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Öffentlichkeitsarbeit als pädagogisches Arbeitsfeld

Öffentlichkeitsarbeit als pädagogisches Arbeitsfeld
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Martin C. Hünerhoff
  • Abgabedatum: Juli 2001
  • Umfang: 128 Seiten
  • Dateigröße: 955,4 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Bielefeld Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4616-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4616-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4616-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hünerhoff, Martin C. Juli 2001: Öffentlichkeitsarbeit als pädagogisches Arbeitsfeld, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Öffentlichkeitsarbeit, Pädagogik, Teorie/Praxis Transfer, Qualitätsprofil, Public Relations

Diplomarbeit von Martin C. Hünerhoff

Einleitung:

In dem gesamten wissenschaftlichen Theoriebestand werden keine Verbindungen zwischen dem Arbeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit und der pädagogischen Disziplin gezogen. Diese Situation ist schon ein wenig überraschend, wenn man bedenkt, daß eine fast 100jährige Tradition der Verknüpfung von psychologischen, pädagogischen Erkenntnissen und ökonomischen Fragestellungen besteht.

Die vorliegende Arbeit prüft, ob pädagogische Erkenntnisse und Kompetenzen nicht auch wichtige und vielleicht sogar elementare Impulse für das Arbeitsfeld Öffentlichkeitsarbeit geben können. Diese Absicht erhält eine besondere Relevanz, da die einschlägige PR-Literatur bemängelt, daß die Ergebnisse anderer Wissensdisziplinen – als die für die Öffentlichkeitsarbeit klassischen – zu wenig Eingang in die Öffentlichkeitsarbeit finden und der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit auf dem Zufallsprinzip beruht. Von daher zeigt diese Arbeit systematisch auf, welche Verbindungen zwischen der Öffentlichkeitsarbeit und der Pädagogik bestehen und inwieweit der Public Relations Sektor von pädagogischem Wissen profitieren kann. Darüberhinaus erläutert die vorliegende Arbeit, welche Qualifikationen von einem Absolventen der Diplom-Pädagogik hinsichtlich seiner Eignung als PR-Professioneller erwartet werden können.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort 1
1. Einleitung in die Thematik der Arbeit 3
2. Einordnung, Struktur, Aufgaben und Funktion der Öffentlichkeitsarbeit 8
2.1 Einführung in die Öffentlichkeitsarbeit und ihre Fragestellungen 8
2.2 Begriffsbestimmung der Öffentlichkeitsarbeit 12
2.2.1 Definition von Öffentlichkeitsarbeit 12
2.2.2 Öffentlichkeitsarbeit in der Abgrenzung zur Werbung 14
2.2.3 Öffentlichkeitsarbeit in der Abgrenzung zu Marketing 16
2.2.4 Öffentlichkeitsarbeit in der Abgrenzung zum Journalismus 18
2.3 Historische Entwicklung der Öffentlichkeitsarbeit 19
2.4 Ziele und Funktionen von Öffentlichkeitsarbeit 21
2.5 Tätigkeiten des Arbeitsfeldes 23
2.5.1 Die Vorgehensweise im Public Relations Prozeß 24
2.5.2 Kompetenzen des Public Relations Fachmannes 25
2.5.3 Das Instrumentarium der Öffentlichkeitsarbeit 27
2.6 Disziplinäre Zuordnung der Öffentlichkeitsarbeit 29
2.6.1 Wirtschaftswissenschaften 30
2.6.2 Kommunikations-und Medienwissenschaften 30
2.6.3 Kulturwissenschaften 31
2.7 Wege in das Berufsfeld Public Relations 32
2.7.1 Ausbildung der PR-Schaffenden 33
2.7.2 Ausbildungsmöglichkeiten 35
3. Begriffe, Theorien, Kompetenzen und Studieninhalte der Pädagogik 36
3.1 Die Pädagogik und ihre Fragestellungen 36
3.1.1 Struktur der pädagogischen Disziplin 37
3.1.2 Historische Wurzeln der Pädagogik 39
3.1.3 Lernen und Lehren als zentraler Gegenstand der Pädagogik 41
3.2 Ausgewählte lerntheoretische Ansätze der Pädagogik und Psychologie 43
3.2.1 Behaviorismus 43
3.2.2 Lernen durch Problemlösen 46
3.2.3 Lernen am Modell 47
3.2.4 Lernen als Informationsverarbeitung 49
3.2.5 Lernen durch Medien 51
3.3 Ausgewählte didaktische Ansätze 53
3.3.1 Der Begriff der Didaktik 54
3.3.2 Kybernetische Didaktik 55
3.3.3 Lernzielorientierte Didaktik 57
3.4 Ausgewählte Ansätze der Sozialpsychologie 60
3.4.1 Erwerb von Einstellungen 60
3.4.2 Veränderung von Einstellungen 62
3.4.3 Sprachliche Kommunikation 65
3.5 Pädagogische Kompetenz 67
3.6 Studieninhalte des Diplomstudienganges Pädagogik 72
3.6.1 Diplom-Studiengang Erziehungswissenschaft in Würzburg 73
3.6.2 Diplom-Studiengang Erziehungswissenschaft in Marburg 75
3.6.3 Diplom-Studiengang Erziehungswissenschaft in Bielefeld 77
3.6.4 Vergleich der dargestellten Studiengänge 80
4. Zum Verhältnis der Öffentlichkeitsarbeit und der Pädagogik 84
4.1 Anforderungen des Arbeitsfeldes Öffentlichkeitsarbeit, die der Diplom-Studiengang Erziehungswissenschaft nicht behandelt 85
4.2 Affinität zwischen Pädagogik und Öffentlichkeitsarbeit 89
4.3 Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Diplom-Pädagogen in der Öffentlichkeitsarbeit 94
5. Einordnung der Ergebnisse 99
5.1 Zusammenfassung 99
5.2 Offene Fragen und forschungspraktische Anregungen 103
5.3 Schlußbemerkung 106
Quellenverzeichnis 108
Literaturverzeichnis 109

Automatisiert erstellter Textauszug:

gelten, daß die Studien- und Prüfungsordnungen des diplompädagogischen Studienganges zuverlässig beschreiben, mit welchen Inhalten und Thematiken ein Student der Diplom-Pädagogik während seines Studiums konfrontiert wird. Es ist allerdings als sinnvoll anzusehen, mehr als den erziehungswissenschaftlichen Studiengang an einer Universität zu betrachten. Denn aufgrund der Breite der pädagogischen Disziplin ist davon auszugehen, daß die Studieninhalte je nach Hochschule variieren und die einzelnen Universitäten sehr unterschiedliche Studienschwerpunkte setzen. Dieses kann durch die im Grundgesetz den Ländern garantierte Kulturhoheit umso mehr der Fall sein (Kron 1991, S. 13). Deshalb werden aus der Fülle der deutschen Hochschulen, die den pädagogischen Diplomabschluß in ihrem Studiengangsportfolio verzeichnen, im folgenden drei exemplarisch aus drei unterschiedlichen Bundesländern betrachtet. Dies sind im einzelnen die Studiengänge der Erziehungswissenschaft mit dem Abschluß des Diplom-Pädagogen an der bayerischen Universität Würzburg, der hessischen Philipps-Universität Marburg und der nordrhein-westfälischen Universität Bielefeld. Die nächsten drei Abschnitte geben einen Einblick in den jeweiligen inhaltlichen Aufbau des Studienganges, während unter 3.6.4 die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der dargestellten Studiengänge diskutiert werden. 3.6.1 Diplom-Studiengang Erziehungswissenschaft in Würzburg Die Studienordnung und die Prüfungsordnung vom 20. Dezember 2000 des Würzburger Diplom-Studiengangs der Erziehungswissenschaft legen eine Regelstudienzeit von neun Semestern zugrunde. In dieser Zeitspanne sollen sämtliche Prüfungen und vorgeschriebene Praktika absolviert, sowie insgesamt 144 Semesterwochenstunden im Grundstudium und Hauptstudium belegt worden sein. Die Ziele des Studienganges bestehen unter anderem darin, eine Einsicht in die methodischen und inhaltlichen Grundlagen der Pädagogik zu geben, eine Einsicht in die historischen, philosophischen, soziologischen, psychologischen und internationalen Zusammenhänge pädagogischer Fragestellungen zu vermitteln, die Fähigkeit zur Analyse von Lernmöglichkeiten, Lernbedürfnissen und Lernbedingungen zu fördern, die Fähigkeit zur interdisziplinären Zusammenarbeit herauszubilden und darin [...]

Im bisherigen Verlauf des aktuellen Kapitels wurde in erster Linie drei Angelegenheiten nachgegangen. Zum einen wurde eine recht übersichtlich gehaltene Einführung in die Erziehungswissenschaft und ihre zentralen Gegenstände gegeben. Zum anderen wurden einige für diese Disziplin relevanten Theorien genannt und kurz erläutert. Darüber hinaus wurde ein Einblick in die Kompetenzen gegeben, die einem Pädagogen zu eigen sind und die in jedem pädagogischen Berufsfeld gefordert werden. Wenngleich das so bereits Dargestellte einige wichtige Aspekte für die Beantwortung der Fragestellung, ob das Arbeitsfeld der Öffentlichkeitsarbeit ein pädagogisches ist, beinhaltet, wie in dem vierten Kapitel noch deutlicher wird, versucht dieser Abschnitt einen weiteren Gesichtspunkt zur hinreichenden Lösung der Fragestellung beizusteuern. Denn während sich der Blick bisher auf die pädagogische Literatur richtete, analysiert dieser Abschnitt die Inhalte des diplompädagogischen Studienganges. Nur so kann geklärt werden, was nicht allein Bestandteil pädagogischer Publikationen ist, sondern was ein Absolvent der Diplom-Pädagogik in seinem Studium gelernt hat. Natürlich können Kritiker dieser Form der Analyse anführen, daß letztlich nur eine quantitative Befragung der Absolventen eine zuverlässige Auskunft darüber erteilt, was im erziehungswissenschaftlichen Studium gelernt wird. Aber damit stellen sie unweigerlich den Wert von jedem Abschluß, der innerhalb des Bildungssystems erworben wird in Frage, da kein Curriculum und kein Zeugnis mehr eine vernünftige Auskunft darüber erteilen würde, was gelernt wurde und mit welchem Erfolg. Für die zugrundeliegende Arbeit jedoch soll [...]

Während Arrangieren sich immer auf die Herstellung einer Lernsituation bezieht, so ist die fünfte Grundform pädagogischer Tätigkeit »Animieren« der Versuch, andere, die sich in einer arrangierten Lernsituation befinden, dazu zu bewegen, die möglichen Lernchancen wahrzunehmen. So bedingt in der pädagogischen Praxis das Arrangieren oft das Animieren. Immer, wenn Pädagogen mit ihren Partnern eine längere Zeit zusammenleben wie zum Beispiel während einer Bildungsreise, müssen sie auch gelegentlich »gesellig« handeln, was zur Handlungsform »Animieren« dazugehört. Eigentlich ist aber eine gesellige Situation das Gegenteil einer pädagogischen, da sie nicht verbessert werden kann und ihren Wert in sich selber trägt. Aber ein professioneller Pädagoge muß sich soziale Fähigkeiten aneignen, die ihn auch dann gesellig sein lassen, wenn ihm seine Gegenüber unsympathisch erscheinen, denn er kann sie sich nicht aussuchen. Letztlich zielt »Animieren« im pädagogischen Tätigkeitsfeld aber immer auf die Initiation von Lernprozessen in einer bestimmten Situation ab. Sei es, daß für ein bestimmtes Lernangebot erst einmal geworben werden muß, weil zunächst kein Interesse daran besteht oder es einfach nicht bekannt ist, oder sei es, daß Ängste abgebaut werden müssen, die der Teilnahme an einem Lernangebot im Weg stehen. Bewußt wählt Giesecke den Begriff des »Animierens« statt den des »Motivierens«, da letzterem immer etwas Planmäßiges anhaftet. Dies hält er für die pädagogische Tätigkeit zu technisch, da jeder Mensch letztlich zu verschieden ist, als daß man ihn durch eine planmäßige Motivierung ansprechen könnte, und sich so der Begriff der »Animation« als pragmatischer erweist. Er beinhaltet eher ein Probieren, Korrigieren und den Wert von Erfahrungen. Die Grenze zwischen den Handlungsformen des Arrangierens und Animierens zu den Tätigkeiten »Werben« und »Verkaufen« ist fließend, wie besonders im freizeitpädagogischen Feld deutlich wird, wenn für eine Veranstaltung geworben wird und der Erfolg mit den Worten, daß es sich »gut verkauft hat« beschrieben wird. Betrachtet man noch einmal alle Handlungsformen, wird klar, daß sie sich im Hinblick auf ihre Zielkompetenz unterscheiden, die in den ersten beiden Handlungsformen überwiegend bei den Pädagogen und den zuletzt Genannten überwiegend bei den Partnern liegen. Gemeinsam ist ihnen jedoch, daß die Sachkompetenz in der Regel bei dem professionellen Pädagogen verankert ist. [...]

Arbeit zitieren:
Hünerhoff, Martin C. Juli 2001: Öffentlichkeitsarbeit als pädagogisches Arbeitsfeld, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Öffentlichkeitsarbeit, Pädagogik, Teorie/Praxis Transfer, Qualitätsprofil, Public Relations

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