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Online-Kompetenz von Senioren

Aktueller Stand, Notwendigkeiten, Handlungsempfehlungen

Online-Kompetenz von Senioren
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Karina Mahn
  • Abgabedatum: August 2006
  • Umfang: 61 Seiten
  • Dateigröße: 2,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Technische Fachhochschule Wildau Deutschland
  • Bibliografie: ca. 34
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9917-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Mahn, Karina August 2006: Online-Kompetenz von Senioren, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nutzungsverhalten, 50plus, Seniorenmarkt, Kompetenz, Senior

Bachelorarbeit von Karina Mahn

Einleitung:

Es ist längst kein Geheimnis mehr – die deutsche Bevölkerung ist durch eine zunehmende Alterung gekennzeichnet. Die steigende Lebenserwartung sowie die anhaltend niedrige Geburtenrate in Deutschland führen zu einem immer größer werdenden Anteil älterer Menschen. Bereits im Jahr 2030 wird der prozentuale Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung voraussichtlich zwischen 35-38 % betragen.

Dem gegenüber steht die Forderung an jeden Einzelnen, in der so genannten Informations- und Wissensgesellschaft bestehen zu können. Lebenslanges Lernen mit Hilfe von neuen Technologien wird mittlerweile vorausgesetzt. In allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens scheint es unabdingbar zu sein, neue Medien wie das Internet bedienen und nutzen zu können. Der Erwerb von Medienkompetenz scheint zu einer vierten Schlüsselqualifikation wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu werden.

Was aber, wenn die Voraussetzungen dafür nicht in allen Bevölkerungsteilen gegeben sind? Gerade ältere Menschen haben während ihrer Berufstätigkeit kaum noch Berührung mit den neuen Medien erfahren. Sie werden erst in der späten Lebensphase mit den neuen technologischen Entwicklungen im Alltag konfrontiert. Ihre Erfahrungen und ihr Wissenspotential sollten nicht ungenutzt bleiben, nur weil sie zurzeit noch nicht die Fähigkeit besitzen, mit dem Internet umzugehen. Es gilt, sie für dieses Medium zu sensibilisieren, Berührungsängste abzubauen und vor allem den persönlichen Nutzen aufzuzeigen.

Insbesondere die Bundesregierung ist daran interessiert, alle Bürgerinnen und Bürger für die Informationsgesellschaft Deutschland 2010 fit zu machen. Immer mehr öffentliche Dienstleistungen wie z. B. die Wohnungsummeldung, die Bestellung eines Ausweises oder auch die Gesundheitskarte werden zukünftig über das Internet angeboten. Doch wie kann man die Generation 50plus für das Internet sensibilisieren?

Es existieren derzeit verschiedene Programme des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, um die Online-Kompetenz von Senioren zu stärken. Aber es gibt keine Aussagen darüber, ob diese auch die relevante Zielgruppe erreichen und ob nicht andere Wege und Konzepte erfolgversprechender sein könnten.

Gang der Untersuchung:

Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit besteht darin, eigene Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung zu entwickeln um den Anteil der älteren Internetnutzer insgesamt zu erhöhen, und die bisherigen Nichtnutzer zielgerichteter anzusprechen. Dies geschieht unter Berücksichtigung der bisherigen Programme des BMFSFJ und deren anschließender Bewertung. Dabei soll der aktuelle Stand der Online-Kompetenz von Senioren abgebildet werden, sowie die dringende Notwendigkeit diese Zielgruppe an das Medium Internet heranzuführen.

Im einleitenden ersten Kapitel werden die Zielsetzung sowie der Aufbau der vorliegenden Arbeit präsentiert. Im zweiten Kapitel werden wichtige Grundlagen des Seniorenmarktes vorgestellt. Zu Beginn erfolgt die Begriffsklärung des Wortes Senior sowie die Wahl einer eigenen gültigen Arbeitsdefinition. Im Anschluss daran werden wichtige Merkmale des Seniorenmarktes wie z. B. die Mediennutzung und das Freizeitverhalten älterer Menschen näher skizziert und erläutert.

Im dritten Kapitel erfolgt dann die empirische Analyse des Nutzerverhaltens von Senioren. Zunächst wird auf die Internetnutzung in Deutschland allgemein und daran anschließend spezifisch auf die Onliner ab 50 Jahren eingegangen. Es folgt ein europäischer Vergleich, sowie eine Nutzen- und Kostenanalyse des Internet für ältere Menschen. Abschließend wird auf die Motive und das Desinteresse der Nichtnutzer (Offliner) eingegangen.

Das vierte Kapitel liefert detaillierte Informationen zu den einzelnen Programmen des BMFSFJ. Dabei werden zwei völlig verschiedene Ansätze zur stärkeren Beteiligung der älteren Generation am Medium Internet gegenübergestellt und anschließend bewertet. Resultierend aus diesen Erkenntnissen werden im fünften Kapitel Handlungsempfehlungen zur Erhöhung und besseren Ansprache der relevanten Zielgruppe(n) gegeben.

Das abschließende sechste Kapitel beinhaltet eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse sowie einen Ausblick hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Internetnutzung älterer Menschen. Die in dieser Arbeit verwendete Begriffsform Senioren dient lediglich der vereinfachten Schreibweise und meint grundsätzlich sowohl männliche als auch weibliche Senioren. Darüber hinaus werden die Bezeichnungen Senioren, Silver Surfer, Generation 50plus oder drittes Lebensalter synonym verwendet.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 4
Abbildungsverzeichnis 5
1. Einleitung 6
1.1 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 7
2. Grundlagen des Seniorenmarktes 9
2.1 Definition des Begriffes Senior 9
2.2 Merkmale des Seniorenmarktes 11
2.2.1 Bevölkerungsentwicklung 11
2.2.2 Finanzielle Ressourcen 13
2.2.3 Freizeitverhalten und -Interessen 14
2.2.4 Klassische Mediennutzung 16
2.3 Zusammenfassung 18
3. Analyse des Internet-Nutzerverhaltens von Senioren 20
3.1 Internetnutzung in Deutschland 20
3.1.1 Studiensteckbrief- und Vergleich 20
3.1.2 Internetnutzer in Deutschland 21
3.2 Internet-Nutzerverhalten von Senioren 23
3.3 Onliner im europäischen Vergleich 27
3.4 Nutzen- und Kostenanalyse des Internets für ältere Menschen 30
3.5 Offliner und ihre Distanz zum Internet 32
3.6 Zusammenfassung 35
4. Bisherige Programme des BMFSFJ 38
4.1 EFI / seniorTrainer 38
4.1.1 Schwerpunkt 2003: Alter und neue Medien 40
4.2 Online-Kompetenz für die Generation 50plus 41
4.3 Online Jahr 50plus - Internet verbindet 43
4.4 Senior-Internet-HelferInnen im ländlichen Raum (sih) 44
4.5 Bewertung 45
5. Handlungsempfehlungen 47
5.1 Gewinnung der Offliner als zukünftige Internetnutzer 47
5.2 Steigerung der Nachfrage der Onliner 50
6. Zusammenfassung und Ausblick 52
Literatur- und Quellenverzeichnis 54
Anhang 58
A. Abbildungen aus dem (N)Onliner Atlas 2005 58
B. Abbildungen aus den ARD/ZDF ONLINE- und OFFLINE STUDIEN 60
C. EFI-Programm 61
Ehrenwörtliche Erklärung 62

Automatisiert erstellter Textauszug:

In 2005 hatten rund 27,2 Mio. Menschen in Deutschland keinen Zugang zum Internet bzw. nutzen dieses nachweislich nicht. Dies entspricht einem Anteil von 42,1 % an der Gesamtbevölkerung. Die Abbildung 14 gibt einen ersten Überblick über die Offliner getrennt nach Altersgruppen. Insbesondere in den Altersgruppen 30-39 J. und von 40-49 J. vollzog sich ein markanter Abfall der Offliner Zahlen über die letzten 4 Jahre. Die Altersgruppe 60plus bildet weiterhin die Gruppe, mit dem höchsten Anteil an Offlinern. Auch hier zeigt sich wieder, dass Bildung ein Schlüsselfaktor ist 84 : Nur 4 % der Offliner verfügt über ein abgeschlossenes Studium, knapp 70 % haben nur einen Volksschulabschluss. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass Offliner trotz ihres oftmals geringen Bildungsniveaus durchaus die Möglichkeiten des Internet kennen 85 . Sie beschreiben das Internet als Informationsquelle, Kommunikationsplattform und Einkaufszentrum. Etwa jeder zweite hat bei Kindern oder anderen Bezugspersonen auch schon mal bei der Internetnutzung „über die Schulter geschaut.“ Das Internet ist auch aus ihrer Sicht zu einem Alltagsmedium geworden. [...]

Des Weiteren dient das Internet auch zur Unterhaltung und kann sich zu einem neuen Hobby entwickeln. Die Kommunikation mit den Kindern und Enkeln per E-Mail ist kostengünstig und einfach und kann sich belebend auf die ganze Familie auswirken. Auch der Kontakt zwischen älteren Menschen kann über seniorenspezifische Plattformen verstärkt werden, sodass neue virtuelle aber auch reale Freundschaften entstehen. Und zu guter Letzt ist das Internet bekanntermaßen ein großes Warenhaus. Jedes Produkt oder jede Dienstleistung kann man online kaufen. Da gerade Senioren oft über Versandhäuser oder Teleshopping-Kanäle bestellen, könnten auch sie die Vorteile des Online-Shopping nutzen. Was hindert die bisherigen Offliner (Nichtnutzer) also daran, sich mit dem Internet vertraut zu machen und es aktiv zu nutzen? Die Kostenseite für die Generation 50plus stellt sich wie folgt dar: Das Hauptargument liegt in der notwendigen Computer und Internet-Kompetenz. Den Umgang mit der Maus und die Bedienung der Tastatur sind nur zwei der vielen Herausforderungen, der sich Senioren stellen müssen. Es sind Unmengen von neuen und oftmals englischen Wörtern, die uns Jüngeren längst vertraut sind, die aber von Älteren erst neu erlernt werden müssen (z. B. Datei, Link oder Provider). Der dafür notwendige Lern- und Zeitaufwand ist nicht unerheblich und bedingt eine hohe persönliche Motivation zum Erlernen der notwendigen Medienkompetenz. Außerdem sind nicht unerhebliche Anfangsinvestitionen nötig. Die Internet-Schulungen sind nur die eine Sache, aber ein heimischer Computer kostet auch Zeit und vor allem Geld. Entscheidend aber ist das Technikvertrauen. Viele vertrauen dem Computer nicht, schließlich können diese auch abstürzen. Wenn man dann noch im Internet ein papierloses Flugticket kaufen soll, dann sind nur die wenigsten bereit diese Transaktion auch auszuführen. Zu groß wiegt die potentielle Unsicherheit. Und letztlich ersetzt das Internet keine körperliche Nähe oder ein Gespräch unter vier Augen (Kommunikationskultur). Eine zusammenfassende, persönliche Bewertung der Nutzen– und Kostenseite des Internet mit Gewichtung findet sich in der folgenden Abb. 13. Nutzenseite [...]

Grundsätzlich lässt sich zwischen dem individuellen und dem gesellschaftlichen Nutzen 80 unterscheiden, wobei beide oft fließend ineinander übergehen. Die soziale Integration beschreibt die Möglichkeit für ältere Senioren, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sich im Internet fort- und weiterzubilden sowie Dienstleistungsangebote von zu Hause aus nutzen zu können. Dies steigert das eigene Wohlbefinden und ermöglicht den Erhalt der Selbständigkeit auch im hohen Alter. Die gesellschaftliche Integration hingegen bedeutet für die Generation 50plus eine größere Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen sowie eine umfassende Meinungsbildung. Das Internet bietet die Möglichkeit, sich auf Webseiten von Institutionen wie der Bundesregierung anzumelden oder zu informieren. Darüber hinaus kann man sich in Foren und ChatMöglichkeiten miteinander austauschen und kommunizieren. Wie bereits in 2.2.3 erwähnt, üben viele Ältere eine ehrenamtliche Tätigkeit aus und sind politisch aktiv. Mit Hilfe des Internet lassen sich viele Aktivitäten schneller und zeitnaher koordinieren, sodass die politische Partizipation einfacher geworden ist. Das Hauptargument für Senioren ist aber sicherlich das Internet als Informations- und Bildungsinstrument. Vom heimischen Computer aus kann sich jeder weltweit über alle Themen des persönlichen Interesses informieren oder praktische Dinge erledigen wie z. B. eine Bahnauskunft oder Reiseinformation einholen. Und auch das Online-Studium wird in der Zukunft eine größere Rolle spielen, sodass auch Ältere die Möglichkeit haben, sich via Internet multimedial weiterzubilden. [...]

Arbeit zitieren:
Mahn, Karina August 2006: Online-Kompetenz von Senioren, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nutzungsverhalten, 50plus, Seniorenmarkt, Kompetenz, Senior

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