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Offshore-Finanzzentren und ihre Stellung im internationalen Finanzsystem

Offshore-Finanzzentren und ihre Stellung im internationalen Finanzsystem
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Stenger
  • Abgabedatum: Oktober 2002
  • Umfang: 87 Seiten
  • Dateigröße: 1,3 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Aschaffenburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6076-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6076-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6076-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stenger, Markus Oktober 2002: Offshore-Finanzzentren und ihre Stellung im internationalen Finanzsystem, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Steueroasen, Kapitalverkehrskontrollen, Finazmarktkrisen, OFCs, Offshore

Diplomarbeit von Markus Stenger

Gang der Untersuchung:

Die Diplomarbeit beschäftigt sich zunächst mit der historischen Entwicklung von Offshore-Finanzzentren (OFCs) und stellt mögliche Definitionsansätze sowie Möglichkeiten der Abgrenzung und Kategorisierung dar. Weiterhin werden mögliche Geschäftsfelder, der Nutzen sowie die Motive für die Aufnahme von Offshore-Aktivitäten sowohl aus Unternehmenssicht als auch aus der Sicht des „gastgebenden“ Landes dargestellt.

Das nächste große Kapitel stellt die Merkmale, die Funktion und die Entwicklung einiger OFCs in ausgewählten Regionen vor:

- OFCs im Mittleren Osten (Schwerpunkt Bahrain).

- OFCs in der Pazifik-Region.

- OFCs in Asien (Schwerpunkt Singapur und Hongkong).

- OFCs in der Karibik (Schwerpunkt Bahamas, Cayman Islans, British Virgin Islands.

- OFCs in Europa (Schwerpunkt: Luxemburg und Schweiz).

Anschließend wird die Problematik von OFCs im internationalen Finanzsystem dargestellt, wobei mögliche negative Effekte des Offshore-Geschäftes, wie z.B. Steuerflucht und Geldwäsche sowie die Positionen der verschiedenen internationalen Organisationen (z.B. FSF und FATF) erläutert werden. Zu guter Letzt werden die Zukunft und die Weiterentwicklung von OFCs analysiert und mögliche Reformansätze (z.B. Devisentransaktionssteuer und Kapitalverkehrskontrollen) werden diskutiert.

Inhaltsverzeichnis:

INHALTSVERZEICHNIS V
BILDVERZEICHNIS VIII
TABELLENVERZEICHNIS IX
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS X
1. EINLEITUNG 1
2. ENTWICKLUNG, ABGRENZUNG UND MERKMALE VON OFFSHORE-FINANZZENTREN (OFCS) 3
2.1 Entwicklung im historischen Kontext 3
2.2 Definitionsansätze von Offshore-Finanzzentren 7
2.2.1 Geographischer Ansatz 7
2.2.2 Ansatz aus der Perspektive der Vertragspartner 8
2.2.3 Ansatz über gemeinsame Standortfaktoren 8
2.3 Möglichkeiten der Abgrenzung und Kategorisierung von OFCs 10
2.3.1 Mögliche Kategorisierung von OFCs 10
2.3.1.1 International Finance Centers/Primary OFCs 10
2.3.1.2 Regional Finance Centers/Secondary OFCs 11
2.3.1.3 Booking OFCs 12
2.3.1.4 Erweiterungen 12
2.3.2 Abgrenzung der OFCs in der Praxis durch wichtige Institutionen 13
2.3.2.1 Die Abgrenzung durch das Financial Stability Forum 13
2.3.2.2 Weitere Zuordnungsvarianten 14
2.4 Motive für die Aufnahme von Offshore-Aktivitäten 14
2.4.1 Nutzen aus Sicht der Offshore-Unternehmen 15
2.4.2 Erwarteter Nutzen aus Sicht der OFCs 15
2.4.2.1 Direkter Nutzen 15
2.4.2.2 Indirekter Nutzen 16
2.4.3 Anfallende Kosten für das OFC 17
2.5 Geschäftsfelder der OFCs 17
3. MERKMALE, FUNKTION UND ENTWICKLUNG WICHTIGER OFCS IN VERSCHIEDENEN REGIONEN 19
3.1 OFCs im Mittleren Osten 19
3.2 OFCs in der Pazifik-Region 23
3.3 OFCs in Asien 25
3.3.1 Der Finanzplatz Hongkong 26
3.3.2 Der Finanzplatz Singapur 28
3.4 OFCs in der Karibik 31
3.5 OFCs in Europa 36
3.5.1 Der Finanzplatz Schweiz 37
3.5.2 Der Finanzplatz Luxemburg 38
4. DIE PROBLEMATIK VON OFCS IM INTERNATIONALEN FINANZSYSTEM 41
4.1 Mögliche negative Effekte von OFCs auf das Funktionieren des internationalen Finanzsystems 41
4.1.1 Steuervermeidung und Steuerflucht 41
4.1.2 Geldwäsche 43
4.1.3 Finanzmarktkrisen 44
4.2 Internationale Organisationen und deren Position gegenüber OFCs 46
4.2.1 Internationaler Währungsfonds 47
4.2.2 United Nations Office for Drug Control and Crime Prevention 47
4.2.3 Organisation for Economic Co-Operation and Development 47
4.2.4 Financial Action Task Force on Money Laundering 48
4.2.5 Financial Stability Forum 49
5. ZUKUNFT UND WEITERENTWICKLUNG VON OFCS 51
5.1 Zukunftspotentiale der OFCs 51
5.2 Mögliche Reformansätze und deren beabsichtigte Wirkung 53
5.2.1 Kapitalverkehrskontrollen 53
5.2.2 Finanzmarktaufsicht und Regulierung 55
5.2.3 Devisentransaktionssteuer 58
5.3 Kritik und Problematik möglicher Reformansätze 60
6. SCHLUSSBEMERKUNGEN 63
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 65
ANLAGEN 72

Automatisiert erstellter Textauszug:

amerikanischer Herkunft verwaltet werden.150 Die meisten der niedergelassenen Gesellschaften sind dabei als IBCs registriert, deren Hauptaktivitäten sich auf die Verwaltung von Investmentfonds und TrustFonds konzentrieren. Die Gesamtanzahl der IBCs stieg von 28.493 im Jahre 1994 auf mehr als 110.000 im Jahre 2000. Die Bahamas werden heute zu den Top 5 der weltweiten Finanzzentren gerechnet, was die Anzahl (ca. 700) und die Einlagen (ca. 100 Milliarden US$) der verwalteten Investmentfonds betrifft. Die Anzahl der Offshore-Banken blieb jedoch im Laufe der letzten Jahre mit ca. 415 eher konstant, so dass die IBCs als der „Motor“ des Wachstums angesehen werden können.151 Die Mehrzahl der auf den Bahamas registrierten Gesellschaften und Banken werden jedoch als sogenannte Briefkastenfirmen – ohne wirkliche Präsenz – geführt. Dies spiegelt sich auch in den Beschäftigungszahlen im Offshore-Sektor wider, wo im Jahr 2000 lediglich 1139 Personen beschäftigt waren, was aufgrund der großen Anzahl der registrierten Gesellschaften sehr wenig ist. Der Offshore-Sektor nimmt mit einem Beitrag von 2,5% zum Bruttoinlandsprodukt hinter dem Tourismussektor die zweitwichtigste Stelle im gesamtwirtschaftlichen Gefüge des Landes ein.152 Die Cayman Islands haben ein funktionierendes Offshore-Bank- und Trustgeschäft nach dem Vorbild der Bahamas aufgebaut.153 Dabei dienen die Cayman Islands nahezu ausschließlich als Buchungsstätte und die physische Präsenz der dort niedergelassenen Gesellschaften beschränkt sich auch hier nur auf ein Firmenschild. Da die Cayman Islands die Niederlassung von solchen Briefkastenfirmen auch aktiv fördern kommt es auch hier nur zu einem relativ geringen Beschäftigungseffekt.154 Die Cayman Islands haben sich im Besonderen auf das Offshore-Banking konzentriert und mit 450 Offshore-Banken aus 65 Ländern (43 der 50 größten Banken der Welt unterhalten eine Niederlassung), die im Jahre 2001 mehr als 650 Milliarden US$ verwalteten, gehören sie zu den größten Bankenzentren überhaupt. Hinter den Bermudas sind die Cayman Islands mit 502 registrierten Unternehmen jedoch mittlerweile bereits das zweitgrößte Finanzzentrum im Bereich der Offshore-Versicherungen. Somit verfügen die Cayman Islands zusammen mit den fast 2.300 registrierten Investmentfonds über eine sehr diversifizierte Palette an Offshore-Aktivitäten.155 Aufgrund der freiwilligen politischen Zugehörigkeit zu Großbritannien und der damit verbundenen politischen Stabilität sowie ob der Tatsache, dass die Cayman Islands bisher von Finanzskandalen weitestgehend verschont blieben, verfügen sie über eine sehr gute internationale Reputation, die das Wachstum in der Zukunft sicherstellen soll.156 [...]

Die wichtigsten und bedeutendsten karibischen OFCs sind somit die British Virgin Islands143, die Bermudas, die Bahamas und die Cayman Islands. Die BVI konzentrieren sich überwiegend auf die Niederlassung von IBCs und es wird davon ausgegangen, dass sie in diesem Geschäftsbereich über einem Marktanteil von ca. 45% weltweit verfügen. Im Jahre 2001 waren 314.158 IBCs auf den BVI registriert (siehe Tabelle 9).144 Die BVI sind ebenfalls ein wichtiges OFC im Bereich der Investmentfonds, wie die 2.013 eingetragen Fonds (die zweitgrößte Anzahl in der Karibik) im Jahre 2001 verdeutlichen. Das Volumen der registrierten Fonds ist jedoch nicht bekannt, da es keinerlei Verpflichtung zur Meldung des Volumens gibt.145 Die Bermudas waren das erste Land überhaupt welches, mittlerweile weltweit erfolgreiche, Regelungen für Offshore-Geschäfte gesetzlich verankerte. Eine Vielzahl von steuerlichen und infrastrukturellen Vorteilen verleihen den Inseln ein markantes Profil als OFC. Die Bermudas konzentrieren sich dabei auf das internationale Versicherungsgeschäft (meist Rückversicherungen und „Captive Insurance Companies“146), während das typische Offshore-Banking mit nur vier Banken (siehe Tabelle 9) eine sehr untergeordnete Rolle spielt.147 Mehr als 1.400 Unternehmen widmeten sich im Jahre 1998 dem Versicherungsgeschäft mit einem Prämienanteil von 27 Milliarden US$ und Gesamteinlagen in Höhe von 115 Milliarden US$ und machten die Bermudas zum Weltmarktführer im Bereich der Rückversicherungen. Der zweite Schwerpunkt des Offshore-Geschäftes der Bermudas liegt im Bereich der Investmentfonds, wo im Jahre 2000 ein Gesamtkapital von 16,7 Milliarden US$ verwaltet wurde.148 Die größten Konkurrenten innerhalb der karibischen OFCs sind jedoch die Bahamas und die Cayman Islands, die sich gegenseitig als Hauptwettbewerber am Finanzmarkt sehen.149 Die Bahamas, geographisch gesehen das dem amerikanischen Festland am nächstliegende OFC, wuchsen seit den 70er Jahren zu einem bedeutenden, wenn auch nicht immer ganz unumstrittenen, Finanzplatz heran. Der Geschäftsschwerpunkt der Bahamas, die unter allen karibischen OFCs die längste Tradition aufweisen können, liegt im Bereich des OffshoreBanking und in der Verwaltung von Investmentfonds, die aufgrund der geographischen Lage überwiegend von Banken und Unternehmen [...]

grenzüberschreitende Transaktionsvolumen innerhalb der englischsprachigen karibischen OFCs im Jahre 1999 auf 0,9 Billionen US$, was einem Vielfachen des gesamten Bruttoinlandsprodukte der karibischen Region entspricht.139 Bild 9 zeigt die Einlagen karibischer OFCs im Interbankenhandel gegenüber den Ländern, die nach BIZ-Richtlinien Meldung erstatten. Die Cayman Islands nehmen hier vor den Bahamas eine Vormachtstellung ein und konnten in dem betrachteten Zeitraum jährlich deutliche Zuwächse verzeichnen. Neben den OFCs mit internationaler Bedeutung - den Bahamas, den Cayman Islands, den British Virgin Islands und den Bermudas - versuchen wie bereits oben erwähnt weitere Inselstaaten sich als OFC zu etablieren. Dazu zählen u.a. Dominica, Grenada, Barbados, St. Kitts and Nevis, St. Vincent and Grenadines sowie die Niederländischen Antillen. Allerdings fällt es den kleineren und neueren OFCs in der Karibik sehr schwer sich aufgrund der Dominanz der etablierten karibischen OFCs am Markt zu behaupten.140 Um sich dennoch eine gute Position im hart umkämpften Offshore-Markt zu sichern, setzen die verschieden Inselstaaten auf unterschiedliche Strategien. So setzen z.B. Barbados und die Niederländischen Antillen, im Gegensatz zu den Verhältnissen in anderen OFCs, wo Doppelbesteuerungsabkommen gänzlich ausgeschlossen sind, bewusst auf vertragliche Vereinbarungen und Informationsaustausch mit den USA und anderen Wirtschaftsnationen um sich so ein Renommee als seriöser Standort für internationale Finanz- und Handelsgeschäfte aufzubauen. Andere OFCs in der Karibik, wie z.B. Grenada, versuchen jedoch so viele Offshore-Geschäfte wie möglich abzuwickeln.141 [...]

Arbeit zitieren:
Stenger, Markus Oktober 2002: Offshore-Finanzzentren und ihre Stellung im internationalen Finanzsystem, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Steueroasen, Kapitalverkehrskontrollen, Finazmarktkrisen, OFCs, Offshore

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