Numerische Optimierung des Shortfall-Risikos von Aktienportfolios am Beispiel des Value at risk
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Friedrich Maisenhälder
- Abgabedatum: Dezember 2003
- Umfang: 87 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8043-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8043-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8043-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Maisenhälder, Friedrich Dezember 2003: Numerische Optimierung des Shortfall-Risikos von Aktienportfolios am Beispiel des Value at risk, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kapitalmarkttheorie, Portfoliooptimierung, Value at Risk (VaR), Zeitreihenanalyse, Diffusionsprozesse
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Diplomarbeit von Friedrich Maisenhälder
Problemstellung:
Die Portfoliotheorie hat sich über einen sehr langen Zeitraum entwickelt. So steht z. B. in dem auf ca. 500 n. Chr. datierten jüdischen Talmud (hebr. Lehre, Lernen) sinngemäß, dass das Vermögen zu jeweils einem Drittel in „Land, Geschäften und liquiden Mitteln“ gestreut angelegt werden soll.
Nachdem in den 50er Jahren von Markowitz das weltweit bekannte „klassische Selektionsmodell“ entwickelt wurde, welches sich durch einen bestechend einfach verständlichen Ansatz auszeichnet, ist in der Folge eine Vielzahl moderner mathematischer Verfahren entwickelt worden, die sich der Optimierung des gebündelten Risikos von Portfolios widmet.
In der vorliegenden Arbeit wird versucht ein restringiertes nichtlineares und nichtquadratisches Optimierungsmodell für das Risiko von Aktienportfolios zu entwickeln, welches anhand empirischer Daten aus der Karlsruher Kapitalmarktdatenbank der Universität Karlsruhe mit dem klassischen Modell von Markowitz verglichen wird.
Dabei wird insbesondere auf die Problematiken der Zeitabhängigkeit der Volatilität und der Rendite – Verteilungsstrukturen eingegangen.
Als Risikomaß wird hier der „Value at Risk“ (VaR) des Anlageportfolios in Abhängigkeit von Anlagedauer, erwarteter Portfoliorendite und vorgegebenem Konfidenzniveau optimiert, wobei zu beachten ist, dass die Konvexität der Zielfunktion nicht gesichert ist. Alternativ dazu wird ein weiteres Risikomaß untersucht, welches unter bestimmten Bedingungen günstigere Optimierungseigenschaften besitzt, der sogenannte „Conditional Value at Risk“ (CVaR).
Die für die numerische Optimierung benötigten Renditeverteilungen werden dazu mit Hilfe der Kerndichteschätzung aus historischen Daten, sowie der Simulation als „Geometrisch Brownsche Bewegung (GBB)“ und CEV – Diffusionsprozess, welcher die GBB als Sonderfall enthält, modelliert.
Da das computergestützte implementierte Optimierungsverfahren sehr rechen- und damit auch zeitintensiv ist, wird die Arbeit mit einem Ansatz abgerundet, mit dessen Hilfe es möglich ist die Aufgabenstellung näherungsweise als quadratisches Optimierungsproblem aufzufassen und damit den sehr gut erforschten Verfahren der quadratischen Optimierung zugänglich zu machen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einführung | 1 |
| 1.1 | Entwicklung der Portfoliotheorie | 1 |
| 1.2 | Das klassische Selektionsmodell von Markowitz | 1 |
| 1.2.1 | Effiziente Portfolios | 2 |
| 1.3 | Wichtige Erweiterungen des Ansatzes von Markowitz | 4 |
| 1.3.1 | Kapitalmarktlinie und Tobin – Separation | 4 |
| 1.3.2 | CAPM | 5 |
| 1.4 | Kritische Betrachtung des klassischen Portfoliomodells | 6 |
| 2. | Verteilung der Portfoliorendite und Risiko | 6 |
| 2.1 | Einfache versus Log-Rendite | 6 |
| 2.2 | Stationäre Zeitreihen und Autokorrelation | 8 |
| 2.2.1 | Stationarität | 8 |
| 2.2.2 | Autokorrelation | 9 |
| 2.3 | Normalverteilte Renditen und stationärer Renditeprozess am Beispiel von Aktienrenditen in der Empirie | 10 |
| 2.3.1 | Die Normalverteilungsannahme für tägliche Renditen | 10 |
| 2.3.2 | Stationärer Renditeprozess | 12 |
| 2.4 | Quantifizierung des Risikos | 16 |
| 2.4.1 | Klassifizierung des quantitativen Risikobegriffs | 16 |
| 2.4.2 | Renditestreuung (Volatilität) | 16 |
| 2.4.3 | Value at Risk (VaR) | 17 |
| 2.4.4 | Conditional Value at Risk (CVaR) | 19 |
| 3. | Portfoliooptimierung mit Hilfe der Kerndichteschätzung | 21 |
| 3.1 | Konstruktion von Kerndichteschätzern | 22 |
| 3.2 | Ermittlung der optimalen Bandbreite im univariaten Fall | 24 |
| 3.2.1 | Bandbreitenschätzung bei Kenntnis der Verteilung der Grundgesamtheit | 24 |
| 3.2.2 | Bandbreitenschätzung bei Unkenntnis der zugrundeliegenden Verteilung | 26 |
| 3.3 | Anwendung in der Portfoliooptimierung | 27 |
| 3.3.1 | Optimierungsmodell | 27 |
| 3.3.2 | Optimierungsalgorithmus | 29 |
| 3.3.3 | Erweiterungsmöglichkeiten und kritische Anmerkungen | 32 |
| 4. | Portfoliooptimierung mit Hilfe computergestützter Simulation | 33 |
| 4.1 | Stochastische Differentialgleichungen (SDGL) | 34 |
| 4.2 | Wertpapierkurs und Wertpapierrendite als Itô – Prozess | 36 |
| 4.2.1 | Geometrisch Brownsche Bewegung (GBB) | 37 |
| 4.2.2 | CEV – Diffusions – Modell | 38 |
| 4.3 | Numerische Approximation von stochastischen Differentialgleichungen | 38 |
| 4.3.1 | Starke zeitdiskrete Approximation | 39 |
| 4.3.2 | Effizienz der zeitdiskreten Approximation | 40 |
| 4.3.3 | Ausgewählte Numerische Lösungsverfahren zur zeitdiskreten Approximation | 40 |
| 4.3.4 | Vergleich der vorgestellten zeitdiskreten Approximationen | 43 |
| 4.4 | Simulation korrelierter stochastischer Differentialgleichungen | 44 |
| 4.5 | Parameterschätzung | 46 |
| 4.5.1 | Parameterschätzung - multivariate GBB | 47 |
| 4.5.2 | Parameterschätzung – multivariater CEV – Diffusionsprozess | 48 |
| 4.6 | Einsatz in der Portfoliooptimierung | 51 |
| 5. | Empirische Analyse der Portfoliooptimierung | 51 |
| 5.1 | Vereinfachter Optimierungsansatz | 53 |
| 5.2 | Parameterschätzung im multivariaten GBB und CEV – Modell | 53 |
| 5.3 | Vergleich der Portfoliooptimierungsmethoden | 55 |
| 5.4 | Zusammenfassung und Ausblick | 60 |
| Anhang |
Eine Möglichkeit den Wertpapierkurs, bzw. die Wertpapierrendite als stochastischen Prozess zu formulieren, besteht darin den zeitlichen Verlauf mit Hilfe stochastischer Differentialgleichungen vom Typ (4.1) / (4.2) zu modellieren. Der bekannteste Ansatz ist diesbezüglich die Geometrisch Brownsche Bewegung (GBB), welche im Folgeabschnitt definiert wird. Zusätzlich wird noch auf die CEV – Diffusionsprozesse eingegangen, welche die GBB als Sonderfall enthalten. Ferner besteht auch die Möglichkeit den Diffusionskoeffizienten in Gleichung (4.1) / (4.2) als Itô – Prozess zu charakterisieren. Dann besitzt dieser ebenfalls die Gestalt einer stochastischen Differentialgleichung. Singer (1999) listet auf S. 212 eine Vielzahl solcher Modellvarianten auf. Diese sogenannten „Modelle mit stochastischer Volatilität“ werden in dieser Arbeit nicht weiter verfolgt. [...]
Durch das Verändern von Anlagepositionen wird auch die Struktur des Kerndichteschätzers verändert. Insbesondere wird regelmäßig die „optimale Bandbreite“ und das z1- α Quantil revidiert, wodurch sich die Struktur der Verlustverteilung ändert. Deshalb kann man entgegen den Ausführungen in Abschnitt 2.4.4 nicht sicherstellen, dass Fα(ê,V) konvex ist, obwohl die Verlustfunktion in den Anlagepositionen konvex ist. Dies erschwert die Optimierung. Zunächst werden jedoch die partiellen Ableitungen von Fα nach den Anlagepositionen ei benötigt. Dies kann numerisch z. B. mit Hilfe von Ridders polynomieller Extrapolation erfolgen (siehe Press u. a. (2002), S. 188 f.) oder einer polynominellen Chebyshev - Approximation von Fα (siehe Press u. a. (2002), S. 195 f.). Man erhält dann näherungsweise die benötigten partiellen Ableitungen11: (3.21) λi ≈ [...]
Aufgrund von Feiertagen oder Wochenenden existieren für bestimmte Zeitpunkte tk keine Kursdaten. Gemäß Franke, Härdle u.a. (2001), S. 94 f. haben empirische Untersuchungen gezeigt, dass z. B. die Volatilität der logarithmierten Kursänderung von Freitag auf Montag nicht wesentlich von der täglichen Kursänderung abweicht. Deshalb kann auf eine Berechnung von Renditen mit absenten Startkursdaten verzichtet werden. Umgekehrt kann bei fehlenden Endkursdaten der Preis des Wertpapiers am nächsten verfügbaren Handelstag verwendet werden. Ziel der Renditekalkulation (3.14) ist es, die Kursbeobachtungen in eine stationäre Zeitreihe umzuformen, um diese als Datenbasis für eine Kerndichteschätzung zu nutzen. Dabei wird für das nachstehend beschriebene Verfahren grundsätzlich auf einfache Renditen ri∆t zurückgegriffen. In diesem Zusammenhang ist noch darauf hinzuweisen, dass aufgrund der Konstruktion der Renditezeitreihe eventuell vorhandene Autokorrelationen Einfluss auf die Güte der Kerndichteschätzung haben können. Sei ê = (e1, e2, ...,en)T der Wertpapierpositionsvektor für das Portfolio, dessen Preis SPF(k) sich im Zeitpunkt tk aus SPF(ê,k)=Σi=1..n(eiSi(k)) berechnen lässt. Dann kann aus den Renditen ri∆t(•) der Wertpapiere die Portfoliorendite bestimmt werden: [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832480431
Arbeit zitieren:
Maisenhälder, Friedrich Dezember 2003: Numerische Optimierung des Shortfall-Risikos von Aktienportfolios am Beispiel des Value at risk, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kapitalmarkttheorie, Portfoliooptimierung, Value at Risk (VaR), Zeitreihenanalyse, Diffusionsprozesse



