Online Panels: Status quo und Entwicklungsperspektiven
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sebastian Woerle
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 97 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5647-4
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5647-4 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5647-4 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Woerle, Sebastian Juni 2002: Online Panels: Status quo und Entwicklungsperspektiven, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Online Marktforschung, Stichprobenauswahl, Paneleffekte
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Diplomarbeit von Sebastian Woerle
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit zeigt die Entwicklung vom klassischen Panel zum Online Panel auf. Vor dem theoretischen Hintergrund werden dann Beispiele aus der Praxis beschrieben und untereinander anhand bestimmter Kriterien verglichen.
So gibt das zweite Kapitel einen Überblick über die klassische Panelforschung. Es stellt die Panelstudie im Kontext der Marktforschung dar und beschreibt die verschiedenen Darstellungsformen. Des Weiteren behandelt es den Sachverhalt der Stichprobenauswahl und geht auf Paneleffekte und die Panelmortalität ein. Auch wird das Problemfeld von Wahrheitsgehalt, Validität und Reliabilität in Panelerhebungen dargestellt.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Begriff des Online Panels. Die Entwicklung der Online Marktforschung wird vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklung des Internet beschrieben. Danach werden neuere Formen der Online-Primärdatengewinnung vorgestellt. Der Aufbau eines Online Panels unter technischen und konzeptionellen Voraussetzungen ist ein weiterer wichtiger Punkt. Der Begriff des Online Panels wird zum klassischen Panel abgegrenzt und wichtige Merkmale wie Rekrutierung, Stichprobenauswahl und Incentivierung herausgestellt. Darauf aufbauend werden die Vorteile eines Online Panels beschrieben, aber auch Fragestellungen hinsichtlich der Validität und Repräsentativität diskutiert. Mögliche Lösungsansätze hierzu werden zum Abschluss des Kapitels aufgeführt.
Den Schwerpunkt der Arbeit bildet das vierte Kapitel. Hier werden acht deutsche Anbieter von Online Panels und zwei Anbieter von Online- Reichweitenmonitoren beschrieben. Nach einer einleitenden Kurzcharakteristik der betreibenden Firma werden die einzelnen Panelprojekte detaillierter vorgestellt. Wichtige Kenngrößen sind dabei die Größe des Panels, Merkmale der Rekrutierung, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie der Aufbau der Belohnungsprogramme. Die Diskussion der Ergebnisse findet vor dem Hintergrund der Qualitätsstandards des Arbeitskreis Deutscher Marktforschungsinstitute e.V. (ADM) statt. Im letzten Abschnitt werden die verschiedenen Ausprägungsformen des Online Panels abschließend dargestellt und klar voneinander abgegrenzt.
Das fünfte Kapitel diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse und gibt einen Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG | 1 |
| 1.2 | AUFBAU DER ARBEIT | 2 |
| 2. | Panelforschung | 3 |
| 2.1 | BEGRIFF DER PANELFORSCHUNG | 3 |
| 2.2 | ARTEN DER PANELFORSCHUNG | 4 |
| 2.2.1 | Verbraucherpanel | 4 |
| 2.2.2 | Handelspanel | 5 |
| 2.2.3 | Sonstige Erscheinungsformen | 6 |
| 2.3 | KONZEPTION UND REALISIERUNG DER STICHPROBE | 7 |
| 2.4 | INFORMATIONSFLUSS UND INFORMATIONSVERSORGUNG IN DER PANEL-MARKTFORSCHUNG | 9 |
| 2.5 | PANELMORTALITÄT UND PANELEFFEKTE | 10 |
| 2.6 | WAHRHEITSGEHALT, VALIDITÄT UND RELIABILITÄT IN DER PANELFORSCHUNG | 12 |
| 3. | Online Panels | 13 |
| 3.1 | INFORMATIONSAUSTAUSCH UND KOMMUNIKATION IM INTERNET | 13 |
| 3.1.1 | Das Internet als Kommunikationsmedium | 13 |
| 3.1.2 | Dienste im Internet | 14 |
| 3.1.3 | Datenschutz-rechtliche Aspekte | 15 |
| 3.2 | MARKTFORSCHUNG- ONLINE | 16 |
| 3.2.1 | Online - Offline Vergleich der Marktforschung anhand aktueller Marktdaten | 16 |
| 3.2.2 | Multimedia in der Marktforschung | 17 |
| 3.2.3 | Sekundärforschung/Desk- Research im Internet | 18 |
| 3.2.4 | Primärdatengewinnung im Internet | 18 |
| 3.2.4.1 | Befragungen per E-Mail | 20 |
| 3.2.4.2 | HTML-Fragebögen | 21 |
| 3.2.4.3 | Pop-Up Umfragen | 22 |
| 3.2.4.4 | Online Fokus-Gruppen | 23 |
| 3.2.4.5 | Diskussions-Foren und Newsgroups | 23 |
| 3.2.4.6 | Logfile-Analyse | 24 |
| 3.2.4.7 | Cookies | 25 |
| 3.3 | AUFBAU EINES ONLINE PANELS | 26 |
| 3.3.1 | Abgrenzung zum traditionellen Panel | 26 |
| 3.3.2 | Anforderungen an die IT Infrastruktur | 27 |
| 3.3.3 | Erscheinungsformen von Online Panels | 27 |
| 3.3.4 | Aktiv rekrutiertes gegen passiv rekrutiertes Online Access Panel | 28 |
| 3.3.5 | Anwerbung von Personen/ Stichprobenauswahl | 28 |
| 3.3.6 | Incentives/Gratifikationen | 29 |
| 3.3.6.1 | Extrinsische Motivation | 31 |
| 3.3.6.2 | Intrinsische Motivation | 31 |
| 3.3.7 | Vorkehrungen zur Datenverbesserung | 32 |
| 3.4 | VORTEILE DES ONLINE PANELS | 32 |
| 3.4.1 | Stichprobengröße | 32 |
| 3.4.2 | Vorteile durch das Medium Internet | 33 |
| 3.5 | ONLINE PANELS IM METHODENVERGLEICH/REPRÄSENTATIVITÄT VON ONLINE PANELS | 34 |
| 3.5.1 | Stichprobenbias | 34 |
| 3.5.2 | Rekrutierung | 34 |
| 3.5.3 | Online-Population und Allgemeinbevölkerung | 35 |
| 3.5.4 | Selbstselektion | 37 |
| 3.5.5 | Exkurs: Methodenvergleich; Stichprobe und Antwortverhalten bei Online-Untersuchung und CATI | 38 |
| 3.5.6 | Reliabilität | 40 |
| 3.5.7 | Validität | 41 |
| 3.6 | LÖSUNGSANSÄTZE ZUM REPRÄSENTATIVITÄTSPROBLEM | 42 |
| 3.6.1 | Multiple-Site-Entry | 42 |
| 3.6.2 | Quotierung und Gewichtung | 42 |
| 3.6.3 | Parallelstudien | 43 |
| 3.6.4 | Medienbruch | 43 |
| 4. | Online Panels in der Praxis | 45 |
| 4.1 | ANBIETER VON ONLINE PANELS IM ÜBERBLICK | 45 |
| 4.2 | ANBIETER DER INTERNETREICHWEITENMESSUNG IM VERGLEICH | 46 |
| 4.2.1 | Jupiter MMXI | 46 |
| 4.2.2 | Nielsen//NetRatings | 48 |
| 4.3 | ANBIETER VON ONLINE ACCESS PANELS IM VERGLEICH | 49 |
| 4.3.1 | Anbieter in der Kurzcharakteristik | 49 |
| 4.3.2 | Online-Benutzeroberfläche | 50 |
| 4.3.3 | Größe des Panels/Repräsentativitätsmerkmale | 51 |
| 4.3.4 | Rekrutierung | 53 |
| 4.3.5 | Qualitätssicherung | 55 |
| 4.3.6 | Incentives/Belohnungsprogramme/Service für Panelteilnehmer | 57 |
| 4.3.7 | Preisstruktur | 59 |
| 4.4 | ADM-QUALITÄTSSTANDARD FÜR ONLINE ACCESS PANELS | 61 |
| 4.5 | ZUSAMMENFASSUNG DER ERGEBNISSE | 63 |
| 4.6 | ONLINE PANELS-DIE WICHTIGSTEN ABGRENZUNGEN DES BEGRIFFS | 64 |
| 5. | Diskussion der Ergebnisse und Ausblick | 65 |
| Anhang | 68 | |
| Literaturverzeichnis | VIII | |
| Interviewverzeichnis | XVI |
Geht es um die Brauchbarkeit von Daten aus Online- Umfragen und Untersuchungen in Online Panels, so ist zuerst die Frage der Repräsentativität zu beantworten. Sind die Daten nur für den Kreis der tatsächlich Befragten gültig oder sind diese darüber hinaus verallgemeinerungsfähig. Eine repräsentative Panelstichprobe ist das verkleinerte Abbild einer Grundgesamtheit und erlaubt Rückschlüsse auf eine angezielte Population. Durch eine "Typische Auswahl" oder eine "Quotenauswahl" versuchte man früher eine Stichprobe repräsentativ zusammenzusetzen, mit der Weiterentwicklung der Stichprobentheorie werden Auswahlverfahren verwendet, bei denen die Ziehung der Einheiten aufgrund von Einflüssen erfolgt, die pauschal als Zufall bezeichnet werden.123 Diese probabilistische Stichprobe kann keine Gewähr für eine genaue Wiedergabe der Grundgesamtheit geben. Dieses Verfahren hat sich mittlerweile als Instrument zur Erreichung von Repräsentativität durchgesetzt, da es die Möglichkeit bietet, die Genauigkeit zu berechnen, und es mit wachsendem Stichprobenumfang eine zunehmende Exaktheit zeigt.124 Die Stichprobenziehung ist also eine zufallsgeleitete Auswahlmethode, die jedem Mitglied der Grundgesamtheit eine bestimmte Chance bietet, in die Stichprobe zu gelangen. Die Wahrscheinlichkeit für jedes Mitglied ist nicht immer gleich groß, muss aber bekannt und größer als Null sein.125 3.5.2 Rekrutierung [...]
Neben der Möglichkeit, große heterogene Stichproben zu ziehen, bieten die technischen Vorzüge des Internet noch weitere Vorteile. So ist das entsprechende Marktforschungsinstitut sehr flexibel im Hinblick auf Untersuchungsort und Untersuchungszeit. Auch ist es für den Befragten angenehmer, die Intrusivität der Forschung ist geringer. Intrusivität bedeutet einem Umstand zu unterliegen, der sehr invasiv ist, also in das Leben und die Privatsphäre stark eingreift oder sie stört. Durch entsprechend programmierte Befragungsanwendung ist eine automatische Filterführung sowie eine Inputvalidierung in Echtzeit möglich. Bereits während der Eingabe können "Durchklicker", die jeweils immer nur die erste Ausprägung anklicken, identifiziert und aus der Befragung eliminiert werden. Durch die Einbindung multimedialer Elemente mittels Flash- Animationen121 ist ein breites Stimuluspotenzial möglich. Durch das Fehlen eines Interviewers können Versuchsleitereffekte relativ sicher ausgeschlossen werden. Durch das Medium Internet können Institute auch in Ländern Erhebungen durchführen, in denen keine Filiale existiert, auch kulturelle Unterschiede fallen weniger ins Gewicht, somit sind transkulturelle Untersuchungen leichter durchzuführen. Durch die automatische Mitprotokollierung über die entsprechende Software, ist eine Überwachung von Respondenten möglich, ohne dass der Betroffene davon Kenntnis hat. Durch das automatisierte Datenhandling werden Fehler reduziert. Auch werden Reihenfolgeeffekten vermieden. Zufällige Item- und Disktraktorfolgen können über die Software eingestellt werden.122 [...]
Die wohl größte Verheißung von Online Panels besteht darin, dass Potenzial des Trägermediums Internet auszunutzen: Forschungsfragen können sehr schnell und vergleichsweise preiswert mit großen Stichproben beantwortet werden. Des Weiteren kann davon ausgegangen werden, dass die Teilnahmebereitschaft und damit die Antwortrate höher ist als bei Studien mit jeweiliger Neurekrutierung von Probanden. Die Profildaten der Panelteilnehmer sind bekannt, weswegen je nach Fragestellung ohne ökonomisch aufwändiges Screenen großer Bevölkerungsteile bestimmte Zielstichproben gezogen werden können (z.B. verwitwete Frauen über 45 Jahre). Im Bedarfsfall sind solche Populationssegmente rasch (aber nicht unbedingt kostengünstig) mittels zugeschnittener Rekrutierungskampagnen dem Panel zuführbar. Da sowohl die Profildaten als auch die Daten aus früheren Studien vorliegen, kann man sich bei Fragebögen auf die wirklich notwendigen Items beschränken. Im Gegensatz zu frei im Netz stehenden Untersuchungen ist genau ermittelbar, wie hoch die Nonresponse- Rate ist und - da ja bekannt ist, welche Personen mit welchen bisher erhobenen Kenndaten nicht teilgenommen haben inwiefern die Stichprobe durch Ausfälle verzerrt ist. Um als Mehrfachregistrierte im [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832456474
Arbeit zitieren:
Woerle, Sebastian Juni 2002: Online Panels: Status quo und Entwicklungsperspektiven, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Online Marktforschung, Stichprobenauswahl, Paneleffekte



