Öko-Marketing
Chancen und Barrieren für die Konsumgüterindustrie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Stefan Wirth
- Abgabedatum: März 2002
- Umfang: 108 Seiten
- Dateigröße: 2,5 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Augsburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5537-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5537-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5537-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wirth, Stefan März 2002: Öko-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Bio-Siegel, umweltorientiertes Marketing, EG-Öko-Audit-Verordnung, Öko-Management, ökologische Wettbewerbsstrategien
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Diplomarbeit von Stefan Wirth
Einleitung:
Die kritische Öffentlichkeit beurteilt agierende Unternehmen gerade aus der Konsumgüterindustrie auch zunehmend danach, ob und wie sie gesellschaft-liche Verantwortung übernehmen. In der Unternehmensgeschichte der Kunert Gruppe beispielsweise wird diese Nachhaltigkeitsorientierung deutlich: 1985 erklären Kunert und Hudson als eines der ersten Unternehmen der Beinbekleidungsbranche den Umweltschutz zum Unternehmensziel, seit 1990 wird eine systematische Analyse des ökologischen Ist-Zustandes in Zusammenarbeit mit der Universität Augsburg durchgeführt, 1992 wird dem Unternehmen der Alternative Marketingpreis und die bayerische Umweltmedaille verliehen, 1995 schließlich folgt die Einführung eines Umweltmanagementsystems nach der EG-Öko-Audit-Verordnung.
In der Konsumgüterindustrie entwickelte sich das ökologische Image einer Unternehmung und seiner Produkte bei vielen Abnehmern zu einem Absatzkriterium. Ein offensiv ausgerichtetes Öko-Marketing kann neue, innovative Leistungsangebote initiieren und somit Wettbewerbsvorteile schaffen. Das ÖkoMarketing beschränkt sich dabei aber nicht einzig und allein auf eine offene Kommunikationspolitik. „Vielmehr müssen zur Ressourcenschonung wie auch zur Befriedigung ökologisch ausgerichteter Verbraucherbedürfnisse Konzepte entwickelt werden. Diese fördern idealerweise eine ökologische Produktentwicklung, verringern den Verpackungsaufwand und ermöglichen eine Wiederverwertung. Begrenzende Faktoren eines umweltorientierten Marketingkonzepts sind Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz und gegebenenfalls Forderungen der Kapitalgeber.“ Auch in Zukunft wird Umweltschutz Geld kosten und es stellt sich hier nun die Frage, ob das Öko-Marketing einen messbaren Erfolg für die Konsumgüterindustrie bringt oder doch eher nur kurzfristig zur Ausnutzung auftretender „Ökowellen“ eingesetzt werden kann. Mit Ausbruch der BSE-Krise im November 2000 beispielsweise stieg das Interesse der Verbraucher an ökologisch sinnvollen Produkten (Bio-Lebensmittel) rasant an. Diese „Trendwende“ verebbte aber wieder recht schnell.
Trotz allem kann die Einführung und Aufrechterhaltung einer glaubwürdigen, umweltbewussten Grundhaltung des eigenen Unternehmens als Marktchance gesehen werden; beispielsweise kann sie dadurch ihre Kunden- und Marktorientierung erheblich verbessern. Wichtig dabei ist, dass jedes Unternehmen der Konsumgüterindustrie sein individuelles Konzept aufstellt, seine eigene Strategie verfolgt und entsprechende Marketingmaßnahmen durchführt.
Konsequent dem von Prof. Dr. Klaus Kellner konzipierten Management- und Positionierungsmodell folgend, werde ich nun das aufgestellte Thema: „Öko-Marketing, Chancen und Barrieren für die Konsumgüterindustrie“ diskutieren. Zunächst wird nach dem Marketing-Management-Prozess eine Analyse des Marktes, Marktumfeldes und des eigenen Unternehmens vorgenommen. Da- raufhin werden die Chancen und Barrieren des Öko-Marketings hinsichtlich der ökologieorientierten Positionierung, Planung der Ziele, Strategien und Maßnahmen sowie der Kontrolle und des Marketing-Audit untersucht. Zahlreiche Beispiele aus der Unternehmenspraxis stellen Zusammenhänge dar und sollen für ein umfangreiches Verständnis sorgen. Auf Grund des Themenumfangs konnte nicht jeder einzelne Gesichtspunkt von mir ausführlichst erläutert werden. Die Vollständigkeit des Themas ist jedoch gewährleistet.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | iV | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen | 2 |
| 2.1 | Konsumgüterindustrie | 2 |
| 2.2 | Ökologie versus Ökonomie | 3 |
| 2.3 | Ökologieorientiertes Marketing | 6 |
| 3. | Chancen und Barrieren des Marktes | 8 |
| 3.1 | Sicht der Endverbraucher | 9 |
| 3.2 | Sicht der Konsumgüterindustrie | 15 |
| 3.3 | Das neue Bio-Siegel | 17 |
| 4. | Chancen und Barrieren des Marktumfeldes | 20 |
| 4.1 | Ökologie-Push und Ökologie-Pull | 20 |
| 4.2 | Ökologieorientiertes Wettbewerbsverhalten | 24 |
| 4.3 | Entscheidungssituationen des Öko-Marketings | 29 |
| 5. | Chancen und Barrieren des eigenen Unternehmens | 31 |
| 5.1 | Umweltorientierte Unternehmensführung | 32 |
| 5.2 | Stellenwert der Umweltschutzziele | 37 |
| 6. | Ökologieorientierte Früherkennung und Positionierung | 39 |
| 6.1 | Identifikation ökologieinduzierter Chancen und Risiken | 40 |
| 6.2 | Identifikation von ökologieinduzierten Stärken und Schwächen | 43 |
| 6.3 | Ökologieorientierte Positionierung | 45 |
| 7. | Auswahl der richtigen Öko-Marketing-Strategien | 50 |
| 7.1 | Chancen und Risiken der Wettbewerbsstrategien für ökologische Produkte | 51 |
| 7.2 | Markteintrittsbarrieren relevanter Wettbewerbsstrategien | 57 |
| 8. | Chancen und Barrieren marketingpolitischer Instrumente | 60 |
| 8.1 | „Product“ | 61 |
| 8.1.1 | Die Produktpolitik (im engeren Sinne) | 61 |
| 8.1.2 | Programmpolitik | 64 |
| 8.1.3 | Servicepolitik | 65 |
| 8.2 | „Place“ | 65 |
| 8.2.1 | Aufgabe der Distributionspolitik | 65 |
| 8.2.2 | Die Marketinglogistik | 66 |
| 8.3 | „Promotion“ | 67 |
| 8.3.1 | Werbung | 68 |
| 8.3.2 | Verkaufsförderung | 71 |
| 8.3.3 | Persönlicher Verkauf | 71 |
| 8.3.4 | Öffentlichkeitsarbeit | 72 |
| 8.3.5 | Öko-Sponsoring | 73 |
| 8.3.6 | Productplacement | 74 |
| 8.3.7 | Direktmarketing | 75 |
| 8.4 | „Price“ | 75 |
| 8.4.1 | Preispolitische Maßnahmen | 75 |
| 9. | Kontrolle und Marketing-Audit | 78 |
| 9.1 | Chancen und Barrieren bei der Erstellung und Bewertung von Ökobilanzen | 78 |
| 9.2 | Chancen und Barrieren des neuen EG-Umwelt-Audits (EMAS) | 83 |
| 10. | Zusammenfassung (Checkliste) | 87 |
| 11. | Schlussbetrachtung | 90 |
| Anhang | V | |
| Literaturverzeichnis | iX |
Durch neue umweltgerechtere Produktmerkmale bieten sich auch für Neueinsteiger Chancen in einem scheinbar bereits unter Wettbewerbern aufgeteilten Markt. Die Firma Werner & Merz beispielsweise ist diesen Weg gegangen. Neben dem traditionellen Schuhpflegeprogramm unter der Marke Erdal Rex („roter Froschkönig“) hat sich das Unternehmen entschlossen, in neue Märkte zu diversifizieren und zwar mit einem ausgeprägten ökologischen Konzept unter einer eigenen Marke. Nach Prof. Dr. Klaus Kellner versteht man unter Planung der Markenpolitik Folgendes: „Aufbau und Pflege einer Marke (u. a. einer Dachmarke), d. h. der Leistung eines Herstellers für eine ausgewählte Zielgruppe, mit einem ganz besonderen Nutzen (USP), den kein Wettbewerber erbringt [...]
Neben neuen Marktchancen und Erfolgspotenzialen durch ökologische Belange gibt es auch Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Deshalb ist es für die Konsumgüterindustrie notwendig, in einem ersten Schritt eine strategische Analyse ihrer aktuellen Situation durchzuführen. Die Unternehmung soll umweltbezogene Chancen und Risiken (unternehmensexterne Faktoren) sowie unternehmensinterne Stärken und Schwächen (unternehmensinterne Faktoren) aufdecken können. Als Ökologie-Pull und Ökologie-Push sind die marktbezogenen unternehmensexternen Faktoren bereits behandelt worden. „In Abhängigkeit der spezifischen Unternehmenssituation lassen sich als interne Schlüsselfaktoren insbesondere die Aufgeschlossenheit und Flexibilität der Unternehmensleitung gegenüber ökologischen Problemen, die Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel für umweltschutzbezogene Investitions- und Betriebskosten (Entwicklung umweltfreundlicher Produkte, Einrichtung von Recyclingcentern etc.), die Charakteristik und Nähe des Leistungsprogramms der Unternehmung zu Umweltschutzmärkten, das technische Know-how der Unternehmung, die Grundausrichtung der Unternehmens- und Marketingstrategie sowie die Exponiertheit oder Visibility der Unternehmung in der Öffentlichkeit [...]
Daraus wird ersichtlich, dass der Umweltschutz komplementär zu den Oberzielen der langfristigen Gewinnerzielung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit ist. In keiner positiven Beziehung dagegen wird die Ökologie in Bezug auf die Ziele der kurzfristigen Gewinnerzielung, Kostenreduzierung und auch bei den Zielen der Produktivität gesehen (hier ist auch nur eine geringe Beeinträchtigung bemerkbar). Eine Analyse der obigen Erhebung lässt den Schluss zu, dass der Zielkonflikt zwischen Ökologie und Ökonomie sich auf die Kontroverse zwischen kurzfristigen ökonomischen Absichten und den ökologischen Zielsetzungen reduzieren lässt. „Die Nachteile bei den eher kurzfristig orientierten Zielen werden angesichts der langfristigen Gewinnperspektiven des Umweltschutzes aus der Sicht der von uns untersuchten Unternehmen deutlich überkompensiert. Das zur Verteidigung defensiver Grundhaltungen von Unternehmen im Umweltschutz vielbemühte Argument des Verlustes der Wettbewerbsfähigkeit durch die Berücksichtigung umweltschutzbezogener Belange scheint auf Grund [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832455378
Arbeit zitieren:
Wirth, Stefan März 2002: Öko-Marketing, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Bio-Siegel, umweltorientiertes Marketing, EG-Öko-Audit-Verordnung, Öko-Management, ökologische Wettbewerbsstrategien



