Nutzenanalyse und Evaluation betrieblicher Gesundheitsförderung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sonja Sporrer
- Abgabedatum: Juni 2004
- Umfang: 148 Seiten
- Dateigröße: 1,4 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8523-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8523-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8523-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sporrer, Sonja Juni 2004: Nutzenanalyse und Evaluation betrieblicher Gesundheitsförderung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Nutzenanalyse, Fehlzeiten, Betriebskrankheiten
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Diplomarbeit von Sonja Sporrer
Einleitung:
Die heutige Arbeitswelt befindet sich in einer Phase tief greifenden Wandels. Neben der fortschreitenden internationalen Verflechtung der Wirtschaft und dem damit verbundenen Anpassungs- und Konkurrenzdruck, müssen sich viele Unternehmen noch mit weiteren Problemfeldern auseinandersetzen. Die Entwicklung zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft zwingt besonders die traditionellen (Produktions-) Betriebe zu großen Veränderungs- und Umstrukturierungsprozessen, die mit hohen Kosten verbunden sind. Hinzu kommt die aktuelle Konjunkturschwäche, die sich in den meisten Branchen ebenfalls negativ auf Umsätze und Gewinne auswirkt.
Doch es sind nicht nur die Unternehmen selbst, die von diesen Trends und Entwicklungen betroffen sind. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verändern sich dadurch gravierend. Neue Arbeitsformen und Beschäftigungsverhältnisse entstehen, der Leistungsdruck auf den einzelnen Mitarbeiter steigt, während dieser mit Kürzungen sozialer Leistungen und der Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes konfrontiert wird. Flexibilität und hohe Anpassungsfähigkeit im Berufsleben werden heute vorausgesetzt sowie die ständige Bereitschaft sich weiterzubilden. Die steigenden Erwartungen und Anforderungen der Betriebe an die Mitarbeiter hinterlassen ihre Spuren. Krankheitsbedingter Arbeitsausfall, eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Motivationsdefizite sind einige der möglichen Folgen. Hinzu kommen arbeitsbedingte psychische Belastungen und körperliche Gesundheitsrisiken, die für den Betroffenen Schmerzen und erhebliche Einschränkungen seiner Lebens- und Arbeitsqualität bedeuten.
Es wird deutlich, dass akuter Handlungsbedarf seitens der Unternehmen besteht, sich mit der gesundheitlichen Situation im Betrieb auseinanderzusetzen. Ein wichtiger Ansatz stellt dabei das Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung dar. Diese bietet den Unternehmen praxisorientierte Lösungen, um auf die aktuellen Gesundheitsprobleme reagieren zu können. Im Gegensatz zum traditionellen Arbeits- und Gesundheitsschutz legt die betriebliche Gesundheitsförderung eine neue Betrachtungsweise zugrunde, die sich nicht mehr ausschließlich auf die einzelnen Arbeitsbedingungen konzentriert, sondern die gesamte Organisation mit ihren Risiken und Gesundheitspotentialen ins Blickfeld stellt.
Neben der unternehmerischen Verantwortung sind vor allem betriebswirtschaftliche Gründe für die Einführung gesundheitsfördernder Maßnahmen und Programme ausschlaggebend. „Durch krankgeschriebene Mitarbeiter gehen der deutschen Wirtschaft jährlich rund 47,5 Milliarden Euro verloren - auf diesen Betrag summieren sich die Kosten für die Entgeltfortzahlung, das Krankengeld und eventuelle Vertretungskräfte“ (Institut der deutschen Wirtschaft, 2002). Es besteht somit ein immenses Potential an Kosteneinsparungen für die Betriebe, wenn es ihnen langfristig gelingt, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Belegschaft positiv zu beeinflussen.
Vielen Unternehmen ist das betriebliche Gesundheitsförderungskonzept zwar bekannt, wenige setzen es jedoch aktiv in der Praxis um. Peter F. Drucker beschreibt dieses Phänomen wie folgt: „Heute behaupten alle Unternehmen routinemäßig: „Unsere Mitarbeiter sind unser großes Kapital.“ Doch nur wenige praktizieren, was sie propagieren – geschweige denn, dass sie wirklich daran glauben“ (Drucker, 2001, VIII). Dabei gilt es als erwiesen, dass der finanzielle Nutzen von Investitionen in die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter, deutlich über den jährlichen Ausgaben dafür liegt (vgl. Harwerth, 2003, S. 7). Damit das Konzept der betrieblichen Gesundheitsförderung eine höhere Akzeptanz und Verbreitung erfährt, ist es notwendig die Erfolge und Vorteile, die sich sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Unternehmen erzielen lassen, hervorzuheben. Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, die verschiedenen Nutzeneffekte zu analysieren und den Zusammenhang zwischen Gesundheit, betrieblichen Maßnahmen und deren betriebswirtschaftliche Erfolge herauszustellen.
Inhaltsverzeichnis:
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS. | .II | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung | 2 |
| 1.3 | Aufbau der Arbeit | 3 |
| 2. | Gesundheit und Arbeit | 4 |
| 2.1 | Gesundheitsbegriff / -verständnis | 4 |
| 2.2 | Positive Aspekte der Arbeit | 5 |
| 2.3 | Belastungen und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz | 7 |
| 2.3.1 | Körperliche Arbeitsbelastungen | 8 |
| 2.3.2 | Psychische Arbeitsbelastungen | 9 |
| 3. | Entstehung und Merkmale betrieblicher Gesundheitsförderung | 14 |
| 3.1 | Traditioneller Arbeits- und Gesundheitsschutz | 14 |
| 3.2 | Gründe für eine Neuorientierung | 16 |
| 3.3 | Ansätze und Initiativen betrieblicher Gesundheitsförderung | 21 |
| 4. | Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung | 25 |
| 4.1 | Nutzen aus Mitarbeitersicht | 26 |
| 4.1.1 | Immaterielle Vorteile | 26 |
| 4.1.1.1 | Verbesserung des Gesundheitszustandes | 26 |
| 4.1.1.2 | Steigerung des Wohlbefindens | 30 |
| 4.1.1.3 | Erhöhung von Motivation und Leistungsfähigkeit | 32 |
| 4.1.1.4 | Bewältigung steigender (Arbeits-) Anforderungen | 34 |
| 4.1.1.5 | Intensivierung sozialer Kontakte und Beziehungen | 34 |
| 4.1.1.6 | Aufbau von Gesundheitskompetenz | 35 |
| 4.1.2 | Materielle Vorteile | 36 |
| 4.1.2.1 | Einsparungspotenzial bei Kosten der medizinischen Versorgung | 36 |
| 4.1.2.2 | Verbesserte Verdienst- und Karrierechancen | 38 |
| 4.2 | Nutzen aus Unternehmenssicht | 40 |
| 4.2.1 | Materielle Vorteile | 40 |
| 4.2.1.1 | Verringerung von Fehlzeiten | 41 |
| 4.2.1.2 | Abnahme von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten | 46 |
| 4.2.1.3 | Einsparungen bei Sozialversicherungsbeiträgen | 48 |
| 4.2.1.4 | Abwendung von Rechtsansprüchen | 52 |
| 4.2.1.5 | Produktivitätssteigerung | 53 |
| 4.2.1.6 | Senkung der Fluktuationsrate | 55 |
| 4.2.2 | Immaterielle Vorteile | 56 |
| 4.2.2.1 | Mitarbeiterzufriedenheit und Betriebsklima | 57 |
| 4.2.2.2 | Imageverbesserung des Unternehmens | 59 |
| 4.3 | Grenzen der betrieblichen Gesundheitsförderung | 62 |
| 4.3.1 | Begrenzte Einflussmöglichkeiten | 63 |
| 4.3.2 | Geringes Interesse seitens der Beschäftigten | 64 |
| 4.3.3 | Mangelnde Ressourcen und Kapazitäten | 65 |
| 4.3.4 | Interessenskonflikte | 67 |
| 4.3.5 | Gesundheitsförderung kein Heilmittel | 68 |
| 4.3.6 | Fehlende Erfolgskontrollen | 70 |
| 5. | Evaluation betrieblicher Gesundheitsförderung | 73 |
| 5.1 | Quantitative Datenanalyse | 76 |
| 5.1.1 | Betriebliche Informationsquellen | 77 |
| 5.1.1.1 | Fehlzeitenanalyse | 77 |
| 5.1.1.2 | Krankenstandstatistiken | 79 |
| 5.1.2 | Betrieblicher Gesundheitsbericht | 80 |
| 5.1.2.1 | Arbeitsunfähigkeitsanalysen der Krankenkassen | 82 |
| 5.1.2.2 | Gefährdungsbeurteilungen | 86 |
| 5.1.2.3 | Arbeitsmedizinische Untersuchungen / Gesundheits-Checks | 87 |
| 5.2 | Qualitative Datenanalyse | 92 |
| 5.2.1 | Mitarbeiter- / Teilnehmerbefragung | 93 |
| 5.2.1.1 | Planung und Durchführung einer Mitarbeiterbefragung | 94 |
| 5.2.1.2 | Praxisbeispiele | 96 |
| 5.2.1.3 | Bewertung | 99 |
| 5.2.2 | Experteninterview | 102 |
| 5.3 | Ökonomische Evaluation | 104 |
| 5.3.1 | Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) | 108 |
| 5.3.2 | Kostenwirksamkeitsanalysen (KWA) | 113 |
| 5.3.3 | Beurteilung und Empfehlung | 115 |
| 5.3.3.1 | Vor- und Nachteile der Kosten- Nutzen-Analyse | 115 |
| 5.3.3.2 | Vor- und Nachteile der Kosten-Wirksamkeits-Analyse | 116 |
| 5.3.3.3 | Allgemeine Kritikpunkte | 117 |
| 5.3.3.4 | Auswahl eines geeigneten Verfahrens | 119 |
| 6. | Fazit und Ausblick | 121 |
| LITERATURVERZEICHNIS. | III | |
| ERKLÄRUNG | IV |
4.2.2.2 Imageverbesserung des Unternehmens Ein weiterer Vorteil und Effekt von betrieblichen Gesundheitsförderungsmaßnahmen ist die Erreichung eines positiven Firmenimages. Ein Unternehmen, das sich für die humanitären Belange seiner Beschäftigten einsetzt, genießt bei Mitarbeitern, Kunden und in der Öffentlichkeit mehr Ansehen, als ein Betrieb, der sich ausschließlich über das Ziel Gewinnmaximierung definiert. Der Nutzen der betrieblichen Gesundheitspolitik wirkt sich bei den Mitarbeitern u. a. in der Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit aus. Darauf ist bereits an anderer Stelle eingegangen worden. Da Gesundheitsförderung auch einen Teil einer verantwortungsbewussten Firmenphilosophie darstellt, fördert sie zudem eine partnerschaftliche Unternehmenskultur, mit der sich die Mitarbeiter identifizieren können. Dadurch wird das Zugehörigkeitsgefühl des einzelnen Beschäftigten gestärkt und eine Basis für Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Akzeptanz und Loyalität geschaffen. Gesundheitsförderung dient daher auch als Instrument zur langfristigen Mitarbeiterbindung. [...]
erzielen lassen. Diese sog. „weichen“ Faktoren üben wiederum einen erheblichen Einfluss auf die Arbeitsleistung und die Anwesenheitsrate der Mitarbeiter aus. Sie beeinflussen sogar das Kaufverhalten der Kunden und die Qualität bestehender Geschäftsbeziehungen. Durch diesen Zusammenhang kann sich die Verbesserung der sozialen Faktoren langfristig auch auf die Gewinn- und Kostensituation und das Betriebsergebnis auswirken. Es wird also deutlich, dass sich der (wirtschaftliche) Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung auf zwei Wegen erreichen lässt: Neben den unmittelbaren monetären Auswirkungen, die sich vor allem durch die Fehlzeitenreduktion einstellen, spielen auch die langfristigen und indirekten Effekte eine Rolle für den Unternehmenserfolg und die (zukünftige) Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebes. Diese werden auf den folgenden Seiten näher erläutert. [...]
Doch auch bei sozialen Konflikten hat der Arbeitgeber, insbesondere die Führungskräfte, verantwortungsvoll zu handeln. Nach aktueller Rechtsprechung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die bei ihm beschäftigten Arbeitnehmer „[…]vor Belästigungen durch Mitarbeiter oder Dritte, auf die er einen Einfluss hat, zu schützen[…]“ (Resch, 2003, S. 25).33 Hier hat die Rechtsprechung auf die ständig steigende Zahl von Mobbingfällen in den Betrieben reagiert und die Unternehmen auf ihre Fürsorgepflicht hingewiesen. Wenn ein Mobbingsachverhalt unstreitig oder nachgewiesen ist, muss zunächst vermutet werden, dass der Arbeitgeber seine Organisationsund Schutzpflichten schuldhaft verletzt hat. Eine umfassende und lückenlose Gesundheitspolitik schützt die Firmenleitung und andere Verantwortliche vor unnötigen Risiken in Bezug auf Rechtsansprüche der Arbeitnehmer, die sowohl strafrechtliche als auch finanzielle Konsequenzen für das Unternehmen bedeuten können. Dies gilt im besonderen Maße auch für die Vermeidung einer unklaren Rechtssituation nach einem vermeidbaren Unfall, die zu hohen SchadensersatzAnsprüchen seitens der geschädigten Mitarbeiter führen kann. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832485238
Arbeit zitieren:
Sporrer, Sonja Juni 2004: Nutzenanalyse und Evaluation betrieblicher Gesundheitsförderung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Gesundheitsmanagement, Arbeitsschutz, Nutzenanalyse, Fehlzeiten, Betriebskrankheiten




