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Nutzerorientierte Einführung von Wissensmanagementsystemen

Nutzerorientierte Einführung von Wissensmanagementsystemen
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Jörg Heiß
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 85 Seiten
  • Dateigröße: 1,0 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Georg-August-Universität Göttingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8748-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8748-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8748-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heiß, Jörg Januar 2005: Nutzerorientierte Einführung von Wissensmanagementsystemen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anreizsystem, Dokumentenmanagement, Enterprise Content Management, Nutzungsbarrieren, Motivation

MA-Thesis / Master von Jörg Heiß

Einleitung:

Der Begriff Wissensmanagement ist in der aktuellen Diskussion nahezu unpopulär geworden. Aktuelle Schlagwörter der Wirtschaftsinformatik oder in Implementierungsprojekten von Unternehmen sind eher Enterprise Content Management (ECM) oder Enterprise Information Architecture (EIA). Gerade deswegen bleibt Wissensmanagement aber weiterhin aktuell, da es gewissermaßen eine wichtige Säule des ECM-Hauses ist und eine enge Verwandtschaft zum Thema EIA haben kann. Dabei ist es wesentlich, dass gerade Wissensmanagement aus mehreren Perspektiven zu betrachten ist. Gemäß des Zitates von Peter Drucker „In a knowledge economy everybody is a volunteer“ ist die Perspektive der Benutzer bei der Einführung von Wissensmanagement und unterstützenden Informationssystemen von großer Bedeutung. Offensichtlich wird diese aber vielfach unterschätzt, da die Quote gescheiterter Wissensmanagementprojekte überdurchschnittlich hoch ist.

Dementsprechend ist es Gegenstand dieser Arbeit zu untersuchen, wie die Nutzerperspektive bei der Einführung eines Wissensmanagementsystems berücksichtigt werden muss, um Interessenskonflikte zwischen den Unternehmenszielen und individuellen Zielen der Mitarbeiter zu vermeiden. Dazu wird die Relevanz von Wissensmanagement für moderne Unternehmen aufgezeigt und anhand strukturierter Modelle die Benutzerrolle im Wissensmanagement analysiert. Lösungsvorschläge werden dann unter der Prämisse hergeleitet, dass die Sinnhaftigkeit von Wissensmanagement nicht in Frage zu stellen ist. Vielmehr geht es um die Ausgestaltung von Rahmenbedingungen, in denen wissensorientierte Arbeitsabläufe von Mitarbeitern als sinnvoll angesehen und möglichst optimal umgesetzt werden.

Daher stehen nicht technische Realisierungen von Wissensmanagementsystemen im Fokus, sondern es werden ebenso organisatorische Maßnahmen als Bestandteile eines Wissensmanagementsystems angesehen. Dazu werden zwar teilweise konkrete technische Umsetzungen genannt, im Zentrum stehen aber möglichst allgemeine Regeln, die unabhängig von dem verwendeten Informationssystem für die Nutzersicht gültig sind. Um zu stichhaltigen Resultaten zu kommen, wird die Literatur zum Thema Wissensmanagement auf nutzerrelevante Aspekte analysiert. Die Ergebnisse werden dann als Maßnahmenkatalog zur Berücksichtigung der Nutzersicht während der Einführung eines Wissensmanagementsystems dargestellt.

Zusammenfassung:

Die vorliegende Arbeit analysiert Erfolgskriterien bei der Einführung eines Wissensmanagementsystems aus der Benutzerperspektive. Dabei werden zunächst schrittweise die Begriffe Wissen und Wissensmanagement geklärt und weiterhin die Nutzersicht im Wissensmangement analysiert. Schließlich werden mögliche Maßnahmen und Anreizsysteme zur Förderung der Benutzeraktzeptanz vorgestellt.

Unter anderen werden drei wesentliche Aspekte bei der Einführung von Wissensmanagement herausgehoben und näher erläutert:

Einbindung des Wissensmanagements in die betrieblichen Abläufe: Ein Wissensmanagementsystem ist nicht nur die Implementierung einer technischen Lösung. Ebenso sind Funktionen und Prozesse im Wissensmanagement unter Aspekten der Nutzersicht zu evaluieren und organisatorische Rahmenbedingungen zu gestalten. Wird eine dieser Perspektiven vernachlässigt, kann dieses der Einstieg in einen Spiralprozess von mangelnder Bereitstellung von Wissen und ausbleibender Nutzung sein, so dass schließlich das beabsichtigte Ziel des Wissensmanagements nicht erreicht wird. Weiterhin ist zu beachten, dass für Unternehmen der Handlungsdruck in einem Bereich des Wissensmanagements vielleicht besonders groß sein kann, der Erfolg sich aber nur dann einstellen wird, wenn Wissensmanagement gemäß des dargestellten Modells von Probst/Raub/Romhardt als ganzheitliche Aufgabe angesehen wird. Konkrete Beispiele und Gestaltungsmaßnahmen hierzu werden innerhalb der Arbeit ausgeführt.

Unternehmenskultur: Außerdem wird dargestellt, dass der Erfolg eines Wissensmanagementsystems wesentlich von der Unternehmenskultur abhängt. Der Erfolg sämtlicher Bausteine des Wissensmanagements wird davon bestimmt, inwieweit innerhalb der Organisation die Bereitschaft besteht, Wissen zu teilen. Daher wird besonders darauf eingegangen, welche Schritte zur Entwicklung einer solchen Unternehmenskultur geeignet sind.

Anreizsysteme: Anreizsysteme können die Einführung von Wissensmanagement unterstützen. Extrinsische und intrinsische Anreize werden auf ihre Wirksamkeit zur Förderung des Wissensmanagements hin untersucht und danach beurteilt, welche kurz- und langfristigen Effekten durch diese zu erwarten sind.

Inhaltsverzeichnis:

1. Ziele der Arbeit 6
2. Wissen 7
2.1 Bedeutung der Ressource Wissen 7
2.2 Daten, Informationen, Wissen 8
3. Wissensmanagement 11
3.1 Ziele und Wirkungsbereiche von Wissensmanagement 11
3.2 Gestaltungsdimensionen des Wissensmanagements 12
3.3 Wissen im Wissensmanagement 14
3.4 Bausteine des Wissensmanagements 19
3.5 Maßnahmen des Wissensmanagements 25
4. Die Nutzersicht im Wissensmanagement 30
4.1 Nutzungsbarrieren im Wissensmanagement 30
4.2 Studien zu Nutzungsbarrieren 36
4.3 Erfolgsfaktoren für nutzerorientiertes Wissensmanagement 38
5. Maßnahmen im Wissensmanagement 42
5.1 Baustein Wissensziele 42
5.2 Baustein Wissensidentifikation 51
5.3 Baustein Wissenserwerb 53
5.4 Baustein Wissensentwicklung 53
5.5 Baustein Wissens(ver)teilung 56
5.6 Baustein Wissensnutzung 57
5.7 Baustein Wissensbewahrung 58
5.8 Baustein Wissensbewertung 59
5.9 Internationale Zusammenarbeit 59
6. Grundlagen für Anreizsysteme 61
6.1 Motivation und Motive 61
6.2 Anreize 63
6.3 Motivationstheorien 64
7. Anreizsysteme im Wissensmanagement 69
7.1 Mitarbeiterbewertung 70
7.2 Materielle Anreizsysteme 73
7.3 Immaterielle Anreizsysteme 73
8. Ergebnisse 76
Literaturverzeichnis 78

Automatisiert erstellter Textauszug:

Unternehmensgegebenheiten abgestimmt sein müssen und möglichst alle Bausteine des Wissensmanagements unterstützen [Nort02, 265]. 4.3.4 Erfolgsfaktor Infrastruktur Wesentlich für ein erfolgreiches Wissensmanagementsystem sind nicht nur eine ausgereifte und angepasste technische Infrastruktur, sondern auch organisatorische Regelungen und Standards [DaLo98, 51]. Auf technischer Seite sind mehrere Kanäle des Wissenstransfers zu unterstützen (z.B. direkte Kommunikation über Telefon oder Conferencing-Software, PCs als technische Grundlage für Informationssysteme, Intranets und Wissensdatenbanken). Die rein technische Implementierung ist aber nur die eine Seite. Erfolgreiche Projekte zeichnen sich durch organisatorische Begleitung aus, die den Einsatz der neuen Mittel fördern und die Nutzung unterstützen [DaLo98, 51]. Eine Aufgabe dieser neuen Stellen ist es darüber hinaus auch, de Einhaltung der Wissensziele zu überwachen [Nort02, 261]. Weiterhin ist ein passender Kompromiss zwischen Standardisierung und Flexibilität bei der Wissensspeicherung kritisch. Ohne Struktur bleibt die Wissensbasis nutzerunfreundlich, da nicht das richtige Wissen gefunden werden kann. Zuviel Standardisierung scheitert an der [...]

gewährleisten, dass Mitarbeiter auf den gesamten Wissensbestand des Unternehmens Zugriff haben, damit Wissensentwicklung auf unkonventionelle Weise durch Übernahme zunächst irrelevanter Wissensbestandteile ermöglicht wird und zunächst nicht vorhersehbare Lösungen entstehen können [NoTa95, 78]. Ein besonderes Signal für ein wissensorientiertes Unternehmen geht davon aus, wenn Experten- und Managementlaufbahn im Unternehmen als gleichwertig angesehen werden und dementsprechend auch ähnliche Gehaltsstufen vorgesehen sind [Nort02, 261]. Die Schaffung einer wissensorientierten Unternehmenskultur ist also die Voraussetzung, um die gewünschten Ergebnisse bei Wissensteilung, -nutzung und –entwicklung zu erzielen. 4.3.3 Erfolgsfaktor Anreizsysteme Anreizsysteme sollen Mitarbeiter motivieren an Wissensmanagementmaßnahmen mitzuwirken. Aufgrund der kontroversen Diskussion über die Wirksamkeit und die richtige Form von Anreizsystemen werden diese Punkte später in einem gesonderten Kapitel (s. Kap. 7) aufgegriffen. An dieser Stelle werden zunächst Anreizsysteme in kurzer Form als Erfolgsfaktor dargestellt. Ein wichtiges Kriterium für Anreizsysteme ist, dass sie jeweils auf die [...]

Unternehmensorganisation abgestimmt werden. In einem Konzern mit relativ unabhängigen Geschäftseinheiten ist ein zentral angelegtes Wissensmanagement wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt, da ein gemeinsames Verständnis für den Umgang mit Wissen nur schwer entwickelt werden kann und das Wissensmanagementsystem daher für den Benutzer im besten Fall unübersichtlich wird. Dies verdeutlicht ebenfalls, warum Wissensmanagement zwangsläufig unternehmensindividuell ist [DaLo98, 52]. Nonaka/Takeuchi sehen es für die Wissensentwicklung als Erfolg versprechend an, wenn Mitarbeiter von Zeit zu Zeit in ihrem alltäglichen Arbeitsumfeld mit radikal neuen Herausforderungen konfrontiert werden. Dies kann durch zyklische geschäftliche Schwankungen geschehen, die das Überarbeiten althergebrachter Lösungen erforderlich machen oder durch künstliche, schwer erreichbare Zielvorgaben des Managements, um brachliegendes Kreativitätspotenzial zur Entfaltung zu bringen. In jedem Fall ist dabei zu [...]

Arbeit zitieren:
Heiß, Jörg Januar 2005: Nutzerorientierte Einführung von Wissensmanagementsystemen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anreizsystem, Dokumentenmanagement, Enterprise Content Management, Nutzungsbarrieren, Motivation

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