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Nutzenpotenziale modularer Dienstleistungsarchitekturen für IT-Unternehmensberatungen

Nutzenpotenziale modularer Dienstleistungsarchitekturen für IT-Unternehmensberatungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: René Uhlig
  • Abgabedatum: Januar 2006
  • Umfang: 129 Seiten
  • Dateigröße: 758,0 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: AKAD-Fachhochschule Leipzig Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9644-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9644-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9644-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Uhlig, René Januar 2006: Nutzenpotenziale modularer Dienstleistungsarchitekturen für IT-Unternehmensberatungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Service Engineering, Modularisierung, Service Management, Produktarchitektur, IT-Beratung

Diplomarbeit von René Uhlig

Einleitung:

Viele auf Informationstechnologie spezialisierte Beratungsunternehmen befinden sich derzeit in einem bedrohlichen Dilemma. Sie sollen hochgradig kundenindividuelle Leistungen erbringen. Die Marktverhältnisse fordern demgegenüber, alle vorhandenen Rationalisierungspotenziale bei der Entwicklung und Erbringung ihres typischen individuellen Leistungsspektrums auszunutzen. Der forcierte Strukturwandel in einer Vielzahl von Branchen zwingt sie, den sich parallel dazu rasch wandelnden Anforderungen ihres Kundenstammes mit innovativen Angeboten zu begegnen und neue Absatzmöglichkeiten für ihre durch Überkapazitäten in der Branche unter Preisdruck geratenen Angebote zu finden.

Mittelständische Unternehmen der IT-Unternehmensberatung sehen sich dabei mit einer enormen Dynamik unter ihren Wettbewerbern konfrontiert. Das in der jüngeren Vergangenheit sehr häufige Ausscheiden von Wettbewerbern aus dem Markt und die aktuell starken Konzentrationstendenzen begegnen ihnen dabei als typische Begleiterscheinungen der Reifung ihrer Branche. Diese Situation verlangt von den Unternehmen einen wahren Strategiespagat: die Nutzung aller Kostenvorteile bei gleichzeitiger Realisierung vielfältiger Differenzierungsvorteile.

Eine Möglichkeit, den hohen Ansprüchen solcher Wettbewerbssituationen gerecht zu werden, liegt, wie zu zeigen bleibt, in der immer häufiger angeführten Nutzung modularer Dienstleistungsarchitekturen. Modulare Produktarchitekturen haben sich in der Sachgüterindustrie vielfach bewährt. Jeder von uns schätzt die Vielfalt bei industriellen Alltagsprodukten wie Personalcomputern, Automobilen oder bezahlbarer Maßkonfektion.

Nun rücken diese Konzepte mit zunehmender Industrialisierung der Dienstleistungsbranchen immer stärker in den Fokus des Managements von Dienstleistungen. Zu untersuchen ist, welche der vielfältigen Potenziale modularer Systematisierungsansätze tatsächlichen Nutzen und damit wettbewerbliche Vorteile bei der Dienstleistungsprogrammgestaltung der IT-Beratungsunternehmen versprechen.

Gang der Untersuchung:

In der vorliegenden Arbeit soll die Perspektive der noch jungen Disziplin des Service Engineering den vorrangigen Ausgangspunkt bilden. Sie repräsentiert die Sicht desjenigen, der hinsichtlich der Herausforderungen eines Unternehmens auf Methoden, Vorgehensmodelle und Werkzeuge gestützt eine systematische Dienstleistungsproduktstruktur entwirft. Relevant ist auch die Sicht des Managementberaters, der untersucht, ob die weit reichenden und daher ökonomisch sorgfältig zu rechtfertigenden Konsequenzen einer Entscheidung zum Aufbau und Einsatz modularer Dienstleistungsarchitekturen Vorteile im Wettbewerb versprechen.

Die globale und konzeptionelle Fragestellung macht nötig, dass viele Themenbereiche berührt werden, auf die aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen einzugehen wäre. Dazu zählen die Ansätze des strategischen und operativen Dienstleistungsmanagements, die Disziplin des Dienstleistungsmarketings und das Qualitätsmanagement für Dienstleistungen mit seinen ganzheitlichen Gestaltungsansätzen und -methoden. Ihre Beiträge schließen hier viele der Lücken, die das Service Engineering durch seine Fokussierung auf Aspekte der Dienstleistungsgestaltung offen lässt.

Zu Beginn in Kapitel 2 wird der Begriff der Dienstleistung durch Darstellung des dreidimensionalen Ansatzes und anderer im Kontext der Fragestellung relevanter Sichtweisen als Arbeitsdefinition erfasst. Folgend wird die Dienstleistungsprogrammgestaltung in wesentlichen Aspekten skizziert. So sollen u. a. die Besonderheiten bei Dienstleistungsinnovationen gezeigt werden, denn sowohl der Aufbau einer Dienstleistungsarchitektur als auch die darauf fußende Gestaltung neuer Dienstleistungen haben innovativen Charakter. Die Betrachtung zentraler Vorgehensmodelle und Methoden des Service Engineering zur systematischen Dienstleistungsentwicklung beschließt Kapitel 2.

Aufbauend widmet sich Kapitel 3 der Fragestellung, wie Dienstleistungen innerhalb einer lebenszyklusübergreifenden Produktarchitektur betrachtet werden können. Immer häufiger begegnet man der in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung verbreiteten Annahme, besondere wirtschaftliche Potenziale für Dienstleistungsanbieter lägen in der Übertragung der im Sachgüterbereich mit Erfolg eingesetzten Methode der Modularisierung der Produktstrukturen. Nach der Darstellung der methodischen Grundlagen rückt das darauf fußende und für diese Untersuchung zentrale Konzept der modularen Dienstleistungsarchitektur ins Blickfeld. So schließt Kapitel 3 mit der Darstellung wesentlicher Potenziale und Risken des Methodeneinsatzes bei Dienstleistungen und eines vereinfachten Vorgehensmodells zum Architekturaufbau.

In Kapitel 4 steht nun die Branche der IT-Unternehmensberatung im Mittelpunkt der Untersuchung. IT-Beratung/Systemintegration als Tätigkeitsschwerpunkt der näher zu untersuchenden IT-Beratungsunternehmen wird dafür zunächst vom verwandten Tätigkeitsfeld IT-Services/Outsourcing als Domäne der IT-Service-Unternehmen abgegrenzt. Dem folgt die Darstellung derzeit bestimmender Branchenbesonderheiten auf Nachfrager- und Anbieterseite. Mittelständische Unternehmen mit den für sie als branchentypisch anzusehenden Stärken und Schwächen sollen von nun an im Zentrum der Betrachtung stehen. Darauf folgend werden die Elemente von IT-Beratungsleistungen vorgestellt: IT-Systeme sowie IT- und Geschäftsaktivitäten. Nach der Anwendung einiger Systematisierungsansätze auf IT-Beratungsleistungen, die zu deren Gliederung in Systemintegrationsleistungen und Expertenberatung führt, beschließt das Kapitel mit einer knappen Charakteristik hinsichtlich der Eignung der Leistungen für eine Modularisierung.

Zu Anfang des Kapitels 5 werden fußend auf zuvor beschriebener Branchensituation wichtige Herausforderungsfelder aufgezeigt, denen hier untersuchte die Anbieter unternehmensnaher Dienstleistung gegenüberstehen. Es sind Fragen der strategischen Positionierung und der Ressourceneinsatzoptimierung, Probleme der innovativen Dienstleistungsprogrammgestaltung, Fragen der Nachfragerintegration und Dienstleistungsqualität sowie die Notwendigkeit der Effizienzsteigerung. In fünf Exkursen soll schließlich untersucht werden, ob und wie die in Kapitel 3 gefundenen Potenziale modularer Dienstleistungsarchitekturen beitragen können, diese Herausforderungen mit Blick auf die Gestaltung erfolgreicher Leistungsangebote zu bewältigen. Wie können bestehende Chancen im Wettbewerb genutzt und drohende Risiken abgemildert werden?

Das folgende und gleichzeitig letzte Kapitel 6 soll gefundene, wichtige Aspekte zu einem Gesamtblick verdichten, diesen bewerten, um dann mit einem Ausblick zu schließen.

Als wichtige Informationsquelle zu vorliegender Arbeit konnte ich neben dem Studium relevanter, zumeist deutschsprachiger Literatur auch auf praktische Einsichten meiner inzwischen mehr als fünfjährigen Tätigkeit bei IT-Beratungsunternehmen zurückgreifen. So brachte mich die Mitarbeit in den Projekten zweier mittelständischer IT-Beratungsunternehmen zu der Überzeugung, dass die Auseinandersetzung mit systematischen Dienstleistungsarchitekturen bei solchen Unternehmen von hoher Relevanz für den künftigen Wettbewerbserfolg ist.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis 6
Abbildungsverzeichnis 7
Tabellenverzeichnis 8
1. Einleitung 9
1.1 Einführung in die Problemstellung 9
1.2 Vorgehen bei der Untersuchung 10
2. Begriffe und Grundkonzepte 13
2.1 Dienstleistungen 13
2.1.1 Einordnung in die Systematik der Wirtschaftsgüter 13
2.1.2 Enumerative Definitionsansätze und Negativdefinitionen 14
2.1.3 Konstitutive Merkmale und das Drei-Dimensionen-Modell 15
2.1.4 Auswahl relevanter eindimensionaler Definitionsansätze 18
2.1.5 Dienstleistung als Kontraktgut 20
2.1.6 Typologie für Dienstleistungen nach FÄHNRICH 22
2.1.7 Leistungstypologie nach JACOB und KLEINALTENKAMP 23
2.1.8 Arbeitsdefinition für den Begriff der Dienstleistung 25
2.2 Dienstleistungsentwicklung und -programmgestaltung 25
2.2.1 Dienstleistungskonzepte 25
2.2.2 Gestaltungsmaßnahmen bei Dienstleistungsprogrammen 27
2.2.3 Dienstleistungsinnovation 30
2.2.4 Besonderheiten der Dienstleistungsentwicklung 33
2.2.5 Qualität bei Dienstleistungen 34
2.2.5.1 Begriffsfassung 34
2.2.5.2 Beurteilbarkeit der Qualität durch den Nachfrager 36
2.2.5.3 Konzeptualisierung der Dienstleistungsqualität 36
2.3 Service Engineering 38
2.3.1 Handlungsfelder des Service Engineering 38
2.3.2 Generisches Vorgehensmodell des Service Engineering 40
2.3.3 Methoden und Werkzeuge 41
3. Modulare Dienstleistungsarchitekturen 44
3.1 Dienstleistungsarchitekturen 44
3.1.1 Bedeutung und Umfang 44
3.1.2 Typologie von Dienstleistungsarchitekturen 44
3.2 Grundlagen der Modularisierung 46
3.2.1 Herkunft der Methode 46
3.2.2 Dekomposition der Dienstleistungen 47
3.2.3 Strukturbildung aus Teildienstleistungen 48
3.2.4 Weitere grundsätzliche Gestaltungsprinzipien 49
3.3 Eigenschaften modularer Dienstleistungsarchitekturen 50
3.3.1 Kerneigenschaft Komplexitätsreduzierung 50
3.3.2 Kerneigenschaft Standardisierung 51
3.3.3 Betriebswirtschaftliche Potenziale 53
3.3.4 Risiken modularer Dienstleistungsarchitekturen 57
3.3.5 Aufbauprozess modularer Dienstleistungsarchitekturen 60
4. Die Branche IT-Unternehmensberatung 62
4.1 Tätigkeitsfelder von IT-Beratungsunternehmen 62
4.1.1 Entstehung von IT Dienstleistungen 62
4.1.2 Tätigkeitsfeld IT-Services/Outsourcing 62
4.1.3 Tätigkeitsfeld IT-Beratung/Systemintegration 63
4.1.4 Tätigkeitsfelder im Vergleich 65
4.2 Marktteilnehmer 66
4.2.1 Die Nachfrager von IT-Beratungsleistungen 66
4.2.2 Die Anbieter von IT-Beratungs- und Systemintegrationsleistungen 70
4.3 Elemente von IT-Beratungsleistungen 73
4.3.1 Informationstechnische Systeme 73
4.3.2 IT-Aktivitäten 75
4.3.3 Geschäftsaktivitäten 76
4.4 Charakteristik von IT-Beratungsleistungen 76
4.4.1 Vorhandene Leistungstypen 76
4.4.2 Modularisierbarkeit gelebter Dienstleistungsprogramme 78
5. Modularer Dienstleistungsarchitekturen in der IT-Beratung 81
5.1 Herausforderungen für IT-Beratungsunternehmen 81
5.2 Strategische Positionierung 82
5.2.1 Die Sicht der Ressourcen- und der Marktorientierung 82
5.2.2 Branchensituation 84
5.2.3 Spezial- oder Komplettanbieter 85
5.2.4 Strategische Implikationen modularer Dienstleistungsarchitekturen 87
5.3 Ressourcen bei IT-Beratungsunternehmen 90
5.3.1 Wissen als zentraler Produktionsfaktor 90
5.3.2 Wissen in modularen Dienstleistungsarchitekturen 92
5.4 Gestaltung eines innovativen Dienstleistungsprogramms 95
5.4.1 Praxis der Leistungsgestaltung 95
5.4.2 Potenziale modularisierter Dienstleistungsprogramme 98
5.5 Nachfragerintegration und Qualitätsgestaltung 101
5.5.1 Bedeutung des Nachfragers für IT-Beratungsleistungen 101
5.5.2 Erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten durch Modularisierung 103
5.6 Effizienzsteigerung 108
5.6.1 Effizienzaspekte bei IT-Beratungsunternehmen 108
5.6.2 Effizienzreserven durch Modularisierung 110
6. Zusammenfassung 115
6.1 Fragestellung und Situation 115
6.2 Ergebnis 115
6.3 Ausblick 118
Literaturverzeichnis 120
Quellenverzeichnis 133

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Branche IT-Unternehmensberatung Dienstleister für die anderen Konzernunternehmen übernimmt (Inhouse-Outsourcing), ist der Schritt zur Übertragung an einen außen stehenden Anbieter eine nahe liegende Option.159 So kann das Tätigkeitsfeld IT-Services/Outsourcing im Wesentlichen auf einer von drei Stufen des IT-Outsourcing angesiedelt werden: auf der Prozessebene, also fachlich-organisatorische Aspekte der Abläufe betreffend, auf der Ebene der Geschäftssoftware und auf der IT-Infrastrukturebene.160 Es steht derzeit stark in der öffentlichen Wahrnehmung, denn durch ihr Volumen spektakuläre Auslagerungen bei Konzernen, oft über Landesgrenzen hinweg, lassen zwar Effizienzgewinne erhoffen, im Inland jedoch auch hohe Arbeitsplatzverluste befürchten. Da zur Bewältigung solcher Großaufträge nur die großen Unternehmen der Branche, wie IBM, T-Systems etc., in der Lage, werden sie dieses stark von Skaleneffekten profitierende und entgegen dem Branchentrend wachsende Geschäftsfeld unter sich ausmachen.161 IT-Services/Outsourcing sollen im Rahmen dieser Arbeit nur dahingehend betrachtet werden, dass auch von IT-Beratungsunternehmen erwartetet wird, in Angebotspakete auch gewisse IT-Service-Leistungen, wie das Application Management, aufzunehmen. Sie sind aufgefordert, sich den Wünschen der Nachfrager nach Dienstleistungen aus dem Bereich der IT-Services zu öffnen und ihre Leistungsportfolios dahingehend zu erweitern. Das Motto der Nachfrager scheint zu lauten: Wenn schon nicht „alles aus einer Hand“ dann doch zumindest vieles.162 Unternehmen, die einen deutlichen Leistungsschwerpunkt bei IT-Services/Outsourcing aufweisen, werden hier fortan IT-ServiceUnternehmen genannt. 4.1.3 Tätigkeitsfeld IT-Beratung/Systemintegration [...]

Dominierten den Markt für Informationstechnik ursprünglich Hard- und Softwareprodukte, so hat sich dazu ein Markt für Dienstleistungen entwickelt, um deren effektiven und effizienten Einsatz für Unternehmen zu gewährleisten: der Markt für IT-Dienstleistungen. Das sich ständig wandelnde und komplexer werdende technologische Spezialwissen kann von den Anwendern nicht selbst vorgehalten werden.157 IT-Dienstleistungen füllen als Tätigkeiten zu Analyse, Beratung, Konzeption, Aufbau, Betrieb und Wartung der informationstechnischen Systeme der Nachfrager diese Lücke. Die heterogenen Geschäftsfelder von IT-Dienstleistungen sind schwer abgrenzbar, da heute z. B. ein Hardwarelieferant selbstverständlich auch Dienstleistung zu Integration, Wartung und Betrieb der angebotenen Infrastruktur vermarktet. Mangels offizieller statistischer Erfassung der Branche haben sich von privaten Instituten und ihren jeweiligen Betrachtungsschwerpunkten geprägte Gliederungen etabliert. Hier soll dem Ansatz der LÜNENDONK GMBH gefolgt werden, die in den von ihr publizierten Studien eine Gliederung des Marktes in zwei wesentliche Leistungsfelder vornimmt – dort bezeichnet als „IT-Beratung/Systemintegration“ und „IT-Services/Outsourcing“.158 4.1.2 Tätigkeitsfeld IT-Services/Outsourcing [...]

Modulare Dienstleistungsarchitekturen Etablierte Dienstleistungsarchitekturen geben Strukturen, Vorgehen und Lösungsbestandteile für die Entwicklung von neue Anforderungen erfüllenden Dienstleistungen vor. Ihnen folgende evolutionäre Entwicklungen, die nur im Inneren der Module bei weiterhin unveränderten Schnittstellen stattfinden, müssen aber keinesfalls die beste Lösung sein. Die Weiterentwicklung auf Ebene der ganzen Dienstleistungsarchitektur ist eventuell wesentlich erfolgreicher. Das strukturelle Beharrungsvermögen, Rigidität der Architektur genannt, birgt Risiken für die Ineffizienz des ganzen Systems. Fundamentale Innovations- und Rationalisierungspotenziale könnten so aus Kostengründen nicht erschlossen werden.151 Wie bereits erwähnt, basiert die Konfigurationsbildung in Produktbaukästen auf einem Regelwerk der Kombinierbarkeit von Basis-, Muss- und KannModulen aus dem Repertoire eines definierten Dienstleistungsproduktrahmens. Nachfrager werden dabei stets versuchen, nur inhaltlich und preislich besonders attraktive Module zu erwerben und auf Basis- oder Mussmodule zu verzichten: so genanntes Unbundeling. Wettbewerber werden zur Kundengewinnung einzelne Module zu besonderen Konditionen anbieten. Der so mögliche Wettbewerb unter Anbietern auf Modulebene kann die wirtschaftlichen Potenziale flexibler Leistungstiefegestaltung durch standardisierte Schnittstellen ganz oder teilweise zum Nachfrager hin verschieben. Der Begründer einer Dienstleistungsarchitektur ist zur Erwirtschaftung der nötigen Aufwände darauf angewiesen, höhere Erträge als die eventuell „auf dem Trittbrett fahrende“ Konkurrenz zu erzielen.152 Das scheint jedoch langfristig nur bei permanentem Innovationsvorsprung möglich, da eine Dienstleistungsarchitektur, wird sie dem Nachfrager in Form eines Baukastens zur selbständigen Konfiguration angeboten, verstärkt dem Risiko der Imitation durch Wettbewerber unterliegt.153 [...]

Arbeit zitieren:
Uhlig, René Januar 2006: Nutzenpotenziale modularer Dienstleistungsarchitekturen für IT-Unternehmensberatungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Service Engineering, Modularisierung, Service Management, Produktarchitektur, IT-Beratung

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