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Ökologische Stadtsanierung

Ökologische Stadtsanierung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marcus Schowalter
  • Abgabedatum: Februar 2003
  • Umfang: 217 Seiten
  • Dateigröße: 45,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Kaiserslautern Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6731-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6731-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6731-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schowalter, Marcus Februar 2003: Ökologische Stadtsanierung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Regenerative Energien, Photovoltaiknutzung, Regenwassernutzung, Fassadenbegrünung, Baustoffrecycling

Diplomarbeit von Marcus Schowalter

Einleitung:

„Städte und Gemeinden sind die Träger der kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Europas. Ihre Urbanität ist eine notwendige Vorraussetzung für eine nachhaltige Lebensform: Zum einen, weil nur Urbanität höchste Erreichbarkeit bei geringstem Energieverbrauch ermöglicht. Zum anderen, weil die Urbanität das klassische Streitfeld ist, auf dem alle historischen Konflikte Europas ausgetragen wurden.“.

„Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich in den Städten“.

Ökologische Stadtentwicklung und Stadtsanierung sind umfassende Themen, bei denen der Landschaftsökologie, der - Stadt- und Gebäudeplanung, der Energietechnik oder der Verkehrsplanung wichtige Stellenwerte zukommen. Die Möglichkeiten zur Ökologisierung der Stadtentwicklung sind vielfältig. Dabei muss man sagen, dass der Stadtplanung im Zuge der Neuplanung von Siedlungen bzw. der Bauleitplanung weitaus mehr Möglichkeiten zur ökologisch-nachhaltigen Gestaltung zur Verfügung stehen, als der Stadtsanierung, die als städtebaulicher Denkmalschutz im historischen und gegenwärtigen Bestand von Städten und Gemeinden fungiert. Die Übertragung der Inhalte/ Potentiale und Möglichkeit ökologisch-nachhaltiger Stadtentwicklung, wie z.B. die der Energieeinsparung, des Einsatzes regenerativer Energien (z.B. Solaranlagentechnik) oder die der ökologischen Nutzung von Regenwasser auf die Stadtsanierung, also dem städtebaulichen (Ensemble-) Denkmalschutz, ist somit ein spannendes, zukunftsweisendes Feld, dem auf jeden Fall Rechnung getragen werden sollte. Das soll im Rahmen dieser Arbeit auch ausgiebig gemacht werden. Zunächst möchte ich mich aber mit den Grundlagen der Nachhaltigkeit und der ökologisch-nachhaltigen Stadtentwicklung beschäftigen, bevor ich mich in meinem Hauptteil ausschließlich der Stadtsanierung und somit dem Themenfeld der Ökologischen Stadtsanierung anhand von mehreren ausgewählten Beispielen widmen möchte. Dabei werde ich mich der Planungsgrundlagen eines Stadtsanierungsprojektes der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau Worms GSW, einem Büro, das sich schon jahrelang mit der Stadtsanierung und städtebaulichen Beratung von Gemeinden befasst, bedienen. Für die Zusammenarbeit möchte ich mich hiermit im voraus herzlich bedanken!

Zunächst möchte ich aber einmal etwas über die Intension meiner Arbeit und die Vorgehensweise der Erarbeitung sagen.

Anlass dieser Arbeit ist zum einen das Interesse an ökologischen zukunftsweisenden Projekten bzw. die Komplexität des Themas der ökologischen Stadtentwicklung. Zum anderen der persönliche Drang daraus gezogenen Inhalte und Möglichkeiten auf Bestandssituationen im Rahmen von städtebaulichen Sanierungmaßnahmen zu übertragen. Nicht zuletzt bildet auch die politische Aktualität, wie im Vorwort erläutert, beim Einsatz und der Förderung regenerativer Energien ein sehr spannendes Feld, welches es gilt in Zukunft zu meistern.

Ein weiterer Punkt ist der aktuelle EU-Architektur-Wettbewerb für ökologische Stadtsanierung EU-Competitions.

Im Rahmen eines Architektur-Wettbewerbs zur ökologischen Revitalisierung von innerstädtischen Bereichen sollen mit Unterstützung der Europäischen Kommission in 7 Städten in Deutschland, Österreich und Ungarn von innovativen Planern und Architekten energieoptimierte Planungs- und Baukonzepte für Neubau und Sanierung entwickelt werden. Dabei soll der Energiebedarf der drei bis 16,4 ha großen Baugebiete weitgehend aus regenerativen Quellen erzeugt werden. Im Rahmen dieses Wettbewerbs, dessen Implementierung 2003 beginnt sind die 7 Kommunen von der Europäischen Kommission offiziell zu „Pioneer Communities“ der „Campaign for Take-Off“ ernannt worden. Die Europäische Kommission zeichnet damit vorbildliche Pionier-Projekte aus, die die 100% Versorgung von Stadtgebieten mit regenerativ erzeugter Energie anstreben. Anliegen der EU war hier, dass es erst ca. 10 –15% der Architekten und Ingenieure nach Schätzung verschiedener Hochschullehrer in der Lage seien energieoptimierte städtebauliche Planungen, Sanierungs- bzw. Neubaukonzepte zu erstellen, bei denen die Nutzung Erneuerbarer Energiequellen einbezogen wird. Mit von der Partie ist unter anderem auch die Stadt Kaiserslautern mit dem Sanierungs- und Planungsprojekt Revitalisierung von „Messeplatz und Umgebung“.

Die bisherige Stadtentwicklung hat für die Umwelt teilweise negative Wirkungen gehabt, die zu weitreichenden Veränderungen geführt haben.

Die Siedlungen von heute können nicht für sich alleine, sie müssen immer im regionalen oder sogar überregionalen Kontext gesehen werden. Gerade unter dem Blickwinkel der weltweiten Verstädterung wird die Notwendigkeit einer Ökologisierung der Stadt deutlich. Die Berücksichtigung und der Schutz der landschaftsökologischen Funktionen bei der Planung ist ebenso wichtig wie die Einsparung und Wiederverwertung von Material oder Energie bei der Errichtung und Benutzung von Gebäuden. Schon heute gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Verbesserung der Umweltsituation, die sich durch die Umsetzung neuer Planungsprinzipien und durch die Anwendung von technischen Weiterentwicklungen ergeben. In zunehmendem Maße werden sich Stadtplaner(innen) und Architekten(innen) in Zukunft nicht nur mit der ökologischen Planung von Neubaugebieten oder der Beplanung vorhandener brachgefallener Innenstadtgrundstücke, sondern auch verstärkt mit der Ökologisierung des vorhandenen Siedlungsbestandes, also gerade auch verstärkt mit den ökologischen Aspekten im Rahmen der städtebaulichen Sanierung beschäftigen müssen. Für die Sanierung bedeutet dies, dass man sich neben der herkömmlichen Aufgabe der Gestaltung bzw. der Verbesserung stadthygienischer Aspekte, wie der Belichtung oder Belüftung ,nun auch um eine ökologisch – nachhaltige Entwicklung kümmern muss. Die ökologische Nachhaltigkeit findet neben den ökonomischen und sozialen Aspekten ihren Ursprung in dem Handlungsprogramm der Lokalen Agenda 21, welches sich als Fazit aus der Weltumweltkonferenz von 1992 in Rio de Janeiro als Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung herauskristallisierte und zur Pflichtaufgabe der Staaten der Welt wurde. Darauf werde ich aber im Rahmen der Arbeit noch genauer eingehen.

In der Auseinandersetzung um die ökologische Nachhaltigkeit der Städte und Gemeinden spielt die Energie eine zentrale Rolle, da der Energieverbrauch und seine Folgen zu weltweiten Veränderungen von Ökosystemen führen. Die Frage nach der ökologisch orientierten Stadtentwicklung wirft auch immer die Frage nach einer sinnvollen und erträglichen Dichte der Stadt auf. Die theoretisch erläuterten Prinzipien einer ökologisch orientierten Planung werden im Rahmen dieser Arbeit anhand einiger ausgewählter Beispiele erläutert. Durch die Beispiele mit Plandarstellungen aus der Stadtentwicklung, also der Neuplanung bzw. der Planung im innerstädtischen Kontext (z.B. auf Konversionsflächen) sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die Ökologisierung der Stadt zukünftig beschritten werden kann.

Dabei werden sowohl technische Aspekte, wie die Nutzung der Solarenergie sowie die komplexen Aufgabenstellungen, z.B. der Funktionsmischung in der Stadt und der Bildung von Städtenetzen im regionalen Verbund beleuchtet. Dabei soll gezeigt werden, dass der Weg zu einer ökologischen Stadt aus vielen Schritten besteht, die sinnvoll kombiniert werden müssen.

Die Beispiele aus der zeitgenössischen Stadtentwicklung sollen als Grundlage für den Hauptteil dieser Arbeit, nämlich der sinnvollen Umsetzbar- und Übertragbarkeit auf eine ökologische Stadtsanierung dienen. Im Rahmen einer Analyse werden dann positive und negative Aspekte der Übertragung von ökologischen Aspekten auf die städtebauliche Sanierung unter besonderer Betrachtung von bestehenden Gestaltwerten ausgelotet. Ein weiterer Punkt der Arbeit wird dann eine Stärken-Schwächen-Erhebung und Analyse mit Auswertung sein. Das heißt es wird versucht werden verschiedene ökologische Inhalte einer ökologisch-nachhaltigen Stadtentwicklung, wie die Energieeinsparung, der Nutzung regenerativer Energien, der Nutzung von Regenwasser auf die Stadtsanierung zu projizieren. Im Klartext heißt das: Welche Maßnahmen kann man auch innerhalb einer ökologischen Stadtsanierung wo anwenden. Dazu wird dann ein Sanierungsgebiet genauer unter die Lupe genommen und auf „ökologischen Potentiale“ hin getestet, um danach zu Lösungsmöglichkeiten zu kommen und dem Aspekt der „Ökologisierung“ Rechnung zu tragen. Die Arbeit wird sich auch mit den gesetzlichen Grundlagen und Gestaltungssatzungen beschäftigen und versuchen Verbesserungsmöglichkeiten aufzuweisen. Dazu wird eine bestehende Gestaltungsatzung unter diesem Thema überarbeitet werden.

Aufgrund der Komplexität des Themas sollen die Beispiele aus der ökologischen Stadtentwicklung keine Gewähr auf Vollständigkeit übernehmen, sondern nur Anhaltspunkte einer gegenwärtigen Stadtplanung liefern. Die Beispiele können aber Grundlage für künftige, ökologisch-nachhaltige Stadtsanierung bilden.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 5
1. Einleitung: Ökologische Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung und Stadtsanierung 7
2. Grundlagen 11
2.1 Entwicklung der Nachhaltigkeit unter ökologischen Aspekten 11
2.2 Gesetzliche Grundlagen 16
2.3 Ökologische Stadtentwicklung - zukunftsträchtige Stadtentwicklung 18
2.3.1 Die Verknüpfung von Stadt und Naturraum – historische Entwicklung/ heutiger Stand 18
2.3.2 Faktoren, die ökologisch-nachhaltige Stadtentwicklung und -sanierung notwendig machen 20
2.3.3 Historischer Abriss: Ökologische Entwicklung von der Gartenstadt bis zur Energiesparsiedlung 22
2.3.4 Beispiele zeitgenössischer ökologischer Stadtentwicklungsprojekte 27
2.3.4.1 Beispiele reiner Neubauprojekte 30
2.3.4.2 Beispiele von Stadterneuerungsprojekten (Konversionsprojekten) 38
3. Hauptteil 42
3.1 Die städtebauliche Sanierung 42
3.2 Historische Entwicklung 43
3.3 Heutiger Entwicklungsstand im Hinblick auf eine ökologische Stadtsanierung 47
3.4 Gesetzliche/rechtliche Grundlagen 49
3.4.1 Rechtliche Grundlagen nach dem Baugesetzbuch (BauGB) 50
3.4.2 Sonstige planerische und rechtliche Grundlagen 54
3.4.2.1 Die Städtebauliche Rahmenplanung 54
3.4.2.2 Die Gestaltungssatzung 55
1. Exkurs: Sonstige Satzungen, Verordnungen und Gebote nach dem BauGB, die der Gemeinde zur Verfügung stehen 57
3.4.3 Förderung von EU, Bund und Ländern 58
2. Exkurs: Geld vom Staat fürs Energiesparen: Vorstellung unterschiedlicher Gesetze und Förderprogramme von EU, Bund und Ländern 61
3.4.4 Fazit 68
3. Exkurs: Die neue Energieeinsparungsverordnung von 2002 (EnEV 2002) 68
3.5 Beispielhafte Darstellung einer ökologischen Stadterneuerung/-sanierung 74
3.5.1 Grundsätze für die Durchführung einer ökologischen Stadtsanierung 75
3.5.2 Handlungsfelder der ökologischen Stadtsanierung 76
3.5.3 Die Vorgehensweise 78
3.5.3.1 Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen 78
3.5.4 Grundlagenarbeit 79
3.5.5 Vorbereitende Untersuchungen 79
3.5.6 Die Konzeptphase 80
3.6 Beispiele der ökologischen Stadterneuerung Nürnberg-Gostenhof-West in zeichnerisch-planerischer und bildlicher Darstellung 81
4. Allgemeiner Analyseteil 84
4.1 Vergleich von Stadtentwicklung und Stadtsanierung und Übertragbarkeit der Inhalte ökologisch-nachhaltiger Stadtentwicklung auf die Stadtsanierung 84
4.1.1 Allgemeiner Vergleich von Stadtentwicklung und Stadtsanierung 84
4.1.2 Gesonderte Betrachtung unter Beachtung der Integration ökologischer Inhalte 87
4.1.2.1 Tabellarischer Vergleich 88
4.1.2.2 Textliche Auswertung/Fazit 99
4.2 Ökologische Inhalte und Möglichkeiten bei der Stadtsanierung unter der besonderen Berücksichtigung von bestehenden Gestaltwerten 101
4.2.1 Handlungsfeld: Wohnumfeld und Haus 101
4.2.2 Handlungsfeld: Instandsetzung und Modernisierung 110
4.2.3 Handlungsfeld: Freiflächen und Stadt-/Ortsgrün 112
4.2.4 Handlungsfeld: Verkehr und Straßenraumgestaltung 115
4.2.5 Handlungsfeld: Ver- und Entsorgung 117
4.2.6 Handlungsfeld: Umweltaufklärung – handlungsfelderübergreifend 119
4.2.6.1 Beratung und Förderung der Bewohner im Sanierungsgebiet 119
4.2.6.2 Überlegungen beim Entwurf und Baukonstruktion und Haustechnik von Neuplanungen innerhalb der Stadtsanierung 120
5. Spezieller Teil: Analytische Arbeit an einem Stadtsanierungsprojekt des Büros GSW 121
5.1 Die Altstadtsanierung der Stadt Oppenheim 121
5.1.1 Vorstellungdes Sanierungsgebietes und dessen Erweiterung 121
5.1.2 Handlungsbedarf/Notwendigkeit für eine Ökologische Altstadtsanierung Oppenheim 129
5.2 Potential-Analyse im Sinne einer ökologisch-nachhaltigen Stadtsanierung: Erhebungs- und Analysebogen, Umsetzungsansätze und technische Machbarkeit 136
5.2.1 Erhebungs- und Analysebogen 137
5.2.2 Auswertung: Stärken-Schwächen des Untersuchungsgebietes 150
6. Konzeptioneller Teil: Förderung, rechtliche Umsetzbarkeit und Integration ökologischer Inhalte in die Stadtsanierung an einem speziellen Beispiel 151
6.1 Beispiele zukünftiger Schritte bei der Förderung und der rechtlichen Umsetzung 151
6.1.1 Förderungsmaßnahmen: Chancen für eine Ökologische Stadtsanierung 151
6.1.2 Beispiel einer rechtlichen Umsetzungsmöglichkeit am BauGB (§§ 136 ff) 153
6.1.2.1 Änderungen im BauGB §§136 154
6.1.2.2 Änderungen im BauGB §142 Sanierungssatzung 155
6.1.3 Beispiel: Landesbauordnungen - Verstärkte Ableitung der Gestaltungsatzungen aus den Landesbauordnungen (hier LBauO Rh-Pfalz § 88 LBauO) 160
6.2 Beispiel Oppenheim 163
6.2.1 Änderungen einer Gestaltungssatzung durch Ergänzungssatzung mit ökologischen Inhalten 163
6.2.2 Städtebauliche Rahmenplanung Oppenheim - Erläuterungsbericht/Konzept 177
Literaturliste 203
Danksagung und Grüße 205
Fremdwörter und fachliche Begriffe 206
Anhang 1: Beispiel einer Gestaltungssatzung
Erhaltungs- und Gestaltungssatzung „Historische Altstadt Oppenheim“ (GSW)
Anhang 2: Erweiterung des Sanierungsgebietes
1 Plan (A3) mit Plänen zur Erweiterung des Sanierungsgebietes (GSW)
Anhang 3: Ökologische Fortschreibung des Rahmenplanes
Plan 1: Übersicht/Konzeptionelle Ansätze M: 1:2500
Plan 2: Bestandserhebung und Analyse M: 1:1000
Plan 3: Konzept/Ökologische Empfehlungen M: 1:1000

Automatisiert erstellter Textauszug:

Politik. „Ganzheitlich“ ist hier als „wesentlichen Einfluss- und Bestimmungsfaktoren“ umfassend zu verstehen, was sowohl den quantitativen Aspekt hat, keine wesentlichen Faktoren unberücksichtigt zu lassen, als auch den qualitativen, das Wirkungsgefüge zwischen den Einzelfaktoren zu erfassen, das aus der Summe der Einzelteile erst ein Ganzes macht. Das Bemühen um eine ganzheitliche Betrachtung ist zwar notwendig aber noch nicht hinreichend für ökologische Erneuerung. Die Summe allen Faktenwissens, erklärenden Wissens (Zusammenhänge) und instrumentellen Wissens (Methoden) sagt noch nichts über die Richtung der ganzheitlichen Betrachtung allein aus, denn erst mit der Offenlegung der angestrebten Ziele, Werte, Verantwortung und Politik wird ein Erneuerungsvorschlag begründbar und nachvollziehbar. Durch die Darstellung dieser zwei Bedingungen des Begriffs wird deutlich, dass z. Zt. noch keine inhaltliche Begriffsbestimmung von „ökologischer Sanierung/Erneuerung“ möglich ist. Es gibt keine Liste eindeutig ökologischer Maßnahmen oder Lösungen, die eine Abwägung im Einzelfall ersparen. [...]

Ein bloßes Ökologieverständnis der simplen Übertragung von den naturwissenschaftlich-ökologische Erkenntnisse auf den Menschen und seinem Umgang mit Natur ist falsch und im Zusammenhang mit einer ökologischen Stadtsanierung unzureichend. Den Vernetzungen, Kreisläufen und Wechselbeziehungen der Ökologie, wie es die im Grundlagenteil dieser Arbeit schon erwähnte Definition von Ernst Haeckel 1866 forderte, muss zukünftig unbedingt nachgegangen werden, um die „Ökologisierung der Städte“ weiter anzutreiben. Um Haeckel und seiner Forderung nach einer ganzheitlichen Betrachtung aller Existenzbedingungen Rechnung zu tragen, müssen wir diese besondere Betrachtung einbeziehen. Es lassen sich daraus zwei formale Mindestbedingungen ableiten. Eine Erneuerung soll dann ökologisch genannt werden wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: 1. 2. das Bemühen um eine ganzheitliche Betrachtung und Lösung sowie die Offenlegung der Orientierung, d.h. der angestrebten Ziele, Werte, Verantwortung und [...]

Regelung über die Auslegungsfragen angestrebt“67 Mit der Darstellung dieses Sonderfalles anhand der neuen EnEV sollte gezeigt werden, dass es gerade im Hinblick des Erreichens einer Ökologisierung bei der Sanierung noch viel Arbeit bedarf und besonders die rechtlichen Grundlagen oft noch „in den Kinderschuhen stecken“. Denn sogenannte o.g. „Übergangsregelungen“ sind zwar kurzfristig effektiv, jedoch auf lange Sicht gesehen nicht. „Auch die EnEV sollte in vielerlei Hinsicht nochmal auf den Prüfstand und, wenn möglich, durch ergänzende Satzungen oder Verordnungen komplettiert werden.“68 3. Umsetzung der EnEV bei Sonderfällen: Dachbegrünung mit anrechenbarem Wärmedämmwert.69 Wärmedämmende Dachbegrünungssysteme dürfen als Zusatzdämmung angerechnet werden. Dies ist im Bereich Dachsanierung von Vorteil, weil dadurch die Anforderungen der seit Februar 2002 [...]

Arbeit zitieren:
Schowalter, Marcus Februar 2003: Ökologische Stadtsanierung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Regenerative Energien, Photovoltaiknutzung, Regenwassernutzung, Fassadenbegrünung, Baustoffrecycling

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