Ökonomische Analyse des Corporate-Venture-Capital-Marktes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Rümmele
- Abgabedatum: Februar 2000
- Umfang: 133 Seiten
- Dateigröße: 969,7 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2725-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2725-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2725-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rümmele, Andreas Februar 2000: Ökonomische Analyse des Corporate-Venture-Capital-Marktes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Corporate Venturing, Risiko- bzw. Wagniskapital, Unternehmensfinanzierung, Private Equity, Corporate Venture Capital
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Diplomarbeit von Andreas Rümmele
Einleitung:
Seit Jahren erlebt der Private-Equity-Markt einen regelrechten Boom. Nicht nur in den USA, wo diese Möglichkeit der Finanzierung für junge und innovative Unternehmen seit Jahrzehnten zum Alltag gehört, sondern auch in Europa, gewinnt dieser Markt immer mehr Bedeutung, wobei immer größere Teile des Finanzierungsvolumens in frühe Finanzierungsphasen fließen.
Während in den USA bereits seit vielen Jahren Industrieunternehmen Gelder in Form von Corporate Venture Capital (CVC) in den Private-Equity-Markt investieren, versuchen seit etwa einem Jahrzehnt auch immer mehr deutsche Unternehmen diese Möglichkeit der Beteiligung an jungen, innovativen Unternehmen aus den verschiedensten Gründen zu nutzen. Da das finanzielle Engagement von Industrieunternehmen in den vergangenen Jahren stetig zugenommen hat, stellt sich die Frage, welche Motive diese Firmen dazu bewegen, CVC-Investments zu tätigen und welche organisatorischen Möglichkeiten ihnen hierfür zur Verfügung stehen. Worin liegen die Vorteile einer solchen Finanzierung für den Investor und den Unternehmer und welche Probleme können daraus resultieren? Anschließend werden diese theoretischen Erklärungen anhand empirischer Untersuchungen überprüft.
Gang der Untersuchung:
Nachdem zunächst die Grundlagen des Private Equity dargestellt werden, erfolgt eine theoretische Erläuterung zum Thema CVC. CVC bietet dabei sowohl den Investoren als auch den jungen Unternehmen eine Möglichkeit, gemeinsam die eigenen Schwächen zu überwinden. Daher verfolgen beide Gruppen hauptsächlich strategische, aber auch finanzielle Ziele. Die auf beiden Seiten auftretenden Probleme können aber zu erheblichen Ineffizienzen führen. Ebenso wird an dieser Stelle überprüft, nach welchen Kriterien junge Unternehmen ausgewählt werden. Danach werden die Möglichkeiten der direkten und indirekten Finanzierung besprochen, indem jeweils die Vor- und Nachteile dieser Finanzierungsformen gegenübergestellt werden. Vor diesem Hintergrund wird weiterhin erläutert, welche Organisationsform im Unternehmen gewählt werden sollte. Auch den Mitarbeitern der CVC-Einheiten kommt eine ganz besondere Rolle zu. Dabei wird v.a. darauf eingegangen, welche Schwierigkeiten sich ergeben, anreizkompatible Vergütungsschemen für diese einzuführen.
Im anschließenden Kapitel wird dann ein ganz bestimmter Aspekt aus dem vorigen Abschnitt herausgegriffen. Dabei soll mit Hilfe eines Entscheidungsmodells gezeigt werden, unter welchen Voraussetzungen es für den Entrepreneur vorteilhaft ist, sich mit seinem Finanzierungsanliegen an den Corporate Venture Kapitalisten zu wenden.
Das letzte Kapitel enthält neben einem historischen Abriss der Entwicklung des CVC in den USA und Deutschland eine Auswertung der Ergebnisse einer empirischen Befragung von 23 auf dem deutschen Markt tätigen Unternehmen, wobei sich die Fragestellungen v.a. auf die im theoretischen Teil erläuterten Bereiche beziehen. Dabei soll ein Überblick über die auf dem deutschen CVC-Markt tätigen Industrie- und Versicherungsunternehmen geschaffen werden. Zum Abschluss stellt sich dann die Frage, wie sich dieses Private-Equity-Segment in Zukunft weiterentwickeln könnte.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Grundlagen des Gesamtmarktes Private Equity vor dem Hintergrund des Teilsegmentes Corporate Venture Capital | 4 |
| 2.1 | Definitorische Abgrenzung und Gegenüberstellung der Private Equity-Segmente | 4 |
| 2.2 | Zuordnung von Entwicklungsstadien und Finanzierungsphasen zu den Private Equity-Segmenten | 7 |
| 2.3 | Exitstrategien bei Private Equity Investments | 10 |
| 2.4 | Volkswirtschaftliche Bedeutung von Private Equity | 13 |
| 3. | Institutionelle Ausgestaltung von Corporate Venture Capital | 15 |
| 3.1 | Definitionen und Abgrenzung von Corporate Venture Capital und Corporate Venturing | 15 |
| 3.2 | Vorteilhaftigkeit und Probleme bei Corporate-Venture-Capital-Engagements | 18 |
| 3.2.1 | Gesamtwirtschaftliche Bedeutung von Corporate Venture Capital | 18 |
| 3.2.2 | Motive und Hemmnisse für den Investor | 19 |
| 3.2.2.1 | Bedeutung finanzieller und strategischer Motive | 19 |
| 3.2.2.2 | Gegenüberstellung von Corporate Venture Capital und internen Forschungs- und Entwicklungsprojekten | 23 |
| 3.2.2.3 | Hemmnisse von Corporate Venture Capital und Maßnahmen um den Erfolg zu sichern aus Investorensicht | 26 |
| 3.2.3 | Motive und Hemmnisse für den Unternehmer | 28 |
| 3.2.3.1 | Bedeutung finanzieller und strategischer Motive | 28 |
| 3.2.3.2 | Hemmnisse von Corporate Venture Capital aus Unternehmersicht | 30 |
| 3.3 | Kriterien für die Auswahl junger Unternehmen | 32 |
| 3.4 | Organisatorische Gestaltung von Corporate-Venture-Capital-Einheiten | 33 |
| 3.4.1 | Direkte vs. indirekte Beteiligung und deren Bedeutung für die Umsetzung von strategischen und finanziellen Zielen | 33 |
| 3.4.2 | Möglichkeiten der Eingliederung der CVC-Engagements in das Unternehmen | 35 |
| 3.4.3 | Mitarbeiter und Problematik einer leistungsgerechten Vergütung | 37 |
| 3.5 | Formen der Kapitalbereitstellung | 40 |
| 3.5.1 | Überblick über mögliche Formen der Kapitalbereitstellung | 40 |
| 3.5.2 | Finanzierung mit Eigenkapital | 40 |
| 3.5.3 | Beimischung von Fremdkapital zur Disziplinierung der Unternehmer | 41 |
| 3.5.4 | Mischformen | 42 |
| 3.6 | Synergiepotential und Probleme zwischen Corporate-Venture-Capital-Einheiten und Private-Equity-Intermediären | 43 |
| 3.7 | Staatliche Fördermaßnahmen | 45 |
| 4. | Darstellung der Vorzüge des Corporate Venture Capital anhand eines Modells nach Hellmann | 46 |
| 4.1 | Grundmodell als Benchmark in einer First Best Welt | 46 |
| 4.1.1 | Annahmen des Modells | 46 |
| 4.1.2 | Benchmarkmodell und dessen zentrale Aussagen | 47 |
| 4.2 | Modellvarianten bei Lockerung der Annahmen | 49 |
| 4.2.1 | Bedeutung der Unterstützung durch den Corporate Investor | 49 |
| 4.2.2 | Bedeutung der Kontrolle durch den Corporate Investor | 53 |
| 4.2.3 | Zielkonflikt des Corporate Investors zwischen internen Entwicklungsprojekten und Corporate-Venture-Capital-Engagements | 55 |
| 4.3 | Kritische Würdigung des Modells | 59 |
| 5. | Empirische Analyse des Corporate Venture Capital-Marktes | 59 |
| 5.1 | Historische Entwicklung des Corporate Venture Capital | 59 |
| 5.2 | Analyse des deutschen Corporate-Venture-Capital-Marktes | 61 |
| 5.2.1 | Datenbasis für die Untersuchung | 61 |
| 5.2.2 | Empirische Untersuchung des deutschen Corporate-Venture-Capital-Marktes | 62 |
| 5.2.2.1 | Alter, Anlagevolumen, Finanzierungsphasen und Exitstrategien | 62 |
| 5.2.2.2 | Ziele der Unternehmen und Branchenschwerpunkte | 65 |
| 5.2.2.3 | Erfolgsvoraussetzungen, -faktoren und Venture-Auswahlkriterien | 68 |
| 5.2.2.4 | Maßnahmen, um die Bedenken der jungen Unternehmen zu zerstreuen | 72 |
| 5.2.2.5 | Organisatorische Gestaltung | 74 |
| 5.2.2.6 | Ausgestaltungsformen der Kapitalbereitstellung und Bedeutung der staatlichen Unterstützungsprogramme | 81 |
| 5.2.2.7 | Rahmenbedingungen und Entwicklungsprognosen | 82 |
| 5.2.3 | Zusammenfassende Schlussfolgerungen | 85 |
| 6. | Zusammenfassung und Ausblick | 86 |
| Literaturverzeichnis | ||
| Anhang |
Es wird eine risikoneutrale Welt betrachtet, in der ein EN ein junges Unternehmen (JU) gründen will, für welches er die nötigen Eigentumsrechte und das technische KnowHow besitzt. Wenn das JU mit der Wahrscheinlichkeit q erfolgreich ist, erwirtschaftet es Rückflüsse in Höhe von π. Geht es dagegen in Konkurs, entstehen keine Rückflüsse. Für den Erfolg seines JU erhält der EN einen privaten Nutzen, welcher der monetären Größe β entspricht. Der EN besitzt kein Startkapital und benötigt somit eine Finanzierung in Höhe von L, wobei diese jedoch niedrig genug ist, daß der VCI immer einen Anreiz hat den EN zu finanzieren. Der Anteil des Investors an dem JU beträgt α. In dem Modell gibt es lediglich zwei Zeitpunkte. Im Zeitpunkt 0 muß sich der EN zwischen dem Angebot eines in vollkommener Konkurrenz stehenden VCI, αv, und dem des CI, αc, entscheiden, während im Zeitpunkt 1 das Projekt abgeschlossen wird. Im Erfolgsfall werden die Rückflüsse dann ausgezahlt. Zwischen den Zeitpunkten 0 und 1 kann der Investor Handlungen, a, durchführen, die Kosten in Höhe von c(a) verursachen. Zudem müssen Annahmen getroffen werden, so daß die strategischen Ziele des CI modelliert werden können. Daher wird die Variable θ eingeführt, die der Einfachheit halber zunächst exogen vorgegeben ist. Dabei mißt θ die externen Effekte durch den Einfluß des Erfolges des JU auf die Gewinne aus dem Kerngeschäft des CI. Dabei ist θ ist so beschaffen, daß es sich für θ > 0 um ein Komplement und für θ < 0 um ein Substitut zum Kerngeschäftsfeld des CI handelt. [...]
4.1.1. Annahmen des Modells Im folgenden soll anhand eines Modells dargestellt werden, unter welchen Bedingungen sich ein Entrepreneur (EN) für eine Finanzierung durch einen Corporate Investor (CI) oder einen Venture Capitalisten (VCI) entscheidet. Grundsätzlich stellt sich für den EN bei seiner Entscheidung über die Art des Investors die Frage, welche Unterstützung er vom CI erwarten kann. Für die Wahl des Investors ist es wichtig, inwieweit dessen Handlungen vorherzusehen sind. Anhand eines Benchmarkmodells soll gezeigt werden, daß ein EN in einer First Best World, in welcher die Handlungen des Investors verifizierbar sind, die Finanzierung durch einen CI vorzieht. Dies ist sowohl gültig, wenn es sich bei dem Venture um ein Substitut als auch ein Komplement zu dem CI handelt.220 [...]
selbst an den jungen Unternehmen, sondern schafft für Private-Equity-Gesellschaften eine günstige Refinanzierungsmöglichkeit und übernimmt einen großen Teil an deren Beteiligungsrisiko.216 Der Investor erhält ein Darlehen von der KfW, das er in Form einer stillen Beteiligung, einer Einlage oder einem nachrangigen Darlehen in ein Venture investieren muß. Im Rahmen des BTU refinanziert die KfW dem Private-EquityGeber bis zu 70% seiner Beteiligung maximal jedoch 1,4 Mio. EUR und stellt diesen zudem in Höhe dieser Summe von der Haftung frei.217 Probleme dieser Förderung liegen v.a. in intransparenten Vergabemodalitäten und Zeitverzögerungseffekten aufgrund der Bürokratie. Zudem wird den Förderträgern oftmals vorgeworfen, die Mittel nicht bedarfsgerecht zu verteilen.218 Dennoch hat diese Unterstützung v.a. bei den risikoreichen Engagements der Frühphasen dazu beigetragen, daß Deutschland in diesem Segment gegenüber anderen europäischen Staaten eine Spitzenposition einnimmt.219 Gerade Industrieunternehmen, die vorrangig in frühe Phasen investieren, können dadurch mit vermindertem Risiko einen Einblick in neue Technologien bekommen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832427252
Arbeit zitieren:
Rümmele, Andreas Februar 2000: Ökonomische Analyse des Corporate-Venture-Capital-Marktes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Corporate Venturing, Risiko- bzw. Wagniskapital, Unternehmensfinanzierung, Private Equity, Corporate Venture Capital



