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Oberflächenspektroskopische Untersuchungen an Platin-Cobalt-Oberflächenlegierungen

Oberflächenspektroskopische Untersuchungen an Platin-Cobalt-Oberflächenlegierungen
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Denis Greshnykh

Zusammenfassung:

Katalytische Prozesse spielen im industriellen Alltag eine bedeutende Rolle. Ungefähr 80 % der Chemikalien werden unter Einsatz von Katalysatoren hergestellt. Der Großteil der technischen katalytischen Verfahren sind heterogen katalytisierte Reaktionen.

Bei der heterogenen Katalyse reagieren Fluide an der Oberfläche eines festen Katalysators.

Die Vorgänge bei der heterogenen Katalyse sind sehr komplex.

Zur Optimierung bekannter Katalysatoren und der Entwicklung neuer sind Kentnisse der Vorgänge auf dem Katalysator von entscheidender Bedeutung.

Die Optimierung der Reaktivität von Metallkatalysatoren kann durch die Modifizierung der Oberfläche erfolgen, z.B. durch die Erhöhung der Zugspannung, und/oder den Einbau von Defekten. Oder durch Koadsorbate, die die katalytische Aktivität des Katalysators erhöhen oder verringern können.

Durch den Einsatz der bimetalischen Katalysatoren kann die Selektivität gegenüber den reinen Metallkatalysatoren erhöht werden. Dabei wird zwischen elektronischen und strukturellen Einflüssen unterschieden.

Der Einsatz von Legierungen anstatt der Reinmetallkatalysatoren hat sich in der heterogenen Katalyse bewährt.

Bei der Fischer-Tropsch-Synthese wird Synthesegas an Cobalt- oder Eisenkatalysatoren zu Kohlenwasserstoffen umgesetzt.

Eine wichtige Stufe hierbei ist die Chemisorption von Kohlenmonoxid (CO) an dem Katalysator.

Zur Aufklärung der Elementarvorgänge auf einem Modellkatalysator -- meist Einkristalle -- müssen möglichst alle Störeinflüsse eliminiert werden, was das Arbeiten unter UHV-Bedingungen (Ultrahochvakuum) erfordert.

PtCo-Oberflächenlegierungen sind neben ihrer katalytischen Eigenschaften auch als potentielle magnetooptische Speichermedien interessant.

Das Ziel dieser Arbeit war es die Oberflächen der Modellkatalysatoren (PtCo-Legierung) mit oberflächenspektroskopischen Methoden (LEED, XPS, IR) zu untersuchen.

Eine weitere Aufgabe dieser Diplomarbeit war es, ein Rastertunnelmikroskop (STM) in Betrieb zu nehmen.

Nach erfolgreicher Inbetriebnahme wurden die ersten Routinemessungen an Gold und Graphit durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 7
2. Verwendete Messmethoden 8
2.1 UHV-Anlage 8
2.1.1 Probenhalter 10
2.2 LEED 11
2.2.1 Grundlagen der Elektronenbeugung 11
2.2.2 Instrumentation 13
2.3 Röntgen-Photoelektronenspektroskopie 14
2.3.1 Grundlagen der Photoelektronenspektroskopie 15
2.3.2 Instrumentation 20
2.3.3 ARXPS 21
2.4 Infrarot-Reflektions-Absorptions-Spektroskopie 24
2.4.1 Theoretische Grundlagen 24
2.4.2 Instrumentation 26
2.5 Rastertunnelmikroskopie 28
2.5.1 Tunnelvorgang 29
2.5.2 Tunnelstromdichte nach Simmons 32
2.5.3 Tersoff-Hamann-Ansatz 34
2.5.4 Instrumentation 35
2.6 Probenpräparation 39
3. Experimentelle Befunde und Diskussion 40
3.1 Die Pt(111)-Oberfläche 40
3.1.1 Bekanntes aus der Literatur 40
3.1.2 LEED-Messungen 45
3.1.3 XPS-Messungen 46
3.2 Co-Filmwachstum auf Pt(111) bei Raumtemperatur 48
3.2.1 Bekanntes aus der Literatur 48
3.2.2 LEED-Messungen 52
3.2.3 XPS-Messungen 54
3.3 PtCo-Legierungen 61
3.3.1 Bekanntes aus der Literatur 61
3.3.2 LEED-Messungen 65
3.3.3 XPS-Messungen 69
3.4 CO-Adsorption auf PtCo-Legierungen 76
3.4.1 Bekanntes aus der Literatur 76
3.4.2 IRRAS-Messungen 78
3.5 Fehlerdiskussion 81
3.6 Vorbereitende STM-Messungen 82
3.6.1 Gold 82
3.6.2 HOPG 83
4. Zusammenfassung und Ausblick 85
Literaturverzeichnis 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Abbildung 3.12: Es ist ein Modell der durch die Co-Atome auf Pt(111) gebildeten Moiré-Struktur dargestellt (a). Es ist zusätzlich ein Querschnitt durch die Oberfläche von A bis C abgebildet [31]. In (b) ist eine STM-Aufnahme (10 × 10 nm2 ) der Moiré-Struktur abgebildet [30]. Für die Bedeckungen größer als 5 ML wurden in der Literatur [34] twinned fcc-, fcc- und hcp-Phasen gefunden. Bei geringer Bedeckung (0,1 ML) kann die Co-Schicht bei Raumtemperatur eine Doppelstreifenrekonstruktion auf Pt(111) initiieren [32]. In der Literatur [30] wurde dieses Verhalten auf den Einbau von Co-Atomen in die obere Pt-Schicht zurückgeführt. Segregation und Legierungsbildung werden bei Raumtemperatur nicht beobachtet. Bei höheren Temperaturen (>370 K) wird dendritisches Wachstum beobachtet, das unter Rekonstruktion der Platinoberfläche erfolgt. Weitere Einzelheiten zum Co-Filmwachstum auf Pt(111) können [32] entnommen werden. [...]

Abbildung 3.11: STM-Bilder (100×100 nm2 ) von „dicken“ Co-Filmen auf PT(111) [30]. Die Verringerung der Gitterverspannungen beeinflusst das Diffusionsverhalten der Co-Atome und führt bei Bedeckungen von über 3,5 ML zum dreidimensionalen Inselwachstum. Beim 2D Filmwachstum findet eine Austauschdiffusion der Co-Atome mit den Pt-Atomen an den Stufenkanten zu niedriger liegenden Terassen statt [33]. In [30] wurde gezeigt, dass die Diffusion zwischen den Lagen an den Defektstellen der Kanten (Kinken und Ecken) stattfindet. Die Defekte in den Stufenkanten entstehen durch die Oberflächenspannung der ersten Schicht. Während des weiteren Filmwachstums nimmt die Defektdichte der Stufen mit der Abnahme der Oberflächenverspannung ab, und die Diffusion zwischen den Lagen wird erschwert, so dass es schließlich zum 3D-Wachstum kommt. Beim 3D-Wachstum erfolgt kaum Diffusion zwischen den Lagen. [...]

nen einzelne Defekte bzw. ungeordnete Oberflächenstrukturen sichtbar gemacht werden. Die Beugungsmethoden können zwar die Auflösung des STM übertreffen, liefern jedoch über einen größeren Bereich gemittelte Signale und können nur bei kristallinen Oberflächen eingesetzt werden. Mit STM werden gewöhnlich kleine Ausschnitte einer Oberfläche dargestellt. Es wäre jedoch ein Fehler daraus auf die gesamte Oberfläche zu schließen (Tunnelblick). Die Interpretation der STM-Bilder ist nicht trivial und sollte unter der Zuhilfenahme von quantenmechanischen Rechnungen (Computersimulationen) erfolgen, falls noch keine Daten zu der untersuchten Oberfläche vorliegen. Die Rastertunnelmikroskopie liefert nicht die topographische Beschaffenheit der untersuchten Oberfläche, sondern Informationen über die örtliche Zustandsdichte (LDOS: local density of states) am Fermi-Niveau. Wird die Nadel als Anode geschaltet, können die besetzten elektronischen Zustände der Probe dargestellt werden (negative Spannung). Wird die Nadel als Kathode geschaltet, werden die antibindenden Zustände sichtbar (positive Spannung). Die Rastertunnelmikroskopie wird häufig mit anderen Untersuchungsmethoden kombiniert, da die chemische Identität der beobachteten Spezies einem STM-Bild („topograph“) nicht entnommen werden kann. Das Bild variiert mit der angelegten Spannung und dem Tunnelstrom. Die Oberfläche kann zudem durch die Wechselwirkungen mit der Spitze modifiziert werden. Die Struktur der Spitze kann sich während der Messung ändern. Es kann z.B. eine Doppelspitze auftreten. Der Einsatz von Piezokeramiken bedingt weitere Effekte – piezo bow, creeping, Hysterese, nicht lineares Ausdehnungsverhalten und Alterung –, die zu Artefakten in den STM-Bildern führen können. Dieses Verhalten führt dazu, dass die Ergebnisse häufig nicht reproduziert werden können – auch weil die genaue Form der Spitze meistens unbekannt ist, was zu Schwierigkeiten bei der quantenmechanischen Modellierung führt. Weitere Probleme werden durch inelastische Tunnelvorgänge bereitet. Der inelastische Tunnelvorgang wird in der IETS (Inelastic Electron Tunneling Spectroscopy) ausgenutzt. Bei IETS werden die auf einer Oberfläche adsorbierten Teilchen gezielt durch die Tunnelelektronen angeregt. [...]

Arbeit zitieren:
Greshnykh, Denis Juli 2005: Oberflächenspektroskopische Untersuchungen an Platin-Cobalt-Oberflächenlegierungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Katalyse / Katalysator, Ultrahochvakuum (UHV), magnetooptische Speichermedien, Röntgenphotoelektronenspektroskopie (XPS), Infrarot-Reflektions-Absorptions-Spektroskopie (IRRAS)

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