Online statt Rundfunk?
Perspektiven und Potenziale der Breitbandkommunikation
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Andreas Hahn
- Abgabedatum: Januar 2002
- Umfang: 126 Seiten
- Dateigröße: 881,0 KB
- Note: 1,8
- Institution / Hochschule: Universität Leipzig Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7460-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7460-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7460-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hahn, Andreas Januar 2002: Online statt Rundfunk?, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internet, Breitband, Online, Rundfunk, Multimedia
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Magisterarbeit von Andreas Hahn
Zusammenfassung:
Gegenstand der Arbeit „Online statt Rundfunk? Perspektiven und Potenziale der Breitbandkommunikation.“ ist das derzeit viel diskutierte Thema der Breitbandkommunikation. Ausgehend von den rasant fortschreitenden technologischen Entwicklungen auf diesem Gebiet und den damit verbundenen zum Teil widersprüchlichen Prognosen über die Zukunft unserer Gesellschaft steht die Frage nach der Substanz eines bevorstehenden Wandels im Mittelpunkt. Um der Vielzahl der Prognosen jedoch keine weiter hinzuzufügen, wurde ein Grund legender Perspektivwechsel vorgenommen, der nicht von bloßen Folgeabschätzungen auf zukünftige Entwicklungen schließt, sondern die Eigendynamik der Medien einbezieht und auf der Grundlage systemtheoretischen Verständnisses die Bedeutung derzeitiger Entwicklungen zu klären sucht.
Die Untersuchung räumt auf mit der mehrdeutigen und schwammigen Verwendung des Breitband-Begriffs und schafft im ersten Teil durch eine klare Differenzierung von Online und Rundfunk eine eindeutige Klassifikation, die eine Einordnung der Begriffe Interaktivität, Multimedia, Online, Rundfunk, Schmalband und Breitband ermöglicht. Bereits hier wird deutlich, dass der Rundfunk aufgrund seiner ihm eigenen, ringförmigen Verbreitungsweise in Punkto Interaktivität und Multimedialität an seine natürlichen Grenzen stößt. Begriffe wie interaktives Fernsehen, oder multimediale Rundfunkdienste sind nicht nur widersprüchlich sondern unsinnig.
Auch der folgende historische Vergleich macht deutlich, dass sich die Entwicklung des Rundfunks nicht nur auf dem Höhepunkt befindet, sondern diesen zum Teil bereits überschritten hat. Die eingehende Betrachtung der geschichtlichen Zusammenhänge fördert Analogien zu Tage, die eine Vielzahl von Verbindungen mit der aktuellen Online-Entwicklung anregen. Es wird deutlich, dass wir uns im Bereich der Online-Medien erst am Anfang einer noch nicht abzusehenden Verbreitung befinden. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die jüngsten Ereignisse, wie der Einbruch am neuen Markt, nicht das frühe Ende eines überbewerteten Mythos, sondern dienen dem natürlichen Prozess der Funktionsfindung eines neuen Mediums, dem in der jetzigen Phase nur eine provisorische Funktion zugewiesen werden kann.
Versuche, den Rundfunk im Zuge der Digitalisierung zu „interaktivieren“ oder mittels neuer Standards wie der Multimedia-Home-Plattform (MHP) Online und Rundfunk in einem konvergenten Medium zu vereinen, sind entweder gescheitert oder scheinen bei genauerer Betrachtung wenig aussichtsreich zu sein. Auf dem Gebiet der IP-basierten Online-Kommunikation verschwinden dagegen mehr und mehr die Grenzen schmalbandiger Übertragungskapazitäten, die eine Verbreitung fernsehadäquater und multimedialer Inhalte bisher eingeschränkt haben. Zudem belegen aktuelle Daten zur Online-Nutzung nicht nur die anhaltende rasche Ausbreitung, sondern auch eine zunehmende Multimedialisierung der genutzten Inhalte. Sollte dieser Entwicklung anhalten, ist es vor dem Hintergrund begrenzter Medienzeitbudgets mehr als unwahrscheinlich, dass die Nutzung der klassischen Rundfunkmedien davon unberührt bleibt.
Dass die Entwicklung im Bereich der Online-Medien noch an Dynamik gewinnen wird, belegen die Ergebnisse im letzten Teil der Untersuchung. Hier werden auf Grundlage der Erkenntnisse der Diffusionsforschung die Faktoren der technischen Innovationen des Breitband-Internets und des digitalen Rundfunks einem Vergleich hinsichtlich ihres Verbreitungspotenzials unterzogen. Digitales Fernsehen und digital radio werden es auch weiterhin schwer haben. Durch massive Einflussnahme von „Außen“ wird sich der digitale Rundfunk zwar durchsetzen. Ein Einfluss auf die Nutzungsgewohnheiten ist dadurch allerdings nicht zu erwarten.
Die Untersuchung lässt keinen Zweifel an der Substanz bevorstehender struktureller Veränderungen unserer Mediengesellschaft. Dadurch, dass die Breitbandkommunikation die Multimedialisierung der Onlinekommunikation nicht nur fortsetzt, sondern erst ermöglicht, werden erstmals audiovisuelle Substitute zum Fernsehen möglich. Noch orientieren sich die multimedialen Angebote an den alten Vorgaben, doch ist dies als eine notwendige Entwicklung hin zur eigenen Strukturfindung zu bewerten. Auch die Rundfunkmedien entwickelten ihre spezifischen Rollen und Funktionen nur auf Umwegen. Welche neuartigen multimedialen Formen die Breitbandkommunikation hervorbringen wird, ist noch nicht absehbar. Neue Angebote und anhaltendes Wachstum führen aber zu einer Erhöhung des Selektionsdrucks und in der Folge zu einer Reorganisation bestehender Strukturen.
Theoretisch kann das Breitband-Internet alle elektronischen Medien in sich aufnehmen. Allerdings besteht kein Anlass zu der Vermutung, dass dadurch auch die klassischen Rundfunkmedien mit den Funktionen des Internet verschmelzen werden. Interaktivität liegt nicht in der Natur des Rundfunks. Das Fernsehen wird auch in Zukunft seine passive Funktion behalten. Es ist zudem zu erwarten, dass, ähnlich der Entwicklungen im Hörfunk, auch beim Fernsehen programmtypische oder senderbezogene Selektionskriterien die inhaltlichen allmählich überlagern werden. Die Breitbandkommunikation bringt dagegen jeglichen Inhalt in die Nähe individueller Verfügbarkeit.
Als zentrale Ergebnis dieser Arbeit, ist im Zusammenhang mit bevorstehenden strukturellen Veränderung ein Bedeutungsverlust des Rundfunks zu erwarten.
Inhaltsverzeichnis:
| Verzeichnis der Tabellen | 4 | |
| Verzeichnis der Abbildungen | 5 | |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 1.1 | Das „Conventional Wisdome“ – Die Ausgangssituation | 7 |
| 1.2 | Prognosen und ihre Aussagekraft | 9 |
| 1.3 | Theorieentscheidung | 10 |
| 1.4 | Vorgehen | 14 |
| 2. | Breitbandkommunikation – ein neues Medium? | 17 |
| 2.1 | Bestimmung der grundlegenden Kommunikationsformen von Online und Rundfunk | 17 |
| 2.1.1 | Rundfunkübertragung als Kommunikationsform | 17 |
| 2.1.2 | ‚Ich bin drin'– die Online-Kommunikation | 19 |
| 2.2 | Funktionale Differenzierung von Online- und Rundfunkkommunikation | 21 |
| 2.2.1 | Interaktivität | 21 |
| 2.2.2 | Multimedia | 23 |
| 2.3 | Breitbandkommunikation - Aspekte eines neuen Mediums | 24 |
| 2.4 | Exkurs: Der Begriff des Online-Rundfunks | 27 |
| 2.5 | Fazit | 27 |
| 3. | Die Evolution der Medien | 29 |
| 3.1 | Die Übertragbarkeit des Produkt-Lebenszyklus-Modells auf Medien | 29 |
| 3.2 | Der Rundfunk | 30 |
| 3.2.1 | Strukturelle Implementierung und Funktionsentwicklung des Rundfunks | 30 |
| 3.2.1.1 | Phasen und Bestimmungsfaktoren | 30 |
| 3.2.1.2 | Hörfunk – ein neues Massenmedium etabliert sich | 31 |
| 3.2.1.2.1 | Neuer Funk – Aber wofür? | 31 |
| 3.2.1.2.2 | Rundfunk in NS-Deutschland | 33 |
| 3.2.1.2.3 | Monopolstellung des Radios in der Nachkriegszeit | 34 |
| 3.2.1.3 | Die Entstehung des Fernsehens und seine Funktion | 35 |
| 3.2.1.4 | Fernsehnutzung auf Kosten des Hörfunks | 38 |
| 3.2.1.5 | Rundfunk als öffentlich-rechtliche Veranstaltung | 39 |
| 3.2.1.5.1 | Veränderung des Dispositivs Fernsehen | 39 |
| 3.2.1.5.2 | Aufschwung und Stagnation der Fernsehnutzung | 42 |
| 3.2.1.5.3 | ‚Hilfe' für den Hörfunk | 43 |
| 3.2.1.6 | Hörfunk und Fernsehen im Dualen System | 44 |
| 3.2.2 | Evolution statt Revolution - die Digitalisierung des Rundfunks | 46 |
| 3.2.2.1 | Der digitale Hörfunk | 47 |
| 3.2.2.2 | Das digitale Fernsehen | 48 |
| 3.2.2.3 | Exkurs: Interaktives Fernsehen | 53 |
| 3.2.2.4 | Neuer Hoffnungsträger: Die Multimedia-Home-Plattform MHP | 56 |
| 3.3 | Online | 60 |
| 3.3.1 | Entwicklungsgeschichte des Internet und seine Kommunikationsmöglichkeiten | 60 |
| 3.3.1.1 | Das ARPAnet als Vorläufer des Internet | 60 |
| 3.3.1.2 | Dynamisierung und Vervielfältigung in den frühen achtziger Jahren | 61 |
| 3.3.1.3 | Vom amerikanischen Wissenschaftsnetz zur Evolution des Internets | 62 |
| 3.3.1.4 | Zunehmende Attraktivität durch komfortablere Nutzungsmöglichkeiten | 63 |
| 3.3.1.5 | Multimedialisierung und der wachsende Bedarf an Übertragungskapzitäten | 65 |
| 3.3.2 | Nutzung des Internet | 71 |
| 3.3.2.1 | Reichweite und Häufigkeit | 71 |
| 3.3.2.2 | Funktion und Nutzungsinhalte | 76 |
| 3.3.2.3 | Nutzung multimedialer Internet-Angebote | 77 |
| 3.3.3 | Konkurrenz oder Komplement? Die Auswirkungen des Internets auf die Rundfunkmedien | 78 |
| 3.3.4 | Technische Innovation: Die Breitband-Übertragung | 81 |
| 3.3.4 .1 | Übertragungstechnologien | 81 |
| 3.3.4.1.1 | Die DSL-Technologie | 81 |
| 3.3.4.1.2 | Internet via Fernsehkabel | 82 |
| 3.3.4.1.3 | Satelliten-Übertragung | 83 |
| 3.3.4.1.4 | Datenübertragung per Richtfunk | 84 |
| 3.3.4.1.5 | Powerline-Kommunikation | 84 |
| 3.3.4.1.6 | Mobilfunk | 85 |
| 3.3.4 .2 | Reichweite und Nutzung von Breitband-Internet in Deutschland | 85 |
| 3.4 | Fazit | 87 |
| 4. | Die Diffusion neuer Kommunikationstechnologien | 88 |
| 4.1 | Vorbemerkung | 88 |
| 4.2 | Die Diffusion | 88 |
| 4.2.1 | Der Ablauf des individuellen Adoptionsprozesses | 90 |
| 4.2.2 | Einflussfaktoren des Adoptionsprozesses | 90 |
| 4.2.2.1 | Die Innovativität der Adoptoren | 90 |
| 4.2.2.2 | Die Kommunkationskanäle | 91 |
| 4.2.2.3 | Die Innovation | 92 |
| 4.2.2.3.1 | Innovationscharakter | 92 |
| 4.2.2.3.2 | Produktcharakter | 93 |
| 4.2.2.3.3 | Rückkopplungsprozesse | 94 |
| 4.2.2.3.4 | Technologie- und Marktreife | 95 |
| 4.2.2.4 | Das soziale System | 95 |
| 4.2.3 | Zeitlicher Verlauf der Diffusion | 97 |
| 4.3 | Die wesentlichen Einflussfaktoren der Diffusionsprozesse von Digital Radio,Digital TVund Breitband-Internet im Vergleich | 99 |
| 4.3.1 | Die Innovativität der Adoptoren | 99 |
| 4.3.2 | Die Kommunikationskanäle | 100 |
| 4.3.3 | Der Innovationscharakter | 100 |
| 4.3.3.1 | Digtal TV und Digital Radio | 100 |
| 4.3.3.2 | Breitband-Internet | 102 |
| 4.3.4 | Der Produktcharakter | 103 |
| 4.3.4.1 | Digtal TV und Digital Radio | 103 |
| 4.3.4.2 | Breitband-Internet | 104 |
| 4.3.5 | Das soziale System | 105 |
| 4.4 | Fazit | 105 |
| 5. | Zusammenfassung | 107 |
| Literatur und Quellen | 111 | |
| Erklärung | 126 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474607
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