. Opel würde im Falle eines Konkurses keine Kettenreaktion auslösen. Der Begriff ‘systemrelevant’ wurde bis vor kurzem für Banken benutzt, da ein funktionierendes Wirtschaftssystem von vielen unabhängigen Banken abhängig ist . Dieser Auffassung war auch Adam Smith. Somit kann Opel der Smithschen Theorien nach nicht in den Genuss von staatlichen Fördermitteln kommen. In Deutschland gibt es noch fünf weitere erfolgreiche Autobauer, somit würde keine Kettenreaktion ausgelöst oder Know how mit dem Verlust von Opel aus Deutschland verschwinden.
Monopol:
Sollten beispielsweise die Opelmodelle ‘Corsa’ oder ‘Astra’ nicht mehr hergestellt werden, lässt dieses kein Monopol für einen anderen Automobilhersteller zurück. In diesem Segment werden Produkte auch von Seat, Fiat, Volvo, Skoda, VW, Mercedes und vielen weiteren ausländischen Automobilanbietern hergestellt. Sollte Opel ein Monopol hinterlassen, wäre dies für Adam Smith ein Grund für den Staat im Sinne des Gemeinwohls einzugreifen.
Erhalt der Arbeitsplätze:
Dem Argument der Mitbestimmung des Staates in einem Betrieb als Anteilseigner, um möglichst viele Arbeitsplätze zu halten, würde dem eines Protektionismus gleich kommen. Adam Smith zu Folge darf der Staat keine Unterstützung leisten, wenn es sich um ein substituierbares Massenprodukt handelt. Sollte der Staat Protektionismus unterstützen, könnten Regionen, mit denen Handel betrieben wird, ebenfalls ihren Markt abschotten und somit dem Gemeinwohl einer Nation schaden. Für Smith gibt es kaum etwas schlimmeres, als wenn Staaten eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz einrichten müssen.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783842819597
Arbeit zitieren:
von Wühlisch, Clemens August 2009: Die Opel-Krise im Lichte der Lehre von Adam Smith, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Automobil, Opel, Adam Smith, Wirtschaftskrise, GM



