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Die Ökonomisierung der Kulturbetriebe

Ein Weg zur Erhaltung der Theater und Museen in Deutschland?

Die Ökonomisierung der Kulturbetriebe
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Birgit Voll
  • Abgabedatum: März 1997
  • Umfang: 107 Seiten
  • Dateigröße: 5,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bayreuth Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3310-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3310-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3310-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Voll, Birgit März 1997: Die Ökonomisierung der Kulturbetriebe, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Birgit Voll

Einleitung:

Kein anderes Land in Europa leistet sich eine derart vielfältige Theater- und Museumslandschaft wie die Bundesrepublik Deutschland. Selbst viele kleine Städte haben ein eigenes Theaterensemble und eigene Museen. Das liegt in der Tatsache begründet, dass Deutschland sich als Kulturstaat definiert. Im Rahmen des staatlichen Kulturauftrags ist die öffentliche Hand, d. h. Bund, Länder und Gemeinden, Träger der meisten Theater und Museen und kommt somit für deren Finanzierung auf. Diese Theater und Museen werden als öffentliche Kulturbetriebe bezeichnet. Von ihnen gab es 1989 weit über 2000 Museen, davon 300 Kunstmuseen, und an die 200 Theater. Auf sie entfiel fast die Hälfte der öffentlichen Kulturausgaben in Höhe von insgesamt 10,3 Mrd. DM, wobei 3,2 Mrd. DM den Musik- und Sprechtheatern und 1,4 Mrd. DM den Museen zugute kam.

Doch aufgrund der leeren öffentlichen Kassen geraten die staatlichen Kulturausgaben und damit auch die Zuwendungen an die öffentlichen Kulturbetriebe zunehmend in die Kritik. Ihr Nutzen für die Gesellschaft wird immer mehr in Frage gestellt, da anderen staatlichen Aufgaben höhere Priorität eingeräumt wird. Von Seiten der Politiker schwindet das Verständnis für die Erhaltung der öffentlichen Kulturbetriebe, und sie fordern von den Kulturbetrieben immer weitere Einsparungen. Auch von Seiten der Gesellschaft sehen sich die öffentlichen Kulturbetriebe einer zunehmenden Kritik ausgesetzt. So wird insbesondere in Medien- und Fachkreisen eine Diskussion über ihre Aufgaben und Ziele sowie ihre Wirtschaftlichkeit geführt, Privatisierungen und Sponsoring werden als Allheilmittel genannt und den öffentlichen Kulturbetrieben wird ein Mangel an Professionalität sowie Defizite im Management vorgeworfen.

Diesen Anforderungen und Anschuldigungen haben die Verantwortlichen in den Kulturbetrieben in erster Linie das Argument entgegenzusetzen, dass der öffentliche Kulturbetrieb immer ein Subventionsbetrieb war und bleiben wird und aufgrund des Kulturauftrags vom Staat finanziert werden muss. Diese gegensätzlichen Positionen zeigen die Ratlosigkeit auf beiden Seiten, tragen aber nicht zu einer Lösung des Problems bei. Es stellt sich somit die Frage nach einem Modell für den öffentlichen Kulturbetrieb der Zukunft.

Die bisherige Diskussion beschränkte sich auf unzusammenhängende Einzelvorschläge, etwa Privatisierung oder Sponsoring. Diese Maßnahmen können zwar weiterhelfen, aber, da sie die Ursachen nicht beseitigen, allenfalls der Symptombehandlung dienen. Zur Erarbeitung eines zukunftsfähigen Modells ist dagegen eine umfassende Betrachtung des Problems notwendig. Grundlage hierfür ist eine Bestandsaufnahme der derzeitigen Situation der öffentlichen Kulturbetriebe, da ohne ein spezifisches geschichtliches, rechtliches und ökonomisches Hintergrundwissen ihre derzeitigen Probleme nicht adäquat beurteilt werden können. Eine Analyse der veränderten Rahmenbedingungen, zu denen neben der schlechten finanziellen Situation der öffentlichen Haushalte auch Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft gehören, ist Voraussetzung, um zukünftige Anforderungen an die öffentlichen Kulturbetriebe formulieren zu können. Erst auf dieser Basis ist eine Lösungssuche möglich. Diese soll sowohl das spezifische Profil und die traditionellen Wurzeln der öffentlichen Kulturbetriebe berücksichtigen, als auch Möglichkeiten bieten, in Zukunft besser auf Veränderungen des Umfeldes reagieren zu können.

Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, Gestaltungsmöglichkeiten für ein Modell des öffentlichen Kulturbetriebs aufzuzeigen, die den obengenannten Anforderungen genügen. Hierfür wird die Ökonomisierung der öffentlichen Kulturbetriebe, d. h. die Einführung wirtschaftlichen Handelns, vorgeschlagen. Aufgrund der unterschiedlichen geschichtlichen Entwicklungen sowie der rechtlichen, gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen in verschiedenen Ländern beschränken sich die Ausführungen auf öffentliche Kulturbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland. Nur wo es sinnvoll erscheint, wird auf Beispiele aus den USA zurückgegriffen, über deren Umsetzung in Deutschland nachgedacht werden sollte.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problembestimmung
1.2 Lösungsweg
2. Kulturbetriebe
2.1 Definitorische Grundlagen
2.1.1 Kultur und Kunst
2.1.1.1 Kultur: Begriff und Funktion
2.1.1.2 Kunst: Begriff und Funktion
2.1.2 Wesentliche Merkmale des Kulturbetriebs
2.2 Öffentliche Kulturbetriebe in Deutschland
2.2.1 Entwicklung der Rechts- und Finanzierungsverhältnisse
2.2.1.1 Ursprünge und geschichtliche Entwicklung der Kunstförderung
2.2.1.2 Rechtsgrundlagen des staatlichen Kulturauftrags
2.2.1.3 Staatliche Kulturpolitik
2.2.2 Besondere Merkmale öffentlicher Kulturbetriebe
2.2.2.1 Trägerschaft und Rechtsform
2.2.2.2 Kosten- und Erlösstruktur
2.2.2.3 Künstlerische und wirtschaftliche Leitung
2.2.3 Anspruchsgruppen des öffentlichen Kulturbetriebs
2.2.3.1 Staat als Geldgeber
2.2.3.2 Gesellschaft als Besucher
2.2.3.3 Wirtschaftsunternehmen als Nutznießer
3. Öffentliche Kulturbetriebe in einem sich verändernden Umfeld
3.1 Veränderte Rahmenbedingungen
3.1.1 Finanzprobleme des Staates
3.1.2 Wertewandel in der Gesellschaft
3.1.3 Wachsendes Interesse der Wirtschaftsunternehmen an Kunst
3.2 Konsequenzen für öffentliche Kulturbetriebe
4. Ökonomisches Handeln im öffentlichen Kulturbetrieb
4.1 Grundfragen zum ökonomischen Handeln
4.1.1 Gründe und Ziele ökonomischen Handelns
4.1.2 Besonderheiten ökonomischen Handelns im öffentlichen Kulturbetrieb
4.2 Gestaltung des öffentlichen Kulturbetriebs zur Ermöglichung ökonomischen Handelns
4.2.1 Trägerschaft und Rechtsform
4.2.1.1 Die zukünftige Rolle des Staates
4.2.1.1.1 Theorien zum Marktversagen von öffentlichen Kulturbetrieben
4.2.1.1.2 Öffentliche Kulturbetriebe als Nonprofit-Organisationen
4.2.1.1.3 Dritter Sektor als Vorbild für öffentliche Kulturbetriebe
4.2.1.2 Wahl der Rechtsform
4.2.1.2.1 Öffentlich-rechtliche Rechtsformen
4.2.1.2.1.1 Regiebetrieb
4.2.1.2.1.2 Eigenbetrieb
4.2.1.2.2 Privatrechtliche Rechtsformen
4.2.1.2.2.1 GmbH
4.2.1.2.2.2 Verein
4.2.1.2.2.3 Stiftung
4.2.1.3 Zwischenergebnis und Handlungsempfehlungen
4.2.2 Kosten - und Erlösstruktur
4.2.2.1 Möglichkeiten der Kostensenkung
4.2.2.2 Möglichkeiten der Erlössteigerung und Erschließung neuer Einnahmequellen
4.2.2.2.1 Preispolitik als Mittel der Erlössteigerung
4.2.2.2.2 Erschließung neuer Einnahmequellen
4.2.2.2.2.1 Privatpersonen als Kunstförderer
4.2.2.2.2.2 Unternehmen als Kunstförderer
4.2.2.2.2.3 Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
4.2.2.3 Zwischenergebnis und Handlungsempfehlungen
4.2.3 Künstlerische und wirtschaftliche Leitung
4.2.3.1 Zunehmende Bedeutung der wirtschaftlichen Leitung
4.2.3.2 Zwischenergebnis und Handlungsempfehlungen
5. Fazit und Ausblick
Literaturverzeichnis
Ehrenwörtliche Erklärung

Arbeit zitieren:
Voll, Birgit März 1997: Die Ökonomisierung der Kulturbetriebe, Hamburg: Diplomica Verlag

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