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Ökonomische Möglichkeiten einer Trinkwasserpolitik

Ökonomische Möglichkeiten einer Trinkwasserpolitik
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Barbara Unterrainer
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 111 Seiten
  • Dateigröße: 807,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leopold-Franzens-Universität Innsbruck Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8733-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8733-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8733-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Unterrainer, Barbara Februar 2005: Ökonomische Möglichkeiten einer Trinkwasserpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wasserwirtschaft, Privatisierung, Rechtssituation, Wasser, Ressourcenökonomik

Diplomarbeit von Barbara Unterrainer

Einleitung:

„Der Anfang aller Dinge ist das Wasser; aus dem Wasser ist alles, und ins Wasser kehrt alles zurück” (Thales von Milet ca. 650-560 v. Chr.). Wasser ist Leben, Quelle der Kultur, das erste Element, das blaue Gold – vielfältig sind die Begriffe, mit denen die herausragende Bedeutung von Wasser als grundlegendes und lebensnotwendiges Element für die ökonomische und menschliche Entwicklung beschrieben wird.

Süßwasser wurde zu allen Zeiten von den verschiedensten Völkern angebetet, als göttlich verehrt und für heilig gehalten. Die Assyrer und Chaldäer beteten Flüsse an, die Ägypter verehrten den Nil, die Phönizier huldigten den Quellen des Adonis-Flusses, die Griechen opferten der Quellgöttin Artemis und die Buddhisten erklärten den Ganges zum heiligen Fluss (Hauser 2000).

Weltweite, aktuelle aber auch historische Gedanken, Berichte und Meinungen um das lebensnotwendige «Blaue Gold» füllen die Medien und Diskussionen der heutigen Gesellschaft.

Sauberes Trinkwasser – unsere wichtigste Lebensgrundlage - soll im neuen Jahrtausend das Erdöl als notwendigsten globalen Rohstoff ablösen. Dass Wasserknappheit in vielen Regionen der Erde eines der größten ungelösten Probleme ist, war für die Vereinten Nationen Anlass genug, bereits im Jahr 1994 den „Tag des Wassers“ – einmal jährlich, am 22. März – einzuführen und das Jahr 2003 als das „Internationale Jahr des Süßwassers“ auszurufen. Somit konnte die Brisanz des Problems unterstrichen werden und es war wichtig, das Thema zu sensibilisieren, um das Verständnis für die Probleme der Wasserbewirtschaftung zu fördern. Da unser gesamter Lebensstandard auf einen funktionierenden Kreislauf des Wassers angewiesen ist, sollte dieses ökologische Gleichgewicht auf keinen Fall zerstört werden.

In industrialisierten Ländern, welche hauptsächlich in dieser Arbeit angesprochen werden, beinhaltet die ökonomische Diskussion, dass die Ressource Wasser, als lebensnotwendiges Gut, in ausreichender Qualität und Quantität für konkurrierende Nutzungen (Landwirtschaft, Industrie, Haushalte) zur Verfügung stehen sollte.

Aufgrund von gesellschafts- und gesundheitspolitischen Überlegungen (Versorgungssicherheit, sozial verträgliche Tarife, etc.) und der Beobachtung, dass die Wasserwirtschaft ein natürliches Monopol darstellt, wird die Wasserver- und Abwasserentsorgung traditioneller Weise meist von der Öffentlichen Hand geregelt. Ungeachtet davon, dass die Wasserwirtschaft einen hohen Infrastrukturbedarf voraussetzt und daher für die Privatwirtschaft finanziell untragbar sein könnte. Erst in den letzten Jahren kam es zur Hinterfragung, ob die Leistungserbringer auch ökonomisch effizient diesen Markt betreiben können. Aus umweltökonomischen Gründen ergibt sich somit die Aufgabe preisliche Anreize für eine „nachhaltige Nutzung“ (die Sicherstellung der Versorgung mit Wasser in ausreichender Qualität und Quantität für die jetzige und künftige Generation) zu setzen.

Problemstellung:

Das Diplomarbeitsthema „Ökonomische Möglichkeiten einer Trinkwasserpolitik“ ist sehr breit gehalten und kann somit in viele verschiedene Richtungen der wirtschaftlichen Betrachtung gehen.

Das Thema leitet sich von der grundlegenden Überlegung ab, dass menschliches Leben ohne Entnahme der natürlichen Ressource Süßwasser nicht möglich ist und dieses somit einen immensen Wert in unserer Gesellschaft hat. In der Ökonomie stellt sich die Frage, inwieweit das marktwirtschaftliche System in der Lage ist Knappheitssituationen zu entschärfen, ehe sie für die Menschheit lebensbedrohend werden.

Ausgehend von den Argumenten der ökonomischen Literatur werden in dieser Arbeit kontroverse Lösungsansätze zur wirtschaftlich und gesellschaftlich optimalen Nutzung von Trinkwasser betrachtet. Im Hauptteil (Teil E) wird dazu die Situation europäischer Industrieländer (England, Niederlande, Frankreich) erläutet und im Anschluss daran wird in einigen Punkten auf das Beispiel Österreich eingegangen.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitende Impression II
Inhaltsübersicht III
Verzeichnis der Abbildungen VIII
Verzeichnis der Abkürzungen X
Teil A Einführung in die Thematik 02
1. Erläuterung der Forschungsfrage 03
2. Kurze Vorschau der zu erwarteten Ergebnisse 04
3. Grundinformation zum Thema „Süßwasser“ 04
3.1 Begriffserklärung 05
3.2 Wasserhaushalt der Erde 07
3.3 Ressourcenverfügbarkeit 09
3.4 Internationale Lage der Wasserversorgung 11
3.5 Nahrung – Wasser – Gesundheit 12
3.5.1 Internationale Beispiele 12
3.5.2 Wasser als Lifestyle-Produkt 13
3.6 Klimawandel und Wasser 14
3.7 Problematik von Süßwasserreserven 14
3.7.1 Wasserknappheit 15
3.7.2 Grundwasserabsenkung 15
3.7.3 Wasserverschmutzung 16
3.8 Süßwasserprobleme in Europa 17
3.9 Zahlen – Daten – Fakten zu Österreich 17
Teil B Wirtschaftstheoretischer Hintergrund - Ressourcenökonomik 20
4. Charakteristika des Gutes Wasser 20
4.1 Erschöpfbare Ressource 22
4.2 Erneuerbare Ressource 22
4.3 Bioenergetische Ressource 22
5. Ökonomische Theorien in diesem Zusammenhang 23
5.1 Gleichgewichtsmodell – erschöpfbare Ressource 23
5.2 Gleichgewichtsmodell – erneuerbare Ressource 26
5.2.1 Berücksichtigung der Fassungskosten 28
5.2.2 Ausrottung einer erneuerbaren Ressource bei klar definierten Eigentumsrechten 29
5.3 Probleme im Zusammenhang mit der Ressourcenallokation 29
5.4 Umweltpolitische Eingriffe in die Ressourcenallokation 30
Teil C Nutzung der natürlichen Ressource Süßwasser 32
6. Nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen 33
6.1 Dynamische Effizienz 34
6.1.1 Das Zwei-Perioden-Modell 34
6.1.2 Die Hartwick-Regel 34
6.2 Management von Wasserressourcen – Kriterien 35
6.2.1 Nachfragesteuerung 35
6.2.2 Finanzielle Grenzen 36
6.2.3 Grenzen der Wasserressourcen 36
6.2.4 Umweltschutzaspekte 36
6.2.5 Zeitliche und räumliche Aspekte der Wassernutzung 36
7. Problematik: Wasser – grenzüberschreitende Konflikte 37
Teil D Rechtliche Bestimmungen und Wasserwirtschaft 39
8. Die Rechtsfrage 39
8.1 Wasser – Recht auf Nahrung 39
8.2 Wasser und Naturrecht 40
8.3 Wasser und Völkerrecht 40
8.4 Rechtsvorschriften der EU 41
8.5 Standpunkt Österreich - rechtliche Rahmenbedingungen 43
8.5.1 EU-Wasserrahmenrichtlinie in Österreich 45
8.5.2 Wasser - frei verfügbares Privateigentum oder öffentliches Gut? 45
9. Die Wasserwirtschaft 48
9.1 Aufgaben 48
9.2 Organisation 49
9.3 Wasserwirtschaft in der modernen Industriegesellschaft 49
Teil E Möglichkeiten einer Trinkwasserpolitik 52
10. Theoretische Grundlagen wirtschaftspolitischer Eingriffe 53
10.1 Marktversagen infolge von Unteilbarkeiten 53
10.1.1 Unteilbarkeiten 54
10.1.2 Subadditivität 55
10.1.3 Sunk costs 56
10.1.4 Marktbarrieren 57
10.2 Wann sollte ein natürliches Monopol reguliert werden? 58
10.3 Marktdenken 59
11. Staatliche Lösung 60
11.1 Strategien und Handlungsfelder einer Wasserpolitik 60
11.2 Erfahrungsbericht: Länderbeispiel Niederlande 62
12. Privatisierung der Trinkwasserversorgung 64
12.1 Begriffserklärungen 65
12.2 Private Sector Participation 66
12.3 Das Betreibermodell und ihre besonderen Formen 66
12.4 Effekte einer Privatisierung 68
12.5 Erfahrungsbericht: Länderbeispiel England und Wales 69
13. Mischsysteme 72
13.1 Public Private Partnership 72
13.2 Das Kooperationsmodell 72
13.3 Das Konzessionsmodell 74
13.4 Erfahrungsbericht: Länderbeispiel Frankreich 74
14. Ökonomischer Vergleich der erarbeiteten Möglichkeiten 77
15. Ein Blick auf Österreich 78
15.1 Freier Wettbewerb in Österreich 78
15.2 Möglichkeiten eines Trinkwasserverkaufs 79
16. Meinungen und Positionen in der öffentlichen Diskussion 80
Teil F Schlussdiskussion 84
17. Zusammenfassung der Haupterkenntnisse und Kernaussagen 84
18. Perspektiven der österreichischen Wasserpolitik 87
18.1 Know-how Transfer ins Ausland 88
18.2 Trinkwasserexport in Flaschen 89
19. Wirtschaftspolitische Schlussfolgerung und Bedeutung 89
20. Ausblick 91
Literaturverzeichnis 93
Internetquellen [Online] 96
Weiterführende Literatur 97
Empfohlene Seiten im Internet 98
Eidesstattliche Erklärung 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

es daher sinnvoll sein, im Markt zu verbleiben, damit die getätigten Investitionen (sunk costs) nicht verloren gehen. Wenn aber ein Staat sich beispielsweise für eine Privatisierung der Trinkwasserversorgung entscheidet, kann dieser die Leitungssysteme verpachten bzw. anhand von Konzessionsoder Betreibermodellen an private Unternehmen übertragen. 10.2. Wann sollte ein natürliches Monopol reguliert werden? Ein natürliches Monopol liegt vor, wenn die Kostenfunktion im Bereich der relevanten Nachfrage subadditiv und somit regulierungsbedürftig ist, da es wegen hoher irreversibler Kosten (sunk costs) vor Konkurrenz geschützt ist. In der Trinkwasserwirtschaft muss zwischen Produktion und Verteilung unterschieden werden. In der Produktion von Wasser liegt keine Subadditivität und nur eine geringe Irreversibilität vor, da es sich um ein Naturgut handelt und dieses aus einer Ressource entnommen werden kann. Jedoch die Verteilung des Wassers ist mit Subadditivität und hoher Irreversibilität gekennzeichnet und ist somit ein von der Konkurrenz geschütztes Monopol. Neuanbieter werden aufgrund der hohen irreversiblen Kosten vom Markteintritt abgehalten, da der etablierte Anbieter glaubhaft drohen kann, bei Markteintritt eines Konkurrenten die Preise auf die reversiblen Durchschnittskosten zu senken. Da in der Trinkwasserwirtschaft oft noch die Monopolstellung in der öffentlichen Hand liegt, und die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser traditionellerweise zu deren Hauptaufgaben gehört, wird in diesem Sektor eine kostendeckende Preiskalkulation verwendet und es ist nicht Ziel Gewinne daraus zu erzielen. Falls der Monopolist ein Privater ist, kann dieser seine Position als Monopolist ausnutzen und müsste deshalb staatlich reguliert werden. Mit Marktversagen im Leitungsnetz ist dann zu rechnen, wenn die Kostenfunktion so stark subadditiv ist, dass ein natürliches Monopol vorliegt. Dies hängt vom Ausmaß der erforderlichen irreversiblen Aufwendungen bzw. bei Marktaustritt anfallenden sunk costs ab. Subaddivität im Wasserleitungsnetz könnte stochastische Ersparnisse bedeuten, denn die zeitliche Inanspruchnahme von Wasser ist mehr oder weniger zufallsbedingt. Mit [...]

Fixkosten können reversibel oder irreversibel sein, je nachdem, ob die betreffenden Produktionsfaktoren ohne Wertverlust einer anderen Verwendung zugeführt werden können oder nicht. Beispiele: Verwaltungsgebäude, Betriebsgebäude zur Wasseraufbereitung, etc. der Dienstleistungsversorger stellen Fixkosten dar. Diese Fixkosten sind mit geringen bzw. gar keinen sunk costs verbunden, denn sie können einfach einer anderen Verwendung zugeführt werden. Bei Investitionen in Netze, wie bei Wasserleitungen, handelt es sich in der Regel um sunk costs. 10.1.4. Marktbarrieren Aus der vorangegangenen Beschreibung sind sunk costs Markteintritts- und Marktaustrittsbarrieren. Je höher sunk costs sind - desto höher sind auch die Marktbarrieren, welche in Eintritts- und Austrittsbarriere eingeteilt werden können: Markteintrittsbarriere Wenn ein neuer Anbieter in den Markt eintritt, kann das etablierte Unternehmen seinen Preis auf die reversiblen Durchschnittskosten senken. Die versunkenen Kosten sind für das etablierte Unternehmen nicht mehr entscheidungsrelevant (da bereits getätigt und größtenteils amortisiert). Das neue Unternehmen muss sich bei der langfristigen Preissetzung an den gesamten Durchschnittskosten orientieren (also einschließlich der für sie zu tätigenden/getätigten sunk costs), da sich sonst die irreversiblen Investitionen nicht amortisieren. Da der Sektor der Trinkwasserversorgung im Regelfall ein staatliches natürliches Monopol darstellt, kann nach den gesetzlichen Bestimmungen kein weiterer Konkurrent als Dienstleistungsversorger am Markt auftreten. Wenn sich der Staat aber für eine Privatisierung oder gar für eine Liberalisierung des Trinkwassermarktes entscheidet, könnte man die beschriebene Markteintrittsbarriere sehrwohl erkennen. Marktaustrittsbarriere Sunk Costs zeichnen sich dadurch aus, dass die einmal getätigten Investitionen bei Marktaustritt keiner anderen Verwendung zugeführt werden können. Solange der Preis größer bleibt als die reversiblen Durchschnittskosten, kann [...]

Durchschnittskosten, d.h. mit zunehmender Produktionsmenge sinken die Kosten für die Erzeugung einer Output-Einheit und führen zur Entstehung eines natürlichen Monopols. 10.1.3. Sunk costs Sunk costs bezeichnen den Wert von Aufwendungen bzw. Produktionsfaktoren, der für den Markteintritt erforderlich ist und bei einem Marktaustritt unwiederbringlich abgeschrieben werden muss – sie sind verloren bzw. nicht rückholbar (irreversibel). Sunk costs zielen auf die Frage ab, ob einmal getätigte Aufwendungen irreversibel (bei einer Veräußerung beläuft sich der Erlös auf nahezu null) oder reversibel sind. Als Standardbeispiel für sunk costs wird in der Theorie von Fritsch/Wein/Ewers das Schienennetz verwendet. Um aber die sogenannten sunk costs im Sektor der Trinkwasserversorgung zu betrachten, geht man davon aus, dass immens hohe Aufwendungen nötig sind um ein zusätzliches Wasserleitungsnetz zu errichten. Diese Aufwendungen sind irreversibel, da das Leitungsnetz ausschließlich für die Wasserversorgung genutzt werden kann. Ein Transfer in eine andere Nutzung ist nicht möglich. Somit sind für den Versorgungsdienstleister Aufwendungen in die Leitungswege irreversibel. Somit liegen sunk costs vor. In Abgrenzung zu sunk costs sind Fixkosten jene Kosten, die unabhängig von der produzierten Menge anfallen. [...]

Arbeit zitieren:
Unterrainer, Barbara Februar 2005: Ökonomische Möglichkeiten einer Trinkwasserpolitik, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wasserwirtschaft, Privatisierung, Rechtssituation, Wasser, Ressourcenökonomik

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