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Ökobilanz eines Brennstoffzellensystems zur Hausenergieversorgung

Ökobilanz eines Brennstoffzellensystems zur Hausenergieversorgung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Julian Scheub
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 93 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Stralsund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7089-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7089-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7089-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Scheub, Julian April 2003: Ökobilanz eines Brennstoffzellensystems zur Hausenergieversorgung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Lifecycle Analysis, PEM-Brennstoffzelle, Erdgas-Reformer, erneuerbare Energie, Wasserstoff

Diplomarbeit von Julian Scheub

Einleitung:

Durch die Bereitstellung nutzbarer Energie wird derzeit der größte Anteil der anthropogenen Umweltbelastungen verursacht. Neben den hohen Umweltbelastungen trägt die Endlichkeit fossiler Energieträger maßgeblich zur immer größer werdenden Bedeutung eines rationellen Umgangs und einer effiziente Nutzung der Energie bei. Zur effizienten Bereitstellung elektrischer und thermischer Energie bietet sich die Brennstoffzellentechnologie aufgrund ihrer hohen Wirkungsgrade an.

Der Brennstoffzellentechnologie wird das Potenzial zugeschrieben, die Energieversorgung zu revolutionieren. Die folgenden technologiespezifischen Vorteile sprechen dafür: eine sehr effiziente direkte Umwandlung chemischer in elektrische Energie, ihr modularer Aufbau sowie der ihr dadurch offen stehende breite Anwendungsbereich. Es finden Forschungen im Bereich der portablen, mobilen und stationären Anwendung statt. Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Brennstoffzelle wird die heute noch zentral orientierte Energieversorgungsstruktur durch eine zukünftig stärker dezentrale Versorgung ergänzt oder verdrängt werden.

Die in dieser Arbeit betrachtete Anwendungsmöglichkeit ist die dezentrale elektrische und thermische Hausenergieversorgung. Aufgrund des derzeitigen Problems der Verfügbarkeit und Speicherung von Wasserstoff wurde zur Einführung der Brennstoffzellentechnologie auch die Speicherung von Wasserstoff, insbesondere in Kohlenwasserstoffen, in Betracht gezogen. Die Bereitstellung des Brennstoffes aus fossilen Energieträgern ist jedoch mit erheblichen Umweltwirkungen verbunden, wobei die Brennstoffzelle selbst lokal nur Wasserdampf an die Umwelt abgibt. Mit dem wachsenden Verständnis der Bevölkerung für den Umweltschutz stieg auch das Interesse an Verfahren, die Umweltwirkungen, welche beispielsweise durch die Herstellung und den Verbrauch von Produkten entstehen, zu identifizieren und zu quantifizieren, um sie letztlich zu reduzieren.

Eine für diesen Zweck entwickelte Methodik ist die Ökobilanz nach (DIN 14040-43), auf deren Grundlage die Bilanzierung in dieser Arbeit durchgeführt wurde. Um die Vorteile und Probleme der Brennstoffzellentechnologie unter ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten, werden mithilfe der Ökobilanz die Umweltwirkungen der einzelnen Lebenswegphasen und Komponenten zur internen Schwachstellenanalyse transparent dargestellt. Die Bewertung der Umweltwirkungen des gesamten Systems erfolgt im Vergleich zu anderen Energiewandlungssystemen im Bereich der Hausenergieversorgung.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 7
VERZEICHNIS VON ABKÜRZUNGEN UND SYMBOLEN 9
1. EINLEITUNG 10
1.1 Brennstoffzellen zur Hausenergieversorgung 11
1.2 Aufgabenstellung und Gliederung der Arbeit 13
2. GRUNDLAGEN 15
2.1 Die Ökobilanz nach ISO-Norm 15
2.1.1 Festlegung des Ziels und Untersuchungsrahmens 16
2.1.2 Sachbilanz 17
2.1.3 Wirkungsabschätzung 18
2.1.4 Auswertung 18
2.1.5 Einschränkung einer Ökobilanz 19
2.2 Die Brennstoffzelle 19
2.2.1 Geschichte und Begriffsklärung der Brennstoffzelle 19
2.2.2 Aufbau und Funktionsweise 23
2.2.3 Brennstoffzellen-Typen und ihre Eignung zur Hausenergieversorgung 27
2.2.4 Stoff- und Energieflüsse 31
2.2.5 Stromspannungskennlinie 36
2.2.6 Überblick der Vor- und Nachteile der Brennstoffzellentechnologie 37
2.3 Brennstoff und Erdgasbereitstellung 38
3. FESTLEGUNG DES ZIELS UND UNTERSUCHUNGSRAHMENS 42
3.1 Beschreibung der Referenzanlage 42
3.2 Zieldefinition 44
3.3 Untersuchungsrahmen 45
3.3.1 Funktionelle Einheit 45
3.3.2 Definition der Systemgrenzen 45
3.3.3 Festlegung der Bilanzierungsgrenzen 45
3.3.4 Infrastrukturelle Aufwendungen 45
3.3.5 Untersuchte Umwelteinwirkungen und Wirkungskategorien 46
3.3.6 Weitere Annahmen 48
4. ERGEBNISSE DER SACHBILANZ UND WIRKUNGSABSCHÄTZUNG 51
4.1 Materialien 51
4.1.1 Bestimmung des Material-Inputs 51
4.1.2 BZ-Subsystem 52
4.1.3 Stack 52
4.1.4 Reformer 53
4.1.5 Eingesetzte Materialien 53
4.2 Herstellung des BZ-Systems 57
4.2.1 Stack 59
4.2.2 Umweltwirkungen der BZ-Peripherie 65
4.2.3 Umweltwirkungen des Reformers 66
4.3 Nutzungsphase 68
5. GESAMTBILANZ DES STATIONÄREN BRENNSTOFFZELLENSYSTEMS 72
5.1 Technologiebilanz 72
5.2 Produktbilanz 76
6. ZUSAMMENFASSUNG 80
7. LITERATURVERZEICHNIS 82
8. ANHANG 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

den zusätzlich geförderten Metallen zugeordnet. Die Bilanzierung des Platins bezieht sich auf den Herkunftsort Südafrika. Das Platinrecycling wird heute im Bereich des Autokatalysatorrecyclings bereits praktiziert. Der hohe monetäre Wert des Platins schafft Anreize für eine möglichst hohe Recyclingquote. Auf ökologischer Seite verringert sich durch den Einsatz von Sekundärplatin der Verbrauch an Primärenergie und die, mit der Platingewinnung verbundenen, Umweltwirkungen um ein Vielfaches. Für das Bezugsjahr 2010 wurde in der Bilanz, auf Grundlage heutiger Möglichkeiten, ein Sekundärplatinanteil von 90 % für stationäre Anlagen angenommen. Polyvinylidenfluorid Zur Herstellung von Polyvinylidenfluorid (PVDF) wird zunächst durch die Reaktion von Trichlorethylen mit Fluorwasserstoff und anschließender Umsetzung mit Zink das 1,1-Difluorethylen gewonnen. Dieses wird zu Polyvinylidenfluorid polymerisiert. In der Bilanz wird aufgrund der Datenlage auf die Herstellung von Polyvinylidenchlorid zurückgegriffen. Gold In dem betrachteten BZ-System wird Gold zum einen für das Vergolden der Stromabnehmer benötigt, zum anderen wird aus Gold und Titandioxid das Oxidationsmaterial zur Gasfeinreinigung hergestellt. Zur Goldgewinnung gibt es hauptsächlich zwei industrielle Verfahren, die Amalgamierung und die Cyanidlaugerei. Bei der Amalgamierung wird im ersten Schritt das goldhaltige Gestein zermahlen und anschließend mit Wasser und Quecksilber vermischt. Daraus bildet sich das Amalgam Die damit verbundenen Umweltwirkungen sind eine übermäßige Belastung der Gewässer und Böden durch den Einsatz von Quecksilber. Bei der Cyanidlaugerei wird das goldhaltige Erz zu einer Halde aufgeschüttet und mehrere Tage mit einer Cyanidlösung (Natrium- oder Kaliumcyanidlösung) berieselt, welche mit dem Gold eine komplexe Bindung eingeht und am Fuße der Halde aufgefangen wird. Es folgen die Verfahrenschritte Reduktion durch Zinkspäne, Filtrierung, Trocknung, Röstung, Einschmelzen und „ in Barren gießen“. Der Vorteil der Cyanidlaugerei ist, dass es einfach und kostengünstig ist. Die durch den Goldabbau mit Cyanid verbundenen Umweltprobleme sind hauptsächlich das Absenken des Grundwasserspiegels, welches durch das Abpumpen großer Wassermengen zur Trockenhaltung der Gruben erfolgt. Durch [...]

Herstellung des synthetischen Grafits basiert auf den Ausgangstoffe Petroleumkoks und Reststoffen der Rohölindustrie. Zur Kristallisierung müssen Temperaturen um 3000 °C erreicht werden, der Strombedarf, der zum Erreichen dieser Temperaturen benötigt wird liegt nach [3] zwischen 4,5 kWhel/kg und 10 kWhel/kg Material. Membran Die Membran der EME besteht aus einem protonenleitenden Polymer der als Elektrolyt verwendet wird. Die Herstellung der Membran besteht aus drei Hauptschritten, der Monomer Synthese (Herstellung des Monomers), der Polymerisation und dem Aufbringen des Ionomers auf den Träger. Als Träger für den Ionomer wird expandiertes PTFE (ePTFE) verwendet. ePTFE dient zur Verbesserung der mechanischen Stabilität der Membran, dadurch können Membranen mit der gleichen Funktonalität wie „reine Ionomer Membranen“ hergestellt werden, die jedoch wesentlich dünner sind. Durch das Strecken des PTFE wird es aufnahmefähiger für den Ionomer und die Membran weist außerdem eine poröse Charakteristik auf. Anschließend wird das ePTFE mehrmals in das Ionomerbad getaucht und jeweils anschließend getrocknet um die Membran protonenleitfähig zu machen. Die chemische Stabilität der Membran wird durch Verwendung perfluorierter Polymere erreicht. In der Ökobilanz wurde jedoch aufgrund der schlechten Datenlage seitens Gore, die Herstellung der Membran nach dem Ballard-Produktionsprozess bilanziert. In der Bilanz werden stoffliche Inputs und Energieaufwendungen zur Herstellung der Membran berücksichtigt. Pro m² Membran werden 40 g Polyethylen, 8,6 g Tetrafluorethylen, 37,7 g Styrol und 14,4 g Schwefeltrioxid benötigt. Der Energiebedarf liegt bei 9000 kJ/m². Platingruppenmetalle In der Referenzanlage verwendet man Platin (oder Platin-Ruthenium-Legierungen) aufgrund seiner katalytischen Eigenschaften in der EME, im Dampf-Reformer sowie in der Mitteltemperatur-Shiftstufe (MTS). Die Bilanzierung der Platingruppenmetalle ist in [3] ausführlich beschrieben. Daraus wird deutlich, dass die Versauerung durch Schwefeldioxid-Emissionen die dominierende Umweltwirkung bei der Platingewinnung ist. Zusätzlich werden beim Platinabbau Metalle wie Nickel, Kupfer, Rhodium und Palladium gefördert. Um die Kuppelprodukte angemessen zu berücksichtigen, werden die bei der Förderung entstehenden Emissionen durch eine Allokation nach dem Marktpreis [...]

4.1 Materialien 4.1.1 Bestimmung des Material-Inputs Um den Materialeinsatz für das Bezugsjahr 2010 zu bestimmen, wurden auf Basis des heutigen Materialeinsatzes die Inputs zur Herstellung des Systems erfasst und quantifiziert (Anhang E). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich bei der in dieser Arbeit untersuchten Anlage lediglich um ein Demonstrationsobjekt handelt, welches als Einzelstück gefertigt wurde. Die Bilanzierung der einzelnen Komponenten berücksichtigt ein Einsparungspotenzial des Materials bezüglich der Fertigung in größeren Stückzahlen und eine erhöhte Leistungsfähigkeit der einzelnen Bauteile im Bezugsjahr 2010. So wurde beispielsweise eine Leistungssteigerung von 25 % bis 2010 für den Stack und den damit verbundenen Materialeinsparungen angenommen. Das ganze System wiegt derzeit ca. 222 kg. Als errechneter Wert ergaben sich ca. 125 kg Gesamtgewicht für das Jahr 2010. Bezogen auf die elektrische Leistung ergab sich eine Verbesserung des Leistungsgewichts der gesamten Anlage von 110 kg/kW auf 62 kg/kW. Es wurde eine obere und untere Abschätzung der Materialeinsätze für das Jahr 2010 vorgenommen (Anhang F). Durch den Vergleich mit Literaturdaten und Zielangaben verschiedener Hersteller von Brennstoffzellen-BHKWs wurde auf die untere Abschätzung in der Gesamtbilanz verzichtet, da sich die obere Abschätzung als durchaus realistische Annahme herausgestellt hat. [...]

Arbeit zitieren:
Scheub, Julian April 2003: Ökobilanz eines Brennstoffzellensystems zur Hausenergieversorgung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Lifecycle Analysis, PEM-Brennstoffzelle, Erdgas-Reformer, erneuerbare Energie, Wasserstoff

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