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Ökologieorientierte Kriterien bei der Kreditvergabe der Banken und Stand der Berücksichtigung

Ökologieorientierte Kriterien bei der Kreditvergabe der Banken und Stand der Berücksichtigung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karsten Hering
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 100 Seiten
  • Dateigröße: 832,1 KB
  • Note: 1,4
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Merseburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7618-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7618-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7618-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hering, Karsten Januar 2004: Ökologieorientierte Kriterien bei der Kreditvergabe der Banken und Stand der Berücksichtigung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kreditvergabe, Umweltmanagement, Finanzierung, Umweltchecklisten, Umweltkennzahlen

Diplomarbeit von Karsten Hering

Einleitung:

Der Schutz der Umwelt und eine langfristig tragfähige Entwicklung liegen in der gemeinsamen Verantwortung aller Menschen und gehört somit auch zu den dringlichsten Aufgaben der Wirtschaft, einschließlich des Kreditwesens. Eine langfristig tragfähige Entwicklung ist eine wesentliche Komponente erfolgreicher Unternehmensführung. Geschäftspolitik und unternehmerisches Handeln sind auf ein solches Wachstum auszurichten, um die Bedürfnisse der Gegenwart zu erfüllen, ohne die der Zukunft zu beeinträchtigen.

Die natürliche Umwelt als Lebensgrundlage des Menschen hat in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert erreicht. Das Thema Umweltschutz ist in fast allen Bereichen des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens präsent. Wirtschaftliche Betätigung ist ohne Berücksichtigung der Umwelt nicht mehr denkbar. Gesetze und Verordnungen etablieren und verstärken den Schutz der Umwelt im Bewusstsein der Produzenten und Konsumenten. Aber auch eigene Werte und Vorstellungen verstärken und prägen die Einstellung zum Schutz der Umwelt. Und auch wenn staatliche Einflüsse einen gewissen unangenehmen Zwang zum umweltverträglichen Wirtschaften darstellen, so wird im täglichen Leben durch vielfältige negative Ereignisse doch deutlich, wie nötig es ist, zukünftig noch mehr mit als gegen die Umwelt zu arbeiten. Havarien von Öltankern und in Chemiebetrieben, der fortschreitende Klimawandel und das Waldsterben, der tägliche Artenverlust, die Verschmutzung von Flüssen und der Luft sind Indizien dafür, dass ein umfassender Wandel im Umgang mit der Natur geschehen muss. In dieser Arbeit soll deshalb die Rolle des Finanzsektors zur Lösung von Umweltproblemen dargestellt werden. Es geht hier weniger um Alternativbanken, wie die Umweltbank AG, auf deren Geschäftsmodell im Rahmen dieser Arbeit noch eingegangen wird, sondern um konventionell arbeitende Banken, mit ihren allgemein bekannten Geschäftsbereichen, wie Kredit- und Beteiligungsvergabe, Anlage- und Immobiliengeschäft. Gerade diese Finanzinstitutionen des öffentlichen oder privaten Sektors können eine bedeutende Rolle für den Umweltschutz spielen, da sie einen großen Bekanntheitsgrad aufweisen und ein dementsprechend hohes Geschäftsvolumen besitzen. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass diese Finanzinstitutionen einerseits ebenso Ressourcen verbrauchen wie andere Branchen auch und damit interne Einsparpotentiale vorliegen, andererseits aber Kreditnehmer auch Umweltrisiken aufweisen können, die im Endeffekt wiederum zu Kreditrisiken der Banken führen können.

Zur Einführung in dieses Thema werden im folgenden Abschnitt Grundlagen aus den Bereichen Umweltmanagement und Finanzierung dargestellt. Um den Einfluss der angesprochenen Institutionen deutlich und nutzbar zu machen, wird das von Banken bei Kreditwürdigkeitsprüfungen im Umweltbereich häufig genutzte Instrument Umweltcheckliste dargestellt. Ausgehend von den Schwachstellen der Umweltchecklisten und den Anforderungen von Gesetzgebung und Konsumenten wird vorgeschlagen, diese Checklisten durch Umweltkennzahlen zu ergänzen. Ziel ist es, die Vorteile von Checklisten und Kennzahlen zu kombinieren und daraus einen praktikablen Fragenkatalog für die Kreditwürdigkeitsprüfung zu erarbeiten. Im letzten Abschnitt wird der bisherige Sachstand des Themas dargestellt. Hier wird gezeigt, welche Bedeutung der Umweltschutz in internationalen und nationalen Finanzierungsprojekten besitzt. Anschließend werden ausgewählte Beispiele alternativer Bankkonzepte und -produkte sowie die bisherige Entwicklung des Themas im konventionellen Bankensektor vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
1. Einleitung und Ziele der Arbeit 1
2. Grundlagen 3
2.1 Begriffliche Abgrenzung 3
2.1.1 Ökologie 3
2.1.2 Nachhaltigkeit 4
2.1.3 Ökoeffizienz 5
2.1.4 Umweltmanagementsysteme 6
2.1.5 Bonität und Kreditwürdigkeitsprüfung 8
2.1.6 Rating/Ökorating 9
2.2 Kreditfinanzierung 10
2.2.1 Banken und Ökologie 10
2.2.2 Abgrenzung zu anderen Finanzierungsarten 11
2.2.3 Kreditformen 13
2.2.4 Besicherung von Krediten 15
2.2.5 Baseler Eigenkapitalvereinbarungen 17
3. Berücksichtigung ökologieorientierter Kriterien 18
3.1 Umweltgesetze und Umwelthaftung 20
3.2 Gesellschaft und Konsumenten 24
3.3 Altlasten und Kreditbesicherung 26
4. Ökologische Kriterien zur Erweiterung der Kreditwürdigkeitsprüfung 28
4.1 Datenerfassung und Informationsgewinnung 29
4.1.1 Datenerfassung mittels Umweltchecklisten 29
4.1.2 Sonstige Informationsmöglichkeiten 32
4.2 Umweltkennzahlen als Erweiterung des Instrumentes „Umweltcheckliste“ 34
4.2.1 Beurteilungskriterien und Fragen zum Bereich „Produkt“ 39
4.2.2 Beurteilungskriterien und Fragen zum Bereich „Produktion“ 44
4.2.3 Beurteilungskriterien und Fragen zum Bereich „Infrastruktur und Verkehr“ 48
4.2.4 Beurteilungskriterien und Fragen zum Bereich „Führung/Organisation/Kommunikation“ 51
4.3 Branchendifferenzierung 57
5. Bisheriger Sachstand des Themas 59
5.1 Internationale und nationale Umweltförderung 59
5.1.1 Umweltschutz als Schwerpunkt der Weltbank 59
5.1.2 Die Europäische Investitionsbank 61
5.1.3 Umweltförderprogramme der KfW Bankengruppe 62
5.2 Grüne Geldanlage und alternative Bankkonzepte 64
5.2.1 Ökofonds 65
5.2.2 Die Umweltbank AG 66
5.3 Konventionelle Banken und Finanzdienstleister 68
6. Zusammenfassung 70
Literatur- und Quellenverzeichnis
Anhang

Automatisiert erstellter Textauszug:

Beurteilung, d.h. relativ im Vergleich zu einem herkömmlichen Produkt.92 Anhaltspunkte liefern aber auch Richtlinien und Normen, wie z.B. die VDI-Richtlinie 2243 – Konstruieren recyclinggerechter technischer Produkte, die DIN 54840 – Kennzeichnung von Kunststoffen93 oder die DIN EN ISO 14020 ff., die produktbezogene Umweltinformationen und Begriffe normiert94. Die folgenden Fragen und Umweltkennzahlen zum Bereich der Produkte und Dienstleistungen stellen lediglich einen Vorschlag dar, eine Differenzierung nach Branchen ist dabei je nach Bedarf vorzunehmen. Ebenso sollten die Fragen und Kennzahlen je Produktart ermittelt werden. Bei Unternehmen mit einer sehr vielfältigen Produktpalette und zahlreichen Produktvarianten empfiehlt es sich jedoch, nur die wichtigsten Produkte (z.B. nach Umsatz) einzubeziehen. • • • Welche Produkte und Produktvarianten werden hergestellt? Welche Produkte und Varianten haben die größten Umsatzanteile (Einheit %)? Anteil von Produkten mit Recyclingmaterialien (Einheit %) Menge der Produkte mit Recyclingmaterialien in PE Gesamtmenge der Produkte in PE Aussage: Von den insgesamt 10 Produkten mit ... Stück werden 7 Produkte mit ... Stück unter Verwendung von Recyclingmaterial hergestellt. Darüber hinaus wird die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben nach § 22 KrW-/AbfG ermittelt. Diese Kennzahl ermöglicht eine Grobeinschätzung und dient als Basis zur folgenden Kennzahl. [...]

In den folgenden Abschnitten finden sich Beurteilungskriterien, Fragen und Kennzahlen zur Ermittlung der Umweltleistung eines beliebigen Unternehmens. Auf allgemeine Daten des kreditsuchenden Unternehmens, wie Branche, wirtschaftliche und rechtliche Situation wird dabei nicht eingegangen, da derartige Informationen Bestandteil der herkömmlichen Kreditwürdigkeitsprüfung sind (s. Abschnitt 2.1.5). 4.2.1 Beurteilungskriterien und Fragen zum Bereich „Produkt“ An erster Stelle sollen die Produkte und Dienstleistungen, als größte Emissionen der Wirtschaft, betrachtet werden.87 Produkte und Dienstleistungen sind für die Überlebensfähigkeit der Unternehmung im Wettbewerb von zentraler Bedeutung und gewährleisten langfristig das Erreichen der Unternehmensziele. Auf Grund des hohen Umweltbewusstseins der Konsumenten spielen Anforderungen an Produkte, wie ein sparsamer Energieverbrauch, die Wiederverwendbarkeit einzelner Baugruppen, emissionsarme Produktion, die Verwendung umwelt- und gesundheitsverträglicher Materialien, kein übermäßiger Verpackungsaufwand und kostenfreie Entsorgung von Altprodukten eine wesentliche Rolle.88 Ausgehend von diesen Überlegungen ist also der gesamte Produktlebenszyklus, von der Gewinnung von Rohstoffen bis hin zur Entsorgung, zu betrachten. Eine derartig umfassende Betrachtung der Auswirkungen der eigentlichen Unternehmenstätigkeiten sowie der vor- und nachgelagerten Stufen wird als ökologischer Produktlebenszyklus (s. Abbildung 14, S. 40) bezeichnet.89 Ausgehend von diesem ökologischen Produktlebenszyklus ergeben sich Ansatzpunkte für mehr Umweltverträglichkeit von Produkten und Dienstleistungen aus: • • • • • dem sparsameren Einsatz von Rohstoffen, der Substitution nicht regenerierbarer durch regenerierbare Rohstoffe, der Erhöhung der Nutzungsdauer, der Berücksichtigung von Gesundheitsvorsorge und Erhaltung, der Reduktion von Abfallmengen oder deren qualitative Veränderung in Richtung besserer Umweltverträglichkeit, [...]

kennzahlen die organisatorischen Aktivitäten des Managements hinsichtlich des Umweltschutzes. Eine Ermittlung von Umweltzustandskennzahlen ist allerdings für Unternehmen nicht unbedingt sinnvoll, da diese in der Regel von staatlichen Stellen ermittelt werden (s. Abschnitt 4.1.2) und darüber hinaus vielfältigen Einflüssen unterliegen. Bei der Bildung von Umweltkennzahlen (zur Vorgehensweise s. Abbildung 12) sollten interne und externe Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Aus Sicht des Unternehmens sollten Bereiche gewählt werden, die konkret beeinflusst werden können und Umweltprobleme aufweisen. Eine Verbindung von Umweltentlastung und Kostensenkung oder Ertragssteigerung ist dabei anzustreben. Die externen Rahmenbedingungen liegen in der regionalen und lokalen Umweltsituation, den Umweltanforderungen an das Unternehmen und den politisch diskutierten Umweltproblemen.83 [...]

Arbeit zitieren:
Hering, Karsten Januar 2004: Ökologieorientierte Kriterien bei der Kreditvergabe der Banken und Stand der Berücksichtigung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kreditvergabe, Umweltmanagement, Finanzierung, Umweltchecklisten, Umweltkennzahlen

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