Ökonomisches Problempotential des Handelns mit Emissionszertifikaten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Deyran Kilic
- Abgabedatum: April 2004
- Umfang: 75 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8324-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8324-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8324-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kilic, Deyran April 2004: Ökonomisches Problempotential des Handelns mit Emissionszertifikaten, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Emissionsrechte, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Joint Implementation, Marktpotential
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Diplomarbeit von Deyran Kilic
Zusammenfassung:
In der vorliegenden Arbeit geht es um das Herausarbeiten des ökonomischen Problempotentials im Handel mit Emissionszertifikaten.
Als Grundkonzept für das Ziel der globalen Minderung der gefährlichen Treibhausgase und das damit verbundene Erreichen des Klimaschutzes wird das maßgebende Kyoto-Protokoll, welches die Verpflichtung von 138 Industriestaaten beinhaltet, zugrunde gelegt. Die Ziele der EU sowie anderer Staaten lassen sich aus diesem völkerrechtlich verbindlichen Dokument ableiten. Aus diesem Protokoll resultieren unterschiedliche Reduktionspflichten, welche die Staaten bis zu einer gegebenen Zeit erfüllt haben sollten. Deutschland, als teilnehmender Mitgliedsstaat, muss nach der Lastenteilung 21% seiner Treibhausgasausstöße einschränken. Um die Pflichterfüllungen bzw. Fehltritte der Staaten effektiv verfolgen zu können, sind diese verpflichtet, Berichterstattungen zu leisten, woraus ein gewisser Kontroll- und Sanktionsmechanismus gegeben ist. Um die Zielerreichung nicht ausschließlich im eigenen Land bzw. Unternehmen verwirklichen zu müssen, liegen dem Kyoto-Protokoll die drei flexiblen Instrumente Joint Implementation (JI), Clean Development Mechanismus (CDM) und das Emission Trading (ET) vor, welche verschiedene Konzepte beinhalten. Das JI-Instrument stellt einen Zusammenschluss zwischen Industrieländern dar, der CDM ermöglicht die Reduzierung zwischen einem Industrieland und einem Entwicklungsland und das ET ist die Zielerfüllung mit Hilfe der handelbaren Emissionszertifikate, in dem verschiedene Verteilungsverfahren münden, welche, im Rahmen der Verknappung der wichtigen Zertifikate, mitunter das Hauptuntersuchungsmerkmal dieser Studie darstellen. Welche Branchen vom Emissionshandel betroffen sind und welche Zuteilungsverfahren hierbei herrschen, regelt auf EU-Ebene die EU-Emissionshandelsrichtlinie, welche den nationalen Allokationsplan und das auf rechtlicher Umsetzung des basierenden Treibhausgasemissionsschutzgesetzes beinhaltet, um die Schaffung des weltweiten Hauptziels Klimaschutz im Zertifikathandel zu reglementieren. Die betroffenen Unternehmen können demzufolge nach dem „Cap and Trade-System“ aufgrund wirtschaftlicher Kriterien entscheiden, welche Maßnahmen sie zur Zielerreichung, zwischen eigenen Minderungsmaßnahmen oder dem Zertifikatkauf bei einem anderen Marktteilnehmer, wählen. Inwiefern der Handel mit Emissionsrechten gegenüber der bisher bestehenden Ordnungspolitik konkurriert oder nicht und wie die Preisbestimmung der Zertifikate aussehen muss, lässt sich anhand der Ergebnisse einer Reihe von bereits durchgeführten Pilotprojekten und Rechenexempeln darstellen.
Die wirtschaftliche Effizienz des Instruments Emissionshandel wird eingehend im Hinblick auf Grenz- und Vermeidungskosten untersucht.
Im Handel um die so genannte „heiße Luft“ werden Unternehmen und Staaten allerdings auch mit entsprechenden Chancen und Risiken tangiert, wie z. B. die Erschließung neuer Geschäftsfelder auf Unternehmensebene oder die unterschiedliche wirtschaftliche Struktur der teilnehmenden Länder, einschließlich des Energieverbrauchs der Entwicklungsländer Des Weiteren wird eine genauere Untersuchung der bisherigen und zukünftigen Märkte des Emissionshandels, deren Marktpotentiale und Erschließungsfelder sowie der in Deutschland bereits stattgefundenen Pilotprojekte Hessen Tender, Emissionshandel Nord und Hamburger Wettbewerb einschließlich ihrer Ergebnisse vorgenommen. Die Ergebnisse der Studie, sowie ein Ausblick über die weiteren Klimaziele der nächsten Jahrzehnte sind im abschließenden Kapitel erarbeitet und dargestellt.
Abstract:
The essential aim of this dissertation is the economical problem potential of global greenhouse gas reduction and its reaching. Concerning this, the decisive protocol of Kyoto, which implies the commitment of 138 industrial states, is underlied.
The goals of the European Union can be traced from this international binding document. Different duties of reductions which have to be served by the states until a given point of time result by this protocol. Germany, as a participating member state, has to restrict its greenhouse gas reduction to the amount of 21% according to burden-sharing. To pursue the discharges of duties and slips effectively, the member states are obligated to accomplish reporting, which leads to a control- and sanction mechanism. For the reaching of the aim not only in the own country or firm, the protocol of Kyoto combines the flexible instruments, which are called „Joint Implementation”, „Clean Development” and „Emission Trading” and contain various drafts. The Joint Implementation instrument is the union between industrial states; the Clean Development makes the reduction between industrial states possible and the Emission trading reaches its aim by tradable certificates of emission, which includes different methods of distribution and presents the main examination marks of this dissertation. Which industrial sectors are affected by the trade of emissions and which methods of distributions they underlie, is regulated for the European Union by the EU-Guideline of Emission trading, which also contains the national distribution plan called NAP and the law of the Emission trading named TEHG for reaching the protection of atmosphere within the scope of certificate trading. So, concerned firms can decide on account of their economical situation and within the „cap and trade-system” between own reduction measures or the sale of certificates by another trading member. In what way the trade of certificates competes with the existing order policy or not and how the price of the certificates has to be determined can be presented by the results of some executed pilot projects and calculations.
By the trade of „hot air”, firms and states are also affected by chances and risks, for example developing new scopes of business or different economical structures of the participating nations including the energy consumption of developing countries.
Finally a closer examination of previous and expectant markets of the emissions trading, their market potential and scopes of business as well as the pilot projects „Hessen Tender”, „Emissionshandel Nord” and „Hamburger Wettbewerb“ and their outcomes is presented.
Inhaltsverzeichnis:
| Zusammenfassung | I | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 2 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Hintergründe und Rahmenbedingungen | 4 |
| 2.1 | Das Kyoto-Protokoll | 5 |
| 2.2 | EU-Emissionshandelsrichtlinie | 10 |
| 2.3 | Nationale Ziele und Richtlinien | 15 |
| 2.3.1 | Klimaschutzprogramm der Bundesregierung | 15 |
| 2.3.2 | Selbstverpflichtungserklärung der deutschen Wirtschaft | 16 |
| 2.3.3 | Der nationale Allokationsplan (NAP) und das Treibhausgasemissionshandelsgesetz (TEHG) | 16 |
| 3. | Idee und Prinzip des Emissionshandels | 19 |
| 3.1 | Verteilung der Emissionsrechte | 21 |
| 3.2 | Ablauf des Emissionshandels | 26 |
| 4. | Chancen und Risiken des Emissionshandels | 37 |
| 4.1 | Chancen und Risiken für die Unternehmen | 42 |
| 4.2 | Chancen und Risiken für den Staat | 46 |
| 5.1 | Marktpotentiale und Erschließungsmöglichkeiten | 48 |
| 5.1.1 | Marktpotentiale | 49 |
| 5.1.2 | USA | 50 |
| 5.1.3 | EU | 50 |
| 5.1.4 | Dänemark | 50 |
| 5.1.5 | Niederlande | 50 |
| 5.1.6 | Großbritannien | 51 |
| 5.1.7 | Deutschland | 51 |
| 5.2 | Erschließungsmöglichkeiten | 57 |
| 6. | Resümee und Ausblick | 61 |
| Literaturverzeichnis | 64 | |
| Abbildungsverzeichnis | II |
Die Vermeidungskosten entsprechen hierbei der Fläche QZ-QT, die Zertifikatspreise stellen die gelb schraffierte Fläche QV-QZ dar. Die entstehenden Grenzkosten des Unternehmens sind dabei zu errechnen aus dem Zertifikatspreis abzüglich der eigenen Minderungskosten. Der Zertifikatspreis berechnet sich aus Angebot und Nachfrage, die wiederum von den unternehmensabhängigen Grenzvermeidungskosten abhängig sind. Überschreitet der Zertifikatspreis die Grenzvermeidungskosten, so ist es für das Unternehmen weitaus lohnenswerter, selbst Treibhausgase einzusparen. Diesen Fall zeigt obiger Kostenverlauf. Im umgekehrten Fall (siehe Abbildung 13), ist es wirtschaftlich, Emissionsrechte zu kaufen, da die Preise hierfür rentabler sind als die eigenen strategiebezogenen Minderungskosten26. Dieses von den Unternehmen verursachte Minimierungsverhalten der Kosten stellt gleichzeitig auch eine Kostenminimale der Emissionsvermeidungen dar27. [...]
2. Schritt: Identifikation der Minderungsoptionen: In diesem Schritt des Prozesses sind explizite Ma nahmen der Energieverbrauchsminderung und der wichtigen Treibhausgase zu ermitteln, wobei der Energieverbrauch und die damit verbundenen Emissionen der bestehenden Anlagen als Grundlage vorliegen müssen. Einsparungen sind durch technische wie verhaltensbedingte Ma nahmen möglich. Vergleicht man den Zustand der Anlagen im Unternehmen mit dem Stand der Technik, so erhält man einzelne Minderungspotenziale, womit einzusparende CO2-Emissionen für einzelne Ma nahmen errechnet werden können. Im nächsten Schritt werden daraufhin die dazu anfallenden Grenzkosten25 ermittelt, wobei die Einsparungen durch niedrigere Energiekosten, Laufzeitverlängerung der Anlagen, Transaktionskosten und niedrigere Servicekosten dringend mit einberechnet werden müssen. [...]
Ab dem Jahre 2003 müssen, nach Erstellung des europäischen Schadstoffemissionsregisters, viele Unternehmer eine periodische Emissionsberichterstattung aufbauen, wobei insbesondere die Bereiche Energieversorgung, Stahl und Eisen, Nichteisenmetalle, Chemie, Baustoffe und Papier betroffen sind. Beim Ablauf der Quantifizierung müssen folgende Kriterien geprüft und auf der To-Do-Liste für Unternehmen stehen: • • • Gehört das Unternehmen zu den verpflichtenden Branchen? Emissionsquellen-Identifizierung, d.h.:Welche Anlagen werden im Unternehmen betrieben und welche Gase werden emittiert? Quantifizierung der Emissionen (Datensammlung anhand von Messungen und Berechnungen). Somit können CO2-Emissionen aus Wärme- und Stromerzeugung mittels der Emissionsfaktoren ermittelt werden. • • • Gibt es Bereiche, in denen es Unsicherheiten bei der Datenerhebung gibt? Datenaufbereitung: Erstellung eines Emissionskatasters Emissionsprognosen: Welche Emissionen sind bei prognostizierten Produktionsmengen zu erwarten? [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832483241
Arbeit zitieren:
Kilic, Deyran April 2004: Ökonomisches Problempotential des Handelns mit Emissionszertifikaten, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Emissionsrechte, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Joint Implementation, Marktpotential



